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2018 hatte die Bundesregierung eine Studie zum Thema Altersdiskriminierung in Auftrag gegeben. Unter dem Titel „ICH? Zu alt?“ Diskriminierung älterer Menschen hat das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) nun einen Abschlussbericht vorgelegt.

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Das ISS in Frankfurt a.M. hat die Ergebnisse einer Studie vorgelegt, die das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben hatte. Der Studie ginge es weniger um eine Repräsentativität als um unterschiedliche Perspektiven und subjektive Erfahrungen älterer Menschen. Dafür wurden vor allem Interviews geführt, sowohl mit Expert/innen als auch mit Betroffenen oder Gruppen.  „In den Interviews wurde (…) oftmals auf fehlende Barrierefreiheit, vor allem im eigenen Wohnumfeld, verwiesen. Derartige Einschränkungen betreffen nicht nur ältere Menschen, sondern ebenso Menschen mit einer mobilitätseinschränkenden Behinderung“, heißt es in dem Abschlussbericht der Studie. Weitere diskriminierende Aspekte im Alltag, die in den Interviews genannt wurden, sind beispielsweise fehlende Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum, zu niedrige Toiletten, zu kurz getaktete Ampeln oder Busfahrer/innen die losfahren, bevor ältere oder gehbehinderte Menschen sitzen. Außerdem fehle es an Aufzügen an Bahnhaltestellen oder Begleitdiensten, auch Zutaten auf Lebensmitteln seien zu klein geschrieben.

Ziel der Studie sei es gewesen, „die Alltags-/Lebenswelten betroffener älterer Menschen zu untersuchen, um Altersdiskriminierung sozialwissenschaftlich zu definieren.“ Laut Zahlen der Antidiskriminierungsstelle fühlten sich 15,3 Prozent der Über-60-jährigen bereits als „zu alt“ diskriminiert. Die Dunkelziffer an Menschen, die Altersdiskriminierung erfahren würden, sei jedoch noch höher, da vermutet wird, „dass ältere Personen benachteiligende Erfahrungen häufig in geringem Maße als Diskriminierung bewerten und wenig dafür sensibilisiert sind, weil sie diese Erfahrungen als ‚normal‘ wahrnehmen.“

Weitere Beiträge zum Thema Altersdiskriminierung finden Sie hier.

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Das Grundgesetz (Art. 3, Abs. 1) besagt, dass vor dem Gesetz alle Menschen gleich sind. Dies sollte Menschen unter Anderem vor Altersdiskriminierung schützen – im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz wird dies sogar spezifisch aufgeführt: Insbesondere im Arbeits- und Berufsleben sowie im Bereich des Zivilrechts dürften Menschen nicht aufgrund ihres Alters diskriminiert werden.

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Im Rahmen dieser Maßnahmen bleibe jedoch weiterhin Spielraum auf Basis von Alter zu diskriminieren, so berichtet Dr. Heidrun Mollenkopf, Mitglied im Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft für Seniorenorganisationen (BAGSO) und der Europäischen Plattform älterer Menschen in der Antidiskriminierungsstelle des Bundes: Betreffend des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes gäbe es nicht nur eine Reihe von Ausnahmen und Rechtfertigungsmöglichkeiten für Ungleichbehandlung, gleichzeitig sei der Anwendungsbereich zu ungenau und gerade im Fall versicherungsmathematischen Kalkulation fehle es oftmals an Einsicht- und Nachvollziehbarkeit. Auch im Arbeitsrecht sei der Schutz vor Diskriminierung nicht oder nicht ausreichend gewährleistet, zu viele gesetzliche „Schlupflöcher“ ließen diese noch zu.

Teilweise unbewusste, negative Altersbilder könnten Ursache für diese Benachteiligungen sein. Beispielsweise keine Flexibilität, mangelnde Kompetenzen und Unfähigkeit Technik zu bedienen wird vielen Älteren zugemessen, dabei bleibe außeracht, dass diese Faktoren – wie stets – von Person zu Person unterschiedlich seien.

Tatsächlich also sei der rechtliche Schutz für Ältere in bestimmten Bereichen noch nicht ausreichend gewährleistet: Alter als Diskriminierungsmerkmal müsse – in allen Lebensbereichen – ausdrücklich verboten, und die Inhalte des Gesetzes ausgereift werden. Auch an der negativen Stigmatisierung des „Alt-seins“ müsse man arbeiten.

