In Kliniken und Pflegeeinrichtungen gehört die Verpflegung durch warme Mahlzeiten zum festen Versorgungsangebot. Die Qualität und Vielfalt der Speisen können sich erheblich auf die Gesundheit der Patient*innen und Bewohner*innen auswirken. Gerade für pflegebedürftige Menschen spielt Ernährung eine wichtige Rolle, da viele von ihnen nicht mehr selbstständig einkaufen, Mahlzeiten auswählen oder zubereiten können. Darüber hinaus ist gemeinsames Essen oft auch ein wichtiger sozialer Faktor und kann Begegnung und Teilhabe fördern.
Vor diesem Hintergrund haben verschiedene Verbände, darunter die Verbraucherzentrale und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO), ein zwölfseitiges Positionspapier veröffentlicht. Darin appellieren sie an die Politik, allen Menschen Zugang zu gesunder Ernährung zu ermöglichen – insbesondere jenen, die aufgrund von Alter oder Krankheit besonders auf eine gute Versorgung angewiesen sind. Gesunde Ernährung dürfe keine Frage der finanziellen Möglichkeiten sein, sondern müsse selbstverständlich sein.
Die beteiligten Verbände fordern eine „nachhaltige, sozial gerechte und gesundheitsfördernde Gemeinschaftsverpflegung“ und sehen darin ein wichtiges Instrument für Prävention, Bildung, Teilhabe und Klimaschutz. Das Positionspapier formuliert fünf zentrale Forderungen.
Stärkerer Fokus auf die DGE-Qualitätsstandards
Die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollen konsequenter umgesetzt, kontrolliert und bundesweit stärker vereinheitlicht werden. Dazu gehören auch Schulungen für Mitarbeitende sowie die Förderung entsprechender Projekte durch Bund und Länder.
Gestaltung einer gesundheitsfördernden Verpflegungsumgebung
Nach Auffassung des Bündnisses beeinflusst das Umfeld das Ernährungsverhalten maßgeblich. Deshalb sollen gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen gezielt geschaffen werden. Für Pflegebedürftige wird unter anderem das Modell eines „offenen Mittagstisches“ vorgeschlagen. Zudem sollen Ernährungsberatung, die Verfügbarkeit von Trinkwasser sowie die Ausstattung von Gemeinschaftsküchen gestärkt werden. Auch die Aus- und Weiterbildung von Hauswirtschaftskräften wird als wichtig angesehen.
Finanzierbarkeit der Verpflegung
Viele Einrichtungen, darunter Pflegeheime, Schulen und Kitas, verweisen auf begrenzte finanzielle Spielräume. Dies erschwert teilweise die Bereitstellung ausgewogener und bedarfsgerechter Mahlzeiten. Besonders Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten oder speziellen Ernährungsbedürfnissen erhalten nicht immer passende Angebote. Das Bündnis fordert deshalb eine stärkere finanzielle Absicherung der Gemeinschaftsverpflegung sowie eine Weiterentwicklung der bestehenden Versorgungsstrukturen.
Ernährungsbildung stärken
Kenntnisse über gesunde Ernährung können dazu beitragen, das eigene Ernährungsverhalten bewusster zu gestalten. Pflege- und Hauswirtschaftspersonal kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Angebote zur Ernährungsbildung sollen nach Ansicht der Verbände flächendeckender verfügbar werden. Gleichzeitig wird ein Ausbau von Beratungsangeboten gefordert.
Fortbildung und Sensibilisierung
Die Gemeinschaftsverpflegung umfasst zahlreiche organisatorische und fachliche Anforderungen. Um eine bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen, sollten Kenntnisse im Bereich Ernährung regelmäßig aufgefrischt und erweitert werden. Die Verbände sprechen sich dafür aus, Mitarbeitende stärker für die gesundheitlichen Folgen einer unzureichenden oder nicht bedarfsgerechten Ernährung zu sensibilisieren.
Das vollständige Positionspapier steht online als PDF-Datei zur Verfügung.

