Logo DISW

Engagement

Welchen Umgang mit Sexualität haben ältere schwule Männer und vor welchen Herausforderungen stehen diese? Dieser Frage widmen sich Dr. Heiko Gerlach, Diplom Pflegewirt und Altenpfleger, und der Gesundheitswissenschaftler Christian Szillat.

Weiterlesen

Über die sexuellen Bedürfnisse schwuler Männer gäbe es nur wenige Forschungsdaten so Gerlach und Szillat am Anfang ihres Essays. Es scheine zudem, als ob die Tabuisierung des Themas Sexualität im Alter auch bei schwulen Männern fortwirke, gleichzeitig fänden aber auch Emanzipationsbemühungen statt.

Die Autoren beginnen mit einer Darstellung des Themenkomplexes „Sexualität im Alter“. Entgegen bestehender Vorurteile ist Sexualität im Alter nicht unbedingt rückläufig und ihr kann ein hoher Stellenwert zu kommen. Die Häufigkeit von Geschlechtsverkehr und die Intensität von sexuellem Verlangen nimmt zwar ab, aber das Bedürfnis nach körperlicher Nähe und Zuneigung bleibt. Körperliche Alterungsprozesse und der Gesundheitszustand einer Person haben Einfluss auf das sexuelle Verhalten und auf das Erleben von Sexualität.

Die Biografien schwuler Senioren sind durch staatliche Verfolgung und gesellschaftliche Stigmatisierungen und Diskriminierungen geprägt. Einige, so die Autoren, hätten einen offenen Umgang mit ihrer schwulen Identität und finden auch im Alter Wege, ihre sexuellen Bedürfnisse umzusetzen bzw. an veränderte Bedingungen anzupassen. Andere, die bisher einen verschlossenen Umgang mit ihrer sexuellen Identität gelebt haben, verinnerlichen eher Vorstellungen von einer defizitären Alterssexualität.

Gesundheitsbedingte sexuelle Probleme und Dysfunktionen können Identitätskrisen auslösen. Auch Attraktivitätsnormen der schwulen Szene können sich auf das Selbstbild älterer schwuler Männer auswirken. Einige schwule Männer versuchen den altersbedingten körperlichen Veränderungen durch bestimmte Maßnahmen entgegenzuwirken. Anderen gelänge es eher, ein Altersselbstbild aufzubauen, in welchem körperlichen Veränderungen gelassener entgegengesehen werde, schreiben Gerlach und Szillat. Alternative Beziehungsmodelle als das der monogamen Zweierbeziehung werden bei schwulen Senioren häufiger gelebt als bei heterosexuellen älteren Menschen. So öffnen zum Beispiel schwule Paare mit der Dauer ihrer Partnerschaft diese eher für Sexualkontakte außerhalb der Beziehung.

Gerlach und Szillat gehen im Weiteren auf die verschiedenen Umgänge pflegebedürftiger schwuler Senioren mit ihrer Sexualität ein. Diese unterscheiden sich teilweise je nach Persönlichkeit und Biografie deutlich voneinander.

Zum Ende des Essays konstatieren die beiden, dass die Gesellschaft in Sachen der Alterssexualität zwar grundsätzlich liberaler geworden sei. Dennoch fehlten vor allem bei Beratungsstellen oder in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen eine akzeptierende und respektvolle Haltung gegenüber sexuellen Wünschen und Problemen im Alter.

Es besteht auf jeden Fall noch weiterer Forschungsbedarf. Um mehr über die sexuellen Bedürfnisse und Wünsche von älteren schwulen Männern zu erfahren, sei es notwendig, diese Altersgruppen in allgemeinen Studien miteinzubeziehen oder auch eigene Erhebungen durchzuführen, konstatieren die Autoren.

Das Essay kann hier heruntergeladen werden. Es wurde von der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren in Auftrag gegebenen.

Mehr zu Themen der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt können Sie auf unserem Portal echte-vielfalt.de nachlesen.

Schließen


Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) hat wie zuletzt 2017 im Vorfeld zur Bundestagswahl Fragen an die im Bundestag vertretenen Parteien rund um die Themen Seniorenpolitik, Alterssicherung oder digitale Teilhabe formuliert.

