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Wohnen

Wie eine Studie aus diesem Sommer zeigt, ist die Zahl der stationären Pflegeeinrichtungen, die WLAN anbieten, seit Januar dieses Jahres nicht gestiegen. Sie liegt unverändert bei 56 Prozent. Der BIVA-Pflegeschutzbund hält das für einen Skandal und fordert flächendeckendes kostenloses WLAN.

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„Pflegemarkt.com“ hat in einer aktuellen WLAN-Studie die Internetverfügbarkeit in Pflegeheimen untersucht. Demnach seien 44 Prozent der Einrichtungen, von denen entsprechende Daten vorlagen, ohne Internetzugang. Mit 56 Prozent habe sich die Zahl der Heime, die einen Zugang anbieten, seit Januar nicht verändert.

„Das ist ein Skandal“, kritisiert Dr. Manfred Stegger, Vorsitzender des BIVA-Pflegeschutzbundes, in einer Pressemitteilung. Das Internet sei heutzutage das wichtigste Medium und noch dazu mit geringen Kosten verbunden. Ein Internetzugang sichere das Grundrecht auf Information. Stegger weist jedoch darauf hin, dass es mehr brauche als die Bereitstellung eines WLAN-Zugangs: „Wir fordern nicht nur kostenloses Internet in allen Pflegeheimen, sondern auch die Bereitstellung von Endgeräten wie Tablets.“ Internetzugang und Computer müssten langfristig zur Grundausstattung gehören, so wie heutzutage Telefon und Fernseher.

Gerade die Corona-Pandemie habe die Bedeutung digitaler Geräte mit Internetverbindung für die soziale Teilhabe gezeigt. Internetfähige Tablets ermöglichen beispielsweise auch in Phasen von Kontaktbeschränkungen, über Videotelefonate mit Angehörigen in engem Austausch zu bleiben. Die Ignoranz gegenüber dem in Hotels oder Jugendherbergen längst selbstverständlichen Angebot kostenlosen WLANs sei nach dem BIVA-Vorsitzenden „Ausdruck von Nachlässigkeit der Heimbetreiber gegenüber den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner“. Allerdings ist trotz der Kritik in den letzten Jahren ein deutlicher Anstieg der Internetverfügbarkeit in Pflegeheimen festzustellen. Die WLAN-Studie aus dem Jahr 2018 hatte noch ergeben, dass nur 37 Prozent einen entsprechenden Zugang vorhalten.

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Das Bundesjustizministerium plant, das erst vor zwei Jahren geänderte Wohnungseigentumsgesetz (WEG) erneut zu ändern. Dabei sollen reine Online-Eigentümer*innenversammlungen ermöglicht werden. Der Verband Wohnen im Eigentum (WiE) fürchtet, die Änderung könne aufgrund technischer Hürden zulasten bildungsbenachteiligter und älterer Menschen sein.

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Bekannt geworden war das Vorhaben zur Änderung des WEG nur über die Antwort des Bundesjustizministeriums auf eine Kleine Anfrage eines Bundestagsabgeordneten. Auf Anfrage des Tagesspiegel wurden entsprechende Reformvorhaben aus dem Ministerium bestätigt.

Im Kern soll es dabei um die Ermöglichung von Online-Versammlungen der Eigentümer*innen gehen – selbst dann, wenn beispielsweise aus technischen Gründen nicht alle Eigentümer*innen daran teilnehmen können. Der Verband Wohnen im Eigentum warnt davor, dass das besonders für ältere oder bildungsbenachteiligte Menschen von Nachteil wäre und befürchtet das Ende der Präsenzveranstaltungen. Denn vor allem die Verwalter*innen würden von einer solchen Gesetzesreform profitieren und dürften Online-Versammlungen künftig bevorzugen. Sie müssten keine Räumlichkeiten mehr zur Verfügung stellen oder anmieten und hätten bei gleichzeitiger Versammlungsleitung technische Möglichkeiten wie das Stummschalten einzelner Teilnehmer*innen zur Verfügung.

