Kritik an geplanter Quote für Bundesfreiwilligendienst

Sowohl von Seiten der Träger des Bundesfreiwilligendienstes (BFD, www.bundesfreiwilligendienst.de ) als auch von der Landesregierung wird die Planung des Bundes, eine feste Quote für das Verhältnis von Bundesfreiwilligendienst und Freiwilligem Sozialen Jahr einzuführen, kritisiert.

Zum 1. Juli 2011 haben nach Zahlen des für den BFD zuständigen Bundesfamilienministeriums 3.000 neue BFD-Absolventen ihren Dienst angetreten. Bei 14.000 weiteren BFDlern handelt es sich um ehemalige Zivildienstleistende, die ihren Dienst freiwillig verlängert haben. Geplant war die Besetzung von 35.000 BFD-Stellen nach Aussetzung von Wehrpflicht und Zivildienst. Dagegen ist die Nachfrage nach Plätzen im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) ungebrochen. Auf einen vorhandenen FSJ-Platz kommen bundesweit zwei BewerberInnen.

Deshalb will das Bundesfamilienministerium jetzt zugunsten des Bundesfreiwilligendiensts umschichten und hat eine Quote ins Spiel gebracht, nach der auf drei besetzte FSJ-Stellen zwei besetzte BFD-Stellen kommen müssen – ansonsten fließen vom Bund keine Fördergelder für das FSJ.

Gegen diese Quotenregelung regt sich massive Kritik von Seiten der Träger von Bundesfreiwilligendienst und FSJ, aber auch von Seiten vieler Bundesländer. Schleswig-Holsteins Sozialminister Dr. Heiner Garg sagte den Kieler Nachrichten am 2. August: “Wenn das Angebot des BFD kaum nachgefragt wird, muss das Angebot verbessert werden und nicht die Einrichtungen zu einem anderen Verhalten gezwungen werden.”