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Gesundheit

Wie auch zu vergangenen Jahreswechseln üblich hat die Bürgerbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein auch dieses Mal Änderungen im Sozialrecht in einer Übersicht zur Verfügung gestellt.

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Samiah El Samadoni hat als Bürgerbeauftragte für soziale Angelegenheit Ende 2021 wieder einen Überblick veröffentlicht, was sich im Sozialrecht zum Jahreswechsel oder im Laufe des Jahres 2022 ändert. El Samadoni selbst berät Bürger*innen auch in sozialrechtlichen Fragen.

Die Gesetzliche Pflegeversicherung ist ein relevanter Teil des Sozialrechts, in dem es eine Reihe von Änderungen gab oder geben wird. Die Bürgerbeauftrage nennt in ihrer Veröffentlichung einige dieser Änderungen, über die Pflege haben wir kürzlich allerdings schon in einem gesonderten Beitrag berichtet.

Neben der sozialen Pflegeversicherung ist für die Seniorenpolitik sicherlich die Gesetzliche Rente von Bedeutung. Nachdem die Rente 2021 nur geringfügig gestiegen war, wurde Rentner*innen für das Jahr 2022 eine spürbarere Erhöhung versprochen. Waren im Herbst vergangenen Jahres Medienberichten zufolge allerdings noch über 5 Prozent geplant, dürfte die im Sommer erwartete Erhöhung nun doch schmaler ausfallen als zunächst angenommen (mehr dazu u.a. hier). Über weitere Änderungen bei der Rente informiert auch die Gesetzliche Rentenversicherung.

Höhere Regelsätze gelten nun auch in der Sozialhilfe. Allerdings sind die Sätze nur um drei Euro je Monat angehoben worden. Wie auch bei der Grundsicherung für Arbeitssuchende („Hartz IV“) beträgt der Regelsatz bei alleinstehenden Personen auch  bei der Sozialhilfe seit Jahresbeginn 449 statt 446 Euro.

In der Gesetzlichen Krankenversicherung gibt es neben der elektronischen Krankmeldung nun auch das „E-Rezept“. „Auch bei den Rezepten für Arzneimittel schreitet die Digitalisierung voran“, heißt es dazu von El Samadoni. Seit dem 01. Januar müssen sogenannte E-Rezepte ausgestellt werden. Patient*innen können dann auf Wunsch auch digital verschreibungspflichtige Medikamente bestellen. Es gibt zwar weiterhin auch Rezepte in Papierform, diese enthalten nun allerdings zusätzlich einen QR-Code.

Mehr von der schleswig-holsteinischen Bürgerbeauftragten für soziale Angelegenheiten finden Sie hier – zum Beispiel auch Informationen über die Bürger*innensprechtage vor Ort.

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Dass die Lebenserwartung auch mit dem Einkommen zusammenhängt, ist bereits bekannt und für viele Staaten untersucht und festgestellt worden. In einer im November veröffentlichten Studie stellt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) nun zudem fest, dass auch die Pflegewahrscheinlichkeit vom Einkommen abhängt.

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Ärmere Personen hätten ein höheres Risiko als Besserverdienende, pflegebedürftig zu werden. Außerdem seien sie früher auf Pflege angewiesen. Entsprechend stellt der Leiter der Abteilung Staat am DIW Berlin, Peter Haan, fest: „Nicht nur Einkommen und Lebenserwartung sind in Deutschland sozial ungleich verteilt, sondern auch das Pflegerisiko“. Haan habe für die Analyse Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) zusammen mit DIW-Kollegen Johannes Geyer, Hannes Kröger und Maximilian Schaller ausgewertet.

Männer, die unmittelbar vor dem Renteneintritt ein Einkommen von unter 60 Prozent des mittleren Einkommens bezogen hatten, seien laut der Studie sechs Jahre eher auf häusliche Pflege angewiesen als Männer mit einem Einkommen von über 150 Prozent des Mittelwerts. Bei Frauen viele die Differenz mit rund dreieinhalb Jahren etwas geringer aus. Auch die berufliche Stellung ließe Unterschiede sichtbar werden: Arbeiter*innen seien beispielsweise etwa vier Jahre früher auf Pflege angewiesen als Beamt*innen. „Pflegebedürftigkeit hängt also nicht nur vom Alter ab und tritt auch nicht zufällig auf. Im Gegenteil: Die Pflegebedürftigkeit wird durch Gesellschaft, Einkommen und Arbeitswelt beeinflusst“, betont Johannes Geyer vom DIW.