Bereits jetzt ermögliche die Rechtslage Hybridveranstaltungen, also die Kombination aus Präsenz und Online-Teilnahme, erklärt WiE. Selbst reine Online-Versammlungen seien bereits denkbar, wenn alle Eigentümer*innen zustimmen. Der Verband WiE formuliert hinsichtlich der noch vage bekannten Reformvorhaben einige Fragen an das Bundesjustizministerium. Darunter zum Beispiel:

  • „Wie will das BMJ verhindern, dass hochbetagte oder bildungsbenachteiligte Wohnungseigentümer, die digital nicht versiert sind, nicht ausgegrenzt werden?“ oder
  • „Wie will das BMJ verhindern, dass Stress, Konflikte und Streitigkeiten in die WEGs getragen werden – zwischen den Online-Befürwortern und der Verwaltung auf der einen Seite und den skeptischen bis ablehnenden Wohnungseigentümern auf der anderen Seite?“

„Digitalisierung kann nur Mittel zum Zweck sein“, argumentiert der Verband weiter. „Ist eine WEG nicht gut aufgestellt, weil die Miteigentümer nicht informiert und außerhalb der Eigentümerversammlung nicht miteinander vernetzt sind oder weil die Verwaltung intransparent arbeitet oder sich nicht engagiert, bringt die reine Online-Versammlung keine schnelleren und besseren Beschlüsse.“

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Die Hamburger Koalitionsfraktionen aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen wollen das Wohnen altersgerechter gestalten. Unter anderem sollen bei Konzeptvergaben mindestens 20 % als Anteil für Senior*innenwohnungen etabliert werden, wie aus einem gemeinsamen Antrag der Parteien hervorgeht.

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Der Anteil der Seniorinnen und Senioren in Hamburg wird bis 2050 voraussichtlich auf 30 % der Bevölkerung steigen, derzeit sind es etwa 24 %. „SPD und GRÜNE haben sich zum Ziel gesetzt, Hamburg weiter altersfreundlich zu gestalten und die Lebensverhältnisse älterer Bürger:innen stetig zu verbessern“, heißt es vor diesem Hintergrund einleitend in einem Antrag von SPD und Grüne an die Hamburgische Bürgerschaft. Konkret will der rot-grüne Senat nun das Wohnen im Alter angehen, indem die Festsetzung von Mindestanteilen an barrierefreiem Wohnraum geprüft werden soll. Für Wohnungsbauprojekte auf von der Stadt ausgewiesenen Flächen soll dieser Mindestanteil 20 % betragen, auch in städtebaulichen Verträgen soll „ein signifikanter Anteil von Senior:innenwohnungen“ verankert werden.

Geplant ist außerdem die Durchführung eines Modellvorhabens, bei dem es zusammen mit einem gemeinwohlorientierten Wohnungsunternehmen sowie Unternehmen bzw. Organisationen aus dem Bereich Betreuung, Pflege und Wohnraum für pflege- und assistenzbedürftige Personen um die altersgerechte Nachverdichtung bestehender Quartiere gehen soll.

„Menschen leben oftmals seit vielen Jahrzehnten in ihrem angestammten Sozialraum und pflegen dort lebendige Nachbarschaften“, heißt es in der Antragsbegründung. „Auf verschiedenen Ebenen werden in Hamburg die Teilhabemöglichkeiten von Senior:innen auch mit altersbedingten Einschränkungen im Quartier und der Nachbarschaft kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert.“ Damit beziehen sich die Antragssteller*innen beispielsweise auf das Programm „Wohnen bleiben im Quartier“ oder das Projekt „LeNa – Lebendige Nachbarschaft“. „Diese guten Ansätze gilt es weiter zu stärken.“

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„Es war einmal… Märchen und Demenz“ heißt das Projekt, in dessen Rahmen unter anderem die Lebensqualität von dementen Pflegeeinrichtungs-Bewohner*innen gestärkt und der Pflegealltag der Beschäftigten entlastet werden soll. Das Projekt des regelmäßigen Märchenerzählens ist kürzlich um ein weiteres Jahr verlängert worden.

