Logo DISW

Seit dem 16.06.2020 ist eine neue App (Smartphone-Anwendung) verfügbar, die bei entsprechenden Kontakten vor dem aktuellen Corona-Virus warnen soll. Die Corona-Warn-App war seit Monaten in der Diskussion, die Fertigstellung wurde mehrmals verschoben.

Weiterlesen

Seit Mitte Juni ist die Smartphone-App im Play Store (bei Android-Geräten) oder AppStore (bei Apple-Geräten) verfügbar. Mit dieser Anwendung soll eine weitere Ausbreitung der COVID-19-Pandemie verlangsamt werden. Aber wie funktioniert das? Diejenigen, die die App auf ihrem Smartphone installiert haben, tauschen über die Bluetooth-Funktion anonyme Nummern (Codes) mit anderen App-Nutzer/innen aus, wenn diese sich für einen gewissen Zeitraum in unmittelbarer Nähe befinden. Gibt nun ein/e Nutzer/in in der App an, mit dem Virus infiziert zu sein, bekommen alle Nutzer/innen, die sich in der Nähe der Person aufgehalten hatten, einen Warnhinweis auf ihr Gerät. Da sich die Codes, die das jeweilige Smartphone sendet, ständig ändern, soll eine Rückverfolgung oder Speicherung von Bewegungsdaten ausgeschlossen seien.Die App soll nun im weiteren Prozess stetig verbessert werden. „Nichts ist in Stein gemeißelt. Man hat in einem wahnsinnigen Tempo diese Version, die jetzt funktioniert seit Dienstag, an den Start gebracht. Und trotzdem wird es weitere Verbesserungsmöglichkeiten geben“, wird die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer einige Tage nach der Veröffentlichung beispielsweise im Ärzteblatt zitiert. Mittlerweile hat die App in Deutschland über zehn Millionen Nutzer/innen.Kritik an der App gibt es unterschiedlicher Art. Für viele kommt die App, die eigentlich spätestens im Mai im kommen sollte, zu spät, andere fordern mehr europäische Abstimmung. Immer wieder kritisiert wird auch, dass die App nur auf neueren Geräten funktioniert. "Es ist wirklich ein Problem, dass die App nur auf neueren Smartphones läuft. Dadurch lässt sie ausgerechnet Ältere oder Menschen mit wenig Geld außen vor", so der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck  gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Auch sie müssen erfahren können, ob sie mit Infizierten Kontakt hatten. Die Bundesregierung muss jetzt alles dafür tun, dass möglichst alle Menschen die App nutzen können."Bedenken gibt es auch, dass die Anwendung zu einer Gewöhnung führen könnte, Gesundheitsdaten digital zu sammeln bzw. dies in Zukunft vorausgesetzt werden könnte. „Das ist die eigentliche Gefahr der Corona-App: Sie ist ein Einwilligungs- und Gewöhnungstool“, warnt zum Beispiel Susanne Gaschke in einem WELT-Kommentar . Die Corona-Warn-App sei „der erste Schritt auf einem Weg, an dessen Ende keine staatliche Leistung, keine ärztliche Untersuchung, keine Banküberweisung und kein Besuch im städtischen Schwimmbad mehr ohne digitale Datenerfassung möglich sein wird.“

Schließen


Der Landesverband der Alzheimer Gesellschaft NRW e.V. verleiht im November - zusammen mit der neuraxFoundation - einen Preis für Engagement in der Demenzselbsthilfe. Bis Anfang Oktober können sich Selbsthilfegruppen bewerben.

