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Vernetzung

Der Bundesverband russischsprachiger Eltern (BVRE) hat ein Projekt zur Unterstützung älterer Menschen ins Leben gerufen, durch das ihnen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht und der Aufbau sozialer Netzwerke erleichtert werden soll. Das Patenschafts-Projekt wird vom Bundesseniorenministerium gefördert.

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Seit dem 24. Februar hält der Krieg inzwischen an, den Russland gegen die Ukraine führt. Über die besondere Situation älterer Menschen in kriegerischen Auseinandersetzungen haben wir auch auf diesem Portal bereits berichtet, zum Beispiel im Rahmen des UN-Berichts zu Menschenrechtsverletzungen an Älteren in bewaffneten Konflikten oder zur Frage, was der Krieg auch hierzulande bei Senior*innen auslöst. Ausdrücklich mit der Situation der Senior*innen beschäftigt sich nun auch das Projekt des BVRE. „Patenschaften für die vom Krieg fliehende ukrainische Senioren und Seniorinnen“ ist der Titel des Projekts, das den Ukrainer*innen helfen soll, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können oder auch einen Beitrag zum Ausgleich für verlorene familiäre Bindungen zu sorgen.

„Viele ältere und hochbetagte Menschen in den Kriegsgebieten in der Ukraine gehören zu den besonders gefährdeten“, heißt es auf der Seite des Projekts. „Der schlechte gesundheitliche Zustand oder auch die Angst, in einem hohen Alter ihre Heimat zu verlassen und ins fremde Land auszuwandern, hindern sie oft daran, diesen Schritt zu wagen. In Deutschland angekommen, befinden sich zwar nicht mehr in Lebensgefahr, werden aber nach Ihrer Ankunft oft den Problemen anderer Art ausgesetzt.“

In drei Formaten sollen die ukrainischen Senior*innen im Rahmen des Projekts Unterstützung erfahren:

  • Hilfestellungen in allen Fragen des täglichen Lebens in Deutschland
  • Sportaktivitäten
  • Kultur- und Freizeitaktivitäten

Bei allen Angeboten handele es sich um Gruppenformate, in denen die Senior*innen in der gewohnten Umgebung unter Gleichaltrigen mit der gleichen Muttersprache bleiben. „In den Gruppen können Freude oder auch Kummer miteinander geteilt werden, man findet Anschluss und Freunde.“

Projektkoordinator*innen sind Yulia Grisakov (grisakov.yulia@bvre.de) und Batyr Bikbulatov (batyr.bikbulatov@bvre.de).

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Das Bundesjustizministerium plant, das erst vor zwei Jahren geänderte Wohnungseigentumsgesetz (WEG) erneut zu ändern. Dabei sollen reine Online-Eigentümer*innenversammlungen ermöglicht werden. Der Verband Wohnen im Eigentum (WiE) fürchtet, die Änderung könne aufgrund technischer Hürden zulasten bildungsbenachteiligter und älterer Menschen sein.

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Bekannt geworden war das Vorhaben zur Änderung des WEG nur über die Antwort des Bundesjustizministeriums auf eine Kleine Anfrage eines Bundestagsabgeordneten. Auf Anfrage des Tagesspiegel wurden entsprechende Reformvorhaben aus dem Ministerium bestätigt.

Im Kern soll es dabei um die Ermöglichung von Online-Versammlungen der Eigentümer*innen gehen – selbst dann, wenn beispielsweise aus technischen Gründen nicht alle Eigentümer*innen daran teilnehmen können. Der Verband Wohnen im Eigentum warnt davor, dass das besonders für ältere oder bildungsbenachteiligte Menschen von Nachteil wäre und befürchtet das Ende der Präsenzveranstaltungen. Denn vor allem die Verwalter*innen würden von einer solchen Gesetzesreform profitieren und dürften Online-Versammlungen künftig bevorzugen. Sie müssten keine Räumlichkeiten mehr zur Verfügung stellen oder anmieten und hätten bei gleichzeitiger Versammlungsleitung technische Möglichkeiten wie das Stummschalten einzelner Teilnehmer*innen zur Verfügung.