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Landesweit nahmen bislang bereits 25 Pflegeeinrichtungen in Thüringen an dem Projekt teil, zum 1. Juni kamen nun weitere 25 hinzu. Zudem ist das Projekt um ein weiteres Jahr verlängert worden. „Das Projekt hat einen unschätzbaren Wert für die Betroffenen und die teilnehmenden Einrichtungen. Es setzt ein Zeichen für den innovativen und neuartigen Umgang mit dieser heimtückischen Krankheit“, bilanziert Thüringens Sozialministerin Heike Werner (Die Linke) die Präventionsmaßnahme. Sie verweist zudem auf die Nationale Demenzstrategie, in dessen Rahmen sich Bund und Länder die Umsetzung einer ‚demenzfreundlicheren‘ Gesellschaft vorgenommen haben. „Mit der Projektverlängerung gehen wir dafür einen weiteren wichtigen Schritt. Ich danke allen Beteiligten für ihr großes Engagement“, so die Ministerin weiter.

Im Rahmen des Projekts werden in den teilnehmenden Pflegeeinrichtungen regelmäßig Märchen – meist die bekannten Geschichten der Brüder Grimm – durch professionelle Märchenerzähler*innen erzählt. Die Heime haben die Möglichkeit, mit ihnen zur Verfügung stehenden „Märchenland-Boxen“ sodann durch Ratespiele oder Theateraufführungen an die Erzählungen anzuknüpfen. Nach einer wissenschaftlichen Auswertung der Maßnahme sei das Projekt ein Erfolg: „Die Evaluation des ersten Projektzeitraumes zeigt, dass kognitive Fähigkeiten gesteigert und die Bewohnerinnen und Bewohner aktiver wurden“, heißt es in der Pressemitteilung zur Projektverlängerung. „Deutlich seltener kam es zu herausforderndem Verhalten gegenüber dem Pflegepersonal. Die im Projekt enthaltene Fortbildung wurde rege genutzt.“

Einen visuellen Einblick über das Märchenerzählen in Pflegeeinrichtungen gibt auch ein kurzer Beitrag des Bayerischen Rundfunks über ein ähnliches Projekt in der fränkischen Schweiz:

https://youtu.be/JeG1s66Hqaw

 

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Im Rahmen der Hochaltrigkeitsstudie D80+ ist der neunte Kurzbericht erschienen. Er behandelt die Wertvorstellungen und Wünsche der Über-80-jährigen in Deutschland zu der eigenen Lebenssituation und das gesellschaftliche Zusammenleben. Zentrales Ergebnis: Die meisten Älteren wollen sicher und selbstbestimmt leben.

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„Werthaltungen hochaltriger Menschen und ihre Wünsche für die eigene Lebenssituation und das gesellschaftliche Zusammenleben“ ist der Titel des Kurzberichts, der im Juli erschienen ist. Es ist der neunte Bericht dieser Art, jede Publikation beschäftigt sich mit einem Thema. Bei den Ergebnissen handelt es sich um die aufbereiteten Daten der bundesweiten Studie „Hohes Alter in Deutschland (D80+)“, in deren Rahmen zwischen November 2020 und April 2021 über 10.000 Menschen ab 80 Jahren zu ihrer Lebenssituation befragt wurden.

Laut dem vorliegenden Bericht geben 94% der Befragten an, dass es für sie wichtig sei, eine sichere Umgebung zu haben. Für 90% sei wichtig, selbstbestimmt handeln zu können, Traditionen zu achten spiele für 85% eine bedeutende Rolle und 83% wollen sich um die Natur und Umwelt kümmern. Macht und Prestige gaben laut Kurzbericht nur 12% als wichtige Wertvorstellung an.

Viele Hochaltrige seien mit ihrem Leben zufrieden. Über zwei Drittel geben allerdings an, „Gefühle von Anomie“ zu haben – also das Empfinden, dass ihre Werte nicht mehr zur modernen Gesellschaft passten. „Es gehört wohl zum Leben dazu, wenn viele von ihnen das Gefühl haben, dass ihre Wertvorstellungen nicht mehr mit denen der Gesellschaft übereinzustimmen scheinen“, ordnet die Bundesseniorenministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) die Ergebnisse des Berichts ein. „Umso wichtiger erachte ich das Miteinander zwischen jungen und alten Menschen und die gegenseitige Unterstützung, die sich viele der über 80-Jährigen für die Bewältigung ihres Alltags wünschen. Hierfür helfen Ideen, Angebote und Räume für unser Miteinander“, so die Ministerin weiter. Deshalb fördere die Regierung beispielsweise Mehrgenerationenhäuser oder den DigitalPakt Alter, der digitale Begegnungen ermögliche.

