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9. Januar 2016

Ergebnisbericht: Die Nacht in deutschen Pflegeheimen

Ergänzend zu der Beitragsreihe zum Pflegenotstand stellen wir Ihnen den Ergebnisbericht „Die Nacht in deutschen Pflegeheimen“ vor, welcher zwar nicht repräsentativ für das ganze Bundesgebiet ist, jedoch Berichte wie in diesem Radiobeitrag bestätigt.

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Die von der Universität Witten/Herdecke in Kooperation mit dem Pflege e.V. durchgeführte Studie untersuchte die Situation der Nachtdienste in Pflegeheimen. An der Onlineumfrage nahmen 276 MitarbeiterInnen teil. Sie sind zumeist in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen tätig.

Ein Ergebnis ist, dass sich eine Person im Nachtdienst durchschnittlich um 51,6 BewohnerInnen kümmern muss. Versorgung von Inkontinenz war bei allen Befragten das Hauptarbeitsfeld. Damit bleiben für diese und weitere Tätigkeiten pro BewohnerIn und Nacht durchschnittlich 12 Minuten Zeit. Die weiteren Tätigkeiten behandeln Lagerung, Verabreichung von Medikamenten und das Kümmern um „herumirrende Menschen“. Von den durchschnittlich 51,6 Personen werden tatsächlich 40,3 versorgt, 27,1 von ihnen haben eine Demenz diagnositiziert.

Das Fazit der AutorInnen der Studie: „Die Ergebnisse zeigen deutlich problematische Rahmenbedingungen seitens des Personalschlüssels während der Nächte in deutschen Pflegeheimen. Es kommt regelmäßig vor, dass anfallende Aufgaben während der Nacht auf Grund von Zeit- und Personalmangel nicht vollständig ausgeführt werden können. Auftretende Zwischenfälle können diese Situation auf Grund des niedrigen Personalschlüssels erheblich verschärfen.“

Den gesamten Bericht und weitere Ergebnisse können Sie hier nachlesen: große Schlarmann, J; Bienstein, C (2015): „Die Nacht in deutschen Pflegeheimen 2015“, Ergebnisbericht, Department für Pflegewissenschaft, Universität Witten/Herdecke.

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