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Bildung

Der Bundestag hat die Antragsfrist bis 2027 verlängert, nach der Personen, die aufgrund des damaligen § 175 StGB verurteilt worden waren, entschädigt werden können. Der Paragraf stellte Homosexualität von Männern unter Strafe.

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Seit 2017 werden schwule Männer rehabilitiert, die durch die ehemalige Strafrechtsnorm verurteilt worden sind. Beantragt werden können Entschädigungen in Höhe von 3.000 Euro pro Verurteilung und weiteren 1.500 Euro je angefangenem Jahr in Haft. Im Rahmen der Abstimmung des Deutschen Bundestag zur Streichung des § 219a StGB (sog. Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche), wurde auch die Entschädigungsfrist des § 175 um fünf Jahre verlängert. Die nun bis 21. Juli 2027 laufende Möglichkeit einer Antragsstellung wäre andernfalls im Juli 2022 ausgelaufen.

2019 folgte eine Erweiterung des Entschädigungskreises. Seither haben nicht nur Verurteilte die Möglichkeit, einen Entschädigungsantrag zu stellen, sondern auch jene, die ohne rechtskräftiges Urteil wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Schaden erlitten haben. Das betrifft beispielsweise schwule Männer, die aufgrund ihrer Homosexualität und drohender Strafverfolgung ihren Job verloren haben.

Die Strafrechtsnorm trat bereits 1872 in Kraft, wurde durch die Nationalsozialist*innen sogar noch drastisch verschärft, in dem die Höchststrafe auf bis zu fünf Jahre hochgesetzt wurde. In der Bundesrepublik hielt man nach Ende des Zweiten Weltkrieges noch Jahrzehnte an der nationalsozialistischen Fassung fest, bis zu den Reformen 1969 bis 1973. Ersatzlos gestrichen wurde §175 StGB allerdings erst 1994. Der § 175 ist im Rahmen der Debatte um die Verfolgung homosexueller Männer und damit verbundene Rehabilitation deutlich bekannter, entschädigt werden können jedoch auch diejenigen, die in der DDR unter dem ähnlichen Paragrafen § 151 StGB-DDR gelitten haben.

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In den vergangenen Monaten konnten Sie auch auf diesem Portal immer wieder Ergebnisse der Hochaltrigkeitsstudie D80+ lesen. Im Rahmen der Studie wurden mehr als 10.000 Personen ab 80 Jahren zu ihrer Lebenssituation befragt. Im Oktober findet die Abschlusstagung statt.

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Es ist noch einige Monate hin, zum Vormerken wurde der Termin der Abschlusstagung der Studie „Hohes Alter in Deutschland (D80+)“ jedoch bereits bekanntgegeben. Am 17. Oktober 2022 wird es in der Zeit von 11.00 bis 16.00 Uhr vor allem um die Präsentation und Diskussion der Ergebnisse gehen, die die Studie in den vergangenen Jahren über das hohe Alter gewinnen konnte. Zentrale Themen sollen dabei die soziale und digitale Teilhabe sowie die Gesundheit und gelingende Lebensführung hochaltriger Menschen in Deutschland sein. Veranstaltungsort ist das Umweltforum Berlin.

Bislang war die Datenlage über das hohe Alter gering. Es gab zwar thematische sowie regionale Untersuchungen, aber kaum Daten zum gesamtdeutschen Raum. Ein Beispiel für regionale Untersuchungen ist NRW80+ als Vorläufer von D80+. Um auch bundesweit eine entsprechende Datenlage aufzubauen, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine repräsentative Befragung für einen dreijährigen Projektzeitraum gefördert. Durchgeführt wurde und wird die Studie vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) und ceres, dem Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health.

Zwischen November 2020 und April 2021 wurden mehr als 10.000 Menschen im Alter von mindestens 80 Jahren zu ihrer Lebenssituation befragt. Die aufbereiteten Ergebnisse werden seitdem regelmäßig in thematischen Kurzberichten veröffentlicht, die Sie hier in einer Übersicht finden. Zuletzt berichteten wir über den Bericht zu Alltagskompetenz und Wohnumfeld.

