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Gesellschaftliches Leben

Über 300.000 Deutsche gelten aufgrund eines stark eingeschränkten oder vollständig fehlenden Sehvermögens als schwerbehindert. Besonders betroffen sind Senior*innen, da die Sehkraft im Alter häufig nachlässt, was zu einer schwerden Schädigung des Sehsinns führen kann, wenn keine rechtzeitige Behandlung erfolgt. Die Initiative „Woche des Sehens“ soll durch zahlreiche Veranstaltungen in ganz Deutschland ein stärkeres Bewusstsein für Blinde und anderweitig Sehbehinderte schaffen.

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Die Aktionswoche wird von vier Organisationen und Vereinen gefördert, welche sich für Betroffene einsetzen. Dazu zählen:

Bereits seit den frühen 2000ern wird in der zweiten Oktoberwoche jährlich die Woche des Sehens durchgeführt, die Aktionswoche findet auch in anderen Ländern statt. Ihr übergeordnetes Ziel ist die präventive Sensibilisierung für verschiedene Augenerkrankungen, wie beispielsweise Grüner Star, die Makula-Degeneration oder die Diabetische Netzhauterkrankung.

Auch in diesem Jahr bietet die Woche des Sehens allen Interessierten die Möglichkeit, sich zu informieren, aber auch in den Austausch mit Augenärzt*innen, Forscher*innen und Patient*innen zu kommen. Vom 08. bis einschließlich 15. Oktober finden in ganz Deutschland Veranstaltungen rund um das Thema Sehen statt, welche u.a. Filme, Fachvorträge, Präsentationen, Interviews, Messen, Workshops oder Tage der offenen Tür. Dabei wird ein großer Wert auf Vielfalt gelegt, weshalb auch kreative, kulturelle und sportliche Angebote willkommen sind.

Durch den Veranstaltungskalender können Sie Veranstaltungen in Ihrer Nähe herausfiltern. Zusätzlich besteht eine Reihe an Online-Angeboten. Diese umfassen z.B. Spiele zur Simulation von Blindheit, ein Quiz über Erkrankungen des Auges und die Möglichkeit, autodidaktisch die Brailleschrift zu erlernen. Alternativ können Sie auch entsprechende Materialien bestellen.

Der Zeitraum der Woche des Sehens ist entsprechend gerahmt: Am 09. Oktober wird der Internationale Tag des Sehens begangen, um auf Augenkrankheiten sowie deren Konsequenzen aufmerksam zu machen. Am 15. Oktober findet der internationale Tag des weißen Stocks statt, welcher auf die Rücksichtnahme und den Respekt gegenüber blinden Menschen im Alltag hinweisen soll.

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Das Norddeutsche Zentrum zur Weiterentwicklung der Pflege (NDZ) ist in den norddeutschen Bundesländern Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein aktiv. Das Ziel des NDZ ist, die pflegerischen Berufsbilder und die entsprechenden Bildungsstrukturen weiterzuentwickeln.

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Zu den Kernaufgaben des NDZ zählen:

  • Die Verbesserung der Versorgungsqualität der Pflege in den Mitgliedsländern
  • Weiterentwicklung der pflegerischen Berufsbilder durch verbesserte Qualifizierungsstrukturen und Anpassung an aktuelle Versorgungsbedürfnisse sowie Herausforderungen der Zukunft

Darüber hinaus arbeitet das NDZ eng mit Pflegeschulen, Weiterbildungs- und Fortbildungsstätten sowie Hochschulen zusammen und setzt sich dafür ein, traditionelle Sektorengrenzen in der Pflege zu überwinden und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Berufsgruppen zu fördern.

Besondere Projekte und Veranstaltungen:

Das NDZ fungiert somit als etablierter und zuverlässiger Ansprechpartner für die Akteure der Pflegelandschaft in Norddeutschland und trägt maßgeblich zur Verbesserung der Pflegequalität bei.