Die Hochaltrigkeitsstudie D80+ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) über einen dreijährigen Zeitraum gefördert und vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) und dem Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres) durchgeführt. Die Abschlusstagung wird am 17. Oktober 2022 in Berlin stattfinden.

Ausgangspunkt der Studie war unter anderem die Feststellung, dass es bislang kaum Erkenntnisse über das hohe Alter in Deutschland gegeben habe – und das vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft. „Eine gute Datenlage ist jedoch notwendig“, heißt es auf der Internetseite von ceres. „Zum einen, um den besonderen Unterstützungsbedarfen im hohen Alter zukünftig besser gerecht werden zu können. Zum anderen, um Lösungsansätze für sozialpolitische Herausforderungen wie der sozialen Sicherung im Alter sowie im Hinblick auf eine Generationengerechtigkeit entwickeln zu können.“

Den rund 30-seitigen Bericht können Sie hier herunterladen.

Hier gelangen Sie zur Pressemitteilung des BMFSFJ.

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„Silbernetz“ ist ein Angebot an ältere Menschen, die jemanden zum Reden brauchen. Im Zentrum steht dabei die Telefonhotline „Silbertelefon“. Doch es gibt auch weitere Unterstützungsangebote für Ältere mit Einsamkeitsgefühlen. Anstoß für die Gründung des Projekts durch die Senior*innenvertreterin Elke Schilling gab unter anderem der spät bemerkte Tod ihres einsamen Nachbarn.

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Ehrenamtliche Senior*innenvertreterin und Silbernetz-Gründerin Elke Schilling war aufgefallen, dass ihr Nachbar nie Besuch hatte. Der Mann hatte Kinder, die besuchten ihn allerdings nicht mehr. Hilfsangebote wurden von ihm abgelehnt. Nachdem dann wochenlang ein Werbeflyer an seiner Tür hing, alarmierte Schilling schließlich die Polizei. Der Mann wurde tot gefunden, als es schon lange zu spät war. So jedenfalls wird der Beginn des Ganzen auf der Internetseite von Silbernetz e.V. beschrieben.

In dieser Zeit habe Schilling zudem einen Roman gelesen, in dem die Idee eines Altennetzwerks beschrieben werde. Daraufhin habe sie sich weitere Gedanken gemacht: „Wie können wir das einsame Sterben verhindern und dazu beitragen, dass ältere, vereinsamte oder isoliert lebende Senior_innen Unterstützung, neue Kontakte und zurück ins Leben finden? Menschen, die niemanden mehr haben und über Wochen nur die Stimme aus dem Fernseher hören. Menschen, deren Lebenspartner_innen und Freunde verstorben, deren Kinder Erwachsene mit ihren eigenen Belastungen sind.“

Konkrete Inspiration für das Silbernetz als Telefonhotline gab dann die britische Silver Line Helpline, die 2013 als Pilotprojekt gestartet war. In einem aktuellen Interview mit Schilling – veröffentlicht bei Gesund & aktiv älter werden, einem Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) – berichtet sie über die Inspiration durch die Helpline: „Auf dieses Angebot bin ich 2014 gestoßen und habe durch meine langjährige Erfahrung als Seniorenvertreterin und Telefonseelsorgerin in Berlin das Potenzial gesehen, auch bei uns ganz niedrigschwellig etwas gegen die Einsamkeit älterer Menschen tun zu können.“


Was genau bietet Silbernetz an?

Silbernetz ist ein dreistufiges Angebot für Senior*innen mit Einsamkeitsgefühlen oder Menschen, die einfach mal jemanden zum Reden suchen. Die erste Stufe ist das „Silbertelefon“. Dabei handelt es sich um eine kostenlose Telefonhotline (Rufnummer 0800-4708090), die sieben Tage in der Woche zwischen 8:00 und 22:00 Uhr erreichbar ist – seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 auch bundesweit.

Die zweite Stufe des Angebots bilden die „Silbernetz-Freund*innen“. Dabei handelt es sich um Ehrenamtliche, die auf Wunsch der Seniorinnen und Senioren für wöchentliche Telefonate vermittelt werden können. Dabei habe das Medium des Telefons einige Vorteile im Vergleich zu persönlichen Treffen, beispielsweise deshalb, weil man aus der Gesprächssituation jederzeit aussteigen könne. „Diese Anonymität über das Telefon bietet hier eine Schutzfunktion für unsere vulnerable Klientel, die vielleicht vor Hausbesuchen, aufsuchenden Leistungen zurückschrecken“, erklärt die Silbernetz-Gründerin in dem aktuellen Interview.

