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Lebenslanges Lernen

Von 2018 bis 2022 sind im Rahmen des Projekts „Digital-Kompass plus: Internetlotsen vor Ort und im Netz stärken“ insgesamt 100 Standorte eingerichtet worden, an denen Senior*innen Angebote für einen erleichterten Weg in die digitale Welt unterbreitet wurden. Die Abschlussevaluation zeigt: Das Projekt wirkt und auch Nutzer*innen ziehen eine positive Bilanz.

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Das Projekt „Digital-Kompass“ wurde von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. (BAGSO) und Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN) umgesetzt. Die Evaluation des Projekts hat das Institut für Sozialökonomische Strukturanalysen (SÖSTRA) übernommen. Der nun vorgelegte Abschlussbericht zieht eine Gesamtbilanz der Digital-Kompass-Standorte.

Die Auswertung zeigt, dass auch aus Perspektive der Nutzer*innen eine positive Bilanz gezogen wird. „Für sie war ein Lernformat von Interesse, das nicht zu viele Kenntnisse, sondern vor allem Interesse am Thema voraussetzte, sehr praxisorientiert angelegt war, sich auf das Wesentliche konzentrierte und Tempo und Druck aus dem Lernprozess herausnahm“, heißt es in dem Bericht. Die Besucher*innen würden das genutzte digitale Angebot auch anderen Menschen weiterempfehlen.

Doch auch die befragten Standorte schätzen ihr Wirken in der großen Mehrheit als erfolgreich ein. Schwierigkeiten, die einen künftigen Handlungsbedarf aufzeigen, sind der Bilanzierung zufolge:

  • „die gewünschte Anzahl an Internetlotsinnen und -lotsen akquirieren zu können,
  • unzureichende (bezahlte) Personalkapazitäten für die Koordinierung des Standortes,
  • eine mangelhafte technische Ausstattung – trotz einer guten Internetanbindung – sowie
  • eine Anbindung an die und Zusammenarbeit mit der Kommune, die als ausbaufähig erachtet wird.“

Der Bericht zeigt darüber hinaus, dass das bisher Erreichte auch zukünftig Bestand haben dürfte. So geben 9 von 10 Standorten an, auch nach Auslaufen des geförderten Projekts die Arbeit fortzusetzen.

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Die Zahl der Seniorenstudierenden ist im Zuge der Corona-Pandemie um die Hälfte zurückgegangen. Das diskutierte das Deutsches Netzwerk der Interessenvertretungen von Senior-Studierenden (DENISS e.V.) bei ihrer Jahresversammlung im Juli. Der Interessenverband sieht unter anderem durch die Hürden der digitalen Lehre eine Diskriminierung älterer Menschen.

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Bereits nach dem Zweiten Weltkrieg öffneten sich Universitäten in Deutschland auch für die Erwachsenenbildung. Die erste „Universität des Dritten Lebensalters“ wurde allerdings 1973 in Toulouse (Frankreich) gegründet. In Deutschland entwickelten sich entsprechende Modellprojekte eines „Seniorenstudiums“ erst in den achtziger Jahren. Was teilweise über ein Gasthörerstudium begann, entwickelte sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zu Seniorenstudiengängen mit eigenen Angebotsprofilen.

DENISS sieht sich als Interessenvertretung von Senior*innen, die einem Studium nachgehen. Nach pandemiebedingter zweijähriger Unterbrechung hat sich das Netzwerk im Juli dieses Jahres getroffen und die Situation der vergangenen zwei Jahre kritisch beleuchtet: Die Zahl der Seniorenstudierenden sei um etwa 50 % zurückgegangen. Das führt die Interessenvertretung einerseits auf die Hürden zurück, die insbesondere für ältere Menschen im Zuge der Umstellung auf digitale Lehre entstanden sind. Andererseits hätten sich auch die Zulassungsbedingungen für Seniorinnen und Senioren erheblich verschlechtert. Das Netzwerk sieht darin eine weitere Diskriminierung älterer Menschen.

