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Unterstützung

„Auf Basis der Ergebnisse der Bund-Länder-Arbeitsgruppe »Zukunftspakt Pflege« bereiten wir eine große Reform vor, die echte Entlastung schafft, Unterstützung im Wohnumfeld stärkt und den Zugang zu Leistungen vereinfacht“. Mit diesen Worten verkündet die Bundestagsfraktion der SPD unter dem Vorsitz von Matthias Miersch das Vorhaben einer fundamentalen Umstrukturierung des Pflegesystems, dessen Mechanismus von zahlreichen Expert*innen und Verbänden bereits seit Jahren kritisiert wird.

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So formulieren die Sozialdemokrat*innen in ihrem Beschlusspapier anlässlich der Jahresauftaktklausur vom 8. und 9. Januar  u.a. das Vorhaben, sich für die gesellschaftliche Inklusion aller Menschen – unabhängig von Pflegebedürftigkeit, geistiger oder körperlicher Beeinträchtigung – einzusetzen. Die Pflege hierzulande müsse niedrigschwelliger, gerechter und unbürokratischer gestaltet werden, ebenso solle die erwähnte Reform (pflegende) Angehörige mehr in den Fokus nehmen. Anpassungen des Pflege- und gesamten Gesundheitssystems sollten sich dabei stets an den Anliegen der Patient*innen orientieren.

Zudem unterstützt die Fraktion eine Zusammenführung der gesetzlichen und privaten Pflegeversicherung, damit Versicherte ersterer weniger Nachteile gegenüber Versicherten letzterer erfahren. Begründet wird dies mit dem Ziel einer solidarischeren Finanzierung und einer allgemeinen Stabilisierung des Systems. Aufgrund der ablehnenden Haltung der mitregierenden Union erscheint es jedoch unwahrscheinlich, dass die SPD ihre Position zum jetzigen Zeitpunkt wird durchsetzen können.

Anders als die Union, welche durch weitere Sozialausgaben eine Schwächung der deutschen Wirtschaft befürchtet, lehnt die SPD Leistungskürzungen in der Pflege ab.  Miersch selbst warnt in Anbetracht fortbestehender Arbeitsgruppen, welche Lösungenentwürfe entwickeln sollen, vor vorschnellen Leistungskürzungen. So beruht auch das Beschlusspapier auf Ergebnissen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe, welche bereits in mehreren Artikeln dieses Portals erwähnt wurde.

Die ersten Entwürfe der 13-köpfigen Kommission zu einer Pflegereform ab Jahresende wurden von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit Skepsis aufgenommen. Entsprechend der Positionierung seiner Fraktion stellt sich Merz gegen eine Gleichstellung von privat und gesetzlich versicherten Pflegepatient*innen und hält die Vorschläge der Bund-Länder-Arbeitsgruppe nicht für zukunftsfähig. 

Auch zahlreiche Pflegefachverbände zeigten sich enttäuscht, da konketere und effizientere Handlungsoptionen erwartet wurden. Die finanzielle Situation des deutschen Pflegesystems ist bereits jetzt prekär; es wird davon ausgegangen, dass mehreren Pflegekassen schon in Kürze keine Zahlungen mehr tätigen können. Da auch Kredite nur eine vorübergehende Lösung darstellen, sei zu befürchten, dass das System ohne eine Reform zu kollabieren droht.

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Die Zahl der Menschen in Deutschland, die auf Pflege angewiesen sind, hat sich in weniger als einem Jahrzehnt nahezu verdoppelt: Zwischen 2015 und 2023 stieg sie von 3,0 Millionen auf 5,7 Millionen Personen. Dies geht aus dem gerade vorgestellten Pflegereport 2025 der BARMER hervor. Gleichzeitig hat sich der Anteil der Pflegebedürftigen an der Bevölkerung von 3,21 % auf 6,24 % erhöht. Diese Entwicklung sorge für steigenden Reformdruck auf das Gesundheitssystem und die Pflegeversicherung.

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Demografie nur ein Teil der Erklärung

Entgegen weit verbreiteter Annahmen sei der demografische Wandel nur ein kleiner Faktor für den starken Anstieg der Pflegebedürftigkeit: Laut BARMER-Analyse sind nur ca. 15 % des Zuwachses auf die Alterung der Gesellschaft zurückzuführen. Stattdessen zeigt der Report, dass die Pflegereform von 2017, mit der Pflegestufen durch Pflegegrade ersetzt und der Pflegebedürftigkeitsbegriff erheblich erweitert wurde, eine zentrale Rolle spiele. Dadurch konnten mehr Menschen Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen, was den Zuwachs maßgeblich erkläre.

Mehr Pflegebedürftige bei fast allen Erkrankungen

Die BARMER-Analyse untersuchte die Verknüpfung von Pflegebedürftigkeit mit verschiedenen Krankheiten: Sowohl bei akuten als auch bei chronischen Erkrankungen ist der Anteil der Betroffenen, die zugleich pflegebedürftig sind, deutlich gestiegen. So hat sich zum Beispiel der Anteil pflegebedürftiger Menschen, die an Krebs und Demenz erkrankt sind, in den letzten Jahren erheblich erhöht. Studienautor Prof. Dr. Heinz Rothgang vom Soziologischen Forschungsinstitut SOCIUM der Universität Bremen sieht darin ein Kennzeichen der grundlegenden Veränderungen bei Zugangsberechtigungen und Leistungsansprüchen.

