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Gesellschaftliches Leben

Auf der Fachtagung „Internationale Altenpolitik – Internationales Engagement für und mit älteren Menschen" am 27.06.2017 soll in Bonn über aktuelle Entwicklungen und Debatten in der internationalen Altenpolitik informiert werden. Teil der Veranstaltung soll auch eine Debatte über die Stärkung der Menschenrechte älterer Menschen sein.

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Anlass der Fachtagung ist die nach 15 Jahren anstehende Überprüfung der Umsetzung von seniorenpolitischen Maßnahmen. An der entsprechenden Regionalkommission der Vereinten Nationen - "United Nations Economic Commission for Europe" (UNECE) - ist neben weiteren Staaten auch die BRD beteiligt.

Die Geschäftsstelle Internationale Altenpolitik ist bei der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationnen angesiedelt und lädt Interessierte aus Zivilgesellschaft, Politik und Wissenschaft zur Fachtagung ein.

Das komplette Programm finden Sie hier. Zur Anmeldung können Sie dieses Formular nutzen.

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Die aktuellen Literaturhinweise der Bibliothek des Deutschen Zentrums für Altersfragen beschäftigen sich genauer mit der Religiösität im Alter und mit Altersbildern in verschiedenen Religionen.

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Ahrens, Petra-Angela (2014): Religiosität und kirchliche Bindung in der älteren Generation. Ein Handbuch.

Charbonnier, Lars (2014): Religion im Alter. Eine empirische Studie zur Erforschung religiöser Kommunikation.

Lois, Daniel (2013): Wenn das Leben religiös macht. Altersabhängige Veränderungen der kirchlichen Religiosität im Lebensverlauf.


Neben den oben genannten Büchern widmen sich dem Thema eine ganze Reihe von Beiträgen in Sammelwerken:

Coleman, Peter G. / Schräder-Butterfill, Elisabeth / Spreadbury, John H. (2016): Religion, spirituality, and aging. In: Vern L. Bengtson / Richard A. Settersten / Brian Kennedy / Nancy Morrow-Howell / Jacqui Smith (Hrsg.): Handbook of theories of aging, S. 577-598.

Crabtree, Sara Ashencaen / Parker, Jonathan (2014): The discourse of active ageing and Islamic constructions of old age. A bridge too far? In: Maria Luisa Gómez Jimenez / Jonathan Parker (Hrsg.): Active ageing? Perspectives from Europe on a vaunted topic, S. 190-204.

Hock, Klaus (2014): Grenzenlos altern? Transkulturelle Altersbilder zwischen religiöser Rückbindung und säkularem Imperativ. In: Michael Coors / Martina Kumlehn (Hrsg.): Lebensqualität im Alter: Gerontologische und ethische Perspektiven auf Alter und Demenz, S. 37-56.

Hornung, Christian (2016): Vom Alter und Altern in der alten Kirche. In: Clarissa Blume-Jung / Wolfram Buchwitz (Hrsg.): Alter und Gesellschaft: Herausforderungen von der Antike bis zur Gegenwart, S. 159-173.

Krause, Neal / Hayward, R. David (2016): Religion, health, and aging. In: Linda K. George / Kenneth F. Ferraro (Hrsg.): Handbooks of aging, Vol. 1: Handbook of aging and the social sciences, S. 251-270.

Kunz, Ralph (2016): Junger Gott für alte Leute. Spiritualität in der späten Lebensphase. In: Harm-Peer Zimmermann / Andreas Kruse / Thomas Rentsch (Hrsg.): Kulturen des Alterns: Plädoyers für ein gutes Leben bis ins hohe Alter, S. 323-333.

Nauer, Doris (2015): "Gottgewollte Alte"? Alt-sein-Dürfen aus christlicher Sicht! In: Menschenrechte und Alter, S. 23-42.

Sperling, Uwe (2014): Religiosität und Spiritualität als Einflussfaktor. In: Reinhard Lindner / Daniela Hery / Sylvia Schaller / Barbara Schneider / Uwe Sperling (Hrsg.): Suizidgefährdung und Suizidprävention bei älteren Menschen: eine Publikation der Arbeitsgruppe Alte Menschen im Nationalen Suizidpräventionsprogramm für Deutschland, S. 159-169.