Weiterlesen

Am 26. September diesen Jahres steht wieder eine Bundestagswahl an, die über die neue Zusammensetzung des Parlaments in Berlin entscheidet.

Rund fünf Monate vorher hat die BAGSO als Interessenvertretung älterer Menschen zusammen mit ihren Mitgliedsverbänden Fragen an die Parteien formuliert, die Aufschluss über seniorenpolitische Themen geben sollen und Senior*innen dabei im Sinne von „Wahlprüfsteinen“ bei der Entscheidungsfindung unterstützen können.

Untergliedert sind die Fragen in die acht Bereiche Seniorenpolitik, Rechte älterer Menschen, Alterssicherung, Freiwilliges Engagement und Partizipation, Gesundheit, Pflege, Wohnen und Wohnumfeld und Digitalisierung. Hier einige Beispiele aus verschiedenen Bereichen:

  • Inwieweit wird sich Ihre Partei im Sinne der Empfehlungen des Siebten Altenberichts der Bundesregierung für eine moderne, zukunftsfähige und verlässlich finanzierte Seniorenpolitik einsetzen und wie soll die Handlungsfähigkeit von Kommunen sichergestellt werden?
  • Unterstützt Ihre Partei die Forderung nach einer UN-Altenrechtskonvention und wie setzt sie sich darüber hinaus dafür ein, die Menschenrechte Älterer weltweit zu stärken?
  • Welche Maßnahmen wird Ihre Partei ergreifen, um Altersarmut zu bekämpfen?
  • Welche Maßnahmen werden Sie ergreifen, um die digitale Teilhabe sozial gerechter zu gestalten?

In ihrer Einleitung der Wahlprüfsteine weist die Bundesarbeitsgemeinschaft darauf hin, dass die Bundespolitik zwar nicht für alles allein verantwortlich sei, allerdings von großer Bedeutung.

„Wir setzen uns für ein aktives, selbstbestimmtes und gesundes Älterwerden in sozialer Sicherheit ein“, so die Beschreibung des eigenen Anliegens. Hier können Sie das gesamte Dokument der BAGSO herunterladen.

Schließen


Anlässlich des Tags der älteren Generation am 7. April hatte die Bundesfamilien- und seniorenministerin Dr. Franziska Giffey (SPD) das Engagement älterer Menschen in der Corona-Pandemie betont und gewürdigt.

Weiterlesen

Die Reduzierung älterer Menschen auf den Begriff der „Risiko-Gruppe“, wie die Altersgruppe im Laufe der Corona-Pandemie immer wieder bezeichnet wurde, werde der Vielfalt des Alters nicht gerecht, betont die Stellungnahme des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zum Tag der älteren Generation.

„Viele Ältere zeigen, wie man auch im Alter noch ein aktives Leben führen und damit andere begeistern kann. Auch Corona konnte sie nicht davon abhalten. Einige haben die Chancen der Digitalisierung genutzt, um ihre Mitmenschen mitzureißen und vom tristen Pandemie-Alltag abzulenken“, wird die Bundesfamilienministerin Giffey in der Stellungnahme zitiert.

„Diese Seniorinnen und Senioren sind Vorbilder, die wir dringend brauchen. Sie tragen maßgeblich zu einem zeitgemäßen, positiveren Blick auf das Alter bei und zeigen, dass man auch im Ruhestand noch fit und voller Lebensfreude sein kann.“

Vorgestellt wird in dem Beitrag stellvertretend für viele Engagierte auch die Aktion „Wer rastet, der rostet!“ von der Marie-Luise und Ernst Becker Stiftung, die vom BMFSFJ gefördert wird. Im Rahmen der Aktion werden ältere Menschen porträtiert, die auch im hohen Alter Ganzkörpersport betreiben und andere dabei motivieren können. Auch andere, digitale Angebote für Senior*innen sind in der Stellungnahme auf der Internetseite des Ministeriums verlinkt.

Der Tag der älteren Generation wurde 1968 durch die Kasseler Lebensabendbewegung ins Leben gerufen, um auf die Rolle der älteren Menschen in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. Viele Organisationen nutzen für ihre Stellungnahmen und Forderungen allerdings auch den 01. Oktober als jährlichen Internationalen Tag der älteren Generation, der auf einen Beschluss der Vereinten Nationen zurückgeht.