Weiters zum NDZ finden Sie auf der Homepage.

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Weltweit wird am 1. Oktober der alljährliche Weltaltentag begangen, welcher zu Ehren aller Senior*innen seit 1990 seinen festen Platz im Kalender hat. Das Datum soll nicht nur die Leistungen und Lebenserfahrungen älterer Menschen würdigen, sondern international dazu anregen, sich mit den Bedürfnissen von Senior*innen verstärkt auseinanderzusetzen und für ihre Rechte einzutreten.

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Trotz der vergleichsweise geringen Popularität des Weltaltentags sind auch in diesem Jahr für den 1. Oktober zahlreiche generationsübergreifende Zusammenkünfte seitens Vereine, Organisationen und Institutionen geplant. Insbesondere die BAGSO setzt sich dafür ein, ältere Menschen durch diverse Veranstaltungen und bundesweite Aktionen zu bestärken – hierfür wurde die Kampagne "JA" zum Alter ins Leben gerufen. Sie soll den Ruf des Alterns sowie der älteren Generation verbessern und die gesellschaftlicher Heterogenität von Senior*innen verdeutlichen.

Eine niedrigschwellige Aktion ist dabei das Sichtbarwerden des Weltaltentages durch Straßenkreide. Alle Interessierten können nach Belieben Straßen und Fußwege mit Kreide beschriften, bemalen und eigene Botschaften anfügen. Fotos hiervon können auf sozialen Netzwerken wie X (ehemals Twitter) oder Instagram unter dem Hashtag #JazumAlter gepostet werden. Auch Einsendungen per E-Mail an die BAGSO (weltaltentag@bagso.de) sind willkommen.

Die Hashtag-Aktion kann jedoch auch durch ein individuelles Statement bereichert werden. Durch das Veröffentlichen von eigenen kreativen Ideen wie Videobotschaften, dem Zusammenkommen verschiedener Generationen, Zeichnungen oder Liedern können Sie Ihren persölichen Beitrag zum Weltaltentag 2025 online mit anderen Menschen teilen. Je mehr Postings mit dem Hashtag auf Social Media veröffentlicht werden, desto mehr Aufmerksamkeit erhält die Aktion voraussichtlich.

Um die Posts abzurunden, stellt die BAGSO kostenfreie Materialien zum Download zur Verfügung. Das offizielle Logo zum diesjährigen Weltaltentag lässt sich somit in Form von beispielsweise Postkarten oder Bannern in jede Aktion integrieren, in größerer Menge aber auch an andere Menschen verteilen.

Ferner ruft die BAGSO dazu auf, eigene Veranstaltungen und Aktionen zum Weltaltentag zu organisieren. Dabei kann es sich um Diskussionsrunden, Lesungen, Infostände, Flashmobs oder festliche Aktivitäten handeln, die in direkter Verbindung zur Förderung von Senior*innen stehen.

Der Weltaltentag kann auch als Katalysator hinsichtlich seniorenpolitischer Maßnahmen dienen und beispielsweise dafür sorgen, dass Themen wie Pflege, Barrierefreiheit und Ageismus verstärkt auf der politischen Agenda landen.

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Den Personalmangel in sozialen Berufsfeldern durch den verpflichtenden Einsatz von Senior*innen abfedern – dieser Vorschlag von Wirtschaftswissenschaftler Marcel Fratzscher sorgt derzeitig bundesweit für große Empörung. Gemäß der Idee sollen Senior*innen im Ruhestand für ein ganzes Jahr zu einer gemeinwohlorientierten Beschäftigung verpflichtet werden, vergleichbar mit dem Zivildienst zu Zeiten der Wehrpflicht. Denkbar sei auch ein Einsatz bei der Bundeswehr, welche schon seit etlichen Jahren über eine Unterbesetzung klagt.