Unterschiedliche Pflegeverläufe – Dauer der Pflege wächst

Der Report weist zudem auf Unterschiede in Pflegeverläufen hin: Menschen mit langsam verlaufenden Erkrankungen wie Demenz oder Parkinson bleiben im Durchschnitt länger im Pflegesystem – teils mehrere Monate länger als andere Pflegebedürftige. Diese Verlängerung der Pflegezeiten verstärke die Belastung für das System zusätzlich, weil mehr Ressourcen über längere Zeiträume gebunden würden.

Finanzielle Belastung und Reformdruck steigen

Angesichts dieser Entwicklungen warnt der Vorstandsvorsitzende der BARMER, Prof. Dr. med. Christoph Straub, vor einer weiteren Überforderung der Pflegeversicherung. Die Aufwendungen stiegen stark an, und die aktuellen Maßnahmen – etwa eine Erhöhung des Pflegebeitrags um 0,2 Prozentpunkte – reichten nicht aus, um künftige Lasten zu decken. Laut Expert*innen müsse die Politik Bund und Länder stärker in die Pflicht nehmen, etwa durch die Übernahme von Rentenversicherungsbeiträgen für pflegende Angehörige oder durch die Entlastung bei Pflege-Investitionskosten und Ausbildungskosten.

Pflegepolitik vor großer Herausforderung

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen wurde bereits eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe eingesetzt, die noch in diesem Jahr Eckpunkte für eine umfassende Pflegereform vorlegen soll. Der Report verdeutlicht, dass es ohne strukturelle Anpassungen und eine breitere Finanzierungsbasis schwierig sein werde, die Versorgung der wachsenden Zahl Pflegebedürftiger dauerhaft sicherzustellen, ohne die Beitragszahler*innen weiter zu belasten.

Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Neben der finanziellen und politischen Dimension beleuchtet der Pflegereport auch die realen Lebensverläufe Betroffener: Die steigende Anzahl von Pflegebedürftigen, die länger und intensiver Unterstützung benötigen, zeige die Notwendigkeit eines umfassenden Pflege- und Versorgungssystems, das sowohl professionelle Pflegekräfte als auch pflegende Angehörige stützt.

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Die Digitalisierung wird das deutsche Gesundheitswesen grundlegend verändern – davon ist eine Mehrheit der Bevölkerung überzeugt. Laut einer aktuellen Befragung im Rahmen des sogenannten Digitalklimaindex rechnen fast zwei Drittel der Menschen mit tiefgreifenden Umbrüchen durch digitale Technologien in Medizin und Pflege. Besonders deutlich ist diese Erwartung bei jungen Erwachsenen sowie bei Menschen über 60 Jahre ausgeprägt.

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Grundsätzlich wird der digitale Wandel im Gesundheitsbereich eher positiv gesehen. Viele verbinden damit effizientere Abläufe, eine bessere Vernetzung medizinischer Angebote und neue Möglichkeiten der Versorgung. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass Akzeptanz und Vertrauen klare Grenzen haben. Anwendungen wie Videosprechstunden oder der Einsatz künstlicher Intelligenz bei Diagnosen stoßen bei rund der Hälfte der Befragten auf Ablehnung. Vor allem ältere Menschen äußern hier deutliche Vorbehalte.

Auffällig sind auch regionale Unterschiede. Während in einigen Großstädten wie Köln, Hamburg oder Tübingen die Sorge vor den Auswirkungen der Digitalisierung besonders groß ist, zeigen sich Menschen in ländlicheren Regionen vergleichsweise offen gegenüber digitalen Gesundheitslösungen. Die Gründe dafür bleiben vielschichtig: Neben der persönlichen Technikaffinität spielen offenbar auch Erfahrungen mit der bestehenden medizinischen Versorgung eine Rolle.

Besonders kritisch wird der Einsatz von Robotik in der Pflege bewertet. Mehr als 60 Prozent der Befragten stehen Pflegerobotern skeptisch gegenüber – selbst in Regionen, in denen der Fachkräftemangel bereits heute spürbar ist. Viele Menschen fürchten offenbar, dass technologische Lösungen den persönlichen Kontakt ersetzen könnten, der gerade in der Pflege als unverzichtbar gilt.

Der Blick auf die Ergebnisse zeigt: Die Digitalisierung des Gesundheitswesens wird zwar als unausweichlich wahrgenommen, stößt aber dort an Akzeptanzgrenzen, wo sie direkt in sensible Bereiche wie Diagnose, Behandlung oder Pflege eingreift. Für Politik, Gesundheitsinstitutionen und Entwickler*innen digitaler Anwendungen bedeutet das eine zentrale Herausforderung. Der technologische Fortschritt allein reicht nicht aus – entscheidend wird sein, Vertrauen zu schaffen, Transparenz zu gewährleisten und digitale Angebote so zu gestalten, dass sie als Unterstützung und nicht als Ersatz menschlicher Zuwendung verstanden werden.