Dritte Stufe des Angebots ist die „Silberinfo“. Hierbei werden Senior*innen mit Angeboten vor Ort in Verbindung gebracht, die sie benötigen. Diese Stufe fungiere also als Brücke zur örtlichen Angebotsstruktur. „Durch meine langjährige Tätigkeit als Seniorenvertreterin in Berlin hat sich mir gezeigt, dass ältere Menschen häufig über ein Informationsdefizit verfügen, das ihnen den Zugang zu seniorenspezifischen Angeboten verwehrt“, so Schilling. Silbernetz e.V. kooperiert dafür mit lokalen Anbieter*innen und bilde eine Schnittstelle.


Einsamkeit in der Corona-Pandemie

„In den ersten drei Monaten des ersten Lockdowns hat sich unser Anrufaufkommen verdreifacht“, beschreibt die Initiatorin die besondere Situation in der Pandemie. Tatsächlich ist das Einsamkeitsempfinden in Zusammenhang mit der Pandemie gestiegen. Vor wenigen Monaten berichteten wir auch auf diesem Portal beispielsweise über den Bericht der Studie D80+ zum Thema Einsamkeit im hohen Alter, nachdem sich die Einsamkeit mit der Pandemie in dieser Altersspanne verdoppelt habe. Schilling berichtet von einem enormen Bedarf in dieser Zeit, der auch in dem Projekt zu spüren war. Die besondere Situation führte aber auch zu weiteren Kooperationen und zur bundesweiten Öffnung der Hotline in Absprache mit dem Berliner Senat.


Ausblick

Das Projekt soll nun deutschlandweit weiter vernetzt werden, neue Kooperationspartner*innen sollen gewonnen werden. Darüber hinaus soll das Thema und die Angebotsform auch international angegangen werden: „Ein Ziel von mir neben dieser bundesweiten Verankerung und Vernetzung ist die internationale Vernetzung, da es etliche solcher ‚Kinder‘ der Silver Line aus London gibt und das Thema Einsamkeit im Alter vielfach relevant ist.“ Über allem stehe für Elke Schilling aber weiterhin der Wunsch, „dass jeder Mensch über 60, der dieses Bedürfnis hat, in seinem Einsamkeits­gefühl jemanden zum Reden zu finden, unsere Nummer kennt.“

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Ob Einkommenssituation, die digitale Teilhabe oder die soziale Eingebundenheit im hohen Alter – im Rahmen der Studie D80+ werden zahlreiche Aspekte der Hochaltrigkeit aufbereitet. Im achten Kurzbericht geht es um Alltagskompetenz und Wohnumfeld. Eine der zentralen Ergebnisse: Die Mehrheit der Über-80-Jährigen bewältigt den Alltag aus eigener Kraft.

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Knapp 61 Prozent der Hochaltrigen in Deutschland braucht keine oder fast keine Hilfe bei der Bewältigung ihres Alltags – das ist eines der Ergebnisse der Studie „Hohes Alter in Deutschland (D80+)“. Wie bislang werden die Ergebnisse thematisch gebündelt in Kurzberichten herausgegeben. Der im Mai erschienene, achte Bericht dieser Art trägt den Titel „Die Alltagskompetenzen und das Wohnumfeld hochaltriger Menschen in Deutschland“.

„Die Mehrheit der älteren und hochaltrigen Menschen ist fit für die Herausforderungen des Alltags“, freut sich die Bundesseniorenministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) über das Ergebnis. Allerdings: Die Studie kommt auch zu dem Ergebnis, dass insbesondere Menschen in Heimen in ihren Alltagskompetenzen eingeschränkt sind. Außerdem sind auch Unterschiede nach Bildungsgrad feststellbar. So seien Über-80-Jährige mit einem hohen Bildungsgrad in ihren täglichen Aktivitäten eigenständiger. Weniger überraschend erscheint zudem, dass die Eigenständigkeit mit dem fortschreitenden Alter statistisch abnimmt, die jüngeren Hochaltrigen also weniger Unterstützung benötigen.

