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Das Risiko der Armut für über 65jährige in Deutschland stieg bis 2013 auf 14,3 Prozent. Das macht sich im Alltag von RentnerInnen durch notwendigen Minijob oder Grundsicherung bemerkbar. In der Studie „Altersarmut in Deutschland – Regionale Verteilung und Erklärungsansätze“ der Bertelsmann Stiftung wurde die unterschiedliche Verteilung von Altersarmut untersucht.

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In der Studie werden auch Gründe erforscht und Lösungswege für Kommunen aufgezeigt. Die Studie  wurde von der Ruhr-Universität Bochum in Kooperation mit IT.NRW erstellt. Es wurden Daten des Mikrozensus 2013 und des „Wegweiser Kommune“ ausgewertet.

Armut wird in der Studie mit zwei Indikatoren abgebildet. Zum einen gelten als armutsgefährdet laut einer Definition der Europäischen Union Haushalte, deren Einkommen geringer als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte ist. Für einen Haushalt mit einer Person waren dies für 2013 weniger als 892 Euro netto. Zweitens wurde betrachtet, wie viele ältere Menschen auf Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach SGB XII angewiesen waren.

Besonders gefährdet von Armut sind laut den Ergebnissen der Studie Frauen, Einpersonenhaushalte, Geringqualifizierte, Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund und Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Regional sind vor allem Bayern, Rheinland-Pfalz und das Saarland von Altersarmut betroffen. Schleswig-Holstein liegt mit 12,2 Prozent etwas unter dem Bundesdurchschnitt von 14,3 Prozent.

In der Studie wird eine bedarfsgerechte Senioren- und Sozialpolitik als notwendig erachtet. Bei städtebaulichen Maßnahmen sollte auf eine soziale Durchmischung in den Quartieren geachtet werden.

Die Studie liegt in einer kostenfreien Kurzfassung und zum Preis von 20 Euro in einer Langfassung vor.

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In der Untersuchung wurden Lebensverläufe und Altersvorsorgebiographien rekonstruiert und analysiert. Durch Typenbildungen soll aufgezeigt werden, wie und wo die Wege in die Altersarmut verlaufen - und durch welche politischen Maßnahmen Altersarmut in Zukunft verhindert werden kann. Die Ergebnisse und sozialpolitischen Vorschläge sind unter dem Titel "Lebenswege in die Altersarmut. Biografische Analysen und sozialpolitische Perspektiven" erschienen.

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Die AutorInnen Antonio Brettschneider und Ute Klammer beschreiben die Studie auf über 400 Seiten in acht Kapiteln:

1 Grundsicherung und Grundsicherungsbedürftigkeit im Alter
2 Biografische Determinanten der Grundsicherungsbedürftigkeit im Alter: Ausgewählte Ergebnisse der Forschung
3 Daten und Methoden
4 Empirische Ergebnisse (I): Risiken und Risikodimensionen
5 Empirische Ergebnisse (II): Zentrale Risikogruppen
6 Grundsicherungsbedürftigkeit im Alter: Gegenwart und Zukunft
7 »Altersarmut« als Gegenstand der aktuellen Alterssicherungspolitik
8 Konsequenzen und Handlungsempfehlungen

Zentrale Ergebnisse und einen Überblick über die Studie haben die AutorInnen in einer Präsentation zusammengefasst.

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Wir präsentieren Ihnen in diesem Beitrag ausgesuchte Radiobeiträge, die verschiedene Perspektiven auf das Alter werfen. Ob "Platz für die 'neuen Alten" in der Gesellschaft ist, wird im rbb diskutiert. Der WDR 4 informiert über zu versteuernde Renten. Im Deutschlandfunk kommen ältere Menschen zu Wort, die von Leben im Armut und Mangel berichten. Die Gründe dafür werden in den verantwortlichen Strukturen beschrieben, wie z.B. der geringen Rente oder privaten Krankenversicherung.

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In der Sendung Platz für die 'neuen Alten'? der Reihe "Das Forum - Info Radio" des rbb wurde über die veränderte Rolle von 70 bis 80jährigen in der Gesellschaft diskutiert. An dem Gespräch nahmen Prof. Dr. Andreas Kruse (Institut für Geronthologie an der Universität Heidelberg), Anke Könemann (Werkstatt der Generationen an der Integrativen Montessori Schule München), Dr. Bernadette Klapper (Robert Bosch Stiftung, Stuttgart), Abi Ofarim (Sänger und Initiator "Kinder von gestern e.V.“ Jugendzentrum für Senioren in München) und  Dr. Henning Scherf (ehemaliger erster Bürgermeister Bremens) teil.