Diese Entwicklung stehe im Widerspruch zu den Beteuerungen der Politik, älteren Menschen einen niedrigschwelligen Bildungszugang ermöglichen zu wollen, was jedoch gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels eine bedeutende Aufgabe sei. „Bereits früher hat DENISS die Forderung aufgestellt die Zugangsvoraussetzung zu den Hochschulen für Gasthörer und Seniorenstudierende zu vereinheitlichen, Beschränkungen des Lernangebotes aufzuheben und auch den Rentnern ein zahlbares Bildungsangebot zu ermöglichen“, heißt es in der Pressemitteilung von DENISS.

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Im Juni wurde der Nationale Bildungsbericht 2022 vorgestellt. Dieser beleuchtet Bildung in nahezu allen Lebensphasen: Frühe Bildung, Hochschulbildung, Weiterbildungen im Erwachsenenalter und vieles mehr. Was fehlt: Bildung im Alter. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) kritisiert das und fordert eine Ausweitung der Bildungsberichterstattung.

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„Bildung im Alter“ – inzwischen zumindest in der Fachdiskussion immer häufiger als Schlagwort zu finden (zum Beispiel hier) – findet sich als Begrifflichkeit kein einziges Mal in dem mehr als 400 Seiten umfassenden Nationalen Bildungsbericht 2022, der im Juni veröffentlicht wurde. Nun kann man denken, dass der Inhalt, der sich dahinter verbirgt, möglicherweise unter einem anderen Stichwort behandelt wird. Allerdings findet sich auch unter dem Suchbegriff „Rentner“ (als Suchbegriff nicht geschlechtergerecht formuliert) nur folgender Satz: „Rentner:innen oder anderweitig Nichterwerbstätige nehmen deutlich seltener an organisierten (formalen oder non-formalen) Bildungsaktivitäten teil.“ Immerhin findet sich dafür zwölf Mal das Wort „Senioren“ in dem Dokument – allerdings ausschließlich im Namen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Die BAGSO, die sich als Interessensverband der älteren Generation(en) versteht, kritisiert die Nichtbeachtung von Bildung im Alter in der Nationalen Bildungsberichterstattung. Der Bericht befasse sich im Wesentlichen nur mit Bildung bis zum Ende der Erwerbstätigkeit – und das, obwohl der Bericht für sich in Anspruch nehme, das gesamte Bildungssystem in Deutschland systematisch abzubilden. „Diese kolossale Fehleinschätzung ist Ausdruck dafür, dass Bildung im Alter bisher nicht als bildungs- und gesellschaftspolitisch relevante Aufgabe erkannt und ernst genommen wird“, schlussfolgert Dr. Regina Görner, die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft. „Weil der Bericht die Bildung im Alter nicht thematisiert, bietet er auch keine Grundlage für politisches Handeln“, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung der BAGSO.

Der Bericht selbst weist an einer Stelle jedoch auch auf die schlechte Datenlage hin: „Zur Bildungsbeteiligung Älterer und insbesondere von Personen über 69 Jahren stehen nur wenige aktuelle Daten zur Verfügung, zumal diese Personengruppe in den gängigen Monitoringstudien kaum erfasst wird.“ Die BAGSO fordert in diesem Zusammenhang, einen regelmäßigen bundesweiten Survey zu Bildung im Alter einzurichten, um diese in der zukünftigen Berichterstattung angemessen darstellen zu können. „Betrachtet werden müssen dabei nicht nur formale, sondern auch non-formale und informelle Bildungsaktivitäten bis ins höchste Alter.“

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Im Rahmen der Hochaltrigkeitsstudie D80+ ist der neunte Kurzbericht erschienen. Er behandelt die Wertvorstellungen und Wünsche der Über-80-jährigen in Deutschland zu der eigenen Lebenssituation und das gesellschaftliche Zusammenleben. Zentrales Ergebnis: Die meisten Älteren wollen sicher und selbstbestimmt leben.

