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17. Juli 2026

Einfach mal reden – Reichweite und Wirkung der Silbernetz-Hotline gegen Einsamkeit

Einsamkeit kann erhebliche Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit haben. Gerade ältere Menschen sind aufgrund von Verwitwung, Krankheit oder eingeschränkter Mobilität häufiger von sozialer Isolation betroffen. In den vergangenen Jahren sind deshalb zahlreiche Angebote entstanden, die Einsamkeit entgegenwirken sollen. Wie wirksam diese tatsächlich sind, wurde bislang jedoch nur selten wissenschaftlich untersucht.

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Ein niedrigschwelliges Angebot gegen Einsamkeit ist die von Ehrenamtlichen betriebene Hotline von Silbernetz e.V., die täglich unter der Telefonnummer 0800 4 70 80 90 erreichbar ist. Über die Silbernetz-Hotline haben wir bereits berichtet. Es bietet älteren Menschen die Möglichkeit, anonym über ihre Sorgen zu sprechen und das Gefühl zu erleben, dass ihnen jemand zuhört. Das Angebot richtet sich insbesondere an einsame Menschen im höheren Alter, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen oder anderer Lebensumstände nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Nun wurden erstmals die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Evaluation veröffentlicht, die die Reichweite und Wirkung des Angebots untersucht. Dazu führte das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) das Evaluationsprojekt „Reichweite und Wirkung der Silbernetz-Hotline (ReWiSil)“ durch. Das vom Bundesministerium für Bilderung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) geförderte Projekt betrachtete, welche Menschen das Angebot nutzen und welchen Einfluss die Gespräche auf ihr Einsamkeitserleben haben. Dafür wurden ausgewählte Anrufer*innen sowohl kurz nach ihrem ersten Anruf als auch drei Monate später befragt. Neben dem Einsamkeitserleben wurden unter anderem das soziale Umfeld und die Einstellung zum eigenen Älterwerden erfasst.

Die Ergebnisse zeigen, dass bereits ein einzelnes Telefongespräch – auch wenn es meist nicht länger als 30 Minuten dauert – zu einer Verringerung des Einsamkeitserlebens beitragen kann. Die Befragten berichteten zudem von mehr wahrgenommenen persönlichen Ressourcen und einem optimistischeren Blick in die Zukunft. Gleichzeitig zeigte sich, dass vor allem Menschen mit geringer sozialer Teilhabe und hoher Einsamkeitsbelastung das Angebot nutzen.

Am 24. Juni 2026 stellte das DZA die Ergebnisse im Rahmen einer Fachtagung vor. Neben Vertreter*innen des DZA, des BMBFSFJ und von Silbernetz e. V. nahm auch Sebahat Atli, seniorenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, an der Veranstaltung teil.

Nach einer Einführung in die Arbeit von Silbernetz standen zunächst die gesellschaftliche Bedeutung chronischer Einsamkeit sowie Aufbau und Methodik der Evaluation im Mittelpunkt. Anschließend wurden die Ergebnisse vorgestellt. Diese zeigen unter anderem, dass sich Erstanrufer*innen deutlich einsamer fühlten als der Bevölkerungsdurchschnitt und häufiger den Eindruck hatten, gesellschaftlich ausgeschlossen zu sein. Im Fazit der Studie heißt es: „Die Gespräche können erste Entlastung schaffen und wichtige Impulse setzen, auch wenn die Erstanrufenden nach drei Monaten weiterhin deutlich belastet bleiben.“

Die gut zweistündige Abschlusstagung wurde auf YouTube übertragen und ist dort weiterhin aufrufbar.

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www.seniorenpolitik-aktuell.de
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