In der Reihe "Mittendrin in unserem Alter" des WDR 4 werden RentnerInnen über zu versteuernde Renten informiert. Der Sender liefert ein Infoblatt als Übersicht. Zur Rentenbesteuerung informiert auch die Deutsche Rentenversicherung und die Vereinigte Lohnsteuerhilfe.

Der Deutschlandfunk berichtete über die Folgen von verringerten Sozialleistungen bei älteren Menschen. In der Sendung Wie der Staat an alten Menschen spart berichten Menschen über ihren Alltag, der von Mangel geprägt ist. Gründe dafür sind z.B. die geringe Rente, die sogenannte private Krankenversicherungsfalle oder das nicht erledigen (können) von Anträgen. Im Beitrag wird auch deutlich, wie so Träume beerdigt werden.

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Im Februar veröffentlichte der Paritätische Wohlfahrtsverband den Bericht zur Armutsentwicklung mit dem Titel "Zeit zu handeln". Der Armutsbericht wurde zum ersten Mal unter Mitwirkung anderer Fachverbände und Organisationen veröffentlicht. Es wird kritisiert, dass die Armutsquote in Deutschland mit 15,4 Prozent auf hohem Niveau verharrt, trotz des guten Wirtschaftsjahres 2014. Die Armutsquote von RentnerInnen ist stark gestiegen.

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Während in neun Bundesländern die Armutsquoten 2014 gesunken seien, belegt der Bericht einen Anstieg der Armut in den bevölkerungsreichen Bundesländern Bayern und Nordrhein-Westfalen. Hauptrisikogruppen seien Alleinerziehende und Erwerbslose sowie RentnerInnen, deren Armutsquote rasant gestiegen sei und erstmals über dem Durchschnitt liege. Die Herausgeber sehen daher auch keinerlei Anlass zur Entwarnung und fordern von der Bundesregierung einen sozial- und steuerpolitischen Kurswechsel, um dringend notwendige Maßnahmen zur Armutsbekämpfung auf den Weg zu bringen.

Die Armutsquote sei zwar von 2013 auf 2014 um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Ob der Negativtrend seit 2006, als die Armutsquote noch 14 Prozent betrug, damit gestoppt sei, sei jedoch offen. Während es insbesondere in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern signifikante Rückgänge der Armutsquoten gegeben habe, setze sich der Negativtrend in Nordrhein-Westfalen ungebrochen fort. Das Ruhrgebiet bleibe mit Blick auf Bevölkerungsdichte und Trend die armutspolitische Problemregion Nummer Eins in Deutschland. Seit 2006 sei die Armutsquote im Ruhrgebiet um 27 Prozent angestiegen auf einen neuen Höchststand von 20 Prozent. Die am stärksten von Armut betroffenen Gruppen sind nach dem Bericht Erwerbslose (58 %). Auch die Kinderarmutsquote (19 %) liegt nach wie vor deutlich über dem Durchschnitt, wobei die Hälfte der armen Kinder in Haushalten Alleinerziehender lebt. Die Armutsquote Alleinerziehender liegt bei sogar 42 %, was u.a. an systematischen familien- und sozialpolitischen Unterlassungen liegt. Alarmierend sei die Entwicklung insbesondere bei Haushalten von RentnerInnen. Erstmalig seien sie mit 15,6 Prozent überdurchschnittlich von Armut betroffen. Die Quote der altersarmen RentnerInnen sei seit 2005 um 46 Prozent und damit so stark angewachsen wie bei keiner anderen Bevölkerungsgruppe. Ergänzend zu den empirischen Befunden beleuchten die ExpertInnen in dem Bericht auch umfassend die Lebenslagen einzelner nach der Statistik überdurchschnittlich von Armut betroffener Personengruppen wie bspw. Kinder oder MigrantInnen sowie derjenigen, die bisher gar nicht von der Statistik erfasst werden, wie Obdachlose oder Geflüchtete.