Bereits jetzt ermögliche die Rechtslage Hybridveranstaltungen, also die Kombination aus Präsenz und Online-Teilnahme, erklärt WiE. Selbst reine Online-Versammlungen seien bereits denkbar, wenn alle Eigentümer*innen zustimmen. Der Verband WiE formuliert hinsichtlich der noch vage bekannten Reformvorhaben einige Fragen an das Bundesjustizministerium. Darunter zum Beispiel:

  • „Wie will das BMJ verhindern, dass hochbetagte oder bildungsbenachteiligte Wohnungseigentümer, die digital nicht versiert sind, nicht ausgegrenzt werden?“ oder
  • „Wie will das BMJ verhindern, dass Stress, Konflikte und Streitigkeiten in die WEGs getragen werden – zwischen den Online-Befürwortern und der Verwaltung auf der einen Seite und den skeptischen bis ablehnenden Wohnungseigentümern auf der anderen Seite?“

„Digitalisierung kann nur Mittel zum Zweck sein“, argumentiert der Verband weiter. „Ist eine WEG nicht gut aufgestellt, weil die Miteigentümer nicht informiert und außerhalb der Eigentümerversammlung nicht miteinander vernetzt sind oder weil die Verwaltung intransparent arbeitet oder sich nicht engagiert, bringt die reine Online-Versammlung keine schnelleren und besseren Beschlüsse.“

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Vergangenen Monat haben wir auch auf diesem Portal bereits über den „Generationendialog“ berichtet, den die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) zum Thema Klimaschutz initiiert hatte. Nun ist zu der Veranstaltung auch eine mehrseitige Dokumentation erschienen.

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Der Generationen-Dialog #1 „Klimaschutz als Generationenaufgabe“ fand am 22. Juni 2022 im Sozialwerk Berlin statt. Für mehrere Stunden diskutierten dort 25 Vertreter*innen der jüngeren und der älteren Generation zum Thema Klimaschutz. Eingeladen dazu hatte die BAGSO, die im Jahr zuvor bereits ein Positionspapier zum Thema „Generationenaufgabe Klimaschutz“ herausgegeben hatte.

Unter diesem Link gelangen Sie nun zu der sechsseitigen Dokumentation der Veranstaltung im Juni. In dem Dokument wird die Diskussion zusammengefasst und Aussagen von Teilnehmenden rezipiert. Dabei wird unter anderem auf die Frage eingegangen, warum sich die Generationen stärker verbünden sollten und warum es zu weit hergeholt sei, wenn beim Klimathema teilweise von einem „Generationenkonflikt“ gesprochen werde.

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Ende Juni hat die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) zum „Generationendialog #1“ eingeladen. Vertreter*innen von Senior*innen-, Jugend und Klimaschutzorganisationen tauschten sich dabei über die Herausforderungen und die Antwortmöglichkeiten zum Klimawandel aus. 

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Am 24. Juni fand das Austauschtreffen in Berlin statt, dass von der BAGSO-Fachkommission „Engagement und Partizipation“ initiiert wurde. Insgesamt tauschten sich 25 Vertreter*innen der älteren und jüngeren Generationen sowie Organisationsvertreter*innen aus. „Statt einen Generationenkonflikt herbeizureden, geht es darum, ins Gespräch zu kommen und neue Formen der politischen Beteiligung auch für die jungen Generationen zu ermöglichen. Die Zeit drängt“, wird beispielsweise Franka Bernreiter, UN-Jugenddelegierte für Nachhaltige Entwicklung vom Deutschen Bundesjugendring, in einer Meldung der BAGSO zitiert.

Als Fazit der Veranstaltung wird unter anderem die Erkenntnis genannt, dass es sich bei dem Schaffen einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Welt um eine Gemeinschaftsaufgabe handele. „Menschen aller Generationen sollten sich stärker zusammenschließen, um auf lokaler und globaler Ebene für Veränderungen zu kämpfen“, heißt es zusammenfassend in der BAGSO-Meldung. „Gleichzeitig sollten die unterschiedlichen Interessen von Alt und Jung transparent gemacht und der Dialog der Generationen gestärkt werden.“

Bereits im letzten Jahr hatte die BAGSO unter dem Titel „Generationenaufgabe Klimaschutz“ ein Positionspapier veröffentlicht, welches in eine ähnliche Richtung argumentiert. Mehr dazu auch in diesem Beitrag.

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Am 17. Juni sind in Rom die Seniorenminister*innen zusammengekommen, um im Rahmen der Konferenz der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) über Solidarität und Chancengleichheit für alle Altersgruppen zu beraten.