Weiterlesen

„Die Betreuung eines an Demenz erkrankten Familienmitgliedes ist nicht einfach und häufig ein Spagat zwischen den Bedürfnissen des Erkrankten und den eigenen“, heißt es in der Beschreibung des Engagementpreises 2020 . Angehörige seien Stütze und Wegbegleiter für Ihre kranken Familienmitglieder, was nicht selten mit eigenen Einschränkungen einhergeht: „Eigene Bedürfnisse werden häufig zurück gestellt, soziale Kontakte minimiert und Überforderungsanzeichen ignoriert.“ Daher verleihen die Kooperationspartner auch in diesem Jahr den Preis für Engagement in der Demenzselbsthilfe, der in Form eines Workshops zum Thema Achtsamkeit und Selbstfürsorge verliehen werden soll. Darunter können zum Beispiel Yoga, Meditation oder ein Ausflug in die Natur fallen, das Angebot soll aber im Einzelnen mit der Gewinnergruppe abgestimmt werden.Die Ausschreibung läuft seit dem 01.05.2020, Selbsthilfegruppen können sich noch bis zum 02.10.2020 bewerben. Bedingungen zur Teilnahme sind unter anderem regelmäßige Treffen und ein mindestens einjähriges Bestehen der Gruppe. Die Preisverleihung soll am 05.11.2020 im Landtag von Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf) stattfinden.Weitere Informationen finden Sie auch in diesem Flyer. Die neuraxFoundation gehört zum privatwirtschaftlichen Pharmaunternehmen neuraxpharm Arzneimittel.

Schließen


In einem Beitrag zu digitalen Angeboten in Zeiten sozialer Distanz haben wir bereits im April auf den neuen Podcast (Audiobeiträge) der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) hingewiesen. Nun ist dieser auch auf gängigen Streaming-Plattformen zu finden.

Weiterlesen

„Zusammenhalten in dieser Zeit“ – so heißt der neue Podcast der BAGSO, der insbesondere älteren Menschen mit Tipps und Informationen durch die Corona-Pandemie begleiten will. Mittlerweile gibt es fünf Folgen, jeweils mit einer Länge von 5-8 Minuten. Anhören können Sie sich die Beiträge zum Beispiel auf der Internetseite der BAGSO, aber auch bei gängigen Streamingdiensten wie Spotify oder Deezer ist die Reihe mittlerweile zu finden.In den einzelnen Audiobeiträgen geht es beispielsweise um die Frage, was „Risikogruppe“ überhaupt bedeutet oder was man gegen Ängste und Sorgen tun kann. Die aktuelle Folge vom 3. Juni heißt „Corona-Helden“, sie dreht sich um Engagierte, die beispielsweise Masken nähen oder Briefe schreiben.

Schließen


Die Robert Bosch Stiftung hat 2018 die Initiative „Neustart! Reformwerkstatt für unser Gesundheitswesen“ ins Leben gerufen. Damit sollten Bürger/innen zu aktiven Mitgestalter/innen des Gesundheitswesens gemacht werden. Im Rahmen der Initiative können Bürger/innen am 15.06. an einer Onlinediskussion mit Jens Spahn teilnehmen.

Weiterlesen

Die Videokonferenz findet am 15.06.2020 von 18:00 bis 19:15 statt. Zur Teilnahme kann dieser Link am 15.06. ab 17:40 genutzt werden.Leitfragen der Diskussion sind "Wie ist es um die Zukunftsfähigkeit des hiesigen Gesundheitswesens bestellt?" und "Was kann politisch getan werden?" Grundlage für die Diskussion sind die Kernbotschaften des Bürgerreports 2019.Weitere Details zur Videokonferenz sind hier zu finden.

Schließen


Anlässlich der Überlegungen, ältere Bevölkerungsgruppen bei einigen Lockerungen der Corona-Maßnahmen auszunehmen und diese weiter zu isolieren, hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Mitte Mai ein Positionspapier veröffentlicht. Senior/innen generell anders zu behandeln sei altersdiskriminierend.