Die Herausgeber verstehen den gemeinsamen Bericht als „parteiisch und aufklärerisch im besten Sinne“ und erklären: „Wir sind Verbände und Fachorganisationen, die die Lebenslagen der Betroffenen kennen und ihnen mit diesem Bericht eine Stimme geben wollen. Wir wissen, wovon wir reden und was Armut in Deutschland bedeutet. Es ist Zeit für eine Sozialpolitik, die wirklich alle Menschen mitnimmt und keinen zurück lässt. Es ist Zeit für einen sozial- und steuerpolitischen Kurswechsel, um Armut zu bekämpfen und eine Verringerung sozialer Ungleichheit zu erreichen.“ Für den 7. und 8. Juli 2016 kündigen die Herausgeber als nächste gemeinsame Aktion einen großen armutspolitischen Hauptstadtkongress an, für den bereits weitere Mitveranstalter wie u.a. der DGB gewonnen werden konnten.

Den gesamten Bericht können Sie online herunterladen. Auf der Homepage können Sie sich auch die Daten einer Region oder Stadt ansehen.

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Wir berichteten bereits kürzlich über das „Virtuelle und reale Lern- und Kompetenz-Netzwerk älterer Erwachsene“ (ViLE). In Lübeck startete auch das neue Projekt "Unserer Jugend droht die Altersarmut".

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Das Thema Altersarmut ist komplex. Wir veröffentlichten in den letzten Monaten dazu Beiträge über die Zwangsverrentung, steigende Altersarmut trotz Rentenerhöhungen und einen weltweiten Vergleich der Lebenssituation von älteren Menschen.

Das Lübecker Netzwerk nahm sich dem vernachlässigten Thema Altersarmut aus der Perspektive der heutigen Jugend an. Er will damit ein Bewusstsein für das Thema der drohenden Altersarmut wecken: Mit einem durchschnittlichem Einkommen gibt es kaum die Möglichkeit, Rücklagen für das Alter zu bilden. Diese wären aber wegen des sinkenden Rentenanspruches notwendig. Das ViLE-Netzwerk hat einige PolitikerInnen angeschrieben, um zu diesem Thema Stellung zu nehmen und die Antworten anschließend veröffentlicht.

30,8% der Geringqualifizierten über 25 Jahren galten 2014 als armutsgefährdet, mehr als 2005. Weitere Hintergrundinformationen hat das Netzwerk zusammengestellt.

Auf der Seite des Netzwerkes können Sie die Antworten der PolitikerInnen sowie weitere Artikel zu dem Thema abrufen.

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Laut Prognosen der Deutschen Rentenversicherung sollen die Renten zum 1.7.16 um 4 bis 5 Prozent ansteigen. Dies klingt zwar zunächst nach einer guten Nachricht für die RentnerInnen, die Gefahr einer weiter um sich greifenden Altersarmut ist nach Ansicht des VdK auch mit höheren Rentenanpassungen nicht gebannt.

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"Die Neurenten befinden sich seit Jahren im rasanten Sinkflug", erklärt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland. Schuld daran ist das absinkende Rentenniveau. Schon heute liegt es bei rund 47,5 Prozent, bis zum Jahr 2030 soll es auf 43 Prozent fallen. Mehr zu den Prognosen können Sie hier nachlesen. "Es muss aber mindestens auf 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns angehoben und dort eingefroren werden. Sonst ist auch für einen Durchschnittsverdiener die Einschränkung der Lebensqualität im Alter zu hoch", so Frau Mascher.

Gegen Altersarmut gibt es laut Mascher aber ein weiteres bekanntes Rezept: "Wer als Arbeitnehmer ordentlich verdient, wird auch eine ordentliche Rente bekommen". Der VdK fordert deshalb: "Die Mindestlohn-Kommission muss bei der Überprüfung der Höhe des Mindestlohns perspektivisch sicherstellen, dass Beschäftigte in Vollzeit mit dem Arbeitseinkommen für den Lebensunterhalt sorgen können. Darüber hinaus muss mit dem Mindestlohn eine angemessene Alterssicherung über Grundsicherungsniveau aufgebaut werden können", so Mascher.

Gleichzeitig mahnt der VdK weitere Schritte zur Bekämpfung der Einkommens- und Altersarmut an. "Auch prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie Minijobs sowie Leih- und Zeitarbeit müssen eingedämmt werden. Außerdem brauchen wir mehr Mittel zur Förderung nachhaltiger Programme zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen", betont Mascher.