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Die Konferenz fand am 16. und 17. Juni unter dem Motto „Kräfte für Solidarität und Chancengleichheit für den gesamten Lebensverlauf bündeln“ statt. Im Fokus stand dabei der Weltaltenplan der Vereinten Nationen. Laut Angaben des BMFSFJ und der Internetseite zur Konferenz ging es bei dem Treffen um drei Schwerpunkte:

  • Aktives und gesundes Altern im Lebensverlauf fördern
  • Langzeitpflege sichern und pflegende Angehörige entlasten
  • Mainstreaming Ageing für eine Gesellschaft aller Lebensalter

„Weltweit gibt es immer mehr ältere Menschen mit immer besserer Gesundheit. Viele sind auch im höheren Alter aktiv und engagieren sich für andere und unsere Gesellschaft“, wird Bundesseniorenministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) in einer Pressemitteilung zitiert. „Aber auch wenn die Kräfte nachlassen, möchten Ältere selbst entscheiden, wie sie leben. Wir wollen dem Recht auf Selbstbestimmung älterer Menschen gerecht werden und pflegende Angehörige entlasten.“

Das Rechte älterer Menschen nicht immer so respektiert werden würden, wie geboten, habe insbesondere die Corona-Pandemie gezeigt. Nach Paus ginge es nun jetzt darum, „international wirksame Maßnahmen anzustoßen“. Dafür müssten die Bemühungen zur Stärkung der Rechte älterer Menschen gebündelt werden. Die Ministerin kündigt für Deutschland außerdem an, die Pflege- und Familienpflegezeit weiterentwickeln zu wollen und um eine Lohnersatzleistung zu ergänzen.

Über diesen Link finden Sie die Pressemitteilung des Bundesseniorenministeriums. Zur Seite der Konferenz (englischsprachig) gelangen Sie hier.

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Blinden- und Sehbehindertenverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben den Zusammenschluss „Home Designed for All“ gebildet. Gemeinsam setzen sie sich für barrierefreie Haushaltsgeräte ein und wollen für das Thema sensibilisieren.

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Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband DBSV hat zusammen mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich BSVÖ, dem Schweizerischen Zentralverein für das Blindenwesen SZBLIND und dem Schweizerischer Blinden- und Sehbehindertenverband SBV „Home Designed for All“ ins Leben gerufen. Hintergrund ist die zunehmende Problematik, dass Haushaltsgeräte nicht mehr für alle Anspruchsgruppen gleichermaßen bedienbar sind. Druckknöpfe oder Schalter, die leicht ertastbar sind und durch Einrasten oder Stellung der Schalter vergleichsweise einfach zu bedienen sind, werden mehr und mehr durch Sensortasten und Touchscreens ersetzt, die allein auf den Sehsinn setzen. „Bei Drehrädern ohne mechanischen Anschlag und bei Endlos-Menüs ist man schnell verloren. Die Displays haben oft eine winzige Schrift und kontrastarme Symbole. All das macht die Bedienung für blinde und sehbehinderten Menschen schwer bis unmöglich“, beschreibt auch Oliver Nadig, Leiter des Fachausschusses für Informations- und Telekommunikationssysteme (FIT) beim DBSV, das Problem auf der Internetseite des Verbands.

„Als gebündelte Interessensvertretung für das Anliegen barrierefreier Haushaltsgeräte für blinde und sehbehinderte Menschen wird seitdem aktiv an der Lösung der Problemstellung gearbeitet“, heißt es vor diesem Hintergrund auf der Seite des DBSV zu dem Zusammenschluss. Die Ziele des Zusammenschlusses der verschiedenen deutschsprachigen Verbände lauten:

  • „Beseitigung von Diskriminierung durch Anwendung von ‚Universal Design‘ resp. ‚Design for All‘,
  • Teilhabe am technischen Fortschritt,
  • Wahlfreiheit beim Kauf und verständliche Bedienungsanleitungen und
  • Einbeziehung der Barrierefreiheit als Zielsetzung in den Entwicklungs- und Designprozess und als Kriterium in Warentests.“

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Am 14. Juni lädt das Kompetenznetz Einsamkeit zusammen mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zur Konferenz „Gemeinsam gegen Einsamkeit“ ein. Ziel ist, dass Thema Einsamkeit politisch und wissenschaftlich stärker zu beleuchten und den Diskurs zu Gegenstrategien voranzutreiben.

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„Einsamkeit ist ein negatives Gefühl, das nicht erst seit der Corona-Pandemie im Leben vieler Menschen eine Rolle spielt“, heißt es einleitend in der Veranstaltungsbeschreibung auf der Internetseite des Kompetenznetz Einsamkeit. „Chronische Einsamkeit senkt die Lebensqualität und kann sich negativ sowohl auf die körperliche und psychische Gesundheit als auch auf das Denken, Verhalten und Erleben eines Menschen auswirken.“

Es handle sich demnach um ein vielschichtiges Problem, das bereits von Akteur*innen im bürgerschaftlichen Engagement, in der Sozialen Arbeit und in Forschung und Politik thematisiert werde. Die Konferenz, die von 10:00 bis 17:00 Uhr im Humboldt Carré in Berlin stattfinden soll, will das Thema Einsamkeit aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten und ein gemeinsames Verständnis des Begriffs entwickeln. Die Konferenz soll zur Sensibilisierung beitragen und Strategien zur Bekämpfung und Vorbeugung von Einsamkeit diskutieren.

Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Engagierte, an Fachkräfte der Sozialen Arbeit, Politiker*innen, Forschende und Vertreter*innen von Wohlfahrtsverbänden und anderen Organisationen. Mehr zur Veranstaltung sowie Informationen rund um die Anmeldung finden Sie unter diesem Link.

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Vor rund einem Jahr haben wir über die Erscheinung des Buches „Das ist alles unsere Lebenszeit“ berichtet, in dem ältere Schwule und Lesben zu ihren Erfahrungen mit der Corona-Krise interviewt wurden. Die Autorin hat noch einmal mit einigen der Interviewpartner*innen gesprochen, auch die Folgepublikation ist nun verfügbar.

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Die im Frühjahr 2021 erschiene Gesprächsreihe wurde durch den Verein rubicon veröffentlicht, der selbst schwule, lesbische und queere Menschen berät. Der Verein hat nun auch eine Folgebroschüre herausgegeben. „‚Wir haben uns verändert, die Welt hat sich verändert‘. Ältere Lesben und Schwule nach zwei Jahren Corona-Krise“ heißt die aktuelle Publikation, in der die Autorin Vera Ruhrus mit vier der ursprünglichen zehn Gesprächspartner*innen erneut gesprochen hat.

Eine der Geprächspartner*innen von damals, die nun auch wieder interviewt wurde, ist die 71-Jährige Betty. „Die Nachricht von der Omikron-Welle im Herbst 21 hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen“, erklärt sie nun in dem zweiten Gespräch. Betty überlege nun zweimal, ob sie derzeit in Räume gehe, in denen sich viele Menschen aufhalten. So gehe sie nicht mehr ins Kino, obwohl sie das gerne wollte. Da sei sie einer Gefahr ausgesetzt. „An allen Ecken und Enden fühle ich mich ausgebremst“, empfindet die 71-Jährige die Situation. Sie ergänzt aber auch: „Ich kann aber nicht immer nur pessimistisch in die Gegend schauen. Daher gucke ich immer wieder: Was ist momentan möglich, was ist vertretbar? Und mache es dann.“ Die Alternative – unter der eigenen „Käseglocke“ zu bleiben – gehe schließlich auch nicht.

In den Gesprächen spielen vor allem die Entwicklungen seit dem letzten Aufeinandertreffen zwischen Autorin und Interviewpartner*innen eine Rolle. Das die Pandemie so lange anhalte, damit hätte man bei den Gesprächen der ersten Runde nicht gerechnet. Vera Ruhrus erklärt im Fazit selbst, mit der damaligen Ankündigung eines Impfstoffes von einem baldigen Ende der pandemischen Situation ausgegangen zu sein. „Je häufiger eine Welle der Pandemie mit Lockdown und Teillockdown der anderen folgte, umso mehr waren auch die Widerstandskräfte und biographisch erworbenen Ressourcen der älteren Lesben und Schwulen gefragt. Die Erzählungen spiegeln dies wider“, heißt es im Fazit.

Das Buch ist kostenfrei als PDF unter diesem verfügbar.

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Die meisten Hochaltrigen sind sozial gut eingebunden, doch die Corona-Pandemie hat die Situation verschlechtert. Das sind einige der zentralen Ergebnisse eines im März erschienenen Berichts zur sozialen Eingebundenheit, der im Rahmen der bundesweiten Studie D80+ veröffentlicht wurde.

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90,9 Prozent der Menschen ab 80 Jahren in Deutschland haben mindestens zwei Bezugspersonen, die ihnen wichtig sind. 37,4 Prozent verbringen manchmal, 40,5 Prozent sogar häufig Zeit mit Verwandten, Bekannten und Freund*innen. Damit seien die meisten Hochaltrigen „sozial gut eingebunden“. Das ist eines der Ergebnisse des fünften Kurzberichts der Hochaltrigkeitsstudie D80+. Diese Ausgabe trägt den Titel „Soziale Eingebundenheit“ und ist bereits im März erschienen. Der knapp 30-seitige Bericht kann hier heruntergeladen werden.

