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23. August 2018

Verbesserungsmaßnahmen für die Pflege

Die vielleicht größte der Herausforderungen, mit denen Andreas Westerfellhaus, Pflegebeauftragter der Bundesregierung, in seinem Fachgebiet konfrontiert wird, ist der Fachkräftemangel in der Pflege. Demografisch gesehen bedürfe es eigentlich immer mehr Pflegepersonal; tatsächlich aber streben den Beruf immer weniger Personen an. Westerfellhaus hat nun verschiedene Vorschläge vorgelegt, diese Problematik zu bewältigen.

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Dazu gehören unter anderem Geldprämien im Pflegeberuf: Zurückkehrende Pflegekräfte oder solche, die ihre Arbeitszeit bei Teilzeit erhöhen, sollen bis zu 5.000 Euro steuerfrei erhalten können, so ein Positionspapier des Pflegebeauftragten. Auch beim direkten Dienstantritt einer festen Anstellung nach der Ausbildung könnten Beschäftigte eine Prämie von 3.000 Euro bekommen. Damit solle die Attraktivität und damit auch Anerkennung des Berufs gesteigert werden.

Diese Vorschläge erfassen jedoch nur einmalige Zahlungen, die wenig an der schlechten monatlichen Einkommenssituation der Beschäftigten in Pflegeberufen ändern würden.

Westerfellhaus halte es in diesem Zuge auch für wichtig, dass die Aufgaben zwischen den Gesundheitsberufen neu verteilt würden: Pflegekräfte sollten die sonst ‚typisch‘-ärztlichen Aufgaben, zu denen auch sie ausgebildet werden, übernehmen, und nicht länger als „Handlager anderer Professionen“ wahrgenommen werden. Ein umstrittener Schritt, den der Pflegebeauftragte gehen will, ist es Partnerschaften mit ausländischen Ausbildungsstätten zu schließen, um „schon während der Ausbildungsphase im Heimatland eine Qualifizierung mit Blick auf eine mögliche Tätigkeit in Deutschland anzubieten“, sagte Westerfellhaus dem Handelsblatt. Für die Arbeitsaufnahme im Ausland ausgebildeter Pflegekräfte seien die bürokratischen Hürden zu groß. Sprach- und Qualifikationsanforderungen dürften dabei nicht gesenkt werden, außerdem Personalmangel in anderen Ländern nicht verschlimmert werden. Er könne sich jedoch eine „Win-win-Situation“ vorstellen, bei denen Qualifizierungswege, Erfahrungswerte und Kompetenzen ausgetauscht würden.

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