Die Befragung im Rahmen des sogenannten Digitalklimaindex finden Sie hier.

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Der Sozialverband VdK Deutschland spricht sich für die Einrichtung eigenständiger Pflegeämter in den Kommunen aus, um die pflegerische Versorgung in Deutschland grundlegend zu verbessern. Hintergrund sind die wachsende Zahl pflegebedürftiger Menschen, der zunehmende Fachkräftemangel und die Erfahrung vieler Betroffener, sich im bestehenden Pflegesystem nur schwer zurechtzufinden. Nach Auffassung des Verbandes ist die Pflege derzeit zu stark zersplittert organisiert: Zuständigkeiten sind zwischen Bund, Ländern, Kommunen, Pflegekassen und Leistungserbringern aufgeteilt, ohne klare Steuerung und Verantwortung. Die Folge sind regionale Unterschiede, Versorgungslücken und ein hoher bürokratischer Aufwand für Pflegebedürftige und Angehörige.

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Der Vorschlag: Pflegeämter auf kommunaler Ebene

Um diese strukturellen Probleme zu beheben, schlägt der VdK vor, Pflegeämter als feste Anlaufstellen in den Kommunen einzurichten. Diese sollen Beratung, Koordination und Bedarfsplanung bündeln und Pflegeangebote vor Ort besser miteinander vernetzen. Kommunen kennen nach Ansicht des Verbandes die soziale Lage und den konkreten Pflegebedarf ihrer Bevölkerung besonders gut und könnten deshalb gezielter reagieren als übergeordnete Ebenen. Wenn bestehende Angebote nicht ausreichen, sollen Kommunen auch selbst tätig werden dürfen, etwa durch die Gründung kommunaler Pflegedienste oder ergänzender Unterstützungsangebote.

Chancen: Mehr Übersicht und bessere Versorgung vor Ort

Zu den zentralen Chancen kommunaler Pflegeämter zählt eine bessere Steuerung der Pflege auf lokaler Ebene. Versorgungslücken könnten frühzeitig erkannt und geschlossen werden, insbesondere in ländlichen Regionen. Für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen entstünde ein klarer Ansprechpartner, der Orientierung bietet und den Weg durch das komplexe Pflegesystem erleichtert. Pflege würde stärker als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge verstanden und weniger dem Zufall regionaler Marktstrukturen überlassen. Der VdK verweist in diesem Zusammenhang auf Dänemark, wo Pflege weitgehend kommunal organisiert ist und als vergleichsweise gut zugänglich gilt.

Risiken: Finanzierung und neue Ungleichheiten

Gleichzeitig birgt der Vorschlag auch Risiken. Eine zentrale Herausforderung ist die Finanzierung, da viele Kommunen bereits heute unter finanziellem Druck stehen. Ohne eine vollständige und dauerhafte Finanzierung durch Bund und Länder könnten Pflegeämter zu einer zusätzlichen Belastung werden, ohne die Versorgung tatsächlich zu verbessern. Zudem besteht die Gefahr, dass regionale Unterschiede zunehmen, wenn finanzstarke Kommunen bessere Pflegeangebote aufbauen können als strukturschwache. Kritiker*innen warnen außerdem vor zusätzlicher Bürokratie und möglichen Konflikten mit bestehenden Akteuren wie Pflegekassen oder freien Trägern, falls Zuständigkeiten nicht klar geregelt sind.

Voraussetzungen für den Erfolg

Der VdK betont daher, dass Pflege zu einer verbindlichen Pflichtaufgabe der Kommunen werden müsse. Bund und Länder seien gefordert, die finanziellen Voraussetzungen zu schaffen, etwa über den kommunalen Finanzausgleich. Gleichzeitig soll die Rolle der Pflegekassen als Kostenträger individueller Leistungen erhalten bleiben. Nur mit klaren Zuständigkeiten und ausreichenden Ressourcen könnten Pflegeämter einen echten Mehrwert für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen schaffen.

Einordnung: Strukturreform statt Einzelmaßnahmen

Vor diesem Hintergrund kritisiert der Verband auch die aktuelle Pflegereformdebatte. Die bisherigen Vorschläge griffen zu kurz, da sie sich zu sehr auf Einzelmaßnahmen konzentrierten und die grundlegenden strukturellen Probleme des Pflegesystems nicht lösten. Kommunale Pflegeämter werden daher als möglicher Baustein einer umfassenden Reform verstanden, die Pflege übersichtlicher, gerechter und langfristig tragfähig machen soll.


Mehr zur Einrichtung eigenständiger Pflegeämter aus Perspektive des Sozialverbandes können Sie hier nachlesen.