Weitere Infos zur Veranstaltung im Oktober folgen in Kürze auf der Internetseite von ceres.

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Hamburg sucht derzeit Ehrenamtliche, die als „Digitalmentor*innen“ älteren Menschen bei der Nutzung digitaler Endgeräte Unterstützung bieten können. Das Projekt sei auch ein Beitrag im Zusammenhang zur WHO-Strategie der altersfreundlichen Städte. Der Landesseniorenbeirat begrüßt das Projekt, kritisiert gleichzeitig aber die Befristung: Das Projekt läuft zunächst nur bis Jahresende 2022.

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100 Ehrenamtliche für mehr Digitalkompetenz

„Digitalkompetenz ist eine Schlüsselkompetenz für selbstständiges und selbstbestimmtes Leben“, leitet Ralf Zastrau seinen Redebeitrag auf der Hamburger Landespressekonferenz am 31. Mai ein, auf der das Projekt vorgestellt wurde. Zastrau ist Geschäftsführer des Albertinen Hauses, welches für seine Altersmedizin bekannt ist und Kooperationspartner der Stadt Hamburg bei dem Digitalmentor*innen-Projekt.

Im Rahmen des Projekts sollen Ehrenamtliche älteren Menschen im Umgang mit Smartphones und Tablets helfen und somit einen Beitrag zu mehr digitaler Teilhabe leisten. Es sei dafür nicht erforderlich, IT-Expert*in zu sein, ein sicherer Umgang mit digitalen Geräten reiche aus. 100 Ehrenamtliche werden nun gesucht, die durch einen Schulungstag auf die Aufgabe vorbereitet werden sollen. Zudem bekomme jede*r einen Materialkoffer und den Hamburger Ehrenamtsnachweis. Das Projekt wird aus Corona-Sondermitteln finanziert, vorgesehen sind 150.000 Euro.

Seniorenbeirat: Projektlaufzeit „greift viel zu kurz“

Der Landesseniorenbeirat Hamburg begrüßt das Projekt. Viele ältere Menschen hätten bereits ein Smartphone, nutzten dieses allerdings nicht oder kaum, da sie mit der Handhabung häufig überfordert seien. Insofern sei es gut, hier neue Wege zu gehen. Das mache das Digitalmentor*innen-Projekt.

Allerdings weist Karin Rogalski-Beeck, die Vorsitzende des Hamburger Landesseniorenbeirats auf der Pressekonferenz darauf hin, dass es nicht bei einer einmaligen Anleitung bleiben dürfe – das werde dem Bedarf nicht gerecht. „Es muss wiederkehrend sein, sonst sind die alten Menschen auch leicht überfordert.“ Rogalski-Beeck nutzte die Pressekonferenz darüber hinaus dafür, die vorgesehene Projektlaufzeit zu kritisieren: „Das Projekt ist befristet bis zum Jahresende 2022. Das greift aus unserer Sicht viel zu kurz“, so die Senior*innenvertreterin. „Bürgerschaft und Senat sollten bereits jetzt Überlegungen anstellen, wie die Finanzierung darüber hinaus gesichert werden kann.“

Projekt als Beitrag zur altersfreundlichen Stadt?

Das Projekt stehe laut Hamburgs zweiter Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen) auch im Gesamtzusammenhang der Age-friendly Cities (altersfreundliche Städte), einer globalen Strategie, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits vor einigen Jahren ausgerufen hat. Dabei ginge es laut Fegebank, die ebenfalls Teil der Landespressekonferenz im Mai war, darum, sich mit Maßnahmen in Bereichen wie Mobilität, Quartiersentwicklung oder Gesundheit auch an den Bedürfnissen älterer Menschen zu orientieren.

