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Bildung

Die CDU-Bürgerschaftsfraktion hat ein neues „Leitbild für Seniorenpolitik“ vorgelegt. Unter dem Titel „Den Jahren mehr leben!“ geht es auf über 20 Seiten um verschiedene Aspekte des Älterwerdens.

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Zunächst einmal geht es der CDU-Fraktion in der Bremer Bürgerschaft in ihrem Positionspapier um ihr Bild vom Alter: „Ein selbstbestimmtes, weitestgehend unabhängiges, würdevolles, sinnstiftendes und aktives Leben bis zum letzten Atemzug ist möglich. Davon sind wir zutiefst überzeugt und willens, die dafür erforderlichen politischen Rahmenbedingungen zu setzen“, heißt es in dem im Juli veröffentlichten Leitbild. „Das ist unser ‚Altersbild‘, woran wir auch als CDU-Bürgerschaftsfraktion in Bremen arbeiten und gemessen werden wollen.“

Auf den folgenden Seiten geht es verschiedene Themen rund um das Alter. So wird das Einkommen im Alter, Gesundheit & Pflege, Mobilität, Digitalisierung und Einsamkeit. Gegenstand des Papiers ist auch die Grundrente: „Unsere Kritik richtet sich hierbei (…) auch an die Bundespolitik. Die 2021 eingeführte Grundrente, die langjährig Versicherten mit einem unterdurchschnittlichen rentenversicherungspflichtigen Einkommen einen Zuschlag zur Rente gewähren soll, kommt noch immer nicht bei den Menschen an“, heißt es in dem Positionspapier. „Viel zu langwierige und ineffektiv organisierte Prüfverfahren lassen die Zielgruppe weiterhin leer ausgehen.“ Diese Kritik aus den Reihen der CDU ist beachtenswert, waren es doch insbesondere die Christdemokrat*innen auf Bundesebene, die sich stets für eine weitreichendere Bedürftigkeitsprüfung eingesetzt hatten.

In einem angefügten Forderungskatalog kritisiert die Oppositionspartei die rot-grün-rote Landesregierung deutlich. So stehe beispielsweise der Altenplan des Senats aus dem Jahr 2007 „für dessen Handlungsunfähigkeit bezüglich einer zeitgemäßen Landesseniorenpolitik“. Die CDU fordert die Regierung auf, einen „Masterplan Seniorenpolitik“ vorzulegen, der unter anderem verlässlich aktualisierte Daten der Zielgruppe beinhalten soll.

In der Hansestadt leben rund 187.500 Menschen im Alter von über 60 Jahren. Davon gelten etwa 47.300 mit einem Alter von über 80 Jahren als hochaltrig.

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Die Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS) bietet in den kommenden Monaten eine fünfteilige Online-Weiterbildung mit dem Schwerpunkt „Demenz und Ehrenamt“ an, die sich an (ehrenamtlich) Aktive in der Senior*innenarbeit richten.

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In Zukunft steige die Zahl von Menschen mit Demenz, ebenso würden künftig mehr Ältere alleine leben. "Zugehende Hilfen werden daher in den kommenden Jahren in der Seniorenarbeit immer wichtiger“, heißt es daher in der Beschreibung des Schulungsangebotes der BaS. „Ehrenamtliche Angebote können in diesem Feld eine große Hilfe sein, wenn sie fachlich und strukturell gut gestaltet werden.“

Um dazu einen Beitrag zu leisten, veranstaltet die BaS im September und Oktober fünf aufeinander aufbauende Schulungstage für Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen von Senior*innenbüros, Mehrgenerationenhäusern und anderen Anlaufstellen für ältere Menschen sowie Akteur*innen aus Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz. Die Online-Fortbildung knüpfe damit auch an die Nationale Demenzstrategie an, die sich zum Ziel gesetzt habe, freiwilliges Engagement und informelle Unterstützung zu stärken. Entsprechend wird das Schulungsangebot aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.