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Die Frage nach der Zukunft der Pflege beschäftigt Politik, Gesellschaft und viele Familien gleichermaßen. Deutschland steht vor einem wachsenden Problem: Die Bevölkerung wird immer älter, der Pflegebedarf steigt kontinuierlich – doch schon heute fehlen zehntausende Pflegekräfte. Der sogenannte Pflegenotstand ist längst Realität und wird sich ohne grundlegende Veränderungen weiter verschärfen.

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Viele Menschen verbinden den Pflegeberuf vor allem mit Stress, Zeitdruck und körperlicher Belastung. Tatsächlich ist der Arbeitsalltag in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen oft sehr anspruchsvoll. Pflegekräfte tragen große Verantwortung, arbeiten im Schichtdienst und müssen emotional mit schweren Situationen umgehen. Diese Rahmenbedingungen schrecken viele potenzielle Fachkräfte ab. Umso wichtiger ist es, auch die positiven Seiten der Pflege sichtbar zu machen.

Der Sozialverband VdK weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es trotz aller Schwierigkeiten auch ermutigende Entwicklungen gibt. So entscheiden sich wieder mehr Menschen für eine Ausbildung in der Pflege. Das zeigt, dass der Pflegeberuf für viele weiterhin attraktiv sein kann – vor allem wegen seiner gesellschaftlichen Bedeutung und der sinnstiftenden Arbeit mit Menschen.

Junge Auszubildende und Pflegefachkräfte berichten häufig, dass sie den direkten Kontakt zu Patient*innen schätzen. Sie erleben Dankbarkeit, Vertrauen und Nähe, die in kaum einem anderen Beruf so intensiv sind. Pflege bedeutet nicht nur medizinische Versorgung, sondern auch menschliche Begleitung, Zuhören und Fürsorge. Für viele ist genau das der Grund, diesen Beruf trotz aller Herausforderungen auszuüben.

Eine immer wichtigere Rolle spielen zudem Pflegekräfte aus dem Ausland. Der VdK betont, dass ohne ihren Einsatz das Pflegesystem bereits heute an vielen Stellen zusammenbrechen würde. Menschen, die ihre Ausbildung oder Anerkennung in Deutschland absolvieren, bringen Engagement, Fachwissen und neue Perspektiven mit. Sie tragen wesentlich dazu bei, den steigenden Pflegebedarf abzufedern.

Gleichzeitig macht der Sozialverband VdK deutlich, dass positive Beispiele allein nicht ausreichen. Um dem Pflegenotstand nachhaltig zu begegnen, braucht es tiefgreifende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. Dazu zählen eine faire Bezahlung, mehr Personal, verlässliche Dienstpläne und weniger bürokratische Belastung. Pflegekräfte müssen die Zeit und die Kraft haben, sich den Menschen zuzuwenden, die auf ihre Hilfe angewiesen sind.

Auch die gesellschaftliche Anerkennung des Pflegeberufs ist ein zentrales Anliegen des VdK. Pflege ist kein Beruf zweiter Klasse, sondern eine tragende Säule des Sozialstaats. Wer pflegt, übernimmt Verantwortung für andere und verdient dafür Respekt, Wertschätzung und politische Unterstützung.

Die Frage „Wer wird uns pflegen?“ lässt sich laut VdK daher nur beantworten, wenn Politik, Gesellschaft und Verbände wie der VdK gemeinsam handeln. Pflege hat eine Zukunft, wenn diejenigen, die sie leisten, dauerhaft gute Bedingungen vorfinden und ihre Arbeit die Anerkennung erhält, die sie verdient.

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Das Positionspapier der Bundesvereinigung der Senioren-Assistenten Deutschland (BdSAD) betont die dringende Notwendigkeit, qualifizierte Alltagsbegleitung und Senioren-Assistenz als festen, anerkannten Bestandteil der Pflegestruktur zu etablieren. Die Organisation argumentiert, dass diese Form der Unterstützung nicht erst dann einsetzen sollte, wenn Pflegebedürftigkeit bereits eingetreten ist, sondern schon im Vorfeld als präventive Maßnahme dienen müsse. Nur so könne es gelingen, ältere Menschen länger selbstständig zu halten, Überlastung von Angehörigen zu vermeiden und die steigenden Kosten im Gesundheitssystem nachhaltig zu dämpfen.

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Unterschätzte Helfer: Die wachsende Bedeutung früher Unterstützung im Alltag

Die BdSAD weist darauf hin, dass Alltagsbegleitung politisch und strukturell häufig unterschätzt wird, obwohl sie einen entscheidenden Beitrag zur Stabilisierung des täglichen Lebens älterer Menschen leisten kann. Gerade durch regelmäßige Unterstützung im Haushalt, bei administrativen Aufgaben, bei sozialen Kontakten oder bei der Strukturierung des Alltags kann Pflegebedürftigkeit hinausgezögert oder sogar verhindert werden. Dennoch wird diese Arbeit zu selten berücksichtigt und oft den klassischen Pflegediensten untergeordnet, obwohl sie ein völlig eigenes Aufgabenfeld mit eigenständigen Qualifikationen darstellt.