Tang, Fengyan (2016): Religion and volunteering across the life course. In: Madonna Harrington Meyer / Elizabeth A. Daniele (Hrsg.): Gerontology, Vol 2: Health and wellbeing, S. 55-80.

Wohlrab-Sahr, Monika / Karstein, Uta (2016): Religiöser Wandel als Generationenwandel? - Betrachtungen zum Generationenkonzept am Beispiel ostdeutscher Generationenverhältnisse. In: Sandra Matthäus / Daniel Kubiak (Hrsg.): Der Osten: neue sozialwissenschaftliche Perspektiven auf einen komplexen Gegenstand jenseits von Verurteilung und Verklärung, S. 17-44.

Zimmermann, Harm-Peer (2013): Irrelevanz und Relevanz von Alter in großen Religionen. In: Traugott Jähnichen (et al, Hrsg.): Alternde Gesellschaft: soziale Herausforderungen des längeren Lebens (Jahrbuch Sozialer Protestantismus, Bd. 6). S. 74-111.


Miriam Beier / Holger Gabriel / Hans-Martin Rieger / Michael Werke (2016, Hrsg.): Religion und Bildung Ressourcen im Alter? Zwischen dem Anspruch auf Selbstbestimmung und der Einsicht in die Unverfügbarkeit des Lebens:

  • Hell, Daniel: (Alters-) Depressionen mit Hilfe religiöser Bildung bewältigen, S. 183-194.
  • Kläden, Tobias: Die Seniorinnen und Senioren sind nicht mehr die alten! Religiöse Entwicklung im Erwachsenenalter, S. 63-84.
  • Kumlehn, Martina: Religion als Deutungssystem für das Alter? S. 85-86.
  • Nord, Ilona: Diesseits von Sterben und Tod. Das Thema Alter(n) im Religionsunterricht und seine Bedeutung für den Ausbau eines inklusiven Religionsunterrichts, S. 109-124.

Stephan Ernst (2016, Hrsg.): Alter und Altern: Herausforderungen für die theologische Ethik:

  • Ernst, Stephanie: Biblisches Altern als Vorbild? - Ein Blick auf die Alttestamentlichen Altersbilder, S. 271-278.
  • Lintner, Martin M.: Im Endlichen nicht begrenzt. Zur spirituellen Bewältigung des Alterns, S. 397-412.

Die folgenden Artikel können in Fachzeitschriften nachgelesen werden:

Charbonnier, Lars (2016): Methusalem und die kalten Glieder. Alter und Altern in der Bibel. In: Praxis Gemeindepädagogik, (2016), S. 16-18.

Cohen-Nansfield, Jiska / Shmotkin, Dov / Hazan, Haim (2016): Changes in religiosity in old age. An exploratory study. In: The international journal of aging & human development (2016), S. 256-273.

Das, Aniruddha / Nairn, Stephanie (2016): Religious attendance and physiological problems in late life. The journals of gerontology (2016), S. 291-308.

Noronha, Konrad J. (2015): Impact of religion and spirituality on older adulthood. Journal of religion, spirituality & aging (2015), S. 16-33.

Reda, Sarah (2014): Krankheitsverständnis und Altersbilder im Islam. Die religiöse Sicht auf Krankheit im Alter und ihre Bedeutung für die Gesundheitsberufe. In: Ergotherapie und Rehabilitation (2014), S. 19-22.

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Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) hat Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl 2017 erstellt. Die Fragen zu den Themenbereichen Seniorenpolitik, Alterssicherung, freiwilliges Engagement, Gesundheit und Pflege, Wohnen sowie Verbraucherschutz in einer immer stärker digitalisierten Welt wurden gemeinsam mit den Vertreter/innen der Mitgliedsorganisationen erarbeitet.

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Insgesamt 35 Fragen werden den Parteien gestellt. So geht beispielsweise um

  • die gesundheitliche und pflegerische Versorgung auch in strukturschwachen ländlichen Gebieten und in benachteiligten Stadtteilen,
  • unterstützende Maßnahmen für Kommunen, um barrierefreie und inklusive Quartiere mit einer fußläufig erreichbaren Nahversorgung (Ärzte, Apotheken, Lebensmittelgeschäfte, Banken etc.) zu schaffen und zu erhalten,
  • eine spezifische Förderung des Engagements älterer Menschen sowie deren Einbindung in Entscheidungsprozesse.