Der erste Termin ist der 06.09.2022, das letzte Modul ist für den 25.10.2022 geplant. Die Veranstaltungen gehen jeweils von 10:00 bis 15:30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos, Teilnehmende erhalten nach Abschluss des letzten Moduls eine Bescheinigung.

Die genaue Terminliste, weitere Informationen sowie Kontaktangaben für eine bis zum 19.08.2022 mögliche Anmeldung finden Sie unter diesem Link.

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Die Zahl der Seniorenstudierenden ist im Zuge der Corona-Pandemie um die Hälfte zurückgegangen. Das diskutierte das Deutsches Netzwerk der Interessenvertretungen von Senior-Studierenden (DENISS e.V.) bei ihrer Jahresversammlung im Juli. Der Interessenverband sieht unter anderem durch die Hürden der digitalen Lehre eine Diskriminierung älterer Menschen.

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Bereits nach dem Zweiten Weltkrieg öffneten sich Universitäten in Deutschland auch für die Erwachsenenbildung. Die erste „Universität des Dritten Lebensalters“ wurde allerdings 1973 in Toulouse (Frankreich) gegründet. In Deutschland entwickelten sich entsprechende Modellprojekte eines „Seniorenstudiums“ erst in den achtziger Jahren. Was teilweise über ein Gasthörerstudium begann, entwickelte sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zu Seniorenstudiengängen mit eigenen Angebotsprofilen.

DENISS sieht sich als Interessenvertretung von Senior*innen, die einem Studium nachgehen. Nach pandemiebedingter zweijähriger Unterbrechung hat sich das Netzwerk im Juli dieses Jahres getroffen und die Situation der vergangenen zwei Jahre kritisch beleuchtet: Die Zahl der Seniorenstudierenden sei um etwa 50 % zurückgegangen. Das führt die Interessenvertretung einerseits auf die Hürden zurück, die insbesondere für ältere Menschen im Zuge der Umstellung auf digitale Lehre entstanden sind. Andererseits hätten sich auch die Zulassungsbedingungen für Seniorinnen und Senioren erheblich verschlechtert. Das Netzwerk sieht darin eine weitere Diskriminierung älterer Menschen.

Diese Entwicklung stehe im Widerspruch zu den Beteuerungen der Politik, älteren Menschen einen niedrigschwelligen Bildungszugang ermöglichen zu wollen, was jedoch gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels eine bedeutende Aufgabe sei. „Bereits früher hat DENISS die Forderung aufgestellt die Zugangsvoraussetzung zu den Hochschulen für Gasthörer und Seniorenstudierende zu vereinheitlichen, Beschränkungen des Lernangebotes aufzuheben und auch den Rentnern ein zahlbares Bildungsangebot zu ermöglichen“, heißt es in der Pressemitteilung von DENISS.

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Die 26. Jahresfachtagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros (BaS) trägt den Titel „Für ein gutes Leben im Alter – Mit Seniorenbüros kommunal gestalten“ und findet im September in Regensburg statt. Die Anmeldefrist ist jedoch nicht mehr fern.

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Im kommunalen Raum werde überwiegend über gute Lebensbedingungen und Teilhabechancen älterer Menschen entschieden. Dieser Raum, in dem der Lebensmittelpunkt liegt und die eigenen Kontakte, Arbeit und/oder im Bedarfsfall Unterstützungsangebote liegen, ist auch das Handlungsfeld der kommunalen Senior*innenbüros. Sie setzen sich für den gleichberechtigten Zugang zu Angeboten und zu Leistungen ein, unabhängig von der jeweiligen Lebenssituation der Menschen. „Das gelingt dort besser, wo die Kommunen dies als verpflichtende und strategisch verankerte Aufgabe begreifen“, heißt es von der BaS. Dies sei allerdings keineswegs überall der Fall. „Deshalb müssen sie dabei von Bund und Ländern unterstützt werden.“

Auf der diesjährigen Fachtagung sollen folgende Fragen diskutiert werden:

  • „Wie können sich lokale Einrichtungen inhaltlich noch besser aufstellen und mehr Rückenwind für ihre Arbeit erhalten?
  • Welche konkreten Ansätze haben sich als erfolgreich erwiesen und lassen sich übertragen?
  • Welche politische Verantwortung haben Bund, Länder und Kommunen dabei?
  • Wie kann ein gesetzlich verbindlicher Rahmen für verlässliche ‚Altenhilfestrukturen‘ geschaffen werden?“

Die Tagung findet am 27. und 28.09.2022 in Regensburg statt. Zur PDF-Datei mit dem geplanten Programm gelangen Sie hier. Alles Weitere sowie die Möglichkeit der Anmeldung, die bis zum 15.08.2022 eingegangen sein muss, finden Sie über diesen Link.

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Nach etwa dreiwöchigen Verhandlungen hatten CDU und Bündnis 90/Die Grünen in Nordrhein-Westfalen im Juni ihren gemeinsamen Koalitionsvertrag vorgestellt. Die Landesseniorenvertretung NRW e.V. kritisiert das fast 150-seitige Ergebnis, die ältere Generation sei darin „vollkommen unterrepräsentiert“.

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„Zukunftsvertrag“ – so nennt die kürzlich gebildete Koalition aus CDU und Grünen ihren gemeinsamen Koalitionsvertrag. Auf 146 Seiten finden sich über 7.000 Textzeilen mit Vorhaben, die man für die kommenden Jahre geplant hat. Doch nur 8 der mehr als 7.000 Zeilen seien den Senior*innen gewidmet, kritisiert die Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen (LSV NRW) und weist darauf hin, dass die über 65-jährigen mit rund 20 % zahlenmäßig immerhin die zweitstärkste Bevölkerungsgruppe des Bundeslandes sei. Der kleine Passus zu Senior*innen im „Zukunftsvertrag“ entspreche nicht dem Stellenwert der Altersgruppe für das gesellschaftliche Leben in Deutschlands bevölkerungsreichsten Land.

Man habe zuvor an die Politik appelliert und sich deutlich mehr erhofft, erklärt der LSV-Vorsitzende Karl-Josef Büscher: „Wir hatten im Mai deutlich gemacht, dass wir z. B. in den Bereichen bezahlbares, barrierefreies Wohnen, Mobilität und gesellschaftliche Teilhabe in Zeiten der Digitalisierung oder auch der Bekämpfung der Altersarmut wirklich entscheidende Schritte von der neuen Regierung erwarten. Unsere Erwartungen wurden in keiner Weise erfüllt.“

Die Landesseniorenvertretung fordert konkret vor allem eine Berücksichtigung der nicht erwerbstätigen Rentner*innen bei Ausgleichszahlungen vor dem Hintergrund der Inflation und der hohen Energiekosten. Von den über 1,8 Millionen Rentenbeziehenden im Land hätte rund ein Viertel nur unter 1.200 Euro zur Verfügung. Der Senior*innenvertretung gehe es auch um soziale Teilhabe, die nicht nur eine Frage des Geldes sei: „Wir brauchen dringend eine vom Land koordinierte Schulungsinitiative für den Gebrauch von digitalen Geräten und Medien speziell für Ältere“, so Büscher weiter, da das auch von den Kommunen oder der Kreis- und Landesebene ausgeweitete Online-Angebot zur Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes andernfalls an großen Teilen der Bevölkerung über 65 Jahre vorbeigehe.

Zur Pressemitteilung des LSR NRW mit weiteren aufgeworfenen Aspekten zum Koalitionsvertrag gelangen Sie hier.

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Im Juni wurde der Nationale Bildungsbericht 2022 vorgestellt. Dieser beleuchtet Bildung in nahezu allen Lebensphasen: Frühe Bildung, Hochschulbildung, Weiterbildungen im Erwachsenenalter und vieles mehr. Was fehlt: Bildung im Alter. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) kritisiert das und fordert eine Ausweitung der Bildungsberichterstattung.