Weiterlesen

In den letzten Wochen hat die Diskussion über eine Aufhebung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie weiter zugenommen, erste Lockerungen sind von Bund und Ländern bereits umgesetzt. Immer wieder hat es in der Debatte auch Vorschläge gegeben, Menschen über 60 Jahren aufgrund des höheren Risikos von weiteren Lockerungen auszunehmen.Solche Überlegungen seien deutlich zu kritisieren und entschieden zurückzuweisen, äußerte sich dazu der DGB Mitte Mai in einem Positionspapier. Es sei altersdiskriminierend und gefährde den gesellschaftlichen Zusammenhalt von jüngeren und älteren Menschen. Auch würden solche Kriterien der realen differenzierten Gefährdungslage nicht gerecht werden. „Auch in Zeiten von Corona gilt, dass alle Menschen das gleiche Recht auf Teilhabe am öffentlichen und gesellschaftlichen Leben haben. Einschränkungen sind insoweit, auch nach Infektionsschutzgesetz, nur angemessen für (potentiell) Infizierte, aber nicht für altersabgegrenzte Personengruppen, die nicht erkrankt sind“, so der DGB weiter.Auch im Hinblick auf die hohe Anzahl an Erwerbstätigen über 60 seien die Vorstöße unwirtschaftlich. „Überlegungen zu Sonderregelungen für Ältere vernachlässigen auf jeden Fall, dass die aktuelle Grenze für den Renteneintritt bei 65 Jahren und 9 Monaten liegt. So stellen über 60 Jährige einen relevanten Teil der Belegschaften in Betrieben und Verwaltungen“, betont der Gewerkschaftsbund. Auch in gesellschaftlich relevanten ehrenamtlichen Tätigkeiten gebe es viele Ältere, die man durch spezifische Einschränkungen von ihrem Engagement abhalten würde.Das vollständige Positionspapier unter dem Titel „Corona-Krise und Senior/innen“ können Sie hier herunterladen.

Schließen


Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, hat anlässlich der Corona-Pandemie einen aktualisierten 5-Punkte-Plan vorgelegt, um die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern.

Weiterlesen

Die Corona-Pandemie mache deutlich, wie systemrelevant die Pflegeberufe sind, argumentiert der Pflegebevollmächtigte Westerfellhaus in einem aktuellen Positionspapier. Daher habe die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode schon einiges getan, um die Berufe weiter zu stärken. Dazu zählt er neben aktuellen „Corona-Gesetzen“ auch die Konzertierte Aktion Pflege aus dem vergangenen Jahr.„Pflegekräfte brauchen jedoch auch darüber hinaus optimale Arbeitsbedingungen und faire Gehälter, um gute Arbeit zu leisten – wie die Beschäftigten in jeder anderen Branche“, so Westerfellhaus weiter. Der Pflegebeauftragte hat daher ein aktualisiertes 5-Punkte-Programm in Anlehnung an die Konzertierte Aktion Pflege veröffentlicht, mit denen Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessert werden sollen.Andreas Westerfellhaus stellt in dem Positionspapier unter dem Titel „Mehr PflegeKRAFT 2.0“ folgende Forderungen auf:
  • „Attraktive Löhne und zeitgemäße Arbeitszeitmodelle müssen in einem Tarifvertrag geregelt werden, der auf die gesamte Langzeitpflegebranche erstreckt werden kann. Das heißt auch: die Refinanzierung von Tariflöhnen muss Realität werden.
  • Pflegekräfte brauchen individuell passende Arbeitszeitmodelle und verlässlich ausreichende Erholungsphasen. Bedarfsgerechte Personalbemessung und -ausstattung sind dazu der Schlüssel.
  • Die Möglichkeiten der Digitalisierung müssen endlich auch in der Pflege nutzbar gemacht werden. Vordringlich müssen eine einheitliche elektronische Abrechnung sowie eine digitale Anwendung für die Verordnung und Genehmigung häuslicher Krankenpflege umgesetzt werden.
  • Die Versorgung der Zukunft wird nur mit einem guten Qualifikationsmix und interprofessioneller Zusammenarbeit gelingen. Dazu müssen heilkundliche Aufgaben gezielt und dauerhaft auf Pflegefachkräfte übertragen und diese gleichzeitig stärker von einfachen pflegerischen Verrichtungen und pflegefernen Hilfstätigkeiten entlastet werden.
  • Pflegekammern müssen in allen Bundesländern als Ansprechpartner für Fortbildung, Standesrecht und fachliche Standards gegründet werden. Die Bundespflegekammer muss im Gemeinsamen Bundesausschuss, der Gematik und anderen Selbstverwaltungsgremien sitzen und die Politik in allen pflegeberuflichen Fragen beraten.“
Die Zusammenfassung der Forderungen finden Sie auf der Internetseite des Pflegebevollmächtigten. Dort steht auch das Positionspapier mit ausführlicheren Beschreibungen der Forderungen und eine dazugehörige Pressemitteilung zum Herunterladen zur Verfügung.