Zum Thema Ehrenamt hochaltriger Menschen ist kürzlich auch ein Buch erschienen.

Schließen


Beitragsbild
Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat im April gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) angesichts eines herausfordernden Jahres in Dauerstress vor einer Massenflucht aus Pflegeberufen gewarnt.

Weiterlesen

„Wenn wir nicht schnell das Ruder herumreißen, riskieren wir einen massenhaften Ausstieg aus dem Beruf“, äußerte sich Westerfellhaus nach Angaben des Ärzteblatts gegenüber dem RND.

Demnach gebe es bereits Hinweise darauf, dass schon tausende Pflegekräfte aus Krankenhäusern und Altenpflege während des vergangenen Jahres aufgehört hätten. „Viele haben das Vertrauen in die Politik verloren, dass sich die Situation grundlegend ändert“, wird der Pflegebevollmächtigte weiter zitiert. Westerfellhaus spricht dabei von einem „Gefühl der Ohnmacht“.

Um dem entgegenzuwirken fordere Westerfellhaus unter anderem einen Personalschlüssel, der sich am tatsächlichen Pflegebedarf orientiere und planbare Arbeitszeiten ermöglichen solle. Eine bessere Bezahlung sei zudem ebenfalls nötig. Eine konkrete Zahl habe er nicht genannt, kritisierte aber die Tarifpartner: „Wenn sich Tarifpartner jetzt dafür loben, dass sie eine Lohnerhöhung von 70 Euro vereinbart haben, dann ist das doch wirklich lächerlich.“

In dem Artikel des Ärzteblatts finden Sie weitere Informationen und Zitate des Pflegebevollmächtigten zu dem Thema. Weitere auf seniorenpolitik-aktuell veröffentlichte Beiträge zur Arbeit des derzeitigen Pflegebevollmächtigten Andreas Westerfellhaus finden Sie hier.

Schließen


Bereits Ende vergangenen Jahres hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Reform der Pflegeversicherung angekündigt. Ob diese noch in der aktuellen Legislaturperiode beschlossen wird, ist unklar. Inzwischen ist Kritik an den Plänen lauter geworden.

Weiterlesen

Im November 2020 hatte Gesundheitsminister Jens Spahn ein Eckpunktepapier vorgelegt, indem die neue Pflegereform skizziert wurde. Der Vorschlag sah unter anderem eine Deckelung der Eigenanteile bei stationärer Pflege von 700 Euro monatlich für 36 Monate vor.

Im März 2021 überarbeitete Spahn die Pläne. Ein neuer Arbeitsentwurf sah dann nur noch eine Deckelung in einem Stufenmodell vor. Danach wären die Eigenanteile der Pflegebedürftigen im ersten Jahr voll zu zahlen, erst im zweiten Jahr der stationären Pflege würden die Eigenanteile um 25 Prozent reduziert werden. Nach über 24 Monaten dann um die Hälfte.

An dieser Veränderung der geplanten Reform gibt es Kritik, wie unter anderem der BIVA-Pflegeschutzbund in einer Fakten- und Kritiksammlung zu dem Vorhaben beschreibt. Demnach kritisiere beispielsweise der Bremer Pflegewissenschaftler Heinz Rothgang, durch das Stufenmodell statt einer ursprünglich geplanten Deckelung blieben die Eigenanteile für die Betroffenen unkalkulierbar. Viele Pflegebedürftige hätten von so einer ‚relativen Deckelung‘ gar nichts, da 25 Prozent der Bewohner*innen nicht länger als ein Jahr blieben und damit weiterhin die vollen Eigenanteile zu zahlen wären.

Auch innerhalb der Regierungskoalitionen gebe es noch keine Einigung. „Wir liegen inhaltlich noch sehr weit auseinander“, wird SPD-Fraktionsvize Bärbel Bas Mitte April im Ärzteblatt zitiert. Es gehe vor allem um Finanzierungsfragen. Nach Berechnungen des Gesundheitsministers Spahn beliefen sich die Mehrkosten auf 6,3 Milliarden Euro jährlich, von denen die Länder einen Teil übernehmen sollen.