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„Bildung im Alter“ – inzwischen zumindest in der Fachdiskussion immer häufiger als Schlagwort zu finden (zum Beispiel hier) – findet sich als Begrifflichkeit kein einziges Mal in dem mehr als 400 Seiten umfassenden Nationalen Bildungsbericht 2022, der im Juni veröffentlicht wurde. Nun kann man denken, dass der Inhalt, der sich dahinter verbirgt, möglicherweise unter einem anderen Stichwort behandelt wird. Allerdings findet sich auch unter dem Suchbegriff „Rentner“ (als Suchbegriff nicht geschlechtergerecht formuliert) nur folgender Satz: „Rentner:innen oder anderweitig Nichterwerbstätige nehmen deutlich seltener an organisierten (formalen oder non-formalen) Bildungsaktivitäten teil.“ Immerhin findet sich dafür zwölf Mal das Wort „Senioren“ in dem Dokument – allerdings ausschließlich im Namen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Die BAGSO, die sich als Interessensverband der älteren Generation(en) versteht, kritisiert die Nichtbeachtung von Bildung im Alter in der Nationalen Bildungsberichterstattung. Der Bericht befasse sich im Wesentlichen nur mit Bildung bis zum Ende der Erwerbstätigkeit – und das, obwohl der Bericht für sich in Anspruch nehme, das gesamte Bildungssystem in Deutschland systematisch abzubilden. „Diese kolossale Fehleinschätzung ist Ausdruck dafür, dass Bildung im Alter bisher nicht als bildungs- und gesellschaftspolitisch relevante Aufgabe erkannt und ernst genommen wird“, schlussfolgert Dr. Regina Görner, die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft. „Weil der Bericht die Bildung im Alter nicht thematisiert, bietet er auch keine Grundlage für politisches Handeln“, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung der BAGSO.

Der Bericht selbst weist an einer Stelle jedoch auch auf die schlechte Datenlage hin: „Zur Bildungsbeteiligung Älterer und insbesondere von Personen über 69 Jahren stehen nur wenige aktuelle Daten zur Verfügung, zumal diese Personengruppe in den gängigen Monitoringstudien kaum erfasst wird.“ Die BAGSO fordert in diesem Zusammenhang, einen regelmäßigen bundesweiten Survey zu Bildung im Alter einzurichten, um diese in der zukünftigen Berichterstattung angemessen darstellen zu können. „Betrachtet werden müssen dabei nicht nur formale, sondern auch non-formale und informelle Bildungsaktivitäten bis ins höchste Alter.“

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Vor dem Hintergrund einer Zunahme an Verschwörungsideologien, Hassrede und demokratiefeindlichen Bestrebungen will die Bundesregierung mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ Extremismus vorbeugen, Vielfalt gestalten und die Demokratie stärken. Noch bis zum 12. August 2022 können sich Initiativen und Organisationen mit ihren Projektideen um eine Förderung aus dem Fonds bewerben.

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„Mit großer Sorge beobachten wir neue Phänomene wie zunehmenden Hass und Verschwörungstheorien im Netz“, wird Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) auf der Internetseite ihres Ministeriums zitiert. Das könne laut Paus den demokratischen Zusammenhalt gefährden. „Wir reagieren auf diese und andere Entwicklungen mit dem Innovationsfonds im Bundesprogramm ‚Demokratie leben!‘ und fördern Initiativen und Projekte, die das Demokratievertrauen und die demokratische Diskussionskultur stärken“, erklärt die Ministerin weiter. Mehr als 160 Millionen Euro stehen dieses Jahr für das Bundesprogramm zur Verfügung. Gefördert werden bisher bereits rund 600 Projekte und Maßnahmen, mit den nun neu geförderten soll auf aktuelle Entwicklungen reagiert werden.