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Ein Leben lang in ein und demselben Unternehmen tätig sein, das ist heutzutage nur noch wenigen gegönnt. Ein fragmentierter Lebenslauf ist vielmehr soziale Realität geworden. Viele unterschiedliche Arbeitgeber, befristete Arbeitsverträge, Zeiten von Erwerbslosigkeit, prekäre Beschäftigungssituationen und Teilzeitarbeit, so sieht heute die Erwerbsbiografie vieler Menschen aus. Gerade Frauen unterliegen durch solche Erwerbsbedingungen einem hohen Risiko von Altersarmut.

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Die Veranstaltungsreihe „nochmal die Kurve kriegen – Altersarmut vermeiden!“ möchte auf diese Problematik hinweisen. Inhaltlich wird es in der Reihe um relevante Fragestellungen zu diesem Thema gehen: Was ist Altersarmut? Kann man sich davor schützen? Wie kann Altersvorsorge funktionieren? Welche Fragen und Probleme haben Verbraucherinnen und Verbraucher tatsächlich? Gibt es Wege aus der Altersarmut?
Beantwortet werden sollen diese Fragen von verschiedenen Fachpersonen aus dem Arbeitsbereich. Unten stehend finden Sie nähere Informationen, sowie die Termine und Veranstaltungsorte:

Hier gelangen Sie zur Veranstaltungsreihe

Termine und Veranstaltungsorte:
Jeweils 14:00 – 17:00 Uhr
Kiel: 04.11.2014, RBZ Wirtschaft, Westring 444, 24118 Kiel
Heide: 05.11.2014, Bürgerhaus, Neue Anlage 5, 25746 Heide
Lübeck: 10.11.2014, Hogehus, Koberg 2, 23552 Lübeck
Norderstedt: 12.11.2014, Rathaus, Plenarsaal, Rathausallee 50, 22846 Norderstedt
Flensburg: 13.11.2014, Rathaus Europaraum, Rathausplatz 1, 24937 Flensburg

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Vor kurzem veröffentlichte das Statistikamt Nord neue Zahlen zur Altersarmut. Aus den Zahlen geht hervor, dass knapp 19.000 Menschen, ab einem Alter von über 65 Jahren, in Schleswig-Holstein von Armut betroffen sind. Erschreckend ist, dass fast zwei Drittel der von Altersarmut Betroffenen weiblich sind. Altersarmut ist eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen und wird es auch in Zukunft bleiben.

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Das Soziale Bündnis für Schleswig Holstein, ein Bündnis zur Bekämpfung von Altersarmut, bestehend aus der AWO, dem DGB Nord und dem SoVD (Sozialverband Deutschland) organisiert anlässlich dieser brisanten Thematik den Fachtag „Altersarmut ist weiblich“. Die Tagung soll über Sachverhalte aufklären, eine Plattform zum Austausch schaffen und aufzeigen was gegen Altersarmut, insbesondere in Bezug auf Frauen getan werden kann. Am 24. September 2014 findet die Tagung im Wissenschaftszentrum Kiel statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Weitere Informationen entnehmen Sie aus den unteren Abschnitt.

Veranstaltungszeitpunkt:
Mittwoch, 24.09.2014, 10-15 Uhr

Veranstaltungsort:
Wissenschaftszentrum Kiel
Frauenhoferstraße 13
24118 Kiel

Ansprechpartner:
Christian Schulz (Referent für Sozialpolitik des SoVD)
Tel.: 0431 / 98 388 – 70
E-Mail: sozialpolitik@sovd-sh.de

Den Veranstaltungsflyer mit dem Tagesprogramm finden Sie hier

Erfahren Sie hier mehr über das Soziale Bündnis für Schleswig-Holstein

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Unter dem Motto „Soziale Gerechtigkeit“ fand am Samstag, den 10.08.2013, in Rendsburg die außerordentliche Landeskonferenz der Arbeiterwohlfahrt Schleswig-Holstein statt. Grußworte kamen u.a. von der Sozialministerin des Landes Kristin Alheit. Als Gastreferent erläuterte Wilhelm Schmidt, Präsident des Bundesverbandes der Arbeiterwohlfahrt, in seinem Impulsreferat, dass 16 Prozent der Menschen in Deutschland an der Armutsgrenze lebten und dies Gesellschaft und Politik nicht gleichgültig sein dürfe.