Die Tatsache, dass ärmere Personen nicht nur mit höherer Wahrscheinlichkeit überhaupt, sondern auch früher auf Pflege angewiesen sind, führe zu weiteren sozialen Problemen. So übernehme die gesetzliche Pflegeversicherung nur einen Teil der Pflegekosten. Kann der Eigenanteil nicht mehr aus eigenen Einkünften oder Vermögen beglichen werden, seien Betroffene auf Sozialhilfe angewiesen, was sich wiederum auf die Qualität der Pflegeleistungen auswirke. Nicht zu vernachlässigen seien zudem psychische und physische Belastungen für Angehörige bei häuslicher Pflege.

Die Studienautoren sehen daher politischen Handlungsbedarf: „Um diese Ungleichheit zu bekämpfen, brauchen wir sozialpolitische Maßnahmen, die das ausgleichen“, so Haan. „Wir brauchen dabei sowohl Konzepte, die sofort greifen, als auch solche, die langfristig angelegt sind“. Nachhaltige Politik müsse bereits in der Erwerbsphase ansetzen und beispielsweise die Arbeitsbelastungen in den Blick nehmen.

Hier gelangen Sie zu mehr Informationen zur Studie und zu weiterführenden Links.

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Laut einem aktuellen Bericht im Rahmen des Hochaltrigkeitssurvey – der sogenannten D80+-Studie – ist Armut im hohen Alter in Deutschland weit verbreitet. Insbesondere bei Frauen über 80 Jahren ist die Altersarmut ausgeprägt.

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Über den ersten Kurzbericht der D80+-Studie haben wir kürzlich in einem anderen Artikel berichtet. Er hatte die wahrgenommenen Auswirkungen der Corona-Pandemie zum Thema. Der zweite Bericht trägt nun den Titel „Das Einkommen der Hochaltrigen in Deutschland“ und ist im Dezember erschienen.

Der Bericht zeigt, dass die Einkommensarmut bei hochaltrigen Menschen über dem Schnitt der Gesamtbevölkerung liegt. 22,4 Prozent der Menschen im Alter von 80 Jahren oder älter gelten demnach als einkommensarm, während nur 2,8 Prozent als einkommensreich eingestuft sind. Deutlich erkennbar ist auch der Zusammenhang zwischen Bildungstand und Einkommen. Hochgebildete Menschen haben in der untersuchten Altersgruppe im Schnitt 1.150 Euro mehr Nettoeinkommen im Monat als niedriggebildete hochaltrige Personen.

„Dass so viele alte Menschen in Armut leben müssen, ist unserer reichen Gesellschaft nicht würdig“, kommentiert die neue Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Kinder Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) den Bericht in einer Pressemitteilung. Sie betont mit Blick auf die Ergebnisse der Untersuchung außerdem, dass Frauen besonders von Armut im Alter betroffen seien. „Wir müssen daher alles daran setzen, die noch immer bestehenden Lohnlücken zwischen den Geschlechtern zu schließen.“ Spiegel nennt als politische Vorhaben dafür die im Koalitionsvertrag vereinbarte Weiterentwicklung des Entgelttransparenzgesetzes sowie die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro.

Der rund 20-seitige Bericht weist tatsächlich darauf hin, dass hochaltrige Frauen deutlich öfter von Altersarmut betroffen sind als Männer ihrer Altersgruppe. Die Differenz des Nettoäquivalenzeinkommens beider Bevölkerungsgruppen beträgt monatlich etwa 300 Euro. Allerdings: Am höchsten ist die Armutsquote bei den Frauen, die vor dem Ruhestand – zum Beispiel aufgrund von Kindererziehung – nie einer Erwerbstätigkeit nachgegangen sind. Hier könnte zumindest fraglich sein, inwieweit die von der Bundesseniorenministerin angekündigten Vorhaben eines höheren gesetzlichen Mindestlohnes oder bei der Entgelttransparenz überhaupt greifen.

Bei der D80+-Studie handelt es sich um die bundesweite Weiterentwicklung der NRW80+-Studie, um auch für das hohe Alter im ganzen Bundesgebiet eine bessere Datenlage zu erlangen. Im Rahmen der Studie wurden mehr als 10.000 Menschen zu ihrer Lebensqualität und Lebenssituation befragt.