„Viele große Städte haben sich dieser Bewegung schon angeschlossen und Hamburg hat sich jetzt auch auf den Weg gemacht“, so die Senatorin auf der Landespressekonferenz. „Wir wollen unser schon bestehendes Demografiekonzept noch stärker an Quartieren und Stadtteilen ausrichten und eben eine Haltung transportieren, die einfach ältere Menschen noch mehr auf dem Zettel hat als das bisher der Fall ist. Die Digitalmentorinnen und -mentoren sollen ein Schritt dazu sein, im Bereich der Digitalisierung diesen Weg zu gehen.“

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„Wer rastet, der rostet!“ ist zunächst der Titel einer Aktion gewesen, die sportlich aktive Senior*innen porträtiert – nun trägt auch die Fotoausstellung den Namen, die Anfang des Monats im Foyer des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eröffnet wurde. Zu sehen sind aktive Senior*innen bei der Teilnahme an der Aktion.

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„Mein Ministerium möchte die Vielfalt des Alters sichtbar machen“, erklärt Bundesseniorenministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) zur Motivation für die Ausstellung. Die Ministerin hatte die Ausstellung am 7. Juni in Berlin eröffnet. Ältere Menschen seien häufig sehr aktive und engagierte Mitglieder der Gesellschaft. „Bewegung bedeutet für viele Seniorinnen und Senioren vor allem Spaß und Lebensfreude, aber auch soziale Kontakte und Gesundheit. Mir ist es wichtig, dass ältere Menschen gut und selbstbestimmt leben und in unserer Gesellschaft mitwirken können“, so Paus weiter.

Im Ministeriumsfoyer zu sehen sind nun Fotos von älteren Menschen, die eine Sportart oder ein Hobby mit ganzem Körpereinsatz betreiben. „Wer rastet, der rostet!“ – so hieß die Aktion der Marie-Luise und Ernst Becker Stiftung, die im Herbst 2020 Menschen über 60 Jahren gesucht haben, die körperlich aktiv sind und andere dafür motivieren können. Aus über 200 Teilnehmenden wurden schlussendlich zwölf ausgewählt, die ausführlicher porträtiert wurden. Mit dabei war der Fotograf Karsten Thormaehlen, von dem die entstandenen Aufnahmen angefertigt wurden.

Die Ausstellung ist werktags von 11:30 bis 17:30 Uhr geöffnet. Unter diesem Link gelangen Sie zur Pressemitteilung des BMFSFJ zur Eröffnung der Ausstellung. Hier können Sie zudem ein längeres Video zur Aktion „Wer rastet, der rostet!“ sehen, in dem die zwölf ausgewählten Teilnehmer*innen vorgestellt werden:

https://youtu.be/J09PlqKeqE8

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„Silbernetz“ ist ein Angebot an ältere Menschen, die jemanden zum Reden brauchen. Im Zentrum steht dabei die Telefonhotline „Silbertelefon“. Doch es gibt auch weitere Unterstützungsangebote für Ältere mit Einsamkeitsgefühlen. Anstoß für die Gründung des Projekts durch die Senior*innenvertreterin Elke Schilling gab unter anderem der spät bemerkte Tod ihres einsamen Nachbarn.

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Ehrenamtliche Senior*innenvertreterin und Silbernetz-Gründerin Elke Schilling war aufgefallen, dass ihr Nachbar nie Besuch hatte. Der Mann hatte Kinder, die besuchten ihn allerdings nicht mehr. Hilfsangebote wurden von ihm abgelehnt. Nachdem dann wochenlang ein Werbeflyer an seiner Tür hing, alarmierte Schilling schließlich die Polizei. Der Mann wurde tot gefunden, als es schon lange zu spät war. So jedenfalls wird der Beginn des Ganzen auf der Internetseite von Silbernetz e.V. beschrieben.

In dieser Zeit habe Schilling zudem einen Roman gelesen, in dem die Idee eines Altennetzwerks beschrieben werde. Daraufhin habe sie sich weitere Gedanken gemacht: „Wie können wir das einsame Sterben verhindern und dazu beitragen, dass ältere, vereinsamte oder isoliert lebende Senior_innen Unterstützung, neue Kontakte und zurück ins Leben finden? Menschen, die niemanden mehr haben und über Wochen nur die Stimme aus dem Fernseher hören. Menschen, deren Lebenspartner_innen und Freunde verstorben, deren Kinder Erwachsene mit ihren eigenen Belastungen sind.“

Konkrete Inspiration für das Silbernetz als Telefonhotline gab dann die britische Silver Line Helpline, die 2013 als Pilotprojekt gestartet war. In einem aktuellen Interview mit Schilling – veröffentlicht bei Gesund & aktiv älter werden, einem Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) – berichtet sie über die Inspiration durch die Helpline: „Auf dieses Angebot bin ich 2014 gestoßen und habe durch meine langjährige Erfahrung als Seniorenvertreterin und Telefonseelsorgerin in Berlin das Potenzial gesehen, auch bei uns ganz niedrigschwellig etwas gegen die Einsamkeit älterer Menschen tun zu können.“


Was genau bietet Silbernetz an?