Das gesamte Dokument mit den Wahlprüfsteinen finden Sie online. Diese können auch in Papierform über bestellungen@bagso.de bestellt werden.

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43 Prozent der Deutschen sehen die Versorgung älterer hilfebedürftiger Menschen als sehr wichtig für ihre Wahlentscheidung bei der Bundestagswahl an. In der für den Wahlausgang besonders maßgeblichen Altersgruppe 50+ sind es 53 Prozent an. Dies war eines der Ergebnisse einer Befragung der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP).

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42 Prozent der Befragten glauben, dass die Pflege in der Bundesrepublik gut oder sehr gut sei. Die Mehrheit (55 Prozent) hält die Pflegequalität für weniger gut oder schlecht. Entsprechend wird Handlungsbedarf bei den Rahmenbedingungen in der Pflege gesehen. In erster Linie betrifft das die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege (71 Prozent). 42 Prozent der Befragten glauben, dass pflegende Angehörige dringend besser unterstützt werden müssen.

Als wichtigste zu bearbeitende Probleme werden genannt, dass mehr Zeit für persönliche Zuwendung bleiben (68 Prozent) und die Selbstständigkeit von Pflegebedürftigen gefördert werden sollen (54 Prozent).

70 Prozent der Teilnehmer/innen der Befragung möchten im Fall von Pflegebedürftigkeit zuhause leben können. 47 Prozent wünschen sich dazu einen Mix aus familiärer und professioneller Pflege (47 Prozent). Sorgen bereiten vor allem mögliche kognitive Einschränkungen (63 Prozent), die Abhängigkeit von anderen Menschen (56 Prozent) und die Angst vor finanziellen Sorgen und Einsamkeit (36 bzw. 32 Prozent).

Alle Ergebnisse der Befragung hat die Stiftung ZQP zusammengestellt.

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Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft kritisierte innerhalb der inzwischen beschlossenen vierten Arzneimittelgesetz (AMG) Novelle die Formulierungen zu gruppennützigen Forschungen an nicht-einwilligungsfähigen Menschen.

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Grund für die Kritik der Alzheimer Gesellschaft ist ein Ausnahmetatbestand, der die gruppennützige Forschung an nicht-einwilligungsfähigen Menschen ermöglicht, wenn diese einer solchen Forschung in einer Verfügung allgemein zugestimmt haben. Patientenverfügungen müssten eine möglicherweise selbst in Gefahr bringende Untersuchung genau umreißen. Dies ist aber bei bisher unbekannten Forschungsvorhaben nicht möglich. Weitere Kritikpunkte finden Sie in der Stellungnahme der Alzheimer Gesellschaft.

Trotz der Kritik wurde die vierte AMG-Novelle durch den Bundestag mit 358 zu 164 Stimmen beschlossen. Die Abstimmung unterlag keinem Fraktionszwang, die Ergebnisse im Überblick:

  • CDU/CSU (255 dafür / 21 dagegen)
  • SPD (103 / 70)
  • Die Linke ( 0 / 28)
  • Die Grünen ( 0 / 45)

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Mitarbeiter/innen der Fachstelle Zukunft Alter der Stadt Arnsberg, Bürger/innen und Arnsberger/innen mit Fluchterfahrung haben die Kunstaktion "Ich sehe mich" durchgeführt. Die Aktion ist Teil des Projektes "Alt für Jung-Patenschaften".

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Das Projekt soll Brücken bauen zwischen Menschen verschiedenen Alters und Erfahrungen. Der Arnsberger Bürgermeister sagt zu der Aktion: "Es ist ein erfolgreiches Projekt gegenseitiger Potentialentfaltung. Es entstehen wahre Freundschaften. Und vor allem: Beide Seiten haben mehr teil am gesellschaftlichen Leben als andere. Unsere Stadt wird sozial reicher."

Die Aktion ist auf einer sehenswerten Seite mit Bildern und kurzen Videos dokumentiert.