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"Der Niedriglohnsektor in Deutschland und die schlechte Bezahlung in der sozialen Arbeit sind unanständig, vor allem angesichts gigantischer Summen, die weiterhin in ganz Deutschland für Prestigeprojekte ausgegebenen werden.", so Schmidt.

Als Schlussfolgerung richtete der AWO-Präsident an die Politik den Wunsch, sie möge sich die praktischen Erfahrungen der Akteure der freien Wohlfahrtspflege zunutze machen. Durch die tägliche Arbeit unter anderem in der Pflege und der Sozialberatung sei hier umfassendes Wissen über die realen Bedürfnisse der Menschen vorhanden, dass die Basis einer guten Sozialpolitik bilden könne.

Anschließend verabschiedeten die rund 100 Delegierten mit großer Mehrheit  alle drei Anträge mit folgenden Kernforderungen: Das Soziale Bündnis forderte im ersten Antrag zur „Bekämpfung der Altersarmut“ flächendeckende gesetzliche Mindestlöhne und deutlich mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen. Außerdem soll die sozial gerechte Ausgestaltung der gesetzlichen Rentenversicherung als tragende Säule der Altersvorsorge vorangebracht werden. „Die Lebensstandardsicherung muss wieder Grundvoraussetzung für die gesetzliche Rente werden“, so Wolfgang Baasch, Landesvorsitzender des AWO Landesverbandes Schleswig-Holstein.

Eine weitere Forderung des Sozialen Bündnisses war eine Reform der Kranken- und Pflegeversicherung als Bürgerversicherung. Die Einführung einer Erwerbstätigenversicherung, analog zum Konzept der Bürgerversicherung bei der Kranken- und Pflegeversicherung, sei eine tragfähige Alternative. „Die beschlossenen Absenkungen des staatlichen Rentenniveaus sorgen dafür, dass immer mehr Menschen im Alter vor einem unlösbaren Problem stehen“, begründete Michael Selck, Landesgeschäftsführer des AWO Landesverbandes Schleswig-Holstein, den Antrag.

Mit dem zweiten Antrag wurde eine Resolution zur Situation syrischer Geflüchteter beschlossen: Anlässlich der katastrophalen humanitären Situation der Geflüchteten in Syrien und den Nachbarregionen fordert die Arbeiterwohlfahrt Schleswig-Holstein den ca. 40.000 syrischen Staatsbürgern in Deutschland zu ermöglichen, ihre Familienangehörigen bei sich aufzunehmen. Die Zahl der Binnenvertriebenen sei 2012 mit 28,8 Millionen Menschen so hoch wie nie gewesen. Ein Hauptgrund hierfür sei laut UNHCR der Syrien-Konflikt.

Der dritte Antrag stand für die Initiierung einer Qualitätsoffensive in der Kindertagesbetreuung in Schleswig-Holstein. Durch die Qualitätsoffensive soll sichergestellt werden, dass alle Kinder chancengerecht aufwachsen können. Hierzu gehöre der beitragsfreie Zugang in die Kindertagesbetreuung für alle Kinder. Erforderlich sei aus Sicht der Arbeiterwohlfahrt auch, dass die Landesregierung sich gegenüber der Bundesregierung für eine Rücknahme des kontraproduktiven Betreuungsgeldes einsetze.

Die Landeskonferenz der Arbeiterwohlfahrt hat wieder einmal deutlich gemacht, dass die AWO Schleswig-Holstein geeint an ihrer Wertekultur festhält. Sie ist sich aber auch bewusst, dass die Neustrukturierung des Sozialsektors fortlaufende Veränderungsbedarfe mit sich bringt, auf die der Vorstand und die Geschäftsführung des Spitzenverbandes mit stetiger Anpassung der sozialen Arbeit der AWO und ihrer Angebotsstruktur reagiert. Die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit mit den vielen Ehrenamtlichen  spielt hierbei auch eine große Rolle.