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Fratzscher rechtfertigt seinen Ansatz durch die gegenwärtigen wirtschaftlichen und sozialen Belastungen der jungen Generation, welche durch ein verpflichtendes Dienstjahr älterer Menschen ausbalanciert werden sollen. Senior*innen unterstellt er zudem, gegenüber jüngeren Menschen ein ignorantes, rücksichtsloses und egostisches Verhalten zu zeigen.

Dieser Vorstoß wurde in der Gesellschaft überwiegend negativ aufgenommen. Der Sozialverband VdK Deutschland bezeichnet Fratzschers Forderung als „Schnapsidee“ und betont die ehrbaren Leistungen, welche Senior*innen im Laufe ihres Lebens erbracht haben, geht aber auch auf die hohe Zahl ehrenamtlich tätiger Rentner*innen ein, womit ein verpflichtender Dienst für ältere Menschen umso sinnloser sei. Außerdem würden viele ältere Menschen auch durch das Spielen mit Enkelkindern oder die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger wertvolle Beiträge leisten.

Dieselbe Position vertritt die BAGSO, welche sich in einer Stellungnahme entrüstet äußert und neben den hohen Verdiensten von Senior*innen auch hervorhebt, dass die Einführung ein solchen soziales Pflichtjahres tiefgreifende rechtliche Veränderungen benötige. Auch der Sozialverband Deutschland (SoVD) lehnt ein verpflichtendes Dienstjahr für Senior*innen kategorisch ab und sieht darin einen demütigenden bis respektlosen Zwang.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) befürchtet aufkommende Spannungsverhältnisse zwischen den Generationen im Falle einer Umsetzung von Fratzschers Vorschlag und hält es für unangemessen, älteren Menschen über das Erreichen des Renteneintrittsalters hinaus Faulheit zu unterstellen und sie daher mit Verpflichtungen zu belasten.

Der Soziologe und Gesundheitswisschenschaftler Klaus Hurrelmann zeigt sich dagegen offener gegenüber Fratzschers Vorschlag, unter der Voraussetzung einer bundesweit vorliegenden Notfallsituation. „Das Rentenalter zu definieren als Phase des permanenten Urlaubs mache keinen Sinn“, sagt er vor dem Hintergrund der durch Fratzscher ausgelösten Debatte.

Die politischen Parteien sowie auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend halten ein soziales Pflichtjahr für Rentner*innen einstimmig für falsch, weshalb eine Einführung dessen so gut wie ausgeschlossen erscheint.  Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) stellt sich entschieden hinter Senior*innen und Sozialverbände und fordert, ältere Menschen nicht als Belastung des Gesundheits- und Sozialsystems zu betrachten, sondern ihnen für ihre lebenslangen Leistungen zu danken.

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„Boomer-Soli“ ist eine Wortneuschöpfung, zusammengesetzt aus Babyboomer – jener geburtenstarken Generation, die derzeit in Rente geht – und dem bekannten Solidaritätszuschlag. Gemeint ist eine Sonderabgabe, die besser gestellte Rentner*innen leisten sollen, um ärmere Ruheständler*innen finanziell zu entlasten.

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Auch wenn der Boomer-Soli laut VdK derzeit nur ein theoretisches Konzept ist und keine konkrete Umsetzung geplant wird, macht die öffentliche Debatte um den Begriff deutlich, wo die Herausforderungen im Umgang mit dem demografischen Wandel liegen. Dabei rückt eine zentrale Frage in den Fokus:

Wann gilt ein Rentner als „besser gestellt“ – und ist diese Einteilung überhaupt sinnvoll oder gerecht, um dem Rentenproblem zu begegnen?