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Mit dem Start ins Jahr 2022 treten wieder eine Reihe neuer Regelungen in Kraft. Was sich im Bereich Pflege mit dem Jahreswechsel ändert, hat unter anderem der BIVA-Pflegeschutzbund in Übersicht zusammengestellt.

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„Eine große Pflegereform wurde zwar leider nicht auf den Weg gebracht, aber immerhin gibt es ein paar Verbesserungen und Erleichterungen bei verschiedenen Pflegeleistungen“, heißt es einleitend in dem BIVA-Beitrag, in dem einige Veränderungen in der Pflege erläutert werden. Grundlage der neuen Regelungen ist das im Sommer 2021 verabschiedete Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz – GVWG). Das Gesetz war damals vielfach als unzureichend kritisiert worden. Der Pflegeschutzbund hat das Gesetz im Sommer als „Schönfärberei“ bezeichnet. „Statt einer Pflegereform bietet man nur ein Pflästerchen für die großen Probleme im Pflegesektor“, so der Vorsitzende Dr. Manfred Stegger im Juni in einer Pressemitteilung.

In dem nun erschienenen Beitrag auf der Internetseite des BIVA-Pflegeschutzbundes werden die nun eintretenden Änderungen erklärt. Dazu zählt beispielsweise, dass Pflegeheimbewohner*innen mit einem Pflegegrad 2 bis 5 Zuschüsse zu ihren Eigenanteilen erhalten werden. Das soll die Betroffenen finanziell stärker als bislang entlasten. Mit der Dauer der Unterbringung soll der Zuschuss, der nicht beantragt werden muss, auf bis zu 70 Prozent (nach drei Jahren) steigen. Allerdings geht es dabei nur um Zuschüsse auf den Teil des Eigenanteils, welcher für die Pflegekosten vorgesehen ist. Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen werden auch weiterhin nicht bezuschusst.

Neu geschaffen ist auch der ab Januar 2022 in Kraft tretende Anspruch auf zehntägige Übergangspflege, beispielsweise wenn eine Versorgung nach einem Krankenhausaufenthalt nicht anderweitig sichergestellt werden kann. Die BIVA empfiehlt, Fragen hierbei frühzeitig zu klären. Zuständig sei der Sozialdienst des Krankenhauses bzw. die Krankenkasse.

Neben einigen Verbesserungen für Pflegebedürftige zielt das Gesetz auch auf die Situation der Beschäftigten in der Pflege ab. So ist ein wesentlicher Bestandteil der Reform, dass künftig nur noch Einrichtungen zur Pflegeversorgung zugelassen werden sollen, die das Pflegepersonal mindestens nach Höhe eines Tarifvertrages entlohnen. Diese Regelung gilt allerdings erst ab September 2022.

Weitere Änderungen – beispielsweise bei der Kurzzeitpflege, bei der Verordnung von Pflegehilfsmitteln oder bei der Frage von Erstattungsansprüchen nach dem Tod – werden in dem Artikel erklärt.

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Der Deutsche Hochaltrigkeitssurvey „Hohes Alter in Deutschland (D80+)“ soll die Lebenssituationen der Menschen über 80 Jahren erfassen und abbilden. In einem ersten Bericht aus November werden die wahrgenommenen Auswirkungen der Menschen durch die Coronapandemie dargestellt.

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Wahrgenommene Auswirkungen der Coronapandemie auf die Lebenssituation älterer Menschen“ heißt der knapp 30-seitige Kurzbericht, der im Rahmen der D80+-Studie im November 2021 veröffentlicht wurde. D80+ wird vom Bundesministerium wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Hintergrund ist, dass die Zahl der Über-80-jährigen seit Jahren ansteigt, über ihre Lebenssituation aber wenig bekannt ist. In einem ersten Bericht haben sich die Studienautor*innen zunächst mit der Lebenssituation der Hochaltrigen in Pandemie-Zeiten auseinandergesetzt. Schriftlich befragt wurden insgesamt rund 40.000 Personen, von denen über 10.000 – und damit mehr als jede vierte angefragte Person – an der Befragung teilgenommen haben. Die Befragung fand zwischen November 2020 und April 2021 und damit unter dem Eindruck der zweiten und dritten Corona-Welle statt.

Wenn es um die eigentliche Erkrankung mit dem Virus geht, decken sich die Zahlen der Befragung mit den RKI-Angaben: 5 % der Über-80-Jährigen berichtet von einer Erkrankung, insbesondere Frauen, Personen in älteren Altersgruppen und Heimbewohner*innen sind häufiger erkrankt. Im sozialen Umfeld hat jede vierte Person der Altersgruppe eine Erkrankung mitbekommen.

