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7. August 2016

Altersarmut nimmt zu und variiert je Bundesland

Das Risiko der Armut für über 65jährige in Deutschland stieg bis 2013 auf 14,3 Prozent. Das macht sich im Alltag von RentnerInnen durch notwendigen Minijob oder Grundsicherung bemerkbar. In der Studie „Altersarmut in Deutschland – Regionale Verteilung und Erklärungsansätze“ der Bertelsmann Stiftung wurde die unterschiedliche Verteilung von Altersarmut untersucht.

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In der Studie werden auch Gründe erforscht und Lösungswege für Kommunen aufgezeigt. Die Studie  wurde von der Ruhr-Universität Bochum in Kooperation mit IT.NRW erstellt. Es wurden Daten des Mikrozensus 2013 und des „Wegweiser Kommune“ ausgewertet.

Armut wird in der Studie mit zwei Indikatoren abgebildet. Zum einen gelten als armutsgefährdet laut einer Definition der Europäischen Union Haushalte, deren Einkommen geringer als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte ist. Für einen Haushalt mit einer Person waren dies für 2013 weniger als 892 Euro netto. Zweitens wurde betrachtet, wie viele ältere Menschen auf Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach SGB XII angewiesen waren.

Besonders gefährdet von Armut sind laut den Ergebnissen der Studie Frauen, Einpersonenhaushalte, Geringqualifizierte, Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund und Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Regional sind vor allem Bayern, Rheinland-Pfalz und das Saarland von Altersarmut betroffen. Schleswig-Holstein liegt mit 12,2 Prozent etwas unter dem Bundesdurchschnitt von 14,3 Prozent.

In der Studie wird eine bedarfsgerechte Senioren- und Sozialpolitik als notwendig erachtet. Bei städtebaulichen Maßnahmen sollte auf eine soziale Durchmischung in den Quartieren geachtet werden.

Die Studie liegt in einer kostenfreien Kurzfassung und zum Preis von 20 Euro in einer Langfassung vor.

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