Silbernetz ist ein dreistufiges Angebot für Senior*innen mit Einsamkeitsgefühlen oder Menschen, die einfach mal jemanden zum Reden suchen. Die erste Stufe ist das „Silbertelefon“. Dabei handelt es sich um eine kostenlose Telefonhotline (Rufnummer 0800-4708090), die sieben Tage in der Woche zwischen 8:00 und 22:00 Uhr erreichbar ist – seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 auch bundesweit.

Die zweite Stufe des Angebots bilden die „Silbernetz-Freund*innen“. Dabei handelt es sich um Ehrenamtliche, die auf Wunsch der Seniorinnen und Senioren für wöchentliche Telefonate vermittelt werden können. Dabei habe das Medium des Telefons einige Vorteile im Vergleich zu persönlichen Treffen, beispielsweise deshalb, weil man aus der Gesprächssituation jederzeit aussteigen könne. „Diese Anonymität über das Telefon bietet hier eine Schutzfunktion für unsere vulnerable Klientel, die vielleicht vor Hausbesuchen, aufsuchenden Leistungen zurückschrecken“, erklärt die Silbernetz-Gründerin in dem aktuellen Interview.

Dritte Stufe des Angebots ist die „Silberinfo“. Hierbei werden Senior*innen mit Angeboten vor Ort in Verbindung gebracht, die sie benötigen. Diese Stufe fungiere also als Brücke zur örtlichen Angebotsstruktur. „Durch meine langjährige Tätigkeit als Seniorenvertreterin in Berlin hat sich mir gezeigt, dass ältere Menschen häufig über ein Informationsdefizit verfügen, das ihnen den Zugang zu seniorenspezifischen Angeboten verwehrt“, so Schilling. Silbernetz e.V. kooperiert dafür mit lokalen Anbieter*innen und bilde eine Schnittstelle.


Einsamkeit in der Corona-Pandemie

„In den ersten drei Monaten des ersten Lockdowns hat sich unser Anrufaufkommen verdreifacht“, beschreibt die Initiatorin die besondere Situation in der Pandemie. Tatsächlich ist das Einsamkeitsempfinden in Zusammenhang mit der Pandemie gestiegen. Vor wenigen Monaten berichteten wir auch auf diesem Portal beispielsweise über den Bericht der Studie D80+ zum Thema Einsamkeit im hohen Alter, nachdem sich die Einsamkeit mit der Pandemie in dieser Altersspanne verdoppelt habe. Schilling berichtet von einem enormen Bedarf in dieser Zeit, der auch in dem Projekt zu spüren war. Die besondere Situation führte aber auch zu weiteren Kooperationen und zur bundesweiten Öffnung der Hotline in Absprache mit dem Berliner Senat.


Ausblick

Das Projekt soll nun deutschlandweit weiter vernetzt werden, neue Kooperationspartner*innen sollen gewonnen werden. Darüber hinaus soll das Thema und die Angebotsform auch international angegangen werden: „Ein Ziel von mir neben dieser bundesweiten Verankerung und Vernetzung ist die internationale Vernetzung, da es etliche solcher ‚Kinder‘ der Silver Line aus London gibt und das Thema Einsamkeit im Alter vielfach relevant ist.“ Über allem stehe für Elke Schilling aber weiterhin der Wunsch, „dass jeder Mensch über 60, der dieses Bedürfnis hat, in seinem Einsamkeits­gefühl jemanden zum Reden zu finden, unsere Nummer kennt.“

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Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) hat Anfang des Monats einen über 50-seitigen Jahresrückblick zu ihren Aktivitäten im vergangenen Kalenderjahr veröffentlicht.