Gleichzeitig gibt es große Unterschiede innerhalb der Gruppe der Hochaltrigen. Vergleichsweise hoch sei der Anteil der Menschen ab 85 Jahren, der angibt, weniger als zwei Bezugspersonen zu haben. Gleiches gelte für Männer, Heimbewohner*innen und Personen mit niedriger formaler Bildung. Die Studie D80+ „Hohes Alter in Deutschland“ hat zwischen November 2020 und April 2021 schriftliche Befragungen von mehr als 10.000 Personen im Alter ab 80 Jahren durchgeführt. Die Ergebnisse werden thematisch ausgewertet und in regelmäßig erscheinenden Kurzberichten dargelegt.

Auch die Situation der Pandemie, die im Zeitraum der Befragung sehr präsent war, ist Teil der Auswertung. Sie hat die soziale Eingebundenheit der Menschen im hohen Alter verändert. Die Veränderungen privater Kontakte werden überwiegend als negativ bewertet. Von einer großen Veränderung sprechen diejenigen, die zuvor ein großes soziales Netzwerk und soziale Unterstützung hatten.

Einordnungen des Berichts gab es auch aus Berlin. „Die Ergebnisse der Studie sollten uns zu denken geben. Wir wissen, welche Folgen es haben kann, wenn Menschen in Heimen über längere Zeit sozial isoliert sind“, warnt die inzwischen zurückgetretene Familien- und Senior*innenministerin Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) im März als Reaktion auf den Bericht. „Im dritten Jahr der Pandemie sollten wir deshalb alles tun, damit Bewohnerinnen und Bewohner von Heimen regelmäßig Besuch empfangen und am sozialen Leben teilhaben können.“

Die Hochaltrigkeitsstudie D80+ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert und vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) und dem Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres) durchgeführt. Bislang gebe es kaum Erkenntnisse über das hohe Alter in Deutschland – und das vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft – was Ausgangspunkt für die Studie war.

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Ende März haben sich der Bundes- sowie die Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung zum 63. Mal getroffen, um über Aspekte für mehr Teilhabe und Barrierefreiheit zu sprechen. Auch der aktuelle Ukraine-Krieg war Thema des turnusmäßigen Zusammenkommens.

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Der Krieg in Europa, der zum Zeitpunkt der Tagung am 24. und 25. März 2022 bereits rund einen Monat andauerte, überschattete das Treffen der Beauftragten. „Unser turnusmäßiges Treffen wurde überschattet von den aktuellen Ereignissen in der Ukraine. Wir tauschten uns neben dem Programm zur Aufnahme flüchtender Menschen mit Behinderungen intensiv aus“, heißt es in einer Pressemitteilung (s.u.) der schleswig-holsteinischen Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung, Michaela Pries, die ebenfalls Teil des Austausches war.

Schwerpunktthema der Konferenz war das Recht auf Teilhabe an Sport, Freizeit, Kultur und Tourismus. „Gerade Aktivitäten im Sport, in der Freizeit und der Kultur besitzen einen enormen Lebenswert, für alle Menschen und vor allem auch in Krisenzeiten“, unterstreicht der derzeitige Vorsitzende der Bund-Länder-Konferenz Dr. Christian Walbrach die Bedeutung des Themas. „Wir müssen diese Rechte auf Teilnahme, Teilhabe und Teilgabe zu jeder Zeit sichern. Diese Rechte sind keine Geste der Wohltätigkeit, sondern Ausdruck unseres gesellschaftlichen Selbstverständnisses.“

Zu diesem Thema haben die Teilnehmenden auch eine Erklärung abgegeben, in der eine Reihe von Forderungen gestellt werden. Darunter zum Beispiel:

  • „Inklusion bei sportlichen Wettbewerben umsetzen – bis hin zu Olympischen Spielen, Paralympics, Deaflympics und Special Olympics
  • Fortbildungen, Leitfäden oder Handreichungen für das Personal von Freizeitangeboten und Ehrenamtsstrukturen
  • barrierefreie Gestaltung von Freizeitangeboten
  • Schaffung oder Verbesserung der Kommunikationsangebote in Galerien und Museen (z.B. Informationen in Leichter Sprache, Brailleschrift, Audiodeskription, Gebärdensprache)
  • Verbindliche gesetzliche Verpflichtung zur umfassenden Barrierefreiheit touristischer Angebote und Dienstleistungen privater Anbieter – das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und das Bundes-Behindertengleichstellungs-Gesetz entsprechend anpassen.“

Die Presseerklärung mit der Magdeburger Erklärung im Anhang finden Sie hier.

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