Mitte Juli ist nun die einmonatige Bewerbungsphase für Interessensbekundungen gestartet, die bis zum 12. August 2022 läuft. Eingeladen sind nun Initiativen und Organisationen, ihre Projektideen einzureichen und dafür möglicherweise eine Förderung zu erhalten. Die Bundesregierung nennt in ihrer Pressemitteilung vier Themenschwerpunkte, zu denen Projektvorstellungen eingereicht werden können:

  1. Die aktive Auseinandersetzung mit Verschwörungsdenken/-narrativen und Falschinformationen, vor allem im Netz.
  2. Die Stärkung demokratischer Konfliktkompetenzen in der Auseinandersetzung mit gesellschaftlich und politisch kontroversen Themen.
  3. Die Unterstützung neuer Ansätze in ausgewählten Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
  4. Die Entwicklung von pädagogischen Ansätzen zur Prävention von Rechtsextremismus und Ultranationalismus im Migrationskontext.

Mehr zu dem Innovationsfonds und dem Auswahlverfahren finden Sie unter diesem Link.

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Im Rahmen der Hochaltrigkeitsstudie D80+ ist der neunte Kurzbericht erschienen. Er behandelt die Wertvorstellungen und Wünsche der Über-80-jährigen in Deutschland zu der eigenen Lebenssituation und das gesellschaftliche Zusammenleben. Zentrales Ergebnis: Die meisten Älteren wollen sicher und selbstbestimmt leben.

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„Werthaltungen hochaltriger Menschen und ihre Wünsche für die eigene Lebenssituation und das gesellschaftliche Zusammenleben“ ist der Titel des Kurzberichts, der im Juli erschienen ist. Es ist der neunte Bericht dieser Art, jede Publikation beschäftigt sich mit einem Thema. Bei den Ergebnissen handelt es sich um die aufbereiteten Daten der bundesweiten Studie „Hohes Alter in Deutschland (D80+)“, in deren Rahmen zwischen November 2020 und April 2021 über 10.000 Menschen ab 80 Jahren zu ihrer Lebenssituation befragt wurden.

Laut dem vorliegenden Bericht geben 94% der Befragten an, dass es für sie wichtig sei, eine sichere Umgebung zu haben. Für 90% sei wichtig, selbstbestimmt handeln zu können, Traditionen zu achten spiele für 85% eine bedeutende Rolle und 83% wollen sich um die Natur und Umwelt kümmern. Macht und Prestige gaben laut Kurzbericht nur 12% als wichtige Wertvorstellung an.

Viele Hochaltrige seien mit ihrem Leben zufrieden. Über zwei Drittel geben allerdings an, „Gefühle von Anomie“ zu haben – also das Empfinden, dass ihre Werte nicht mehr zur modernen Gesellschaft passten. „Es gehört wohl zum Leben dazu, wenn viele von ihnen das Gefühl haben, dass ihre Wertvorstellungen nicht mehr mit denen der Gesellschaft übereinzustimmen scheinen“, ordnet die Bundesseniorenministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) die Ergebnisse des Berichts ein. „Umso wichtiger erachte ich das Miteinander zwischen jungen und alten Menschen und die gegenseitige Unterstützung, die sich viele der über 80-Jährigen für die Bewältigung ihres Alltags wünschen. Hierfür helfen Ideen, Angebote und Räume für unser Miteinander“, so die Ministerin weiter. Deshalb fördere die Regierung beispielsweise Mehrgenerationenhäuser oder den DigitalPakt Alter, der digitale Begegnungen ermögliche.

Die Hochaltrigkeitsstudie D80+ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) über einen dreijährigen Zeitraum gefördert und vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) und dem Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres) durchgeführt. Die Abschlusstagung wird am 17. Oktober 2022 in Berlin stattfinden.