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Die BAGSO beschreibt sich als Dachverband zahlreicher Senior*innenorganisationen in Deutschland selbst auch immer wieder als ‚Stimme der Älteren‘. In ihrem kürzlich herausgegebenen Jahresrückblick informieren sie über Initiativen und Projekte aus dem Jahr 2021 und ihren Einsatz für die älteren Generationen zum Beispiel durch Positionspapiere. Die 56-seitige Publikation kann unter diesem Link heruntergeladen werden.

Im Fokus der Aktivitäten des letzten Jahres stand dabei der 13. Deutsche Seniorentag, den die BAGSO alle drei Jahre durchführt und der im vergangenen Herbst das erste Mal in seiner Geschichte digital stattgefunden hat. Grund dafür war die anhaltende Pandemie: „Sechs Tage vor Beginn mussten alle Planungen in ein digitales Veranstaltungskonzept umgewandelt werden, was unter Mitwirkung aller Beteiligten in großem Umfang gelang“, heißt es dazu im Jahresrückblick. „Insgesamt haben über 4.500 Menschen die Veranstaltungen während der drei Tage online mitverfolgt. Viele Veranstaltungen wurden aufgezeichnet und können über den DST-YouTube-Kanal weiter aufgerufen werden. Mittlerweile gibt es über 16.000 Zugriffe im Internet, Tendenz weiter steigend“, zieht die Bundesarbeitsgemeinschaft positive Bilanz.

Auch die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Corona-Pandemie, die zur digitalen Variante des Seniorentags führte, ist Thema der BAGSO im vergangenen Kalenderjahr gewesen. „In den letzten Jahrzehnten wurden in unserer Gesellschaft die Potenziale des Alters betont und ein differenziertes Altersbild, das sowohl die Vulnerabilität wie auch die Leistungsfähigkeit Älterer im Blick hat. Die Corona-Krise aber hat das Bild eines heterogenen Alters zerstört und negative Altersbilder reanimiert“, wird beispielsweise Jens-Peter Kruse in der Broschüre zum Thema Wandel der Altersbilder zitiert. Kruse ist Mitglied des BAGSO-Vorstands.

2021 war auch Bundestagswahl. Das hat die BAGSO mit ihren Mitgliedsverbänden zum Anlass genommen, den im Bundestag vor der Wahl vertretenen Parteien Fragen zu stellen, die sich insbesondere auf die Interessenslagen älterer Menschen beziehen. Mehr zu den Wahlprüfsteinen finden Sie auch auf der Internetseite der BAGSO.

Weitere Schwerpunktthemen waren 2021 unter anderem Politische Teilhabe, Gesundheit, Demenz sowie Klimaschutz und Generationendialog.

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Wie auch in den vergangenen beiden Jahren veranstaltet ein Bündnis aus Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft und weiteren Bereichen auch in diesem Jahr wieder einen bundesweiten Digitaltag.

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„Digital für alle“ nennt sich die Initiative, die nun zum dritten Mal einen bundesweiten Digitaltag durchführen will. In dem Bündnis haben sich über 25 Organisationen zusammengeschlossen, darunter beispielsweise der Deutsche Städtetag, der Volkshochschul-Verband sowie Caritas und Diakonie. Auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) ist Teil der Initiative.

„Statt nur in Talkshows oder in Diskussionsrunden mit Expertinnen und Experten über eine wünschenswerte Zukunft zu diskutieren, möchten wir Foren eröffnen, an denen alle teilnehmen können“, beschreiben die Organisationen ihr Anliegen auf der Internetseite des Digitaltags. „Auf lokaler Ebene wird die Digitalisierung ein Teil der Lebenswirklichkeit der Menschen, hier müssen wir sie diskutieren und erlebbar machen. Dafür haben wir den Digitaltag ins Leben gerufen – ein Aktionstag, an dem sich alles rund um digitale Themen dreht!“

Zum Digitaltag sind bundesweit Aktionen geplant, sowohl online als auch vor Ort. Eine Übersicht der angemeldeten Angebote finden Sie hier, die vor Ort stattfindenden Angebote sind allerdings auch in einer interaktiven Karte veranschaulicht. Es ist weiterhin möglich, Aktionen anzumelden. Sollten Sie oder ihre Organisation Interesse haben, eine Diskussionsrunde, einen Tag der offenen Tür oder z.B. eine Smartphone-Schulung für Ältere anzubieten, können Sie das über diesen Link anmelden.

