Seit 1996 führt das Institut für angewandte Sozialwissenschaften GmbH in Bonn (infas) den Deutschen Alterssurvey (DEAS) durch. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend liefert die Studie umfangreiche Daten darüber, wie Menschen zwischen 40 und 85 Jahren in Deutschland leben, arbeiten, altern und ihren Alltag gestalten. 2026 startet der DEAS in seine neunte Erhebungsphase und schreibt damit ein weiteres Kapitel dieser bedeutenden Langzeitstudie. Angesichts des demografischen Wandels gilt eine verlässliche Datenbasis als wichtige Voraussetzung, um politische und gesellschaftliche Herausforderungen besser einschätzen zu können.
In einer Pressemitteilung des Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) betont Bundesseniorenministerin Karin Prien die Bedeutung der Studie. Der DEAS zeige seit 30 Jahren, wie vielfältig das Älterwerden in Deutschland geworden sei. Die gewonnenen Erkenntnisse seien ein wichtiger Orientierungspunkt für politische Entscheidungen – etwa in den Bereichen Pflege, Einsamkeitsprävention oder gesellschaftliche Teilhabe. „Damit ist der Deutsche Alterssurvey eine unverzichtbare Grundlage, um den demografischen Wandel verantwortungsvoll zu gestalten.“
Der DEAS kombiniert Quer- und Längsschnittbefragungen. Dafür werden regelmäßig neue Personen ab 40 Jahren in die Studie aufgenommen, während andere Teilnehmende über viele Jahre hinweg begleitet werden und gewissermaßen „mit dem DEAS mitaltern“. Dadurch lassen sich sowohl langfristige gesellschaftliche Entwicklungen als auch individuelle Veränderungen im Alter beobachten.
Immer wieder liefert die Studie Erkenntnisse, die eng mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen verbunden sind. Dazu zählen beispielsweise die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Einsamkeit in den Jahren 2020 und 2021. Solche Ergebnisse dienen häufig auch als Grundlage für politische Maßnahmen und Projekte wie das Kompetenznetz Einsamkeit.
Im neuesten Befragungszyklus stehen unter anderem die Themen Klimawandel und damit verbundene Bedrohungswahrnehmungen, das Vertrauen in politische Institutionen sowie erstmals auch die systematische Erhebung der Lebenssituationen von Menschen in Alten- und Pflegeheimen im Fokus.
Der Datensatz des DEAS ist inzwischen so umfangreich, dass er nicht allein durch die Wissenschaftlerinnen des DZA ausgewertet werden kann. Deshalb entschied sich das Zentrum bereits 2010 dazu, die Daten auch externen Wissenschaftlerinnen für Forschungszwecke zur Verfügung zu stellen. Auf Grundlage der DEAS-Daten sind inzwischen rund 1.200 wissenschaftliche Publikationen entstanden.