Schließen


Eine Allianz aus Wissenschaftler/innen und gemeinnützigen Organisationen fordern die Bundesregierung zu finanziellen Hilfen für den gemeinnützigen Sektor auf. Dieser sei von der Covid-19-Pandemie nicht weniger betroffen als die Wirtschaft.

Weiterlesen

In einer gemeinsamen Stellungnahme haben Verbände und Expert/innen die Bundesregierung aufgefordert, nicht nur die Wirtschaft, sondern auch gemeinnützige Organisationen durch Soforthilfen zu unterstützen. „Der Erhalt der für unsere Demokratie, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unseren Sozialstaat so wichtigen Zivilgesellschaft darf nicht aus dem Blick geraten“, warnen die Verfasser/innen. Unterzeichnet haben die Stellungnahme zum Beispiel der Dachverband BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen), der Bundesverband deutscher Stiftungen oder der Deutsche Kulturrat.Im Einzelnen fordern die Verbände:
  • Zugang zu Mitteln aus Schutzfonds für gemeinnützige Organisationen
  • Weitergehende Änderungen im Gemeinnützigkeitsrecht, um den rechtlichen Handlungsspielraum zu erweitern
  • Innerhalb der EU auch grenzüberschreitende Hilfen zu ermöglichen
  • Digitalisierungsmaßnahmen möglichst zeitnah auch für den gemeinnützigen Sektor durchzuführen und
  • Forschungsmaßnahmen zu den zivilgesellschaftlichen Folgen der Pandemie zu fördern.
Der Fokus müsse „auch darauf liegen, einschneidende negative Folgen durch die aktuelle Lähmung des öffentlichen Lebens in der Zivilgesellschaft zu verhindern. Dabei muss auch die Vielfalt zivilgesellschaftlicher Organisationen und zivilgesellschaftlichen Handelns bewahrt werden.“ In Deutschland gibt es nach Angaben der Stellungnahme über 600.000 gemeinnützige Organisationen, in denen sich mehr als 30 Millionen Menschen engagieren. Außerdem weisen die Verfasser/innen darauf hin, dass im Bereich der gemeinnützigen Sozialwirtschaft über 3,7 Millionen Menschen in Deutschland beschäftigt seien.Die vollständige Stellungnahme können Sie beispielsweise hier einsehen.

Schließen


Eigentlich gilt die Grundrente als beschlossene Sache, nachdem die Große Koalition vergangenen Herbst zu einer Einigung kam. Aufgrund der aktuellen Situation wurde das Thema nun jedoch verschoben, die Union stellt nun sogar wieder die Finanzierbarkeit infrage.