Einen Rückblick zum Digitaltag 2021 finden Sie hier.

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Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) hat im Mai ein Positionspapier unter dem Titel „Bildung im Alter – für alle ermöglichen“ veröffentlicht.

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Bildung sei ein „Schlüssel zu gleichberechtigter Teilhabe“ und „der Wunsch, Neues zu erfahren, dazuzulernen und sich weiterzubilden“ daher auch unabhängig vom Lebensalter, wie es in einleitend in der Broschüre heißt. Bildung befähige zur Mitgestaltung, fördere die Persönlichkeitsentwicklung und mindere Einsamkeit. Vor dem Hintergrund einer wachsenden Zahl älterer Menschen in Verbindung mit den einschneidenden Veränderungen wie Digitalisierung und Klimawandel sei der Bedarf an Bildung auch im Alter groß wie nie. Daher müssten Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Bildung bis ins hohe Alter ermöglichten.

In der Publikation fordert die BAGSO zunächst, Bildung im Alter als politische Aufgabe zu verankern. Zwar gebe es in fast allen Bundesländern inzwischen Erwachsenenbildungsgesetze, nun müsste diese – und dabei auch Bildungsangebote für Ältere – finanziell angemessen gefördert werden. Im Schnitt liege der Anteil der Erwachsenenbildung am gesamten Bildungsbudget der Länder bei unter einem Prozent.

Außerdem setzt sich die BAGSO für eine „Nationale Bildungsstrategie“ ein: „Um Bildungsgerechtigkeit und gleiche Teilhabechancen im Alter zu ermöglichen, ist eine nationale Strategie für Bildung im Alter notwendig.“ Bei deren Erarbeitung sollten beispielsweise auch Senior*innenvertretungen einbezogen werden.

In der Broschüre wird zudem problematisiert, dass die Bildungsgelegenheiten bundesweit recht unterschiedlich verteilt seien. Neben einem Stadt-Land-Gefälle gebe es auch große Lücken im Norden und Osten des Landes. Es brauche daher weitere, kostengünstige und niedrigschwellige Angebote in den betreffenden Regionen – in ländlichen Gebieten seien gemeindeübergreifende Kooperationen auch an ungewöhnlichen Orten denkbar.

Weitere Aspekte und Forderungen, die in dem Positionspapier erläutert werden, sind die Förderung thematischer Vielfalt, die Erhebung von Daten zum Bildungsverhalten Älterer, die Förderung von Transfers „guter Praxis“, die Stärkung der Geragogik sowie die Verbesserung der Informationen zu Bildungsangeboten. Zu dem 12-seitigen Papier gelangen Sie unter diesem Link.

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Erwerbstätigkeiten im Ruhestand sind verbreiteter als noch Mitte der 1990er Jahre. Gleichwohl ist es immer noch eine deutliche Minderheit der Rentner*innen, die nebenbei arbeiten gehen. Die Gründe für eine Erwerbstätigkeit seien dabei unterschiedlich und nicht nur finanziell bedingt, wie eine Studie des IAB nun verdeutlicht.

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Eine Minderheit der Rentenbezieher*innen in Deutschland ist zusätzlich erwerbstätig. Nach Ergebnissen der Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind das im Schnitt 7,7 Prozent der Menschen ab 65 Jahren. Allerdings lohnt sich dabei ein genauerer Blick auf die Altersgruppen innerhalb des Ruhestandsalters: 15,0 Prozent der 65- bis 69-Jährigen sind parallel zum Rentenbezug erwerbstätig, ab 75 Jahren sind es nur noch 2,0 Prozent. Differenziert nach Beschäftigungsform ist die geringfügige Beschäftigung (sog. „Minijobs“) mit 67,5 Prozent die häufigste bei den 65- bis 74-Jährigen. Der Mittelwert der Wochenarbeitsstunden liegt bei 14,5 Stunden.