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Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes legt anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) eine Evaluation vor. Ein Ergebnis der Evaluation ist, dass das AGG reformiert werden sollte.

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Ziel der Reformen sollte sein, noch bestehende Schutzlücken im AGG zu schließen. Dies betrifft z.B.

  • die notwendige Ausweitung der Fristen von zwei auf sechs Monate, innerhalb derer betroffene Menschen Ansprüche geltend machen können sowie
  • Verbände, die die Möglichkeit erhalten sollten, Betroffene vor Gericht zu vertreten.

Außerhalb des AGG findet sich ebenfalls unzureichender Schutz vor Diskriminierung, in der Evaluation wird auch auf Altersdiskriminierung eingegangen. Weitere zentrale Forderungen:

  • Schutz bei sexueller Belästigung stärken
  • Angemessene Vorkehrungen: Barrierefreiheit stärken
  • Schutz bei Fremdpersonaleinsatz im Rahmen von Werk- oder Dienstverträgen sichern
  • Konkretisierung von Haftungsbestimmungen bei Dreieckskonstellationen im Arbeits- und Zivilrecht

Die gesamte Evaluation kann hier heruntergeladen bzw. bestellt werden.

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Am 4. April soll - in einer Konferenz des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend - über den siebten Altenbericht der Bundesregierung diskutiert werden. Genauer sollen die Empfehlungen der Kommission zur Debatte gestellt werden.

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Die Konferenz trägt den Titel "Kommunen in der alternden Gesellschaft - Empfehlungen des Siebten Altenberichts der Bundesregierung", Mitglieder der Sachverständigenkommission werden zentrale Befunde sowie Empfehlungen des Berichtes präsentieren. Vertreter/innen der kommunalen Spitzenverbände sollen dazu Stellung nehmen. Weiterhin wird eine Podiumsdiskussion angekündigt, in der die Umsetzung der Empfehlungen thematisiert werden sollen.

Die Teilnahme an der Konferenz soll kostenfrei sein. Der Termin kann sich bereits vorgemerkt werden, eine Anmeldung kann jedoch noch nicht erfolgen. Genauere Informationen sollen demnächst auf der Homepage zum siebten Altenbericht erfolgen.

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In unserer fortlaufenden Reihe Beispielsweise... Gute Ideen für ein besseres Leben im Alter stellen wir Ihnen den Verein "Wege aus der Einsamkeit" vor. Sie lesen in diesem Beitrag mehr zu der Arbeit des Vereins und einem fortlaufenden Projekt zur Nutzung digitaler Medien. Außerdem können Sie Einblick in die Erfahrungen der Projektinitiator/innen nehmen.

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Der Beitrag teilte sich in eben drei Bereiche. Zunächst können Sie einige Informationen zum Verein sowie die verfolgten Strategien und Methoden erhalten. Im zweiten Teil wird die Aktion "Wir versilbern das Netz" genauer vorgestellt. Drittens können Leser/innen, die sich für die Umsetzung eines ähnlichen Projektes interessieren, Erfahrungen und Tipps der Initiator/innen nachlesen.


Verein "Wege aus der Einsamkeit"

Die Initiator/innen und Vorstandsvorsitzenden Dagmar Hirche und Jan Kurz wollen die Schattenseiten des Alterns und Alt-Seins in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses rücken. Der eingetragene Verein "Wege aus der Einsamkeit" (kurz Wade e.V.) will die Sicht auf das Alter positiver gestalten. Zugleich versteht sich der Verein auch als Ansprechpartner für die Medien und als Forum für Betroffene, Engagierte und Interessierte.