Wenn es um die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung geht, geben 4 von 5 Befragten im Hinblick auf ihre privaten Kontakte an, von den Auswirkungen der Pandemie betroffen zu sein. Hierin liegt dem Bericht zufolge auch die größte wahrgenommene Veränderung. 68,6 % der Befragten sind durch Kontakt- oder Besuchsbeschränkungen betroffen. Die Über-90-Jährigen und Heimbewohner*innen geben öfter an, von Eindämmungsmaßnahmen wie Quarantäne oder Kontaktverboten betroffen zu sein.

Von den hochaltrigen Menschen geben zum Zeitpunkt der Befragung 28,4 % an, in den letzten 12 Monaten das Internet genutzt zu haben (sog. „Onliner“). Innerhalb der Gruppe der Onliner berichten 23,5 % von einer Veränderung ihrer Internetnutzung durch die Pandemie. Allerdings: „Zu welchem Anteil hier sehr alte Menschen bedingt durch die Coronapandemie neu begonnen haben, das Internet zu nutzen, kann aus diesen Zahlen jedoch leider nicht abgeschätzt werden.“ Zu „Lehren aus dem Lockdown“ im Hinblick auf digitale Teilhabe können Sie hier weiterlesen.

Die finanzielle Situation der Hochaltrigen scheint kaum durch die Pandemie verändert. 81,8 % geben an, „überhaupt nicht“ beeinflusst zu sein. „Ein wenig“ verändert hat sich die finanzielle Situation bei 11,6 % der Über-80-Jährigen. Die Stärksten Einbußen werden nur von Personen genannt, deren (Ehe-)Partner*in mit COVID-19 verstorben sind.

Im Fazit unterstreicht der Bericht den Befund, dass die Coronapandemie nicht in besonderem Maße zu einer steigenden Altersdiskriminierung geführt habe. Das ergebe sich unter anderem aus den Angaben der Befragten zur wahrgenommen Wertschätzung durch die Gesellschaft, die überwiegend als unverändert beschrieben wird.

Mehr zum Deutschen Hochaltrigkeitssurvey finden Sie unter diesem Link. In einem kommenden Beitrag werden den zweiten D80+ Kurzbericht vorstellen, der in diesem Monat veröffentlicht wurde. Dabei geht es um das Thema Altersarmut.

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Berliner Politiker*innen verschiedener Fraktionen übernehmen vom 15. bis zum 17. Dezember jeweils für eine Stunde das „Silbertelefon“, um mit Menschen über 60 Jahren ins Gespräch zu kommen. Die Aktion soll ein Zeichen im Kampf gegen Einsamkeit im Alter setzen.

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Bei dem Silbertelefon des Vereins Silbernetz e.V. handelt es sich um eine kostenfreie Telefonnummer, unter der sich ältere Menschen anonym melden können, wenn sie sich einsam fühlen. „Einfach mal reden“ lautet daher das Motto, das man immer wieder auf der Internetseite des Projekts zu lesen bekommt. Seit März 2020 ist die Hotline bundesweit unter der Nummer 0800 4 70 80 90 zwischen 8:00 und 22:00 Uhr täglich aktiv. Seit dem ersten Lockdown seien nach Angaben des Vereins bereits rund 230.000 Anrufe eingegangen.

Gerade im Dezember sei der Bedarf an Gesprächen groß: „Wie immer in der Weihnachtszeit leiden ältere Menschen besonders stark unter ihrer Einsamkeit – die aktuelle Corona-Lage verschärft die Situation zusätzlich“, so Silbernetz-Initiatorin Elke Schilling in einer Pressemitteilung. „Das zeichnet sich bereits jetzt in den Gesprächen am Silbertelefon ab“. Als Zeichen im Kampf gegen Alterseinsamkeit werden daher Politikerinnen und Politiker aus dem Berliner Abgeordnetenhaus drei Tage in der Vorweihnachtszeit nutzen, um selbst einige Gespräche am Telefon zu führen. Vom 15. bis zum 17. Dezember werden die Landespolitiker*innen das Telefon in Berlin-Wedding jeweils eine Stunde übernehmen.