Wo die heutige Pflegeversorgung an ihre Grenzen stößt

Das Positionspapier beschreibt zahlreiche Problemlagen, die die derzeitige Versorgung älterer Menschen erschweren. Dazu gehört insbesondere, dass Pflege und Betreuung nach wie vor stark auf informelle Care-Arbeit angewiesen sind – meist von Frauen, oft unbezahlt oder nur gegen geringe Vergütung. Hinzu kommt, dass Unterstützungsangebote wie Tagespflege oder Entlastungsleistungen häufig erst ab Pflegegrad 2 verfügbar sind und in vielen Regionen, vor allem auf dem Land, kaum zugänglich sind. Auch kritisiert die BdSAD, dass gesetzlich vorgesehene Budgets von Pflegebedürftigen häufig gar nicht ausgeschöpft werden, weil die Voraussetzungen zu bürokratisch oder die Anbieter zu selten vorhanden sind. Ebenso wird die rechtliche Grauzone der sogenannten „24-Stunden-Pflege“ angesprochen, die viele Familien nutzen, obwohl rechtliche Klarheit fehlt.

Warum Senioren-Assistenz ein zentraler Baustein sein kann

Die BdSAD macht deutlich, dass schon Menschen mit niedrigeren Pflegegraden – insbesondere Grad 1 und 2 – häufig mehr Begleitung brauchen, als die Politik annimmt. Es gehe nicht allein um körperliche Pflege, sondern oft um Orientierung, Struktur, emotionale Sicherheit und Unterstützung zur Alltagsbewältigung. Einsamkeit spielt dabei eine große Rolle: Sie kann körperliche und psychische Erkrankungen verstärken und den Eintritt von Pflegebedürftigkeit beschleunigen. Die Organisation betont zudem, dass ehrenamtliche Hilfe wertvoll, aber kein Ersatz für professionell qualifizierte Assistenz sein könne. Angesichts regionaler Unterschiede im Angebot sei es notwendig, bundesweit verlässliche und einheitliche Strukturen zu schaffen.

Im Zentrum des Positionspapiers stehen konkrete Reformvorschläge. Die BdSAD fordert unter anderem ein ausreichend hohes Entlastungsbudget für pflegende Angehörige, das perspektivisch mindestens einen freien Tag pro Woche ermöglichen soll. Gleichzeitig müsse der Zugang zu Entlastungsleistungen vereinfacht und bürokratische Hürden abgebaut werden. Leistungen der Alltagsbegleitung sollten angemessen vergütet und nicht nur ein Teil des Sachleistungsbudgets nutzbar sein. Zudem sei es wichtig, Kurzzeitpflegeplätze ausreichend bereitzustellen und das Budget für Tages- und Nachtpflege flexibler zu gestalten.

Budget für ein selbstbestimmtes Altern

Besonders hervorgehoben wird der Wunsch nach einem neuen „Vor-Pflege-Präventions-Budget“. Dieses Budget soll Personen ohne Pflegegrad oder mit niedrigem Pflegegrad gezielt dabei unterstützen, Beratungen, soziale Angebote, hauswirtschaftliche Unterstützung oder technische Hilfen in Anspruch zu nehmen, also all jene Maßnahmen, die verhindern können, dass Pflegebedürftigkeit überhaupt entsteht. Die BdSAD sieht in diesem präventiven Ansatz einen Schlüssel, um die Pflege langfristig zu entlasten und gleichzeitig die Lebensqualität älterer Menschen deutlich zu steigern.

Das Positionspapier fordert somit nicht nur eine bessere finanzielle Ausstattung der Pflege, sondern vor allem ein Umdenken: Weg vom rein pflegeorientierten System und hin zu einer präventiven, lebensnahen, flexiblen Unterstützung älterer Menschen. Senioren-Assistenz wird dabei als unverzichtbarer Baustein gesehen, um gesellschaftliche Teilhabe, Selbstbestimmung und Gesundheit im Alter sicherzustellen.


Das Positionspapier der BdSAD finden Sie online.

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In stationären Pflegeeinrichtungen gehört die Einnahme vieler Medikamente für zahlreiche Bewohner*innen zum Alltag. Besonders ältere Menschen erhalten häufig mehrere Arzneimittel gleichzeitig, darunter auch Psychopharmaka wie Beruhigungs-, Schlaf- oder Antidepressiva. Diese Medikamente können zwar in bestimmten Situationen sinnvoll sein, bergen jedoch erhebliche Risiken, etwa durch Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder eine Einschränkung der Selbstbestimmung.

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Vor diesem Hintergrund hat der Diözesan-Caritasverband Münster das Projekt „pillenlos statt willenlos“ ins Leben gerufen.

Das seit Sommer 2024 laufende Pilotprojekt ist auf zwei Jahre angelegt und wird in drei stationären Pflegeeinrichtungen umgesetzt. Ziel ist es, den Umgang mit Medikamenten, insbesondere mit Psychopharmaka, kritisch zu hinterfragen und eine Pflege zu fördern, die den Menschen und seine individuellen Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt.