Übergeordnetes Ziel von Wege aus der Einsamkeit e. V. ist es, dass sich alte wie junge Menschen in Deutschland auf eine lange Lebenszeit freuen können und die Möglichkeit haben, ihr Leben dauerhaft selbstbestimmt zu gestalten. Altersbilder befinden sich im Umbruch – allerdings nicht schnell genug. Gesellschaftliche Bilder hinken den biologischen Entwicklungen hinterher. Statt starrem Denken in den Kategorien Alt und Jung soll das Lebensgefühl jedes/jeder Einzelnen in den Vordergrund gerückt werden. Wade e.V. engagiert sich für ein lebenswertes Leben im Alter durch:

  • Unterstützung von Initiativen, die alten Menschen zugutekommen.
  • Bundesweite Zusammenarbeit mit erfahrenen Organisationen, die es sich zum Ziel gemacht haben, alte Menschen zu unterstützen oder Not im Alter vorzubeugen.
  • Bilden einer starken Gemeinschaft aus Förderern und Mitgliedern.
  • Bieten eines Forums für Betroffene, Interessierte und engagierte Menschen, die sich zu allen Aspekten des Alters informieren oder austauschen möchten.

Um die Selbständigkeit und soziale Inklusion der Senior/innen zu fördern, unterstützt der Verein Initiativen, die alten Menschen, ihren Angehörigen und Pflegenden zugutekommen. Daneben initiiert der Verein eigene Projekte und Wettbewerbe, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für die Aspekte des Alterns zu wecken und dieses Thema im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern. Folgende Punkte fassen das Selbstverständnis des Vereins zusammen:

  • Glaube an die positiven Aspekte des Alters, ohne die Ängste und Gefahren des Alt-Seins zu beschönigen.
  • Ernstnehmen der alten Menschen und ihrer Angehörigen sowie gezieltes Eingehen auf ihre Bedürfnisse in Gegenwart und Zukunft.
  • Alter ist ein Thema mit hoher gesellschaftlicher Brisanz. Die Vereinsmitglieder wollen bewusst hinschauen und den demographischen Wandel als Herausforderung verstehen.
  • Es gebe keine Zeit zum Abwarten, da es bereits eine Vielzahl erfolgversprechender und innovativer Projekte gibt.
  • Überzeugung, dass Alter eine Zukunft hat und es viele „Wege aus der Einsamkeit“ gibt.

Die Projekte des Wade e.V. finanzieren sich durch den Erlös von Spenden, Mitgliedsbeiträgen und durch das Engagement ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen, Kooperationspartner/innen und Fürsprecher/innen. Wade e.V. ...

  • wurde  2007 gegründet.
  • setzt sich bundesweit für die Verbesserung der Lebensumstände alter Menschen und ihre Stellung in der Gesellschaft ein.
  • hat sich vorgenommen, positive Projekte rund um das Alter bekannter zu machen und nutzt dazu die sozialen Netzwerke Facebook, Twitter, Google+ und Pinterest.
  • will dem Alter ein positiveres Gesicht verschaffen.
  • will dem Alter Mut machen, mitzumachen.
  • unterstützt bundesweit Konzepte, die sich mit Themen rund ums Altern beschäftigen.
  • schreibt bundesweit Wettbewerbe zum Thema Alter aus, um so Ideen und Projekte bekannt zu machen und zu unterstützen.
  • will das Alter verstärkt mit in die digitale Welt nehmen.
  • bietet verschiedene Gesprächsrunden an, mehr dazu im zweiten Abschnitt dieses Beitrages.
  • ist die Vernetzung von Vereinen, Projektträgern und Aktiven untereinander, die sich mit dem Thema Alter auseinandersetzen, wichtig.
  • hat den Leitsatz: "Ein langes Leben soll Glück sein, keine Last!"
  • setzt sich für ein Miteinander der Generationen ein.

Die Vereinsvorsitzende Dagmar Hirche erhielt die 2011 den Preis "Goldenes Bild der Frau", der Verein gewann 2015 den Smart Hero Award für das Projekt „Wir versilbern das Netz“. 2016 kam der Verein unter die Finalisten bei der Google Impact Challenge und erhielt den Marie Simon Pflegepreis.


Aktion „Wir versilbern das Netz“

Vereinsmitglieder des Wade e.V. stellen sich die Frage, wie Menschen ab 65 Lebensjahren mitgenommen werden, die nicht im Netz sind und dies auch zukünftig nicht sein werden oder/und wollen.