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Ab September 2013 startet die Bürgerbeauftrage für Soziale Angelegenheiten Birgit Wille das Themenjahr gegen Altersdiskriminierung. Unter anderem will die Antidiskriminierungsstelle, die der Bürgerbeauftragten angegliedert ist, landesweit ein Jahr lang Vereine, Verbände, Institutionen und Bürger über Benachteilungen aus Altersgründen informieren.

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Viele Menschen in Schleswig-Holstein fühlen sich vor allem wegen ihres Alters benachteiligt. Diese Erfahrung hat Birgit Wille, die Bürgerbeauftragte für soziale Angelegenheiten, in der im Februar eingerichteten Antidiskriminierungsstelle gemacht. Zu jung oder zu alt für etwas – immer wieder hätten Hilfesuchende im ersten Monat über solche Hürden geklagt, berichtet die Bürgerbeauftragte. Ältere Mitbürger würden zum Beispiel klagen, dass sie bei Banken und Sparkassen keine Kredite mehr bekämen, zählt Birgit Wille auf. Oder das Versicherungen immer teurer würden, ja älter der Versicherte ist. „Dabei beginnen die Probleme mit dem Alter nicht erst mit der Rente“, sagt Frau Wille. Auch junge Menschen stünden oft bei beruflichen Bewerbungen vor Altersgrenzen von zum Beispiel 25 oder 30 Jahren und könnten diese nicht nachvollziehen.Damit hat sich die Benachteiligung wegen des Alters im ersten Monat als größtes Sorgenthema herausgestellt. Auf Beschluss des Landtages berät die neue Antidiskriminierungsstelle aber auch bei allen anderen Gründen, aufgrund derer sich Menschen benachteiligt fühlen. Dazu zählen Diskriminierungen wegen der Rasse, der ethnischen Herkunft, des Geschlechtes, einer Behinderung, der Religion, der Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Identität.Weitere Informationen: http://www.landtag.ltsh.de/beauftragte/ad/

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Das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) forscht zum Thema „Diskriminierung älterer Menschen“. Damit wolle man erforschen, „in welchen Bereichen und wie ein selbstbestimmtes Altern in Teilhabe durch strukturelle Diskriminierung eingeschränkt wird.“

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Das ISS Frankfurt a.M. hat mit dem neuen Praxisforschungsprojekt „Diskriminierung älterer Menschen“ begonnen. Dafür wurden bis Ende August Erfahrungsberichte von älteren Menschen zum Thema Diskriminierung aufgrund des Alters gesammelt, die nun systematisiert werden sollen.

Diskriminierung aufgrund des Lebensalters sei die häufigste Form von Diskriminierung, die strukturell beispielsweise bei Versicherungen, Autovermietungen oder Ähnlichem deutlich werde.

Ziele des aktuellen Forschungsprojekts seien unter anderem den Diskriminierungsbegriff zu schärfen sowie „Fallgeschichten zu den Diskriminierungserfahrungen älterer Menschen zu sammeln, aufzubereiten und zu veröffentlichen.“

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Immer mehr Städte bieten für Senior/innen einen Tausch an: den Führerschein gegen eine Fahrkarte für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Grund für das Angebot sei die ansteigende Statistik an Unfällen, bei denen Senior/innen im vergangenen Jahr beteiligt gewesen seien. Dabei seien die Unfallursachen meist altersbedingt, denn bei manchen Älteren könnten Einschränkungen des Seh- und Hörvermögens, der Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit und der Beweglichkeit die Fahrtüchtigkeit beeinflussen.

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Gertraud Weiner, eine 81-Jährige Dame aus Konstanz, war die dreitausendste Seniorin, die das Tauschangebot in Anspruch genommen hat. Obwohl sie lebenslang unfallfrei blieb entschloss sich die Seniorin ihren Führerschein abzugeben: In einer brenzligen Situation am Steuer könne sie nicht mehr schnell genug reagieren, beurteilte Weiner selbst. Das Nutzen des ÖPNV stellt für sie also eine sichere und praktische Alternative zum eigenen Auto dar: Dies sei aber im ländlichen Gebiet, wo die öffentliche Verkehrsanbindung oft weniger regelmäßig und ausgebreitet ist, problematischer.