Mit jeweils über 90 Prozent sind „Spaß an der Arbeit“, „Weiterhin eine Aufgabe haben“ und „Kontakt zu anderen Menschen“ die Hauptmotive für eine Erwerbstätigkeit im Rentenalter. „Finanzielle Situation“ geben demnach nur 43 Prozent der arbeitenden Rentner*innen als Grund an. In der Studie wird allerdings nicht nur auf die Gründe für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit abgezielt. „Wir widmen uns auch der Frage, weshalb die meisten Rentnerinnen und Rentner keiner Erwerbstätigkeit nachgehen“, heißt es im IAB-Kurzbericht. Personen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren geben als Gründe für ihre Nicht-Erwerbstätigkeit an, „im Leben genug gearbeitet“ (83%) und/oder ausreichendes Haushaltseinkommen (81%) zu haben.

Der Bericht hält fest, dass es ganz unterschiedliche Gründe für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit gibt. Die Wahrscheinlichkeit, einer entsprechenden Tätigkeit nachzugehen, steigt mit höherem Bildungsniveau und einer Integration in den Arbeitsmarkt bis zum Renteneintritt. „Wenngleich finanzielle Motive für die Erwerbsarbeit bei Rentenbeziehenden nicht im Vordergrund stehen, sind sie doch nicht zu vernachlässigen“, heißt es allerdings einordnend in dem Bericht. „Sie werden von mehr als 40 Prozent der erwerbstätigen Rentnerinnen und Rentner als zusätzlicher Beweggrund genannt, überdurchschnittlich oft im unteren Einkommensbereich und von Rentnerinnen.“

Der IAB-Kurzbericht zur Studie mit dem Titel „Erwerbsarbeit im Ruhestand hat vielfältige Gründe – nicht nur finanzielle“ kann hier heruntergeladen werden.

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Der siebte Kurzbericht der Studie „Hohes Alter in Deutschland“ (D80+) ist erschienen. In diesem Teil geht es um die Auswirkungen von Demenz auf Lebensqualität und Versorgung.

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Die Erkenntnisse der Befragungen, die im Rahmen der Hochaltrigkeitsstudie zwischen November 2020 und April 2021 durchgeführt worden sind, werden derzeit in regelmäßigen erscheinenden Berichten ausgewertet. Die Kurzberichte haben eine Länge von rund 20 Seiten und behandeln jeweils ein Thema. Im kürzlich publizierten siebten Bericht dieser Art geht es um das Thema Demenz. Über diesen Link gelangen Sie direkt zu der Publikation. Eine Übersicht über die anderen Themen finden Sie unter anderem hier.

18,1 Prozent der Menschen ab 80 Jahren würden laut Bericht als demenzerkrankt eingestuft werden. Eine leichte kognitive Beeinträchtigung haben 24,9 Prozent und ohne entsprechende Einschränkungen seien 57,0 Prozent der Befragten. Der Großteil der Menschen mit Demenz im hohen Alter lebe in Privathaushalten (69,6 Prozent), in Pflegeeinrichtungen seien es 18,6 Prozent.

Eine weitere Kernaussage des Berichts: Menschen mit Demenz erlebten positive Emotionen – wenngleich seltener als Menschen ohne kognitive Beeinträchtigungen. Gleichzeitig zeigten Menschen mit Demenz allerdings deutlich mehr Symptome einer Depression, verstärkt erkennbar sei dies in Pflegeheimen. Auch die Lebenszufriedenheit werde geringer bewertet. Die Demenz habe damit einen deutlichen Effekt auf diese. Darüber hinaus würden Menschen mit einer Demenz weniger Autonomie erleben als jene ohne oder mit milder Einschränkung der Kognition.

Bei der D80+-Studie handelt es sich um die bundesweite Weiterentwicklung der NRW80+-Studie, um auch für das hohe Alter im ganzen Bundesgebiet eine bessere Datenlage zu erlangen. Im Rahmen der Studie wurden mehr als 10.000 Menschen zu ihrer Lebensqualität und Lebenssituation befragt.

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