Es gibt eine große Anzahl von älteren Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mit der digitalen Welt vernetzt sind. Diese Menschen werden noch viele Jahre Teil der Gesellschaft sein. Mitglieder des Wade e.V. befürchten, dass - wenn keine Lösung gefunden wird - immer mehr Informationen, Hilfestellungen und Wissenswertes verloren gehen. Es findet eine immer größere Isolation statt, dies kann dazu führen, dass diese Menschen ihre eigenen vier Wände früher verlassen müssen als gewünscht. Neben dem entstehenden wirtschaftlichen Schaden geht auch Generationsverständnis verloren, da ältere Menschen nicht mehr im direkten Umfeld leben.

Anwendungen - auch Applikationen (Apps) genannt - wie Smarthome und EHealth können durch Unkenntnis nicht genutzt werden obwohl diese eine große Hilfe im Alter bedeuten können. Auch für Menschen die auf dem Land mit abnehmender Nahversorgung leben - also Ärzte nicht mehr in der Nähe sind oder Bankfilialen schließen - können Internet-Anwendungen sehr hilfreich sein. Verlieren Menschen durch Krankheit oder Alter an Mobilität, können Sie sich durch die Nutzung des Internets die Welt nach Hause holen.

Aber auch Hörbücher ermöglichen es, trotz Nachlassen der Sehfähigkeit Freude an Büchern zu haben. Von den Vereinsmitgliedern werden viele Nutzungsmöglichkeiten als selbstverständlich wahrgenommen, sie sehen es daher als ihre Aufgabe an, ältere Menschen mit in diese Welt zu nehmen.

Als Lösungsweg bietet der Verein seit Ende 2014 kostenfreie Gesprächsrunden an:

  • „Wir versilbern das Netz. Das 1x1 der Smartphones und Tablets für Menschen 65+“
  • „Versilberer Cafés“
  • neu ist das Angebot „1x1 des OnlineBankings für Menschen 65+“ in Kooperation mit der Hamburger Sparkasse (Haspa)

Frau Hirche erklärt den Ablauf der Gesprächsrunden so: "Für erste Schritte braucht es immer ein wenig Mut, den wollen wir Menschen 65+ geben. In kleinen Gesprächsrunden mit maximal sechs Personen tauchen wir mit ihnen zusammen in die, für sie neue Welt der Smartphone und/oder  Tablets ein. Erst gibt es ca. eine Stunde Theorie, in der wir viele Begriffe erklären und dann werden an eigenen oder Geräten, die wir zur Verfügung stellen, geübt. WLAN-Anmeldungen werden geübt, die Homepages der Bahn und vom Hamburger Verkehrsverbund (HVV) werden aufgerufen, Verbindungen gesucht sowie je nach Wünschen üben wir andere praktischen Anwendungen. Die einzige Teilnahmebedingung ist, dass die Teilnehmer/innen 65 Jahre oder älter sein müssen."

Zur Annahme des Angebotes führt Frau Hirche aus: "Das Interesse an den Gesprächsrunden ist riesig und wir haben in 2,5 Jahren mit knapp 1.000 Senior/innen zwischen 66 und 94 Jahren erste Schritte gewagt, viele Teilnehmer/innen wünschen sich weitere Gesprächsrunden."

In den Versilberer Cafés treffen sich Senior/innen offline mit ihren Smartphones oder Tablets, üben sowie unterstützen sich gegenseitig. Der Verein bietet Begleitung bei dem Café an. Diese neue Form muss aber noch vom Verein und den Senior/innen geübt werden. Frau Hirche berichtet von humorvollen Runden, auch beim Anwendungswissen sind große Fortschritte zu beobachten.

Bei großer Nachfrage werden auch Seniorenwohnanlagen besucht und Bewohner/innen vor Ort geschult. Dazu berichtet Frau Hirche: "Auch dort regen wir an, regelmäßige Stammtische anzubieten, damit sich die Bewohner/innen beim Umgang mit den Smartphones/Tablets austauschen. Toll wäre es wenn Pflegeheime einige ihrer Aktivitäten auch online anbieten, sodass auch Bewohner/innen mitmachen können, die ihr Zimmer zwar nicht mehr verlassen, aber ein Tablet benutzen können. Holland wäre ein Beispiel, dort wird es bereits oft umgesetzt."