Auch bleibt unklar, ob es ein entsprechendes Reformgesetz wie ursprünglich angekündigt noch in der laufenden Legislaturperiode – also bis September – geben wird. „Für ein geregeltes Verfahren im Parlament ist es jetzt fast zu spät“, so Sabine Dittmar, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, im Ärzteblatt.

Schließen


Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt veranstaltet im Mai insgesamt vier Online-Seminare, in denen es um die Frage gehen soll, wie man als Verein oder ehrenamtliche Initiative Gelder und Unterstützung einwerben kann.

Weiterlesen

„Gute Ideen brauchen gutes Geld“, heißt es in der Ankündigung der Veranstaltungen auf der Seite der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt. „Doch woher nehmen? Welche Möglichkeiten gibt es als Verein oder ehrenamtliche Initiative, strukturiert Gelder und Unterstützung einzuwerben? Wie bereite ich meine Organisation darauf vor? Welche Werkzeuge unterstützen mich dabei?“.

Unter anderem diese Fragen sollen in den folgenden vier Terminen (jeweils von 17:00 bis 18:15 Uhr) beantwortet werden:

  • „Fundraising braucht (die) Führung: Was ich als Vorstand oder Geschäftsführer:in im Verein wissen sollte“ – 11. Mai 2021
  • „Auf los geht`s los! 1×1 des Fundraisings“ – 12. Mai 2021
  • „Klick dich reich? Einführung in das Online-Fundraising“ – 18. Mai 2021
  • „3,2,1 und los! In drei Schritten Fördermittel für gemeinnützige Aktivitäten einwerben“ – 19. Mai 2021

Die Veranstaltungen finden online und in Kooperation mit dem Deutschen Fundraising Verband statt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Einen weiteren Artikel zu Fördermitteln für die Integrationsarbeit in ländlichen Kommunen finden Sie hier.

Schließen


Die Stiftung Pro Alter hat ein Buch veröffentlicht, in dem Menschen vorgestellt werden, die sich mit über 80 Jahren ehrenamtlich für andere Menschen engagieren. Ziel der Stiftung ist unter anderem, positive Altersbilder zu stärken.

Weiterlesen

„Mit über 80 Jahren ... Freiwilliges soziales Engagement hochaltriger Frauen und Männer“ heißt die Publikation, die die Stiftung im März 2021 veröffentlicht hat. Auf rund 50 Seiten finden sich darin Kurzportraits über Menschen wieder, die sich in verschiedener Art und Weise gesellschaftlich engagieren. Eins haben alle dort vorgestellten Personen gemeinsam: Sie sind dabei über 80 Jahre alt.

„Wir wollen viele und gute Beispiele für das Engagement im hohen Alter zusammentragen und über viele Wege bekannt machen“, heißt es von der Stiftung Pro Alter in dem Buch zu den Beweggründen. „Unser Ziel ist es, ein chancen- und stärkenorientiertes Bild der über 80-Jährigen zu fördern und einem defizitgeprägten Bild entgegen zu wirken.“

Auf ihrer Internetseite hat Pro Alter zudem Hintergrundinformationen zu dem Projekt „Mit über 80 Jahren…“ veröffentlicht. Darin wird argumentiert, dass es häufig noch nicht im öffentlichen Bewusstsein angekommen sei, dass inzwischen fast sechs Millionen Menschen der Altersgruppe der über 80-Jährigen angehörten. Aufgrund von Fortschritten in der Medizin, der Wirtschaft und Kultur sei diese Altersgruppe „inzwischen in der Lage, aktiv am sozialen und gesellschaftlichen Leben teil zu haben.“

Laut Bericht des Bundesfamilienministeriums zum Freiwilligensurvey 2019 sei die Quote freiwillig engagierter Menschen gerade in der Altersgruppe ab 65 Jahren zwischen 1999 und 2019 deutlich gestiegen. Von zuvor 18 Prozent sei der Wert auf 31,2 Prozent gestiegen. Aufgrund der bislang geringen Datenlage fehlen allerdings differenziertere Aufteilungen der Altersgruppen, die eine Aussage über die Häufigkeit von ehrenamtlichem Engagement Hochaltriger (z.B. ab 80 Jahren) treffen kann.