Problem: Viele Medikamente, wenig Hinterfragen

In der Altenpflege ist Polypharmazie, also die gleichzeitige Einnahme vieler Medikamente, weit verbreitet. Nicht selten nehmen Pflegeheimbewohner*innen zehn oder mehr Tabletten täglich ein. Besonders problematisch ist, dass Medikamente teilweise über Jahre hinweg verordnet werden, ohne regelmäßig zu prüfen, ob sie noch notwendig oder sinnvoll sind. Gerade Psychopharmaka werden manchmal eingesetzt, um Unruhe, Schlafprobleme oder sogenanntes „herausforderndes Verhalten“ zu kontrollieren.

Das Projekt macht deutlich, dass solches Verhalten nicht immer eine medizinische Ursache hat. Häufig spielen Faktoren wie Schmerzen, Überforderung, Einsamkeit, Reizüberflutung oder Veränderungen im Tagesablauf eine Rolle. Werden diese Ursachen nicht erkannt, besteht die Gefahr, dass Medikamente zur schnellen Lösung werden.

Neuer Ansatz: Beobachten, verstehen, gemeinsam entscheiden

Ein Kernanliegen des Projekts ist es, Pflegekräfte zu stärken und ihnen Sicherheit im Umgang mit Medikation zu geben. Sie sollen ermutigt werden, genau zu beobachten, Situationen sorgfältig zu beschreiben und Veränderungen offen anzusprechen. Statt automatisch Medikamente einzusetzen, sollen zunächst alternative Maßnahmen geprüft werden, etwa Anpassungen der Umgebung, mehr Zuwendung oder eine veränderte Tagesstruktur.

Zentral ist dabei die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Pflegekräfte, Ärzt*innen, Apotheker*innen und Angehörige arbeiten enger zusammen als bisher. In regelmäßigen Fallbesprechungen wird die Medikation einzelner Bewohner*innen analysiert, hinterfragt und – wenn möglich – angepasst oder reduziert.

Zusätzlich werden in den Einrichtungen speziell geschulte Medikamentenbeauftragte eingesetzt. Diese übernehmen eine koordinierende Rolle, achten auf eine sorgfältige Dokumentation und unterstützen das Team dabei, Bedarfsmedikationen bewusst und begründet einzusetzen.

Positive Effekte für Bewohner*innen und Pflegepersonal

Erste Erfahrungen aus den beteiligten Einrichtungen zeigen, dass sich dieser Ansatz lohnt. In einzelnen Fällen führte das Absetzen oder Reduzieren von Medikamenten zu einer deutlichen Verbesserung des körperlichen und seelischen Zustands der Bewohner. Nebenwirkungen gingen zurück, und die Betroffenen wirkten wacher, aktiver und zufriedener.

Auch für das Pflegepersonal bringt das Projekt Vorteile: Durch klare Strukturen, Leitfäden und den fachlichen Austausch gewinnen die Mitarbeitenden mehr Sicherheit im Umgang mit schwierigen Situationen. Entscheidungen werden nicht mehr allein getroffen, sondern gemeinsam getragen.

Ziel: Würde und Lebensqualität bewahren

Langfristig verfolgt das Projekt das Ziel, Pflegeheime zu Orten zu machen, an denen ältere Menschen nicht durch Medikamente angepasst oder ruhiggestellt werden, sondern in ihrer Individualität ernst genommen werden. Medikamente sollen dort eingesetzt werden, wo sie notwendig sind, jedoch nicht aus Bequemlichkeit oder Mangel an Alternativen.

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Misstrauisch, aber wenig bereit, selbst etwas daran zu ändern – so lassen sich die Ergebnisse zweier weiterer deutschlandweiter Umfragen zum Thema Pflege beschreiben. Sie wurden jeweils unabhängig voneinander durchgeführt und behandelten einerseits die Frage zur Sicht auf die eigene Pflegebedürftigkeit und andererseits die Einstellung zur häuslichen Pflege von Angehörigen. Insgesamt zeichnet sich ein eher ernüchterndes Bild ab, das als Warnsignal an die gegenwärtige Politik verstanden werden kann.

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Der seit mehr als einem Jahrhundert bestehende Sozialverband Deutschland (SoVD) hat das 2015 gegründete Start-up-Unternehmen Civey beauftragt, 2.500 Bürger*innen sowie zusätzlich 500 pflegende Angehörige bezüglich ihren Erwartungen gegenüber ihrer eigenen Pflege befragt. Die im Oktober erhobenen Daten zeigen, dass mit 64,6% die klare Mehrheit der Deutschen befürchtet, im Pflegefall unzureichend versorgt zu werden. Frauen gaben dies im Schnitt häufiger an als Männer, die 40- bis 49-jährigen stellten sich als die pessimistischste Altersgruppe heraus.