Ausgangspunkt der Studie war unter anderem die Feststellung, dass es bislang kaum Erkenntnisse über das hohe Alter in Deutschland gegeben habe – und das vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft. „Eine gute Datenlage ist jedoch notwendig“, heißt es auf der Internetseite von ceres. „Zum einen, um den besonderen Unterstützungsbedarfen im hohen Alter zukünftig besser gerecht werden zu können. Zum anderen, um Lösungsansätze für sozialpolitische Herausforderungen wie der sozialen Sicherung im Alter sowie im Hinblick auf eine Generationengerechtigkeit entwickeln zu können.“

Den rund 30-seitigen Bericht können Sie hier herunterladen.

Hier gelangen Sie zur Pressemitteilung des BMFSFJ.

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Die Bundessenior*innenministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) hat am 6. Juli 2022 das Sachverständigengremium berufen, dass den neunten Altersbericht erarbeiten soll. Thema des Berichts sollen insbesondere Potenziale und Teilhabechancen im Alter sein.

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In jeder Legislaturperiode hat die Bundesregierung einen Bericht zur Lebenssituation älterer Menschen in Deutschland vorzulegen. Das geht auf einen Bundestagsbeschluss von 1994 zurück. Dabei können unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte gesetzt werden. Der letzte Bericht dieser Art – der Achte Altersbericht – hat sich dem Thema „Ältere Menschen und Digitalisierung“ gewidmet, der neunte soll nun den Titel „Alt werden in Deutschland – Potenziale und Teilhabechancen“ tragen.

Zur Erarbeitung des Berichts hat Bundesministerin Paus Anfang Juli nun die Sachverständigenkommission berufen. Diese besteht aus elf Wissenschaftler*innen verschiedener Universitäten und Hochschulen in Deutschland. Vorliegen soll der Expertenbericht bis Ende März 2024.

„Es gibt unzählige Aspekte des Älterwerdens. Die Erfahrungen und Herausforderungen sind unterschiedlich: Ob es um die große Gruppe der Babyboomer geht, um Menschen mit Migrationsgeschichte oder die queere Community“, erklärt Lisa Paus auf der Internetseite ihres Ministeriums. „Mit dieser Vielfalt des Älterwerdens und den darin liegenden Potenzialen werden sich die Expertinnen und Experten der Neunten Altersberichtskommission in den nächsten zwei Jahren beschäftigen.“

Den Gesamtbericht inklusive der Stellungnahme der letzten Bundesregierung zum Achten Altersbericht können Sie unter diesem Link herunterladen oder bestellen.

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Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) hat eine Umfrage gestartet, die sich insbesondere an Menschen richten, die kein Internet benutzen. Herausgefunden werden soll dabei, mit welchen Problemen und Herausforderungen diese Menschen im Alltag möglicherweise konfrontiert sind.

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„Niemand soll ausgeschlossen werden, nur weil er kein Internet nutzt!“, heißt es von der BAGSO, die sich auch für ein Recht auf Leben ohne Internet einsetze. „Doch wo genau drückt der Schuh? Mit welchen Problemen haben Menschen ohne Internet konkret zu kämpfen?“ – diese Fragen sollen nun durch eine Umfrage geklärt werden. „Mit Ihrer Hilfe können wir bestehende Probleme sammeln und uns gemeinsam für gute Lösungen einsetzen.“

Der Umfrage mit dem Titel „Leben ohne Internet – geht’s noch?“ kann von Einzelpersonen oder Gruppen bearbeitet werden. Geschildert werden sollen beispielsweise Situationen im Alltag, in denen große Probleme für Menschen ohne Internetnutzung bestehen.  Doch gefragt wird auch nach guten Beispielen, aus denen möglicherweise Erkenntnisse für die Zukunft gewonnen werden könnten: „Kennen Sie ein gutes Beispiel einer Organisation, Firma oder Behörde, die Personen, die das Internet nicht nutzen, ein gutes alternatives Angebot macht? Falls ja, beschreiben Sie kurz“.

Der Fragebogen kann unter diesem Link heruntergeladen und ausgedruckt werden, aber auch online ausgefüllt oder per Post bestellt werden.

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