Weitere Informationen: AWO-Schleswig-Holstein

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In den vergangenen Tagen und Wochen hat das Deutsche Ärzteblatt wiederholt auf die prekäre Situation zahlreicher pflegebedürftiger Menschen hingewiesen. Die bestehenden Versorgungsstrukturen werden von vielen Seiten als unzureichend wahrgenommen. Gleichzeitig steht der Pflege- und Gesundheitsbereich aufgrund des demografischen Wandels vor immer größeren personellen, organisatorischen und finanziellen Herausforderungen.

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Der Fachkräftemangel in der Pflege trifft dabei auf eine stetig steigende Zahl pflegebedürftiger Menschen. Vor diesem Hintergrund hat sich der Deutsche Pflegerat für eine stärker familien- und personenorientierte Gestaltung der Langzeitpflege ausgesprochen und hierzu bereits ein Positionspapier veröffentlicht. Auf acht Seiten werden darin zentrale Probleme der aktuellen Pflegepraxis benannt sowie Vorschläge zur Weiterentwicklung des Systems formuliert.

Dabei geht es nicht nur um einzelne Anpassungen, sondern um grundlegende Veränderungen in der Organisation der Langzeitpflege. Ein wichtiges Element ist laut Deutschem Pflegerat eine stärkere Zentralisierung bestimmter Strukturen. Pflegefachpersonen sollen dadurch effektiver und zielgerichteter arbeiten können, um Patient*innen eine bedürfnisorientierte Versorgung zu ermöglichen. Damit dies gelingt, plädiert der Verband zudem für eine bessere Organisation von Ressourcen auf Landes- und Bundesebene.

Darüber hinaus sollen Pflegefachpersonen durch intensivere Netzwerkarbeit, etwa durch regelmäßige Beratungen mit weiteren Akteur*innen des Gesundheits- und Sozialwesens, entlastet werden. Auch die Weiterentwicklung digitaler Systeme im Pflegealltag soll dazu beitragen, Zeit zu sparen. Diese könne dann stärker für die direkte Betreuung von Patient*innen sowie für Gespräche mit Angehörigen genutzt werden.

Zudem solle Prävention künftig eine größere Rolle spielen. Dafür seien flächendeckende und möglichst niedrigschwellige Beratungsangebote notwendig. Gleichzeitig brauche es ausreichend qualifiziertes Personal, das frühzeitig fachliche Einschätzungen zur Pflegebedürftigkeit treffen kann und Betroffene sowie Angehörige beraten kann.

Ein weiteres Problem stellt die finanzielle Situation vieler Pflegebedürftiger dar. Schon heute ist mehr als ein Drittel aller Patient*innen in Pflegeheimen auf Sozialhilfe angewiesen, wie die Krankenkasse DAK-Gesundheit kürzlich bestätigte. Fachleute gehen davon aus, dass diese Quote in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Besonders stark betroffen ist die stationäre Pflege, da hier hohe Eigenanteile für Pflegebedürftige anfallen.

Damit ist der Umzug in ein Pflegeheim für viele Menschen mit einem erheblichen Armutsrisiko verbunden. Um die finanzielle Belastung der Patient*innen zu reduzieren, setzt sich die DAK-Gesundheit für eine Senkung der Eigenanteile an den Pflegekosten ein. Eine solche Deckelung wird jedoch von verschiedenen Seiten kritisch gesehen. Kritiker*innen argumentieren, dass sie die soziale Pflegeversicherung zusätzlich belasten könnte und an den grundlegenden strukturellen Problemen des Systems wenig ändern würde.

Als mögliche Maßnahme zur Entlastung wird zudem immer wieder eine solidarische Pflegevollversicherung diskutiert. Mehrere Verbände haben sich zusammengeschlossen, um sich gemeinsam für deren Einführung einzusetzen. In einem Schreiben an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erläuterten sie ihren Vorschlag sowie mögliche Vorteile eines solchen Modells. Demnach könnte die Pflege langfristig auch ohne steigende Beitragssätze finanziert werden, sofern parallel eine Bürgerversicherung eingeführt würde. Die Bundesregierung reagierte bislang jedoch zurückhaltend auf diese Forderungen.

Politiker*innen, Pflegefachpersonen, Wissenschaftler*innen und Fachverbände sind sich jedoch weitgehend einig, dass umfassende Reformen im Pflegesystem notwendig sind. Nur so könne auch künftig gewährleistet werden, dass pflegebedürftige Menschen eine bezahlbare und ihren individuellen Bedürfnissen entsprechende Versorgung im Alter erhalten.

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