Zielgruppe für die Angebote sind Menschen 65+, die lernen wollen, mit dem Tablet oder Smartphone umzugehen, um so an vielen Aktivitäten und Kommunikation teilnehmen zu können. Aber auch, um die Technik - die sich im Smarthome und EHealth Bereich entwickelt und bald massentauglich sein wird - nutzen zu können.

Die Zielgruppe wird vor allem durch Presseberichte angesprochen. Es gibt sehr gute Erfahrungen mit den Wochenblättern und regionalen Zeitungen. Zweitens werden Senior/innen auf Straßenfesten, regionalen Messen und Seniorentagen erreicht. Drittens werden Verantwortliche in Seniorenwohnanlagen oder Pflegeeinrichtungen kontaktiert. Häufiger werden auch Erstkontakte über die Weiterempfehlung von Teilnehmer/innen aufgebaut.

Die Hürde für eine Teilnahme ist sehr klein: Interessierte rufen an, geben ihren Vor-und Nachnamen, die Telefonnummer, den Stadtteil, ihr Alter und ob sie ein Gerät besitzen an. Sobald Gruppen von sechs Teilnehmer/innen zusammengestellt wurden, werden die Interessierten telefonisch informiert und eingeladen. Die Gesprächsrunde soll in dem jeweiligen Stadtteil der Teilnehmer/innen umgesetzt werden, damit die Anfahrt nicht zu weit ist.

In Zukunft werden, je nach Nachfrage, weitere 1x1 Themen rund um die Smartphones/Tablets für Menschen 65+ angeboten werden. Als wichtig wird angesehen, dass es bundesweit Angebote in diesem Bereich gibt. Auch liegt es den Initiator/innen sehr am Herzen, dass mehr Apps für ältere Menschen entwickelt werden und diese auch von älteren Menschen genutzt werden können.


Erfahrungen bei der Projektumsetzung - Hinweise für Mitstreiter/innen

Die Initiator/innen des Vereins geben gern ihr Wissen an andere Vereine weiter, da der Bedarf in Hamburg und bundesweit nicht allein gedeckt werden kann. In Hamburg wird bereits mit vier Vereinen zusammengearbeitet. Wade e.V. leiht ihre Geräte an die anderen Vereine aus, damit auch dort die Gesprächsrunden angeboten werden können. Im Jahr 2017 soll Projekt nach Berlin und Lübeck transferiert werden.

Frau Hirche berichtet von ihren Erfahrungen im Pilotprojekt:

"Wir mussten lernen, dass wir wirklich mit den einfachsten Begriffen beginnen mussten, die ersten Teilnehmer haben uns entsprechend geschult. Auch Schulung der Handhabung muss ganz langsam erfolgen. Wir bieten nicht Gesprächsrunden für Anfänger an, da sich die meisten Senior/innen mit viel Wissen noch als Anfänger bezeichnen. Daher der Name "1x1", das lässt keine Interpretation zu.

Für die Theorie müssen den Teilnehmer/innen zum Nachlesen Kopien ausgehändigt werden. Die Erklärungen müssen langsam und deutlich erfolgen, wir richten uns nach dem Schwächsten. Die Teilnehmer/innen trauen sich zum Mitmachen weil sie wissen, keiner ist jünger als 65 Jahre, diese Bedingung weichen wir daher auch nicht auf. Heute würden wir sogar von 70+ sprechen, da ca. 80 Prozent der Teilnehmer/innen zwischen 72 und 87 Jahre alt sind. Ganz wenige sind jünger als 70, einige über 90 Jahre alt. 90 Prozent der Teilnehmer/innen sind weiblich. Vom Erfahrungsstand haben viele vor dem Angebot noch nie eine Homepage aufgerufen.

Wichtig ist es, Geräte zum Üben vorliegen zu haben. Wir machen keinen Trennung zwischen den verschiedenen Betriebssystemen (IOS, Android, Windows) und Typen. Jeder kann mit seinem Gerät üben und wir helfen. Windows mussten wir z.B. auch erst erobern. Wir haben Geräte mit verschiedenen Betriebssystemen vorliegen. Als Zaubergerät haben wir den Tablet/Smartphone-Stift entdeckt. Mittlerweile haben wir viele vorrätig und verkaufen diese. Am Anfang hatten wir nur Übungsstifte und fast alle wollten diese kaufen.