Darunter unter anderem die mögliche kommende Bürgermeisterin der Hauptstadt, Franziska Giffey (SPD) – der bereits ausgehandelte Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und Linken liegt derzeit noch den Parteien zur Abstimmung vor. Bundesweit bekannt dürfte auch die teilnehmende SPD-Politikerin Sawsan Chebli sein, die im Bund unter anderem einige Jahre stellvertretende Sprecherin des Auswärtigen Amtes war und derzeit Staatssekretärin in der Berliner Staatskanzlei ist. Unter den Telefonierenden wird auch Bettina Jarasch, die Spitzenkandidatin der Grünen zur vergangenen Landtagswahl und derzeitige Fraktionsvorsitzende sein. Kai Wegner (CDU) und Sebastian Czaja (FDP) sind ebenfalls Teil der Aktion.

Die Aktion könnte dazu beitragen, das Thema Einsamkeit im Alter stärker in die Öffentlichkeit zu bringen. „Danke an alle Politiker*innen, die hierfür Aufmerksamkeit schaffen“, so die Initiatorin des Projekts. Silbernetz e.V. spricht von acht Millionen älteren Menschen in Deutschland, die zeitweise einsam oder isoliert leben würden.

Um dem besonderen Bedarf über die Feiertage gerecht zu werden, wird es auch in diesem Jahr wieder das Feiertagstelefon von Silbernetz geben. Vom 24. Dezember 2021 ab 8 Uhr morgens bis zum 1. Januar 2022 um 22 Uhr abends ist die Nummer rund um die Uhr freigeschaltet.

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Bei den Impfquoten gehört Schleswig-Holstein weiter zur Spitzengruppe der Bundesländer. Bei den Auffrischimpfungen (sog. Booster-Impfung), die bislang vor allem ältere Menschen schützen sollten, gab es Berichten zufolge allerdings auch hier Terminschwierigkeiten. Immerhin: Für Menschen ab 60 Jahren starten Impfstellen ab heute, dem 25. November, ergänzend zu den Hausärzt*innen.

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Mit 72,3 Prozent der Bevölkerung, die in Schleswig-Holstein doppelt geimpft sind, liegt das nördlichste Bundesland auf dem vierten Platz im Ländervergleich (Stand: 19.11.2021). Davor liegen mit Bremen (1.) und Hamburg (3.) zusätzlich zwei Stadtstaaten, in denen Menschen leichter zentral erreichbar sind als in Flächenländern.

Da mittlerweile klar ist, dass der Impfschutz trotz Zweitimpfung mit der Zeit stark nachlässt, sind bundesweit die Booster-Impfungen gestartet. Vor allem Ältere sollen zunächst davon profitieren, da sie einerseits ein vergleichsweise höheres Risiko eines schweren Krankheitsverlaufes haben, ihre Zweitimpfungen andererseits auch am längsten zurückliegt. In Schleswig-Holstein haben bislang 7,6 Prozent der Bevölkerung eine Drittimpfung erhalten, auch hier gehört das Land zur Spitzengruppe.

Allerdings gab es Berichten zufolge auch hier für Senior*innen Probleme, an Termine zu kommen. So berichtet unter anderem der NDR am 16.11.2021 unter dem Titel „Corona: Langes Warten auf Booster-Impfung“ über einen Brief des Gesundheitsamtes, in dem ältere Menschen dazu aufgerufen würden, sich die Auffrischimpfung bei ihren Hausärzt*innen zu organisieren – und das, obwohl diese wieder überlastet seien. So wird in dem Artikel beispielsweise von Peter Schildwächter, Vorstand des Landesseniorenrats Schleswig-Holstein, berichtet, der vergeblich versucht hätte, an die Drittimpfung zu kommen. Im NDR-Bericht heißt es: „Bei den älteren Menschen sei die Booster-Impfung zur Auffrischung ein großes Thema, berichtet er uns. Doch bei seinem Hausarzt, so erzählt es Schildwächter, hätte er in diesem Jahr wohl keinen Termin mehr bekommen. Denn der sei voll ausgelastet.“

„Die Nachfrage nach der Corona-Schutzimpfung steigt – nicht nur bei der Boosterimpfung“, bestätigt auch Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg (FDP) in einer Pressemitteilung. Wohl auch aufgrund überlasteter Praxen und damit schleppend laufenden Booster-impfungen kündigt der Minister allerdings an: „Deswegen verstärken wir mobile Impfteams und bauen neben den Impfmöglichkeiten in den Arztpraxen zusätzlich ein im ganzen Land verteiltes Netz an Impfstellen mit Terminbuchung auf.“

In der Tat soll eine Buchungsmöglichkeit für Impftermine ab dem 25.11.2021 für Erst-, Zweit- und Drittimpfungen starten, bis zum 02.12.2021 sollen ausschließlich an Menschen 60+ Termine vergeben werden. Die ersten Termine sollen schon am darauf folgenden Tag, dem 26.11., starten. Terminbuchungen sind dann auf dieser Internetseite des Landes verfügbar.