Weiterlesen

Im April sollte der Bundestag nach Willen der SPD eigentlich über die Grundrente beraten, doch die Union will die Grundrenten-Debatte um ein weiteres Jahr verschieben. CDU und CSU stellen das Projekt teilweise wieder ganz infrage, sie zweifeln an der Finanzierbarkeit.Nach langer Diskussion hatte die Große Koalition aus CDU, CSU und SPD erst vergangenen Herbst eine Einigung erzielt. Die SPD kritisiert die Verzögerung ihres Projekts scharf. "In der Union sehen manche in der Krise offenbar die Chance zum Sozialabbau, stellen sogar die vereinbarte Grundrente infrage“, äußerte sich beispielsweise der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich kürzlich in einem Spiegel Interview . „Die Grundrente betrifft aber gerade die jetzt als systemrelevant erkannten Berufsgruppen, die viele Jahre schlecht bezahlt wurden“, so der SPD-Politiker weiter. Es sei „zynisch“, das Projekt jetzt zu verschieben.Auch Linke und Grüne drängen auf die Einführung Grundrente. „Die Koalition muss ihr Versprechen halten. Die Grundrente muss kommen“, wird beispielsweise Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt in der Augsburger Allgemeinen zitiert. Die Regierungsparteien sollten sich „am Riemen reißen, anstatt einen bereits beigelegten Streit wieder neu aufzumachen und damit Vertrauen zu schwächen“, mahnt Göring-Eckardt. Aus der FDP hingegen wird Unmut über die Grundrente geäußert. Sie ruft die Regierung dazu auf, auf das Projekt ganz zu verzichten.Kommen sollte die Grundrente eigentlich 2021. Wie realistisch eine baldige Umsetzung des Projekts nach der erneuten Diskussion und Verzögerung noch ist, bleibt unklar. Von der Grundrente sollen insbesondere Personen mit geringen Einkommen profitieren.

Schließen


Im Zuge der Ausbreitung des Covid 19-Virus ist immer wieder eine Smartphone-App (Handyanwendung) in der Diskussion, die bei der Eindämmung der Pandemie helfen soll. Thematisiert wird dabei vor allem die Frage des Datenschutzes.

Weiterlesen

Eine erste Version der freiwilligen App, über die seit Beginn der Corona-Krise debattiert wird, soll es nun wohl im Mai geben. „Aus heutiger Sicht sind es eher vier Wochen als zwei Wochen, bis wir tatsächlich dann eine haben, die auch alle Anforderungen voll erfüllt“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) laut Ärzteblatt am 17.04.2020. Diese Anforderungen bestehen vor allem im Hinblick auf den Schutz sensibler Daten, da die App über die Bluetooth-Funktechnik Smartphones in unmittelbarer Nähe erkennen soll.Sollten Personen in Ihrer Nähe gewesen sein, die in ihre Corona-App eingeben, positiv getestet worden zu sein oder als Kontaktperson gelten, würden Sie eine Nachricht auf Ihr Smartphone bekommen. Dadurch könnten Infektionsketten gestoppt werden. Zuvor wurde auch das sogenannte „Tracking“, also die Erstellung individueller Bewegungsprofile zum Beispiel über Funkzellenabfragen oder GPS-Daten, als Möglichkeit diskutiert. Dieses Vorhaben stieß jedoch auf reichlich Kritik, da es sich dabei um einen weitgehenden Eingriff in die Grundrechte handele. Unumstritten ist die weitgehend anonyme Funk-Variante über Bluetooth jedoch auch nicht.„Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das datenschutzkonform machen lässt“, sagte beispielsweise die netzpolitische Sprecherin und Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion, Anke Domscheit-Berg, vergangenen Monat in einem SPIEGEL-Interview. „Dazu kommt, dass dieser Dienst nur funktioniert, wenn Bluetooth immer angeschaltet ist. Bluetooth kann aber wie alle Schnittstellen angegriffen werden. Erst 2017 gab es eine Schwachstelle, die fünf Milliarden Bluetooth-Geräte betraf, mit deren Ausnutzung man das ganze Handy hätte ausschnüffeln können“, so die Netzpolitikerin weiter. Grundsätzlich ist Die Linke jedoch offen für eine freiwillige Corona-App, wenn ein entsprechender Schutz der Daten gewährleitet ist. Unter diesen Bedingungen befürworten auch die Grünen eine solche Anwendung. „Wenn das berücksichtigt ist, erwarte ich auch eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung“, äußert sich beispielsweise Fraktionsvorsitzende Katrin-Göring Eckardt auf der Fraktionsseite im Internet.In vielen Ländern werden solche digitalen Möglichkeiten bereits genutzt. Herangezogen werden als Beispiele immer wieder asiatische Staaten, die Infektionswege per Handy-Tracking nachvollziehen. Auch in anderen europäischen Ländern werden derzeit nationale Apps zur Corona-Eindämmung vorbereitet oder schon genutzt. Wann und in welcher Form diese in Deutschland genau verfügbar sein werden, ist noch unklar.