Ganz wichtig ist, dass die Runden Spaß und Mut machen. Die Gruppengröße sollten nie höher als sieben Personen sein, meist liegt die Anzahl bei sechs Personen. Weiterhin ist die Kostenfreiheit wichtig, da auch ältere Menschen mit sehr wenig Geld zu uns kommen sollen, meist haben sie ein Gerät geschenkt bekommen. WLAN erklären wir sehr ausführlich, da es auch was mit Kosten zu tun hat."

Bei der Projektumsetzung hatten die Initiator/innen folgende Hürden zu nehmen:

  • Das Erreichen der  Zielgruppe: Dafür wird die Presse benötigt, um keine kostenpflichtigen Anzeigen schalten zu müssen.
  • Die riesige Nachfrage kann nicht durch einen Verein erfüllt werden.
  • In Seniorenwohnanlagen und anderen Einrichtungen fehlt oft WLAN. Auch die Bereitschaft der Leitung, den Bewohner/innen eine Schulung zu ermöglichen, wird häufig vermisst.
  • Wenig finanzielle Unterstützung durch die Wirtschaft.
  • In Hamburg zeigte der Senat kein Interesse an der Arbeit des Vereins.
  • Die Forderung nach freiem WLAN in Einrichtungen und Seniorenwohnanlagen wird nicht politisch unterstützt.
  • Ehrenamtliche zu finden, da die Schulungen von 10 Uhr bis 13 Uhr stattfinden. Es wird sehr viel Wissen vermittelt, die Teilnehmer/innen sind oft hochaltrig und können den Inhalt vormittags viel besser aufnehmen.

Zurzeit bietet Wade e.V. so viele Termine wie möglich zusammen mit anderen Vereinen an (Freunde alter Menschen e.V., die Medienboten e.V., Kirche, Fischerhaus, Stiftung Ohlendorff’sche Villa). Berlin und Lübeck wollen 2017 mit dem gleichen Projekt starten, Wade e.V. wird die Schulung der ehrenamtlichen Trainer/innen vor Ort vornehmen. Hilfreich wäre es, wenn ein Unternehmen das Projekt finanziell unterstützt.

Filme von den Runden finden Sie auf der Plattform YouTube. Weitere Informationen bietet die Homepage des Vereins.

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Der Deutsche Engagementpreis wurde dieses Jahr an sechs Initiativen bzw. Projekte in fünf Kategorien verliehen. Der Preis soll die Anerkennung von freiwilligem Engagement stärken und den Einsatz für eine lebenswerte Gesellschaft würdigen.

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Der Engagementpreis wird auch wahrgenommen als Dachpreis des bürgerschaftlichen Engagements der Menschen in Deutschland und soll auch denen gelten, die dieses Engagement durch die Verleihung von Preisen sichtbar machen. Das Bündnis für Gemeinnützigkeit verleiht den Engagementpreis in fünf Kategorien, jeder Preis ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert:

  • Kategorie "Generationen verbinden": Dörpschaft Witzin e.V., die sich aktiv für eine lebendige Dorfgemeinschaft im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern einsetzt.
  • Kategorie "Chancen schaffen": Trägerkreis Junge Flüchtlinge e. V. mit der SchlaU-Schule aus München, der unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten zu einem Schulabschluss verhilft.
  • Kategorie "Leben bewahren": Verein Dunkelziffer aus Hamburg, der sich gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern einsetzt.
  • Kategorie "Grenzen überwinden": Stadtteiloper aus dem „Zukunftslabor“ – einer Initiative der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.
  • Kategorie "Demokratie stärken": Projekt "Jugend hackt" der Berliner Vereine Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. und mediale pfade.org – Verein für Medienbildung.

In einem sechswöchigen Online-Voting konnten Bürger/innen über den Publikumspreis 2016 abstimmen, der  mit 10.000 Euro dotiert ist. Die Auszeichnung ging an Marisa Schroth aus Wolfschlugen in Baden-Württemberg für ihr Engagement bei der Organisation für Entwicklungszusammenarbeit Govinda e.V.

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www.seniorenpolitik-aktuell.de
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