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„Werthaltungen hochaltriger Menschen und ihre Wünsche für die eigene Lebenssituation und das gesellschaftliche Zusammenleben“ ist der Titel des Kurzberichts, der im Juli erschienen ist. Es ist der neunte Bericht dieser Art, jede Publikation beschäftigt sich mit einem Thema. Bei den Ergebnissen handelt es sich um die aufbereiteten Daten der bundesweiten Studie „Hohes Alter in Deutschland (D80+)“, in deren Rahmen zwischen November 2020 und April 2021 über 10.000 Menschen ab 80 Jahren zu ihrer Lebenssituation befragt wurden.

Laut dem vorliegenden Bericht geben 94% der Befragten an, dass es für sie wichtig sei, eine sichere Umgebung zu haben. Für 90% sei wichtig, selbstbestimmt handeln zu können, Traditionen zu achten spiele für 85% eine bedeutende Rolle und 83% wollen sich um die Natur und Umwelt kümmern. Macht und Prestige gaben laut Kurzbericht nur 12% als wichtige Wertvorstellung an.

Viele Hochaltrige seien mit ihrem Leben zufrieden. Über zwei Drittel geben allerdings an, „Gefühle von Anomie“ zu haben – also das Empfinden, dass ihre Werte nicht mehr zur modernen Gesellschaft passten. „Es gehört wohl zum Leben dazu, wenn viele von ihnen das Gefühl haben, dass ihre Wertvorstellungen nicht mehr mit denen der Gesellschaft übereinzustimmen scheinen“, ordnet die Bundesseniorenministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) die Ergebnisse des Berichts ein. „Umso wichtiger erachte ich das Miteinander zwischen jungen und alten Menschen und die gegenseitige Unterstützung, die sich viele der über 80-Jährigen für die Bewältigung ihres Alltags wünschen. Hierfür helfen Ideen, Angebote und Räume für unser Miteinander“, so die Ministerin weiter. Deshalb fördere die Regierung beispielsweise Mehrgenerationenhäuser oder den DigitalPakt Alter, der digitale Begegnungen ermögliche.

Die Hochaltrigkeitsstudie D80+ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) über einen dreijährigen Zeitraum gefördert und vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) und dem Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres) durchgeführt. Die Abschlusstagung wird am 17. Oktober 2022 in Berlin stattfinden.

Ausgangspunkt der Studie war unter anderem die Feststellung, dass es bislang kaum Erkenntnisse über das hohe Alter in Deutschland gegeben habe – und das vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft. „Eine gute Datenlage ist jedoch notwendig“, heißt es auf der Internetseite von ceres. „Zum einen, um den besonderen Unterstützungsbedarfen im hohen Alter zukünftig besser gerecht werden zu können. Zum anderen, um Lösungsansätze für sozialpolitische Herausforderungen wie der sozialen Sicherung im Alter sowie im Hinblick auf eine Generationengerechtigkeit entwickeln zu können.“

Den rund 30-seitigen Bericht können Sie hier herunterladen.

Hier gelangen Sie zur Pressemitteilung des BMFSFJ.

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Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) hat eine Umfrage gestartet, die sich insbesondere an Menschen richten, die kein Internet benutzen. Herausgefunden werden soll dabei, mit welchen Problemen und Herausforderungen diese Menschen im Alltag möglicherweise konfrontiert sind.