Schließen


Das Bundeskabinett hat den Weg frei gemacht für die elektronische Patientenakte (ePA), die als Teil der Digitalisierung des Gesundheitswesens im Januar 2021 kommen soll. Kritiker/innen vermissen den Schutz sensibler Daten.

Weiterlesen

Seit Jahren gibt es eine Diskussion über die Einführung einer elektronischen Patientenakte. Dabei soll für Patient/innen eine elektronische Kartei angelegt werden, auf der beispielsweise Befunde gespeichert werden können. So könnten zum Beispiel mehrfache Voruntersuchungen überflüssig werden, da alle behandelnden Ärzt*innen über die Versichertenkarte auf die E-Patientenakte zugreifen können.„Wir erleben gerade, wie digitale Angebote helfen, Patienten besser zu versorgen“, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in einer Pressemitteilung zu dem aktuellen Gesetzentwurf. Das „Patientendaten-Schutz-Gesetz“ soll nach Vorstellung der Bundesregierung im Herbst in Kraft treten. Doch wie viel Patientendaten-Schutz steckt in dem Gesetz?Ärzt/innen sehen das Gesetz im Hinblick auf den Schutz sensibler Daten jedenfalls teilweise kritisch, wie im Deutschlandfunk berichtet wird. „Man darf das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Und vor allem eins, es muss einfach geklärt sein: Wie wird diese Verbindung gesichert? Wer übernimmt dafür die Verantwortung?“, wird dort Kai Peter Schlegel, niedergelassener Facharzt für Urologie, zitiert. Man könne den speziellen Anschluss an das notwendige Gematik-Netz gar nicht installieren, „ohne diesen Weg in unser Intranet, wo die Dateien an sich sicher sind, freizugeben. Und letztlich ist eine Arztpraxis mit Sicherheit leicht zu knacken für jemanden, den das interessiert.“ Ärzt/innen, die die elektronischen Patienakten nutzen, sollen dafür honoriert werden. Honorarkürzungen solle es nach Spahn allerdings bei Nicht-Benutzung auch geben.Für die Patient/innen soll die Nutzung solcher elektronischen Akten zunächst freiwillig sein. Die Versicherten sollen auch darüber entscheiden können, welche Daten in die ePA aufgenommen werden sollen und welche nicht. Die Daten können ab 2022 bei einem Krankenkassenwechsel übernommen werden. Ab 2023 sollen Versicherte dann die Möglichkeit bekommen, ihre anonymisierten Daten für die medizinische Forschung zur Verfügung zu stellen. Befürworter/innen der elektronischen Patientenakten erhoffen sich dadurch wichtige Erkenntnisse. Zum Beispiel kann leichter statistisch erfasst werden, welche Krankheiten mit besonderer Häufigkeit mit anderen (Vor-)Erkrankungen zusammenfallen.Das voraussichtlich im Herbst durch den Bundestag bestätigte Gesetz könnte im Januar 2021 umgesetzt werden. Im Bundesrat ist es nicht zustimmungspflichtig. Damit hat das Bundeskabinett den Weg für die ePA mit dem Gesetzentwurf aus dem Gesundheitsministerium frei gemacht. Eine Zusammenfassung der vorgesehenen Regelungen finden Sie auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums, wo Sie auch den Gesetzentwurf im Wortlaut herunterladen können.

Schließen


Diese Seite verwendet Cookies gemäß unserer Impressum und Datenschutz.