Hitze ist eine Form extremen Wetters und wird sich aufgrund des Klimawandels immer häufiger zu einer ernsthaften Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung entwickeln. Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt, dass bereits in diesem Jahr insgesamt über 5.000 Menschen aufgrund extremer Hitze ihr Leben verloren haben. Über 90 % der Hitzetoten sind älter als 65 Jahre.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) befasst sich derzeit mit der Entwicklung eines neuen Projekts, das ältere, (chronisch) kranke und pflegebedürftige Menschen nachhaltig und zukunftsorientiert besser auf kommende Hitzewellen vorbereiten soll. Es trägt den Titel „Gemeinsam für Pflege & Planetare Gesundheit“ und wird durch die BARMER gefördert. Kooperationspartner sind die Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) sowie der Bundesverband Volkssolidarität. Letzterer führt das Projekt bereits in sechs ausgewählten Pflegeeinrichtungen in Ostdeutschland durch.
Das Pilotprojekt verfolgt das Ziel, den Schutz der Gesundheit von Senior*innen mit umweltschützenden Maßnahmen zu verbinden. Gemäß dem Prinzip der Planetaren Gesundheit, das sich bereits im Projektnamen wiederfindet, wird davon ausgegangen, dass ein direkter Zusammenhang zwischen einem gesundheitsfördernden Lebensstil und einer nachhaltigen, umweltschonenden Lebensweise besteht. Beispielsweise profitieren sowohl Menschen als auch die Umwelt von sauberer Luft und einer lärmarmen Umgebung.
Vor einer möglichen bundesweiten Umsetzung soll das Projekt ab September zunächst punktuell getestet werden. Hierfür wurden folgende Kommunen ausgewählt:
- Kreis Berchtesgadener Land (Bayern)
- Kreis Südwestpfalz (Rheinland-Pfalz)
- Stadt Wolfenbüttel (Niedersachsen)
- Stadt Neu-Isenburg (Hessen)
- Gemeinde Horgenzell (Baden-Württemberg)
Im ersten Schritt werden gemeinsam mit Politiker*innen sowie Fachkräften aus den Bereichen Pflege, Gesundheit und Senior*innenarbeit bestehende Defizite im Bereich der Planetaren Gesundheit vor Ort ermittelt. Auf dieser Grundlage sollen lokale Akteur*innen in den nächsten zwei Jahren an entsprechenden Weiterbildungsangeboten der BAGSO teilnehmen. Diese Schulungen sollen den Kommunen neue Ansätze für eine präventive und langfristig nachhaltige Gestaltung der Infrastruktur vermitteln.
Dabei geht es nicht nur um Hitzeschutz, sondern auch um Themen wie Ernährung, psychische Gesundheit und Mobilität. Senior*innen, aber auch andere gegenüber extremer Hitze vulnerable Gruppen, sollen durch ökologisch sensible Maßnahmen auch bei hohen Temperaturen mehr Sicherheit und Lebensqualität erfahren, sodass trotz zunehmender Hitzewellen künftig weniger Menschen infolge extremer Hitze sterben.