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„Niemand soll ausgeschlossen werden, nur weil er kein Internet nutzt!“, heißt es von der BAGSO, die sich auch für ein Recht auf Leben ohne Internet einsetze. „Doch wo genau drückt der Schuh? Mit welchen Problemen haben Menschen ohne Internet konkret zu kämpfen?“ – diese Fragen sollen nun durch eine Umfrage geklärt werden. „Mit Ihrer Hilfe können wir bestehende Probleme sammeln und uns gemeinsam für gute Lösungen einsetzen.“

Der Umfrage mit dem Titel „Leben ohne Internet – geht’s noch?“ kann von Einzelpersonen oder Gruppen bearbeitet werden. Geschildert werden sollen beispielsweise Situationen im Alltag, in denen große Probleme für Menschen ohne Internetnutzung bestehen.  Doch gefragt wird auch nach guten Beispielen, aus denen möglicherweise Erkenntnisse für die Zukunft gewonnen werden könnten: „Kennen Sie ein gutes Beispiel einer Organisation, Firma oder Behörde, die Personen, die das Internet nicht nutzen, ein gutes alternatives Angebot macht? Falls ja, beschreiben Sie kurz“.

Der Fragebogen kann unter diesem Link heruntergeladen und ausgedruckt werden, aber auch online ausgefüllt oder per Post bestellt werden.

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Das österreichische Sozialministerium hat einen Leitfaden veröffentlicht, der all jenen eine Hilfestellung sein soll, die Informationen zum Thema Alter aufbereiten. Um Stereotype nicht zu verstärken, gibt der Leitfaden Tipps zur wertschätzenden Kommunikation über das Alter.

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Die knapp 30-seitige Broschüre, die unter anderem durch das österreichische Sozialministerium und dem Dachverband der österreichischen Sozialversicherungen (DVSV) herausgegeben wird, steht kostenfrei im Internet zur Verfügung und kann unter diesem Link heruntergeladen werden. Sie richtet sich an Einzelpersonen und Organisationen, die über das Alter informieren. Dazu zählen vor allem Öffentlichkeitsarbeiter*innen, Medienvertreter*innen und Menschen, die Projekte zum Alter(n) planen und umsetzen.

„Die gute Nachricht: Viele von uns haben die Möglichkeit, alt zu werden. Die schlechte Nachricht: Unser kollektives Bewusstsein hinkt der Realität hinterher. In vielen Bereichen müssen wir erst realisieren, dass die Jugend und das Alter unsere Zukunft sind“, heißt es einleitend in der Publikation. An anderer Stelle wird festgehalten: „Wie wir über das Alter(n) kommunizieren, beeinflusst andere Menschen sowie deren Empfinden und Verhalten, und es macht auch etwas mit uns selbst.“ Der Leitfaden beinhaltet daher eine Reihe von Tipps und Denkanstößen zur wertschätzenden und diskriminierungsfreien Sprache.

Hingewiesen wird beispielsweise auf den sogenannten „Framing-Effekt“, der entsteht, wenn Begriffe immer wieder in einem bestimmten (z.B. bedrohlichen oder negativen) Rahmen auftauchen. Als Beispiel wird der Begriff „Überalterung“ herangeführt. Auch wird vor einer generalisierenden Sprache gewarnt, die Menschen als Gruppe definiert, die aber einzigartig sind (z.B. „die Altern). Der Leitfaden erklärt neben konkreten Tipps jedoch auch, was es mit „ageism“ auf sich hat und wie die WHO Altersdiskriminierung definiert. Die Lektüre lohnt sich also.

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„Wer rastet, der rostet!“ ist zunächst der Titel einer Aktion gewesen, die sportlich aktive Senior*innen porträtiert – nun trägt auch die Fotoausstellung den Namen, die Anfang des Monats im Foyer des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eröffnet wurde. Zu sehen sind aktive Senior*innen bei der Teilnahme an der Aktion.

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„Mein Ministerium möchte die Vielfalt des Alters sichtbar machen“, erklärt Bundesseniorenministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) zur Motivation für die Ausstellung. Die Ministerin hatte die Ausstellung am 7. Juni in Berlin eröffnet. Ältere Menschen seien häufig sehr aktive und engagierte Mitglieder der Gesellschaft. „Bewegung bedeutet für viele Seniorinnen und Senioren vor allem Spaß und Lebensfreude, aber auch soziale Kontakte und Gesundheit. Mir ist es wichtig, dass ältere Menschen gut und selbstbestimmt leben und in unserer Gesellschaft mitwirken können“, so Paus weiter.