Andererseits zeigen viele Deutsche keine Einsatzbereitschaft, wenn es um die Pflege eigener Angehöriger geht. In einer weiteren Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA sollten die Teilnehmer*innen angeben, ob für sie die Übernahme der häuslichen Pflege für Familienmitglieder grundsätzlich vorstellen können und, sofern sie dies verneinten, Gründe hierfür angeben. 56,3% der Befragten lehnte die Versogung von Angehörigen kategorisch ab – in den meisten Fällen aufgrund eines Mangels persönlicher Ressourcen. Nennenswerte Unterschiede nach Alter, Geschlecht oder Wohnort konnten dabei nicht festgestellt werden. Die Studie wurde vom Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) in Auftrag gegeben, welcher die Ergebnisse der Umfrage als Anlass sieht, an die politischen Akteur*innen zu appellieren: „Wenn die Bundesregierung weiter auf die Versorgung durch Angehörige setzt, fördert sie vor allem bei Frauen die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie. Sie setzt damit die hart erkämpfte Unabhängigkeit aufs Spiel. Ich verstehe nicht, wie die Frauen in der SPD und der Union diesen Kurs mittragen können“, so Isabell Halletz, AGVP-Geschäftsführerin.

Im Rahmen des demographischen Wandels und der steigenden Lebenserwartung erscheinen die Ergebnisse beider Umfragen alarmierend. Die hohen Kosten für einen Platz in einer Pflegeeinrichtung, die damit einhergehenden Sparmaßnahmen seitens der Regierung, aber auch die mitunter mangelhaften Zustäne in Pflegeheimen dürften die Zuversicht der Bevölkerung hinsichtlich Pflege belastet haben. Gleichzeitig warnen Expert*innen davor, an der häuslichen Pflege als einzige Möglichkeit festzuhalten, da massive wirtschaftliche Folgen wie etwa die Vernachlässigung beruflicher Tätigkeiten drohen. Darüber hinaus stellt die Versorgung von Angehörigen stets eine mentale und körperliche Belastung dar.

Ca. vier von fünf Befragten wünschten sich eine grundsätzliche Reformierung des Pflegesystems. Ideen hierzu bestehen u.a. in einer gemeinsamen Bürgerpflegeversicherung, welche die gesamte Bevölkerung zur Kasse bitten soll. Die gegenwärtigen Angebote zur Unterstützung und Förderung der Pflege seitens der Bundesregierung geht vielen Bürger*innen nicht weit genug – aufgrund unterschiedlicher Standpunkte der aktuell regierenden Parteien erscheint eine Umgestaltung des Pflegesystems in naher Zukunft eher unwahrscheinlich.

Losgelöst von den Ergebnissen sei bei Befragungen, die Beölkerungsmehrheiten darstellen sollen, auf das Problem der (fehlenden) Repräsentativität hingewiesen.

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Bund und Länder haben am 11. Dezember 2025 die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Arbeitsgruppe zum „Zukunftspakt Pflege“ vorgestellt. Mit dem Pakt soll die soziale Pflegeversicherung langfristig stabil, finanziell tragfähig und bürgernah weiterentwickelt werden. Die erarbeiteten Eckpunkte sollen in einen Gesetzesentwurf einfließen, der nach aktuellem Stand möglichst Ende 2026 in Kraft treten soll.

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Dringender Handlungsbedarf in der Pflege

Das deutsche Pflegesystem steht zunehmend unter Druck. Durch den demografischen Wandel wächst die Zahl der pflegebedürftigen Menschen stetig, während gleichzeitig weniger Beitragszahler*innen das System finanzieren. Die Ausgaben der Pflegeversicherung steigen deutlich schneller als ihre Einnahmen, wodurch bestehende Strukturen an ihre Grenzen stoßen. Fachleute sehen daher die langfristige Stabilität der Pflegeversicherung gefährdet. Ohne grundlegende Anpassungen drohen Versorgungslücken sowie steigende finanzielle Belastungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Die geplante Reform soll diesen Entwicklungen frühzeitig entgegenwirken und das Pflegesystem zukunftsfähig aufstellen.

Zentrale Ziele der Reform

Die Pflegereform verfolgt mehrere zentrale Ausrichtungen:

  • Nachhaltige Finanzierung sichern
    Die Pflegeversicherung soll finanziell stabilisiert werden. Einnahmen und Ausgaben werden überprüft und neu ausgerichtet, um die Leistungsfähigkeit des Systems langfristig zu sichern und die Finanzierung generationengerecht zu gestalten.
  • Prävention und Gesundheitsförderung stärken
    Durch vorbeugende Maßnahmen, regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen und Rehabilitationsangebote soll Pflegebedürftigkeit möglichst hinausgezögert oder vermieden werden. Ziel ist es, die Selbstständigkeit älterer Menschen länger zu erhalten.
  • Versorgung vor Ort verbessern
    Insbesondere Kommunen sollen mehr Gestaltungsspielraum erhalten, um regionale und bedarfsgerechte Pflegeangebote auszubauen. Dies gilt vor allem für ländliche Regionen, in denen Versorgungsengpässe häufiger auftreten.
  • Bürokratie abbauen und Leistungen bündeln          
    Pflegeleistungen sollen übersichtlicher zusammengefasst und Zugangswege vereinfacht werden. Dadurch sollen Pflegebedürftige und ihre Angehörigen schneller und unkomplizierter Unterstützung erhalten.