Viele Vermögende erzielen im Alter ihr Einkommen nicht über die gesetzliche Rente, sondern aus Kapitalerträgen (Aktien, Immobilien, Unternehmensanteile). Diese Einkünfte werden mit der Abgeltungsteuer (25 %) deutlich milder besteuert als Erwerbseinkommen (42–45 %); Renten- und weitere Sozialabgaben werden zudem gar nicht erhoben. Damit haben diese Personen bereits über die Erwerbsjahre hinweg einen geringeren Beitrag zu den Renten- und Sozialsystemen geleistet. Würde der Boomer-Soli nun über die Rente erhoben, würde diese Gruppe, die ihr Vermögen über Kapitalmärkte und Co. generiert, faktisch durch das Raster der Solidaritätslogik fallen.

Deutlich macht das ein Blick in eine Studie der Bundesbank vom April 2025 mit Zahlen aus 2023 zum Thema: „Vermögen in Deutschland steigen nominal, gehen aber real zurück. Ungleichheit bleibt unverändert.

Demnach halten die obersten 10 % weiterhin mehr als 50 % des gesamtdeutschen Vermögens. Die Rentenansprüche machen hier allerdings nur etwas mehr als 20 % der Vermögenswerte aus.
Bei den unteren 50 % bis 10 % macht die Rente als Vermögenswert hingegen knapp 70 % bei einem Anteil von 40 % am deutschen Vermögen der Privathaushalte aus. Bei den unteren 10 % beträgt der Anteil der Rente am Vermögen sogar mehr als 120 % – hier sind die Haushalte nettoverschuldet.

Diese Zahlen verdeutlichen: Je höher das Vermögen, desto irrelevanter wird die gesetzliche Rente. Ein „Boomer-Soli“, der dies nicht progressiv berücksichtigt, würde also vor allem jene treffen, die ihr Einkommen nicht aus Kapital beziehen – und könnte somit neue Ungerechtigkeiten erzeugen. Zudem könnten die oberen 10 % nicht nur nominal auf weit mehr Rente verzichten als die unteren 50 %.

Allerdings weist bereits das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) darauf hin, dass der „Boomer-Soli“ nicht allein an Renteneinkünfte gekoppelt sein muss. Eine Abgabe von 10 % auf alle Alterseinkünfte – wie etwa „Kapitaleinkünfte“ – über einem Freibetrag von rund 1.000 Euro monatlich würde:

  • die oberen 20 % der Rentner*innenhaushalte moderat belasten
  • das Nettoäquivalenzeinkommen dort um 3-4 % reduzieren (je nachdem, ob Kapitaleinkünfte berücksichtigt würden)
  • beim unteren Fünftel die Einkommen um 10-11 % erhöhen

Allerdings stellt sich hier bereits die Frage, ob 1.000 Euro Freibetrag möglicherweise zu gering ist. Selbst wenn es die unteren 20 % besserstellt, würden Renten bereits auf einem Niveau abgebrochen, dass sich unterhalb der Armutsgrenze befinden (2024 bei etwa 1.378 Euro).

Ein solcher Eingriff birgt damit das Risiko, Rentner*innen sozial auseinanderzudividieren: Solidarität könnte durch Missverständnisse und gefühlte bzw. reale Ungleichbehandlung gefährdet sein – mit potenziellen politischen Folgen.

Vor diesem Hintergrund kritisiert VdK-Präsidentin Verena Bentele den Vorschlag des DIW scharf und fordert:

„Wenn schon Umverteilung, dann richtig. Ich plädiere für einen Reichen-Soli – also eine faire Besteuerung sehr hoher Vermögen und Erbschaften.“

Für Bentele geht es um eine Besteuerung fernab der Rentenlogik – dort, wo Vermögen mühelos und fernab vom Alltag normaler Rentner*innen entsteht. Eine Maßnahme, die auch bei der Pflegedebatte helfen könnte.

Die rhetorische Spitze von Bundeskanzler Merz im Sommer 2025, dass „höhere Anstrengungen von allen“ Bürger*innen notwendig seien, lässt jedoch erahnen, dass der Boomer-Soli – wenn überhaupt – vermutlich nicht die oberen Vermögen stärker mit einbezieht. Stattdessen sind Worte wie „alle“ häufig Indikatoren für eine stärkere Belastung der unteren Einkommen und Vermögen, da sie eben nicht progressiv sind (hier unser Artikel).