Im Ministeriumsfoyer zu sehen sind nun Fotos von älteren Menschen, die eine Sportart oder ein Hobby mit ganzem Körpereinsatz betreiben. „Wer rastet, der rostet!“ – so hieß die Aktion der Marie-Luise und Ernst Becker Stiftung, die im Herbst 2020 Menschen über 60 Jahren gesucht haben, die körperlich aktiv sind und andere dafür motivieren können. Aus über 200 Teilnehmenden wurden schlussendlich zwölf ausgewählt, die ausführlicher porträtiert wurden. Mit dabei war der Fotograf Karsten Thormaehlen, von dem die entstandenen Aufnahmen angefertigt wurden.

Die Ausstellung ist werktags von 11:30 bis 17:30 Uhr geöffnet. Unter diesem Link gelangen Sie zur Pressemitteilung des BMFSFJ zur Eröffnung der Ausstellung. Hier können Sie zudem ein längeres Video zur Aktion „Wer rastet, der rostet!“ sehen, in dem die zwölf ausgewählten Teilnehmer*innen vorgestellt werden:

https://youtu.be/J09PlqKeqE8

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Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) hat im Mai ein Positionspapier unter dem Titel „Bildung im Alter – für alle ermöglichen“ veröffentlicht.

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Bildung sei ein „Schlüssel zu gleichberechtigter Teilhabe“ und „der Wunsch, Neues zu erfahren, dazuzulernen und sich weiterzubilden“ daher auch unabhängig vom Lebensalter, wie es in einleitend in der Broschüre heißt. Bildung befähige zur Mitgestaltung, fördere die Persönlichkeitsentwicklung und mindere Einsamkeit. Vor dem Hintergrund einer wachsenden Zahl älterer Menschen in Verbindung mit den einschneidenden Veränderungen wie Digitalisierung und Klimawandel sei der Bedarf an Bildung auch im Alter groß wie nie. Daher müssten Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Bildung bis ins hohe Alter ermöglichten.

In der Publikation fordert die BAGSO zunächst, Bildung im Alter als politische Aufgabe zu verankern. Zwar gebe es in fast allen Bundesländern inzwischen Erwachsenenbildungsgesetze, nun müsste diese – und dabei auch Bildungsangebote für Ältere – finanziell angemessen gefördert werden. Im Schnitt liege der Anteil der Erwachsenenbildung am gesamten Bildungsbudget der Länder bei unter einem Prozent.

Außerdem setzt sich die BAGSO für eine „Nationale Bildungsstrategie“ ein: „Um Bildungsgerechtigkeit und gleiche Teilhabechancen im Alter zu ermöglichen, ist eine nationale Strategie für Bildung im Alter notwendig.“ Bei deren Erarbeitung sollten beispielsweise auch Senior*innenvertretungen einbezogen werden.

In der Broschüre wird zudem problematisiert, dass die Bildungsgelegenheiten bundesweit recht unterschiedlich verteilt seien. Neben einem Stadt-Land-Gefälle gebe es auch große Lücken im Norden und Osten des Landes. Es brauche daher weitere, kostengünstige und niedrigschwellige Angebote in den betreffenden Regionen – in ländlichen Gebieten seien gemeindeübergreifende Kooperationen auch an ungewöhnlichen Orten denkbar.

Weitere Aspekte und Forderungen, die in dem Positionspapier erläutert werden, sind die Förderung thematischer Vielfalt, die Erhebung von Daten zum Bildungsverhalten Älterer, die Förderung von Transfers „guter Praxis“, die Stärkung der Geragogik sowie die Verbesserung der Informationen zu Bildungsangeboten. Zu dem 12-seitigen Papier gelangen Sie unter diesem Link.