Die wieder-eröffnenden oder neuen Impfstellen sind für folgende Standorte geplant (aus der Pressemeldung des Gesundheitsministeriums vom 19.11.2021):

  • Alt Mölln
  • Bad Oldesloe
  • Bad Segeberg
  • Brunsbüttel
  • Büdelsdorf
  • Eckernförde
  • Elmshorn
  • Eutin
  • Flensburg
  • Geesthacht
  • Glinde
  • Großhansdorf
  • Heide
  • Heiligenhafen
  • Husum
  • Itzehoe
  • Kiel
  • Kropp
  • Lübeck
  • Neumünster
  • Neumünster
  • Niebüll
  • Norderbrarup
  • Norderstedt
  • Preetz
  • Prisdorf (nach Umzug aus Elmshorn)
  • Schönberg

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Bevor ältere Menschen die Möglichkeit einer Schutzimpfung gegen das Coronavirus hatten, wurde dazu geraten, physische Kontakte zu anderen Menschen möglichst gänzlich zu meiden. Wie eine Studie zeigt, ist die Zahl der Großeltern, die sich um Enkelkinder gekümmert haben, in der Pandemie jedoch kaum zurückgegangen.

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Eine Untersuchung des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) zeigt, dass es trotz Pandemie keinen statistisch signifikanten Rückgang der Betreuungsquote bei Großeltern gegeben hat, die sich um ihre Enkelkinder kümmern. Verglichen wurde das Jahr 2017 mit dem letzten Winter, also 2020/2021 und damit noch vor dem Start der Impfkampagne. Haben 2017 noch 39 Prozent der Großeltern regelmäßig ihre Enkelkinder betreut, waren es vergangenen Winter immerhin noch 34 Prozent. Einen statistisch bedeutsameren Rückgang habe es lediglich bei der Gruppe der 60- bis 69-jährigen gegeben.

Und das, obwohl ältere Menschen in der Regel ein höheres Risiko für schwere Krankheitsverläufe tragen als jüngere. Gleichzeitig ist der Betreuungsbedarf in den Familien vor dem Hintergrund von Schul- und Kitaschließungen gestiegen. „Viele Großeltern betreuen in der Pandemie weiterhin ihre Enkel. Ältere Menschen sind also nicht nur eine schutzbedürftige Risikogruppe, sondern leisten auch einen aktiven Beitrag zur Krisenbewältigung“, betont Mareike Bünning, Erstautorin der Studie, in einer Pressemitteilung des DZA.

Dieser Beitrag kann sogar in Zahlen umgerechnet ausgedrückt werden: Der wirtschaftliche Wert belaufe sich auf 16 bis 18 Milliarden Euro. In die Berechnung einbezogen hat das DZA dafür den ebenfalls stabil gebliebenen Zeitumfang der Betreuung von rund 9 Stunden pro Woche, der auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet fast 2 Milliarden Stunden pro Jahr ausmache. Multipliziert mit dem aktuellen Mindestlohn von 9,35 Euro pro Arbeitsstunde entspreche das Ergebnis etwa 0,5 Prozent des Bruttoinlandproduktes 2020.

Abschließend empfiehlt der Bericht, der hier als PDF-Datei zur Verfügung steht,  hinsichtlich schleppend angelaufener Booster-Impfungen bei über 70-jährigen, weitere Anstrengungen zu unternehmen, „das Tempo bei den Auffrischungsimpfungen zu erhöhen – auch um die Gesundheit von Großeltern, die sich in der Enkelbetreuung engagieren, zu schützen.“

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Im Rahmen des 13. Deutschen Seniorentages in Hannover bietet das Projekt „Im Alter IN FORM“ eine Fachtagung unter dem Titel „Gesunde Lebenswelten schaffen! Wir. Alle. Zusammen.“ an, die sich insbesondere an Akteur*innen aus der Seniorenarbeit richtet.