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Forscher*innen und Vertreter*innen mehrerer Verbände sehen Kliniken in Deutschland nicht ausreichend auf den demographischen Wandel vorbereitet. Angesichts einer steigenden Zahl hoch betagter Menschen wird befürchtet, dass das Gesundheitssystem den zukünftigen Ansprüchen nicht gerecht werden könne, sollte die Bundesregierung keinerlei Reformen initiieren.

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Das wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) legte hierzu den Krankenhausreport 2025 vor, der umfassend über die derzeitige Lage in deutschen Kliniken informiert.

Laut Report müsse die Zahl nicht notwendiger stationärer Betreuungen in Krankenhäusern verringert werden. Es wurde ermittelt, dass ca. 1,4 Millionen Patient*innen pro Jahr unnötigerweise mindestens eine Nacht im Krankenhaus verbringen, obwohl eine ambulante Versorgung ausgereicht hätte. Pflegebedürftige Senior*innen machen dabei einen Großteil dieser Zahl aus – allerdings sei ein Krankenhaus laut WidO kein adäquater Ersatz für Pflegeheime oder Rehakliniken. Diese sind jedoch häufig überlastet, weshalb die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) in ihrem Statement für eine allgemeine Stärkung der geriatrischen Versorgung plädiert.

Auch Professor Dr. Clemens Becker hat dem deutschen Gesundheitssystem Nachholbedarf attestiert. Der Leiter der „Unit Digitale Geriatrie“ am Geriatrischen Zentrum des Universitätsklinikums Heidelberg rät, sich ein Beispiel an unseren Nachbarstaaten zu nennen, welche sich nicht nur durch geringere Kosten sondern auch durch eine höhere Lebenserwartung auszeichnen. Insbesondere Dänemark hebt Becker hervor – das skandinavische Land habe bereits auf die alternde Bevölkerung reagiert und umfassende Digitalisierungsmaßnahmen vorgenommen. Die ambulante Versorgung wird in Form von Hausbesuchen und Sprechstunden per Videotelefonat stärker gefördert, was nicht nur günstiger sei, sondern auch älteren Menschen sehr entgegenkomme. Ein ähnliches Bild ergibt sich in den Niederlanden und der Schweiz, wo ebenfalls die häusliche Versorgung priorisiert werde.

Weitere Empfehlungen von Expert*innen beziehen sich auf die Flexibilisierung der geriatrischen Versorgung, einen Ausbau präventiver Maßnahmen (damit es im besten Fall gar nicht erst zu einer Einweisung ins Krankenhaus kommt) und eine Reduzierung der Preise von Medikamenten. Becker erwägt gar eine Erhöhung des Renteneintrittsalters für Allgemeinärzt*innen auf 75 Jahre.

Hochrechnungen haben ergeben, dass im Jahr 2050 über 9 Millionen Über-80-jährige in Deutschland leben werden – deren durchschnittlicher Aufenthalt im Krankenhaus ist fast doppelt so lang wie der jüngerer Patient*innen. Dieser Unterschied müsse möglichst verringert werden, wofür jedoch das Bemühen von Bund und Ländern notwendig sei. Neben Becker wirft auch der AOK-Bundesverband der Regierung vor, die ambulante Versorgung älterer Menschen vernachlässigt zu haben. So sei beispielsweise das Krankenhauspersonal meist nicht mit genügend geriatrischem Fachwissen ausgestattet, was den reibungslosen Betriebsablauf hemme.

Im Mittelpunkt stehe damit ein Ausbau ambulanter Behandlungsmöglichkeiten für Senior*innen. Pflege müsse auch außerhalb des Krankenhauses ermöglicht werden, doch auch eine Modernisierung des Gesundheitssystems sowie eine Umverteilung der staatlichen Ausgaben hierfür stünden noch aus.