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Mit dem Projekt „Digital souverän mit Künstlicher Intelligenz“ will die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) an 32 Standorten Künstliche Intelligenz für Senior*innen erfahrbar machen. Dabei sollen sowohl über Chancen als auch Risiken erkundet werden können.

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2020 ist das Projekt mit 16 Standorten gestartet, weitere 16 folgen nun. Mit „Standorten“ sind Mehrgenerationenhäuser, Seniorenbüros sowie Einrichtungen oder Freiwilligeninitiativen gemeint, die als Projektpartner*innen Einblicke in Künstliche Intelligenz für den Alltag älterer Menschen geben. Bis Ende 2022 sollen Multiplikator*innen geschult werden, die Senior*innen regelmäßig in die digitale Welt begleiten. Ziel des Projekts ist es, dass ältere Menschen Vor- und Nachteile kennenlernen und so besser entscheiden können, ob oder wie diese technischen Hilfsmittel eingesetzt werden sollen.

„Viele Menschen, auch Ältere, denken bei Künstlicher Intelligenz zunächst an Science-Fiction-Filme oder an Pflegeroboter“, so BAGSO-Vorsitzende Regina Görner zu dem Projekt. „Dabei können KI-Anwendungen einen Beitrag zur Lebensqualität im Alter leisten. Smarte Haushaltsgeräte erleichtern körperlich anstrengende Arbeiten, Sprachassistenten vereinfachen den Alltag, Apps helfen zum Beispiel bei Sehbeeinträchtigungen“. Doch auch die Risiken sollen nicht vernachlässigt werden. Denn „zu Recht möchten die Menschen wissen, wie zum Beispiel ihre Daten verwendet werden“, ergänzt Görner. „Lern- und Informationsangebote speziell für ältere Menschen sind deshalb wichtig.“

Unter anderem mit Kiel, Hamburg, Schwerin oder Bremerhaven sind auch eine Reihe Orte in Norddeutschland als Projektstandorte vertreten. Eine Liste der Standorte finden Sie hier. Gefördert wird das bei der BAGSO-Servicestelle „Digitalisierung und Bildung für ältere Menschen“ angesiedelte Projekt durch Mittel des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

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Im Mai 2021 haben das Bundesseniorenministerium und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) im Rahmen des DigitalPakts Alter die Förderung von 100 digitalen Erfahrungsorten gestartet, die älteren Menschen als niedrigschwellige Lern- und Unterstützungsangebote dienen sollen. Die Förderung geht nun in die zweite Runde.

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Der neue Förderzeitraum läuft von April bis August 2022. Bis zum 18. März 2022 konnten sich noch Initiativen und Vereine bewerben, die älteren Menschen „Erfahrungsorte“ zum Einstieg in die digitale Welt bieten. Auf der Internetseite des DigitalPakts Alter heißt es, dass Akteur*innen für eine Förderung in Frage kommen, „die älteren Menschen bei ihren ersten Schritten mit digitalen Hilfsmitteln oder ins Internet beratend zur Seite stehen und nach Möglichkeit bereits in der Vermittlung digitaler Kompetenzen aktiv sind.“ Nähere Informationen zur Förderung finden Sie hier.

Neben der Fördersumme von 2.000 Euro pro Erfahrungsort stellt die BAGSO den Akteur*innen auch Materialien zur Lernbegleitung zur Verfügung. Außerdem soll es Möglichkeiten der Vernetzung, Weiterbildung und Erfahrungsaustausch der geförderten Projekte durch Online-Veranstaltungen geben.

Der DigitalPakt Alter, in dessen Rahmen die digitalen Erfahrungsorte gefördert werden, wurde 2021 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der BAGSO ins Leben gerufen und ist als Bündnis von Partnerorganisationen aus Bund, Ländern, Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft angelegt. Ziel ist die Stärkung gesellschaftlicher Teilhabe und Engagements älterer Menschen, unter anderem durch die Unterstützung beim Erlernen digitaler Kompetenzen.

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