Sie können die Publikation als PDF-Datei kostenlos herunterladen.

Schließen


Über eine neue Form der Bürger*innenbeteiligung in Form des sogenannten Bürgerrates berichteten wir bereits im vergangenen Jahr. Nun hat das Gremium Empfehlungen zum Thema „Deutschlands Rolle in der Welt“ erarbeitet, die dem Bundestag im März überreicht wurden.

Weiterlesen

2019 hat der Verein „Mehr Demokratie“ den sogenannten Bürgerrat ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein Konzept der Bürger*innenbeteiligung, bei der eine Gruppe von Personen aus unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft ausgelost wird und dann gemeinsam zu einem politischen Thema arbeitet.

Im vergangenen Jahr hatte der Ältestenrat des Deutschen Bundestages das Gremium beauftragt, Empfehlungen zu Deutschlands Rolle in der Welt zu erarbeiten, welche den Fraktionen als Grundlage zur Weiterentwicklung von Ideen bereitgestellt werden sollten.

Im März 2021 ist nun ein entsprechendes Gutachten vorgelegt worden. An diesem hatten 152 zufällig ausgewählte Bürger*innen in insgesamt 50 Stunden Online-Beratungen mitgewirkt. Das rund 70-seitige Papier enthält 32 Empfehlungen zur zukünftigen Rolle Deutschlands in der Welt.

„Die Stärke des Gutachtens liegt darin, dass es ein Meinungsbild vermittelt, das verantwortungsvolle und nachdenkliche Bürgerinnen und Bürger aus sehr unterschiedlichen Lebensverhältnissen, Generationen und Regionen entwickelt haben“, wird die Bürgerrats-Vorsitzende Marianne Birthler in einem Bericht der Robert Bosch Stiftung zitiert, an deren Berliner Standort das Gutachten an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) überreicht wurde.

„Der Bürgerrat ist ein gutes Beispiel dafür, wie Demokratie mit Leben gefüllt, Bürgerinnen und Bürger bei der Suche nach Antworten auf politische Fragen einbezogen werden und das Vertrauen zwischen ihnen und der Politik gestärkt werden kann,“ begrüßt auch Sandra Breka, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung das Projekt.

Konkret wird in dem Bürger*innengutachten beispielsweise ein „Lieferkettengesetz zur Einhaltung menschenrechtlicher, sozialer und ökologischer Standards“ gefordert. Das Ziel der Nachhaltigkeit solle zudem ins Grundgesetz festgeschrieben werden und ein „Nachhaltigkeitsministerium“ solle geschaffen werden.

Aus historischer Verantwortung solle Deutschland zu Russland ein „partnerschaftliches Verhältnis“ suchen, außerdem solle sich Deutschland für eine Reform des UN-Sicherheitsrates einsetzen. Das vollständige Gutachten können Sie hier herunterladen.

Schließen


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat als Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN) einen Bericht veröffentlicht, der sich erstmals ausführlich mit dem Thema Altersdiskriminierung beschäftigt. Weltweit sei jede*r zweite Erwachsene voreingenommen gegenüber älteren Menschen.

Weiterlesen

Im März dieses Jahres hat die Weltgesundheitsorganisation den ersten „Global Report on Ageism“ veröffentlicht. Die Mitgliedsstaaten hatten die Organisation 2016 damit beauftragt, einen entsprechenden Bericht zu dem Thema vorzulegen.

„Es ist an der Zeit, Nein zu Altersdiskriminierung zu sagen“, heißt es in dem Bericht, der gleichzeitig den Start einer weltweiten Kampagne markieren soll.

„Wenn Regierungen, UN-Organisationen, Entwicklungsorganisationen, zivilgesellschaftliche Organisationen und akademische und Forschungsinstitutionen wirksame Strategien umsetzen und in weitere Forschung investieren, und wenn Einzelpersonen und Gemeinschaften sich der Bewegung anschließen und jede Form von Altersdiskriminierung bekämpfen, dann schaffen wir gemeinsam eine Welt für alle Altersgruppen [von seniorenpolitik-aktuell aus dem Original übersetzt].“

