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6. November 2017

Broschüre: Starke Gemeinschaften, neue Ideen

Bereits in der Vergangenheit haben sich FGW-Broschüren inhaltlich mit gemeinschaftlichen Wohnprojekten auseinandergesetzt. Die neuere Broschüre vom FORUM Gemeinschaftliches Wohnen e.V. Bundesvereinigung (FGW) stellt in Anbetracht der vielen städtischen und ländlichen Initiativen zu neuen Organisationen von Wohnen und Versorgung diverse inklusiv ausgerichtete Projekte vor. Diese haben alle die Sicherstellung des Lebens in der Gemeinschaft und die Ermöglichung des selbstbestimmten Lebens für Personen mit Hilfs- und Unterstützungsbedarf, Menschen mit Behinderungen und ältere Personen zum Ziel.

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Zur Erreichung dieser Ziele würden die Projekte Strukturen des gemeinsamen Handelns, die sich in gemeinsamen Freizeitaktivitäten sowie in der gegenseitigen Unterstützung im Alltag und in einem regelmäßigen Austausch unter Nachbar/innen darstellen, schaffen. Konkrete Angebote der Projekte seien integrative Programmpunkte in Bezug auf Beratung, Freizeit und Bildung sowie Nachbarschaftscafés und -treffs. Die damit erreichte Stärkung des sozialen Zusammenhalts würde durch die barrierefreien und barrierearmen Baustrukturen der Gebäude mit ihren Gemeinschaftsbereichen ermöglicht.


Quartierszentrum Café Kö in Delmenhorst

Das Quartierszentrum Café Kö als Teilhabeprojekt ist angeschlossen an die 46 barrierefreien Wohnungen, die in Delmenhorst gebaut wurden, und verbindet durch den Kantinenservice und die diversen Freizeitangebote Nachbar/innen. Mit dem Rahmenprojekt des Neubaus der Wohnungen  ist die Idee des Teilhabezentrums als sozialer Mittelpunkt des Quartiers und als Herzstück der Wohnanlage entstanden. Das Angebot des Quartierszentrums erstreckt sich über die Kantine mit drei Mahlzeiten am Tag, die Kaffeetafel, ergotherapeutische und freizeitgestaltende Angebote sowie Sportkurse. Damit sei das Quartierszentrum zu einem offenen Ort der Begegnung zwischen Nachbar/innen, zu denen auch Menschen mit Behinderungen gehören, geworden. Der Quartierstreff mit seinen Begegnungs- und Gemeinschaftsräumen (Frühstücks- und Kaffeeraum, Essensausgabe, Handarbeits- und Bewegungsraum, Beschäftigungs- und Therapieraum) diene damit der Herstellung von sozialen Kontakten und Tagesstrukturen.


Wohnhaus für Jung und Alt im Knappenroth

In Kooperation des Investors Altin Immobilienhandel mit dem Verein Gemeinsam aktiv leben im Alter (GaliA e.V.) ist im Saarbrückener Distrikt Rastpfuhl ein Energiesparhaus mit einem Gemeinschaftsraum und 31 barrierefreien Mietwohnungen entstanden. Das Leben der Bewohner/innen dieses Wohnhauses, wovon ein Drittel jüngere Menschen und zwei Drittel ältere Menschen sind, zeichnet sich durch die wechselseitige Unterstützung im Alltag und den guten Kontakt untereinander aus. Hier kommen Selbstbestimmung sowie Eigenverantwortlichkeit und gemeinschaftliches generationenübergreifendes Leben zusammen. Im Fokus der Gemeinschaft stehe die gegenseitige Hilfsbereitschaft im Alltag und bei Krankheit oder Urlaub. In welchem Ausmaß sich die Unterstützung gestaltet kann von den Bewohner/innen frei entschieden werden.

Gemeinsame Frühstücksrunden und Veranstaltungen (z.B. Gymnastik- und Yogakurse, Literatur- und Musikrunden, Filmabende) können in dem Gemeinschaftsraum mit Küche und einer Gartenterrasse, der als soziales Zentrum des Hauses gilt, ausgerichtet werden.