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Die Fraktionen der SPD und des SSW im Landtag Schleswig-Holsteins haben einen gemeinsamen Antrag zur weiteren Förderung des 2013 beschlossenen Landes-Demenzplanes eingereicht.

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Bei dem Demenzplan Schleswig-Holstein handelt es sich um landesweite Maßnahmen, deren Umsetzung eine möglichst effektive Versorgung demenzkranker Menschen gewährleisten sollen.

Da aufgrund des demographischen Wandels und der allgemein steigenden Lebenserwartung immer mehr Menschen an Demenz erkranken – bereits jetzt wird die Zahl für Schleswig-Holstein allein auf 68.000 geschätzt – sei der damalige Entwurf mittlerweile veraltet und müsse dringend an die gegenwärtige Situation angepasst werden.

In dem Antrag vom 17. Juni 2025 rufen die beiden Landtagsfraktionen den Landtag dazu auf, dem Demenzplan Schleswig-Holstein einer gründlichen Überarbeitung zu unterziehen. Besondere Beachtung finden dabei die Selbstbestimmung Betroffener, das Ermöglichen einer häuslichen Pflege sowie die Entlastung der (pflegenden) Angehörigen.

Zudem berücksichtigt der Antrag die umfassende Migrationsbewegung der vergangenen zwölf Jahre und fordert daher, auch sprachliche und kulturelle Barrieren aufzuheben, damit alle Bedürftigen vom Demenzplan Schleswig-Holstein erfasst werden. Dies umfasst auch die Versorgung von Menschen mit speziellen Formen von Demenz sowie weiteren parallelen Diagnosen.

Ähnlich wie bei zahlreichen anderen politischen Themenfeldern, benötige es auch für ein Konzept zur fachgerechten und bedarfsorientierten Pflege und Betreuung demenzkranker Menschen die Unterstützung sämtlicher politischer und gesellschaftlicher Akteur*innen. Pflegeheime, Krankenhäuser, Krankenkassen sowie die Kommunen müssen Bemühungen hinsichtlich einer allgemeinen Verbesserung der Versorgungsstrukturen zeigen, damit finanzielle, personelle und soziale Faktoren und Ressourcen gebündelt und den Betroffenen zur Verfügung gestellt werden können.

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Im Rahmen des Neunten Altersberichts der Bundesregierung lädt das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) zu einer für jede*n Teilnehmer*in kostenlosen Fachtagung  nach Berlin ein. Hauptsächlich wird Ageismus – die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Alters – im Vordergrund stehen.

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Der Neunte Altersbericht steht unter dem Motto „Alt werden im Deutschland – Vielfalt der Potenziale und Ungleichheit der Teilhabechancen“. Diese Ungleichheit wird maßgeblich durch ageistische Strukturen innerhalb der Gesellschaft gezeichnet – ältere Menschen sehen sich oftmals Benachteiligungen, Stereotypen und auch psychischer sowie physischer Gewalt ausgesetzt.

Das Programm der Fachtagung besteht hauptsächlich aus Redebeiträgen verschiedener Referent*innen, darunter mehrere Professor*innen aus Universitäten in Berlin, Hannover und Jena. Auch Karin Prien (CDU), derzeitige Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, wird mit ihrem Vortrag „Alter neu denken, Gesellschaft gestalten – Seniorenpolitik im Wandel“ in Erscheinung treten.

Ferner wird auf der Fachtagung Ageismus vorgestellt und definiert. Die Teilnehmenden erfahren, wie Ageismus entsteht, auf welche Arten dieser sich äußert und welche Konsequenzen dies für Betroffene mit sich ziehen kann. Es werden aber auch potentielle Lösungsansätze angesprochen, welche zum Kampf gegen Ageismus beitragen können – auch mit Blick auf die steigende Zahl betagter Menschen in Deutschland sowie daran gekoppelte notwendige Reform von Seniorenpolitik. Zuletzt werden Suizide im hohen Alter thematisiert, da diese ebenfalls mit Ageismus in Zusammenhang stehen.