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Vom 24. bis zum 26. November findet der 13. Deutsche Seniorentag in Hannover statt. Am letzten Tag, dem 26. November, veranstaltet das „Im Alter IN FORM“-Projekt der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) eine Fachtagung, die sich insbesondere an Verantwortliche und Akteur*innen der Seniorenarbeit, der Kommunalpolitik, der Zivilgesellschaft (z.B. Integrationsagenturen) und Vertreter*innen von Migrantenorganisationen richtet.

„Die Erfahrungen zeigen, dass es vielerorts nicht immer einfach ist ältere Menschen mit geringen Bildungschancen, niedrigem Einkommen, die einsam sind oder aus anderen Herkunftsländern kommen, für gesundheitsförderliche Angebote zu erreichen und zur Teilnahme zu motivieren“, heißt es im Programmflyer zur Veranstaltung. Die Fachtagung hat daher zum Ziel, für die Bedeutung von Gesundheitsförderung für ältere Menschen zu sensibilisieren und über „Handlungsbedarfe und Potenziale im Sozialraum zu informieren“. Außerdem sollen Ideen erarbeitet werden, „wie Brücken zu diesen Zielgruppen gebaut und Türen geöffnet werden können.“

„Im Alter IN FORM“ wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert und ist Teil der bundesweiten „IN FORM“-Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung. Das BAGSO-Projekt nimmt dabei ältere Menschen in den Blick und veranstaltet Schulungsangebote, berät Kommunen, erstellt Leitfäden oder qualifiziert Verantwortliche der kommunalen Seniorenarbeit im Bereich der Gesundheitsförderung.

Die Fachtagung findet – wie der gesamte Seniorentag – im Hannover Congress Centrum (HCC) statt. Die Veranstaltung wird in der Zeit von 11.00 bis 15.30 Uhr im Leibniz-Saal stattfinden, eine Anmeldung ist noch bis zum 18. November möglich. Ein Anmeldeformular finden Sie auch unter diesem Link. Für die Teilnahme ist ein (Tages-)Ticket für den Deutschen Seniorentag erforderlich. Weitere Informationen rund um den 13. Deutschen Seniorentag finden Sie hier.

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Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat ihr „AlltagsTrainigsProgramm“ (ATP) um den „ATP-Bewegungspfad“ ergänzt. Zehn speziell für ältere Menschen entwickelte Bewegungstafeln sollen zum Mitmachen anregen und mehr Bewegung in den Alltag bringen.

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Durch das ATP-Programm will die BZgA Menschen ab 60 Jahren dabei unterstützen, Bewegungsgewohnheiten zu ändern, Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit zu verbessern sowie im Alltag und in der Gruppe zu trainieren. „Schon kleine Änderungen der Bewegungsgewohnheiten und die Steigerung der körperlichen Aktivität haben positive Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden“, heißt es auf der von der BZgA betriebenen Internetseite „Älter werden in Balance“. „Bewegungsförderung kann dazu beitragen, bis ins hohe Alter ein selbstbestimmtes und eigenständiges Leben zu führen und aufrecht zu erhalten.“

Ergänzend zu dem eigentlichen ATP-Programm hat die BZgA nun zehn Bewegungstafeln unter dem Namen „Bewegungspfad“ erstellt, die unter diesem Link kostenlos heruntergeladen werden können. Es handelt sich um Karten, auf denen jeweils eine Übung erklärt wird. Idealerweise werden die Übungen draußen an der frischen Luft gemacht. Dazu empfiehlt die Bundeszentrale Vereinen, Institutionen oder Übungsleiter*innen, die Karten in DIN A3-Format auszudrucken, zu laminieren und im Wald oder in der Kommune an verschiedenen, nicht allzu weit voneinander entfernten Stellen anzubringen. Dadurch entsteht der Bewegungspfad, der zu Bewegungsübungen animieren soll und beispielsweise durch Spaziergänger*innen genutzt werden kann. Die Tafeln beginnen mit einer erklärenden Start-Karte, bevor dann die zehn leicht umzusetzenden Übungen folgen. Die Übungen benötigen weder besondere Vorkenntnisse, noch Geräte oder Hilfsmittel.

Sollten Sie als Verein oder Privatperson an einer Anbringung in Ihrer Umgebung interessiert sein, finden Sie hier Informationen zu Haftungsausschlüssen und weitere Hinweise wie das Einholen einer Genehmigung im Vorfeld.

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