Bestehende Strukturen bleiben bestehen

Trotz der geplanten Reformen soll das Grundprinzip der Pflegeversicherung erhalten bleiben. Die bestehenden Pflegegrade sollen weiterhin gelten, und auch künftig übernimmt die Pflegeversicherung nur einen Teil der entstehenden Pflegekosten. Eigenanteile für Pflegebedürftige bleiben damit Bestandteil des Systems.

Zeitplan und politische Umsetzung

Die Ergebnisse des Zukunftspakts bilden die Grundlage für die weitere gesetzgeberische Arbeit. Bund und Länder haben sich darauf verständigt, die Reform schrittweise weiter auszuarbeiten. Ziel ist es, bis Ende 2026 ein entsprechendes Gesetz zu verabschieden und in Kraft zu setzen.

Kritische Stimmen und offene Fragen

Trotz der ambitionierten Reformziele gibt es auch kritische Stimmen. Fachverbände und Expert*innen bemängeln, dass viele Vorschläge bislang noch wenig konkret seien und verbindliche Entscheidungen – insbesondere zur langfristigen Finanzierung – noch ausstehen. Ob die Reform den wachsenden Anforderungen gerecht wird, hängt daher maßgeblich von der konkreten Ausgestaltung der geplanten Gesetzesänderungen ab.


Die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeitsgruppe zum „Zukunftspakt Pflege“ können online nachgelesen werden.

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Betreutes oder Service-Wohnen richtet sich an ältere Menschen, die selbstständig leben möchten, aber im Alltag Unterstützung benötigen. Sie wohnen in einer eigenen barrierearmen oder barrierefreien Wohnung und können Zusatzleistungen buchen.

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Wichtig zu wissen: Der Begriff ist rechtlich nicht geschützt. Das bedeutet, dass Standards, Qualität und Preise je nach Anbieter*in stark variieren. Umso wichtiger ist es, Verträge gründlich zu prüfen.

Kosten: Miete plus Betreuungspauschale

Wohnungen in solchen Anlagen sind meist teurer als reguläre Miet- oder Eigentumswohnungen, besonders wenn sie barrierefrei oder möbliert sind. Zusätzlich fällt häufig eine Betreuungspauschale an, die je nach Anbieter stark schwanken kann – häufig zwischen 50 € und 500 € pro Monat.

Was oft enthalten ist:

  • Notrufsystem
  • Ansprechpartner vor Ort
  • Teilweise Freizeitangebote oder gemeinschaftliche Aktivitäten

Weitere Hilfsleistungen wie Reinigung, Einkäufe oder Begleitung zu Arztterminen müssen meist extra bezahlt werden. Deshalb ist es wichtig, genau zu klären, welche Leistungen in der Pauschale enthalten sind und welche zusätzlich abgerechnet werden.

Wichtige Fragen vor Unterschrift

Bevor man einen Vertrag eingeht, sollte man die Wohnanlage und die Vertragsbedingungen genau unter die Lupe nehmen:

Barrierefreiheit: Ist nicht nur die Wohnung, sondern die ganze Anlage gut zugänglich?

Lage: Liegt das Haus zentral? Gibt es Einkaufsmöglichkeiten, Ärzt*innen, Busverbindungen?

Betreuung und Sicherheit: Wie funktioniert das Notrufsystem? Gibt es feste Ansprechpartner*innen? Welche Leistungen werden garantiert erbracht?

Zukunftsperspektive: Kann man auch bleiben, wenn der Hilfebedarf steigt? Oder ist später ein Umzug in ein Pflegeheim nötig?

Empfehlung: Bei Kauf Teilungserklärung genau prüfen

Der Verein Wohnen im Eigentum rät dringend dazu, Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung bei einem Wohnungskauf prüfen zu lassen, nicht nur den Kaufvertrag.

Denn dort kann festgelegt sein:

  • wer in der Anlage wohnen darf,
  • welche Dienstleistungen verpflichtend sind,
  • welcher Betreuungsdienst genutzt werden muss.

Idealerweise sollte nur der Zweck „Betreutes Wohnen“ festgelegt werden. Welche Firma die Betreuung übernimmt und zu welchen Konditionen, sollte die Eigentümergemeinschaft selbst entscheiden können. Das schafft langfristig bessere Verhandlungsmöglichkeiten und verhindert Monopolstrukturen.

Fazit: Angebote sorgfältig vergleichen – und Verträge juristisch prüfen lassen

Betreutes Wohnen kann eine sehr gute Wohnform sein, wenn man Selbstständigkeit und Sicherheit verbinden möchte. Gleichzeitig sind die Angebote sehr unterschiedlich und oft komplex.

Deshalb gilt:

  • Leistungen und Preise genau prüfen
  • Teilungserklärung und Betreuungsvertrag juristisch bewerten lassen
  • Besonders auf verpflichtende Vertragsbindungen achten, da diese nur zeitlich begrenzt zulässig sind
  • Mehrere Angebote vergleichen, bevor man sich entscheidet

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