Im Rahmen der gestarteten Kampagne hat die UN-Organisation die Veröffentlichung des Berichts am 18. März 2021 als Videomitschnitt im Internet übertragen. Zu Beginn ist ein Kampagnenvideo zu sehen, indem Menschen verschiedenen Alters einen Eindruck vermitteln, wie sich Diskriminierung aufgrund von Alter anfühlen kann. Darin steht abschließend der Satz „Alter definiert dich nicht. Hilf uns, die Botschaft zu verbreiten [übersetzt].“ Die Videoaufnahme können Sie hier direkt anschauen:

[embed]https://www.youtube.com/watch?v=1fKD7aHFpZw[/embed]

 

Weltweit habe laut UN-Bericht jede*r Zweite Vorurteile gegenüber Menschen höheren Alters. Generell gebe es Altersdiskriminierung laut WHO-Bericht allerdings nicht nur gegen Ältere, sondern auch gegen jüngere Menschen.

Bei der Diskriminierung aufgrund von Alter – der Bericht benutzt im englischen den Ausdruck „Ageism“, der auch im Titel des Berichts vorkommt – geht es grundsätzlich um Zuschreibungen verschiedener Eigenschaften aufgrund des Lebensalters, die zu Nachteilen oder Ungerechtigkeiten führen. Verallgemeinerungen über Junge und Alte seien vor allem in der Corona-Pandemie deutlich geworden.

Hier können Sie sich den englischsprachigen Bericht (rund 200 Seiten) als PDF-Datei herunterladen. Ebenfalls steht dort eine deutlich kompaktere Zusammenfassung zum Download bereit, die derzeit auch in französischer und spanischer Sprache verfügbar ist.

Schließen


Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) fordert in einer aktuellen Stellungnahme, Besuche in Pflegeheimen bei hoher Impfquote der Einrichtungen wieder unkomplizierter zu ermöglichen. Der größte Teil der Bewohner*innen sei mittlerweile bereits geimpft.

Weiterlesen

Am 12. April 2021 hat die DAlzG eine Stellungnahme veröffentlicht, in der einleitend Erfahrungen aus der telefonischen Alzheimer-Beratung geschildert werden, welche die Organisation seit 2002 anbietet. Berichtet wird beispielhaft von einem Gespräch mit einer Enkelin, die ihre demenzkranke Großmutter weiterhin nur maximal drei Stunden pro Woche besuchen dürfe – und das, obwohl in der Einrichtung bereits seit Mitte Februar alle Bewohner*innen zweifach geimpft worden seien.

Etwaige Berichte seien keine Einzelfälle, weshalb die DAlzG die Bundesländer auffordert, zügig zu handeln. Unter anderem Schleswig-Holstein habe zusammen mit einigen anderen Ländern bereits auf die hohen Impfquoten in den stationären Einrichtungen reagiert und die Verordnungen entsprechend angepasst.

„Wir fordern die Gesundheitsbehörden aller Bundesländer auf, durch geeignete Maßnahmen wie eine weitere Anpassung der landesrechtlichen Vorgaben oder ausdrückliche Weisungen an die Heimaufsichtsbehörden dafür zu sorgen, dass Besuche in vollstationären Pflegeeinrichtungen – soweit kein akutes Infektionsgeschehen vorliegt - wieder ohne zeitliche Beschränkungen und Berührungsverbote möglich sind“, wird die DAlzG-Geschäftsführerin Sabine Jansen in der Stellungnahme zitiert.

„Dass in diesem Fall geimpfte Heimbewohnerinnen und -bewohner ggf. früher als andere Bevölkerungsgruppen von bestimmten Einschränkungen befreit werden, hat auch der Deutsche Ethikrat bereits in seiner Ad-hoc-Empfehlung vom 4. Februar 2021 ausdrücklich befürwortet. Denn diese Gruppe hat durch die Pandemie wohl mit am stärksten unter Beschränkungen ihrer elementarsten Rechte gelitten“, so Jansen weiter.

Die DAlzG ist nicht die einzige Organisation, die sich für ein Ende der teilweise immer noch strikten Besuchseinschränkungen ausspricht. Schon im März hatte beispielsweise der BIVA-Pflegeschutzbund eine entsprechende Petition an die Landesgesundheitsämter gestartet, die insgesamt 2.250 Personen unterstützt hatten.

Schließen