Auch in städtischen Gebieten ist der öffentliche Nahverkehr häufig nicht ausreichend, wie unser Symbolbild zeigt.

In solchen Fällen könnte ein Fahrsicherheitstraining oder Fahr-Fitness-Check, wie sie vom ADAC und der Verkehrswacht angeboten werden, sinnvoll sein. So könnten Teilnehmer/innen ihre eigene Fahrtüchtigkeit realistisch einzuschätzen lernen und bei deutlichen Sicherheitsdefiziten darauf hingewiesen werden. Das Anliegen sei, die Älteren dabei zu unterstützen, so lange wie möglich mobil zu bleiben, so Birgit Faigle (Geschäftsführerin des Landesseniorenrates Baden-Württemberg).

Mangelnde Fahrtüchtigkeit gezielt bei älteren Menschen zu vermuten, kann auch als Altersdiskriminierung ausgelegt werden, da dieser Fokus nur aufgrund des Alters, nicht aufgrund von tatsächlichen Befunden, gelegt wird. Auch könnten vergleichbare Angebote für Menschen aller Altersklassen gemacht werden, weil auch diese Verminderung von Fähigkeiten bei sich feststellen könnten. Als Maßnahme, um die Sicherheit im Verkehr tatsächlich zu verbessern, könnten z.B. regelmäßige Fahrprüfungen für alle Inhaber/innen von Führerscheinen gefordert werden. Auch eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs könnte eine wirksame Maßnahme darstellen.

Einige weitere Details finden Sie in dem Artikel der Südwest Presse Online.

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Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes legt anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) eine Evaluation vor. Ein Ergebnis der Evaluation ist, dass das AGG reformiert werden sollte.

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Ziel der Reformen sollte sein, noch bestehende Schutzlücken im AGG zu schließen. Dies betrifft z.B.

  • die notwendige Ausweitung der Fristen von zwei auf sechs Monate, innerhalb derer betroffene Menschen Ansprüche geltend machen können sowie
  • Verbände, die die Möglichkeit erhalten sollten, Betroffene vor Gericht zu vertreten.

Außerhalb des AGG findet sich ebenfalls unzureichender Schutz vor Diskriminierung, in der Evaluation wird auch auf Altersdiskriminierung eingegangen. Weitere zentrale Forderungen:

  • Schutz bei sexueller Belästigung stärken
  • Angemessene Vorkehrungen: Barrierefreiheit stärken
  • Schutz bei Fremdpersonaleinsatz im Rahmen von Werk- oder Dienstverträgen sichern
  • Konkretisierung von Haftungsbestimmungen bei Dreieckskonstellationen im Arbeits- und Zivilrecht

Die gesamte Evaluation kann hier heruntergeladen bzw. bestellt werden.

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Der Verein Deutsche Seniorenliga bittet um Mitwirkung für seine Onlinebefragung zu Besuchsdiensten für Senioren.

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Der Verein engagiert sich gemeinnützig für die Interessen, Chancen und Lebensbedingung älterer Menschen und setzt sich auch auf internationaler Ebene gegen Altersdiskriminierung, für ein 'gesundes Altern' in Würde und ein intergenerationelles gesellschaftliches Miteinander ein. Neben Informationsbroschüren und dem Magazin "aktiv" zu seniorenspezifischen Themen wie z.B. Wohnen im Alter, 'Herausforderung Ruhestand' oder die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf bietet der Verein Verbrauchertipps und Hinweise zu bürgerschaftlichen Engagement auf seiner Internetseite sowie persönliche Beratung für Mitglieder. Weiter bemüht er sich um die Förderung von Forschungsprojekten und regelmäßigen Umfragen zu relevanten Bereichen einer alternden Gesellschaft.Zur Umfrage gelangen Sie hier. Alle Antworten werden streng vertraulich und anonymisiert behandelt. Als "Belohnung" werden unter allen Teilnehmer_innen 10 Gutscheine von Amazon im Wert von je 20 Euro verlost. Zur Website des Vereins Seniorenliga e.V. gelangen Sie hier.

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