Mit ihrem Wohnumfeld verbunden fühlen sich über die Hälfte der hochaltrigen Menschen in Deutschland. 53,4 Prozent geben zudem an, ihrer Nachbarschaft vollkommen zu vertrauen. Der überwiegende Teil der Menschen über 80 Jahren ist darüber hinaus der Auffassung, in ihrem Wohnumfeld gut zu Fuß unterwegs sein zu können. Problematischer scheint jedoch die Situation der baulichen Barrieren. In ihrer Wohnung oder ihrem Haus geben nur 9,1 Prozent der Befragten an, keine Barrieren zu haben. Insofern seien barrierereduzierende Eigenschaften der Wohnungen hochaltriger Menschen „noch ausbaufähig“, wie es im Kurzbericht heißt.

Das Wohnumfeld spiele im Alter eine entscheidende Rolle und ältere Menschen sollten selbstbestimmt bis ins hohe Alter in vertrauter Umgebung leben können, heißt es auch in der Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zum Erscheinen des achten Berichts. „Wir brauchen mehr gemeinschaftliche und generationsübergreifende Wohnformen, die den Verbleib in der vertrauten Umgebung möglich machen“, so Ministerin Paus weiter. „Entscheidend dafür sind die Gestaltung der Wohnung und des Wohnumfelds, aber auch verlässliche Fürsorgestrukturen und eine gute Nachbarschaft.“

Aufbereitet und ausgewertet wurden auch für diesen Bericht Daten, die zwischen November 2020 und April 2021 schriftlich und telefonisch erhoben worden sind.

Die Hochaltrigkeitsstudie D80+ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert und vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) und dem Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres) durchgeführt. Bislang habe es kaum Erkenntnisse über das hohe Alter in Deutschland gegeben – und das vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft – was Ausgangspunkt für die Studie war.

Die Themen der anderen Kurzberichte finden Sie auch hier in einer Artikelübersicht.

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Unter dem Motto „#Gemeinsam Mehr“ hat Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) Anfang Mai den Bundespreis Mehrgenerationenhaus verliehen. Sechs Mehrgenerationenhäuser wurden für besonderes gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet.

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Am 4. Mai wurde der Bundespreis Mehrgenerationenhaus #Gemeinsam Mehr durch Lisa Paus überreicht, die die vergangenen Monat zurückgetretene Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) im Amt der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ersetzt. Der Preis würdigt „vorbildlichen Einsatz für das Miteinander“, wie es in der Überschrift der Pressemitteilung des Ministeriums heißt. Darin heißt es weiter von Paus wörtlich: „Mit dem Wettbewerb wollen wir den Mehrgenerationenhäusern und ihren haupt- und ehrenamtlich Aktiven Danke sagen. Und wir wollen der breiten Öffentlichkeit zeigen, wie kreativ und vielfältig das Engagement der Mehrgenerationenhäuser ist. Die Mehrgenerationenhäuser stehen für ein spürbares Mehr an Lebensqualität für Jung und Alt. Sie schaffen ein Mehr an Gemeinschaft und Verbundenheit in den Nachbarschaften.“ Gerade jetzt sei dieses Miteinander wichtig, betont die Ministerin vor dem Hintergrund der Herausforderungen durch die Pandemie und den Krieg in der Ukraine.

Es gab insgesamt fünf Kategorien, in denen Mehrgenerationenhäuser ausgezeichnet wurden: Demokratiestärkung, ökologische Nachhaltigkeit, Zusammenhalt, Bildung & Unterstützung und als Sonderpreis unter dem Motto „Gemeinsam stark in Pandemiezeiten“. In der Kategorie Bildung & Unterstützung sind zwei Projekte ausgezeichnet worden.

Die Übersicht über die Preisträger*innen und weitere Informationen finden Sie hier. Der Bundespreis Mehrgenerationenhaus #Gemeinsam Mehr wurde in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen. Mit dem Mehrgenerationenhauspreis DemografieGestalter gab es allerdings einen Vorgängerpreis, der seit 2018 verliehen wurde. Die Liste der Gewinner*innen des letzten DemografieGestalter-Preises finden Sie hier.

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Im Rahmen des Nachbarschafts-Wettbewerbs „Klimaschutz nebenan“ können noch bis zum 15. Mai 2022 Beiträge eingereicht werden. Gesucht werden Ideen, wie Sie und andere in der Nachbarschaft zum Klimaschutz beitragen können. Ein Preisgeld soll die Umsetzung der besten Ideen ermöglichen.