Das genaue Programm wurde bereits in einer online verfügbaren Übersicht zur Verfügung gestellt.

Es handelt sich um nur eine von zahlreichen Veranstaltungen, welche anlässlich des Neunten Altersbericht anstehen, womit das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend der offizielle Gastgeber der Fachtagung ist. Die Medical School Berlin (MSB) wirkt als Kooperationspartner an der Veranstaltung mit.

Grundsätzlich ist die Fachtagung an alle Bürger*innen gerichtet, welche sich für die Erkenntnisse des Neunten Altersberichts interessieren und/oder für eine Sensibilisierung bezüglich ageistischer Strukturen bereit sind. Dies schließt auch sämtliche seniorenpolitische Repräsentant*innen mit ein.

Die Veranstaltung findet am 10.09.2025 von 10:00 Uhr bis 16:30 Uhr an folgender Adresse statt:

Konzertsaal
BSP Business & Law School
Calandrellistr. 1-9, 12247 Berlin

Eine Anmeldung zur Teilnahme an der Fachtagung kann über das Online-Formular eingereicht werden.

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Mit dem im Dezember 2024 verabschiedeten Pflegekompetenzgesetz soll die Pflege zukünftig flexibler und effektiver gestaltet werden. Pflegefachkräften steht fortan ein größerer Handlungsspielraum bezüglich ihrer Aufgaben zu, sodass nicht in jedem Fall medizinisches Personal zur Unterstützung eingesetzt werden muss.

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Die genauen Inhalte des Gesetzes können auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit nachgelesen werden. Mehrere Verbände der BAGSO haben sich mit dem Pflegekompetenzgesetz beschäftigt und jeweils eine Stellungnahme veröffentlicht. Berücksichtigt wurden dabei stets die vermuteten Auswirkungen des Gesetzes auf die direkte Situation pflegebedürftiger Menschen.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, welche sich als Respräsentant*in aller knapp 2 Millionen von Demenz betroffenen Menschen versteht, betrachtet das Gesetz aus zwei verschiedenen Blickwinkeln. Zum Einen wird die durch das Pflegekompetenzgesetz geförderte Selbsthilfe begrüßt, andererseits befürchtet man jedoch Kürzungen bisheriger Leistungen für pflegebedürftige Menschen. Insgesamt sei dem Gesetz nicht zuzutrauen, nennenswerte Verbesserungen in der Pflege herbeizuführen, stattdessen plädieren die Mitglieder für eine ganzheitliche Refom des Pflegesektors.

Eine ähnliche Ansicht vertritt wir pflegen, Sprachrohr aller pflegenden Angehörigen in Deutschland. Das Pflegekompetenzgesetz würde weder Entlastungen für die häusliche Pflege mit sich bringen noch zu einem Abbau von Bürokratie führen. Zudem sei das Inkrafttreten des Gesetzes auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels eine weniger sinnvolle Entscheidung gewesen.

Auch der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit hat ein Statement abgegeben und befürwortet das Gesetz in seinen Grundzügen. Allerdings läge der Fokus dabei zu sehr auf der medizinischen Versorgung, wohingegen die Betreuung im zwischenmenschlichen Sinne kaum beachtet werde. „Die (psycho-)sozialen und sozialrechtlichen Aspekten von Pflege- und Hilfebedürftigkeit werden hierbei völlig übersehen“, heißt es in der Stellungnahme. Daher bedauert man das Vernachlässigen sozialarbeiterischer Faktoren und fordert eine stärkere Einbindung dieser, damit die psycho-soziale Lage und die Lebensqualität von Pflegebedürftigen gewahrt werden kann.