Lebenskulturhaus in Gefell

Das Lebenskulturhaus in Gefell sei ein Ort der Begegnung von Bürger/innen, ein Ort für Freizeit, Geselligkeit sowie Kultur und ein Ort der Vernetzung und Koordination von Unterstützung in Form von Beratung, Begegnung, Hilfen für den Haushalt oder handwerklichen Tätigkeiten für ältere oder gesundheitlich eingeschränkte Personen. Ziele des Lebenskulturhauses sind:

  • Förderung von Eigeninitiativen,
  • Stärkung von Engagement,
  • Belebung von Nachbarschaften,
  • Erleichterung von gegenseitigen Unterstützungssystemen,
  • Ermöglichung der Inklusion behinderter Menschen.

Dazu wurden die leerstehenden Räume des Michaelisstifts, die ehemals Küche und Speiseraum waren, barrierefrei umgebaut. Die Begegnungs- und Gemeinschaftsräume des Lebenskulturhauses setzen sich aus einem Ruheraum, einem Beschäftigungs- und Therapieraum, einem Wohn- und Aufenthaltsraum, einem Café und einer Küche zusammen.


Seniorenwohngruppe in Külz

Der von den Einwohner/innen von Külz gegründete Selbsthilfeverein hat als Schlüsselelement seiner diversen Engagements das gemeinschaftliche Wohnen im Dorfkern für sechs Bewohner/innen in Form der Seniorenwohngruppe entwickelt. Grundanliegen des gemeinschaftlichen Wohnens ist, dass jede Person im Dorf leben können soll. Entsprechend übernimmt die Dorfgemeinschaft einen großen Teil der Versorgung und Unterstützung von kranken, hilfebedürftigen oder allein lebenden Menschen. Dazu wurden sechs barrierefreie Apartments zur Miete, zwei Gemeinschaftsräume und ein Gästeapartment in einem ehemaligen Wohnhaus gebaut.


Gemeinschaftliches Wohnen im Alter in Ostritz

Das Projekt in Ostritz besteht aus zwölf kleineren Wohnungen mit selbstverwalteten Gemeinschaftsräumen und einem öffentlichen Café sowie einem Pflegestützpunkt. Damit sowie mit Ausflügen, kulturellen Veranstaltungen und einem Seniorentreff soll das Ineinandergreifen von professioneller und ehrenamtlicher Unterstützung und Hilfe gestärkt werden. Der barrierefreie und gemeinschaftliche Wohnraum richtet sich an ältere Menschen.


Lebenstraum-WG in Halle

Mit dem Umbau eines Studentenwohnheims ist im Erdgeschoss des Hauses die ambulante Wohngemeinschaft für schwerbehinderte Menschen entstanden. Der Lebenstraum-WG stehen 7 Einzelwohnräume, eine Küche, 3 behindertengerechte Bäder sowie 3 Gemeinschafts- und Aufenthaltsbereiche mit Nebenräumen zur Verfügung. Die übrigen Bewohner/innen setzen sich aus 60 Studierenden und einigen Familien zusammen. Der so entstandene inklusive Ort zeichne sich durch nachbarschaftliche Hilfe und gegenseitige Unterstützung aus, wodurch die Stärkung der Sozialkompetenzen der Mieter/innen und die Förderung der Selbstbestimmung der Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf erreicht werden.


Gemeinschafts-Wohnprojekt Rosenhaus in Varel

Das Gemeinschafts-Wohnprojekt Rosenhaus ist Teil des Programms Anlaufstellen für ältere Menschen und bietet durch den Umbau einer alten Schule barrierarmen Wohnraum mit rollstuhlgerechten Badezimmern für 14 Personen zwischen 26 und 76 Jahren sowie im Erdgeschoss angesiedelte Gemeinschaftsräume als Orte der Begegnung für die Bewohner/innen. Die gegenseitige Unterstützung und Verantwortung der Gemeinschaft sollen der Vereinsamung entgegenwirken und nachbarschaftliches Zusammenleben stärken.


Eine ausführlichere Beschreibung der Projekte sowie Kurzbeschreibungen zu weiteren Beispielprojekten aus dem Bundesgebiet stehen Ihnen in der Broschüre zur Verfügung.

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