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Bis zu 3.000 Euro gibt es für die Ideen, die nach einer Online-Abstimmung die meisten Stimmen bekommen. Die zehn besten Vorschläge erhalten dabei jeweils 1.000 Euro, eine Fachjury wählt aus diesen anschließend noch einmal fünf aus, die weitere 2.000 Euro erhalten sollen. Das Geld ist als Startkapital gedacht, um die Ideen bei der Umsetzung zu unterstützen. „Klimaschutz geht uns alle an. Und wie bei vielen anderen Herausforderungen sind es auch hier oft lokale Aktivitäten, die einen wichtigen Lösungsbeitrag leisten“, so Esra Kücük vom Vorstand der Allianz Umweltstiftung. Sie ist zudem Teil der Fachjury für die Ausschreibung. „Genau diese Aktivitäten oder Ideen wollen wir im Rahmen des Wettbewerbes finden und einer größeren Öffentlichkeit bekannt machen. Wir freuen uns auf möglichst viele kreative Wettbewerbsbeiträge und Klimaschutz-Ideen.“

Denkbar sind beispielsweise Ideen wie gemeinsames Müllsammeln im Viertel, eine Fahrradwerkstatt oder andere „Repair-Cafés“ zur Stärkung der Nachhaltigkeit von Produkten. Weitere Anregungen und Informationen zur Teilnahme finden Sie auf der Internetseite zum Wettbewerb.

Veranstaltet wird der Wettbewerb auf Initiative der Stiftung nebenan.de.

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Vor dem Hintergrund drastisch steigender Energiepreise hatte die Ampelkoalition noch im März ein Entlastungspaket beschlossen. Unter anderem werden Berufstätige durch eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro entlastet. Senior*innenvertretungen kritisieren, dass Rentner*innen unberücksichtigt bleiben.

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„Die Entscheidung, ältere Menschen nicht zu berücksichtigen, ist (…) vollkommen unverständlich und nicht akzeptabel“, kritisiert die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) in einer Pressemitteilung. Dabei würden hohe Heiz- und Stromkosten Rentner*innen am härtesten treffen, die im Vergleich zu Berufstätigen tagsüber zu Hause seien. Als wesentlichen Teil des am 24. März beschlossenen Entlastungspakets hatte sich die Ampelkoalition auf eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro geeinigt – allerdings nur für steuerpflichtige Erwerbstätige.

„Berufstätige sollen unabhängig vom Einkommen entlastet werden, die Bezieherinnen und Bezieher von kleinen Renten nicht. Das verstehe, wer will“, reagiert die BAGSO-Vorsitzende Dr. Regina Görner auf die Entscheidung in der Pressemitteilung. „Gerade Menschen mit kleinen Renten sind in der aktuellen Situation auf Unterstützung angewiesen. Es ist nicht akzeptabel, sie im Entlastungspaket auszuschließen.“

Ein weiterer Teil des Maßnahmenpakets ist neben Entlastungen für Familien (100 Euro pro Kind) allerdings auch ein einmaliger Zuschuss in Höhe von 200 Euro für Beziehende von Sozialleistungen. Insofern dürften zumindest Rentner*innen im Altersgrundsicherungsbezug von dem Beschluss profitieren. Auch im Bereich der Mobilität versucht die Regierung, für Entlastungen zu sorgen. So könnten auch Senior*innen von dem beschlossenen 9-Euro-Monatsticket für den ÖPNV profitieren. Allerdings ist diese Maßnahme auf 90 Tage beschränkt.

Insgesamt kann der Ansatz der Bundesregierung jedoch hinterfragt werden, da bei den meisten Maßnahmen nicht zielgenau diejenigen am meisten entlastet werden, die es am nötigsten haben. ifo-Präsident Clemens Fuest kommentiert beispielsweise: „Das Paket bedeutet eine Entlastung mit der Gießkanne und ist deshalb fiskalisch teuer und wenig zielgenau“. Die Kosten der Beschlüsse belaufen sich auf rund 15 Milliarden Euro. Mehr zu den im März beschlossenen Maßnahmen können Sie unter anderem hier nachlesen.

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