Mehr Zuspruch kommt vom Bundesverband Geriatrie, der das Gesetz als sehr entgegenkommend gegenüber dem Fachkräftemangel einstuft – insbesondere durch zusätzliche Pflegekräfte aus dem Ausland. Ebenfalls wird der präventive Ansatz des Pflegekompetenzgesetzes gelobt. Dennoch enthält die Stellungnahme auch kritische Punkte, wie beispielsweise das zunehmende Konkurrieren um Fachkräfte zwischen verschiedenen Arten von Kliniken und die systematische Benachteilung von rehabilitativer Einrichtungen. Würden diese als Ausbilder*innen im Rahmen des Pflegeberufegesetzes (PflBG) offiziell anerkannt werden, wäre aus Sicht des Verbandes das entstandene Ungleichgewicht wiederhergestellt.

Seit dem Beschluss des Pflegekompetentgesetzes ist die personelle Zusammensetzung des Bundeskabinetts aufgrund der vorgezogenen Neuwahlen gewechselt. Die gegenwärtige Regierung, bestehend aus CDU, CSU und SPD, setze das Gesetz vor einigen Monaten allerdings wieder auf die Agenda und kündigte an, dieses weiterhin zu unterstützen.

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Nicht nur der individuelle Lebensstil hat Einfluss auf unsere Gesundheit und unsere Lebenserwartung. Eine irische Studie befasste sich mit den Auswirkungen der politischen Situation vor Ort auf den Alterungsprozess.

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Forscher*innen vom „Global Brain Health Institute“ am Trinity College Dublin haben den „Bio-Behavioral-Age-Gap“ (der Unterschied zwischen dem biologischen und dem durch das Verhalten beeinflusste Alter) von knapp 162.000 Senior*innen aus 40 Ländern untersucht und miteinander verglichen. Dabei wurden neben gesundheitlichen Aspekten auch sozio-ökonomische und politische Komponenten berücksichtigt, gleichwohl die Ergebnisse der Studie mit Vorsicht zu genießen sind, da nicht alle körperlichen Risikofaktoren Beachtung fanden.

Dennoch lassen die ausgewerteten Daten darauf schließen, dass die Bevölkerung von Staaten mit schlechterer Infrastruktur und mangelnden demokratischen Prinzipien im Durchschnitt schneller altern als Menschen aus insgesamt sogenannten entwickelten Ländern. In Afrika ist der Alterungsprozess damit insgesamt am schnellsten, wohingegen Testpersonen aus Nord- und Westeuropa deutlich länger ihre körperliche und kognitive Fitness bewahren konnten.

Politisch instabile Länder sind häufig von Korruption, einem mangelhaften Gesundheits- und Sozialsystem sowie Umweltverschmutzung betroffen, verstoßen teilweise aber auch gegen die Menschenrechte. In autoritär regierten Staaten ist politische Partizipation kaum möglich, sodass die Bevölkerung (oder Teile davon) unterdrückt wird. Diese Faktoren sollen laut der Studie das Gehirn schneller altern lassen.

Der Neurowissenschaftler Agustiń Ibáñez, Leiter des Forschungsteams aus Dublin, geht davon aus, dass sich ein undemokratisches System negativ auf die Psyche auswirkt und v.a. Stress auslösen kann. Nehmen die Bürger*innen sich selbst als machtlos wahr und erfahren kaum bis gar keine staatliche Unterstützung, stellt dies eine ganzheitliche Belastungssituation dar.

Ausgehend von den Ergebnissen der Studie erscheint es umso wichtiger, das politische System auch in Deutschland zu stärken. Chancengleichheit, Nachhaltigkeit und das Wahrnehmen der Grundrechte können dazu beitragen, Alterungsprozesse zu verlangsamen. Über die Studie berichtete auch das Deutsche Ärzteblatt.

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www.seniorenpolitik-aktuell.de
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