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8. August 2025

Bundesregierung will mehr gegen Einsamkeit unternehmen

Einsamkeit ist ein stilles Leiden, das die Mehrheit der deutschen Bevölkerung aus eigenen Erfahrungen kennt. Ging man früher noch davon aus, dass sich überwiegend ältere Menschen einsam fühlen, hat eine Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) ergeben, dass Einsamkeit spätestens seit der Corona-Pandemie am weitesten in der jüngeren Generation verbreitet ist. Über zwei Drittel der unter 40-jährigen gaben an, sich manchmal oder häufiger einsam zu fühlen. Entspricht die Qualität und/oder die Quantität der sozialen Interaktionen nicht den eigenen Bedürfnissen, können Empfindungen von Einsamkeit auftreten – werden diese chronisch, steigt damit das Risiko für Depressionen und weitere psychische Erkrankungen rapide an.

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Die in einem Artikel vom 20. Juni 2024 thematisierte Strategie gegen Einsamkeit der Ampel-Regierung soll nun vom neuen Bundeskabinett weiter verfolgt und vertieft werden. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) versprach vor wenigen Wochen in Berlin, eine „Allianz gegen Einsamkeit“ zu initiieren, die Betroffenen noch zielgerichteter als zuvor Unterstützung anbieten soll. Anlässlich der diesjährigen Aktionswoche gegen Einsamkeit, die von zahlreichen Plattformen, Organisationen und Institutionen genutzt wird, um ein bundesweites Bewusstsein für die Tragweite von Einsamkeit zu schaffen, betonte Prien: „Einsamkeit kann krank machen“.

Politische wie auch gesamtgesellschaftliche Akteuer*innen sind dazu aufgerufen, gemeinsam ihren Teil zur angekündigten „Allianz gegen Einsamkeit“ beizutragen und bundesweite Angebote, Strategien und Konzepte zu entwickeln, welche das soziale Umfeld Betroffener fördern und erweitern sollen. Nicht nur die riesige Zahl einsamer Menschen stellt dabei eine besondere Herausforderung dar – da Einsamkeit allgemein als schambehaftet gilt, fällt eine Inanspruchnahme von Unterstützung vielen Betroffenen relativ schwer. Dennoch besteht das Ziel darin, das Empfinden von Einsamkeit in der Bevölkerung langfristig zu reduzieren.

Sven-Olaf Obst, Unterabteilungsleiter von Priens Ministerium, fordert ebenfalls, dass auf präventiver, wissenschaftlicher und gesundheitlicher Ebene mehr gegen Einsamkeit unternommen werden müsse. Dafür sei es notwendig, Betroffene gezielter, aber auch mit der notwendigen Sensibilität anzusprechen und Hilfsangebote niedrigschwelliger zu gestalten. Hierfür solle Einsamkeit als gesellschaftliches Phänomen in Unternehmen, Arztpraxen und Schulen mehr Aufmerksamkeit erlangen – überlegt wird zudem, Krankenkassen in die Einsamkeitsstrategie einzubinden.

Eine Einigung auf die Umsetzung des Programms durch CDU und SPD fand bereits statt. Nichtsdestotrotz benötigt es in Deutschland noch eine Vielzahl konkreter Arbeitsschritte, um die gesetzten Ziele zu erreichen.

Hier finden Sie einige Angebote, die sich an einsame Menschen richten:

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Weitere interessante Beiträge zu diesem Thema finden Sie auch in: Gesellschaftliches Leben, Maßnahmen gegen Einsamkeit
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