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17. Juni 2026

Spendenkampagne soll Angebote für NS-Überlebende sichern

Sämtliche Zeitzeug*innen des Nationalsozialismus sind heute hochbetagt. Viele von ihnen leben mit den Folgen traumatischer Erfahrungen und sind auf soziale Unterstützungs- und Begegnungsangebote angewiesen. Doch obwohl ihre Erfahrungen für die deutsche Erinnerungskultur von großer Bedeutung sind, fühlen sich viele von ihnen von Politik und Gesellschaft nicht ausreichend wahrgenommen.

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Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte setzt sich für die Belange von alten Menschen ein, die den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg unmittelbar erlebt haben. Dabei schafft der Verein auch Begegnungsmöglichkeiten, damit Betroffene miteinander ins Gespräch kommen und Erfahrungen austauschen können. Ein etabliertes Angebot ist das Projekt „Warmes Zuhause“, das in den Wohnungen von Zeitzeug*innen stattfindet und sie beim Umgang mit belastenden Erinnerungen unterstützen soll.

Derzeit kann das Projekt aufgrund des Wegfalls einer Förderung jedoch nicht wie bisher fortgeführt werden. Deshalb wurde eine Spendenkampagne ins Leben gerufen, um die Finanzierung langfristig zu sichern. Mehr als 160 Betroffene nutzen das Angebot als geschützten Raum, in dem ihre Erfahrungen und Erinnerungen gehört werden. Sarah Frecker vom Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte betont, dass das Projekt nicht nur der Verarbeitung belastender Erlebnisse diene, sondern auch soziale Kontakte und gesellschaftliche Teilhabe fördere. Ein Wegfall des Angebots könne für manche Betroffene schwerwiegende Folgen haben.

Neben dem Projekt „Warmes Zuhause“ organisiert der Verein auch Begegnungscafés. In Köln, Düsseldorf und Recklinghausen können NS-Überlebende bei Kaffee und Kuchen miteinander ins Gespräch kommen und neue Kontakte knüpfen. Darüber hinaus gibt es einen Besuchs- und Begleitdienst, bei dem Ehrenamtliche an Zeitzeug*innen vermittelt werden. Ziel ist es, regelmäßige Begegnungen zu ermöglichen und einen vertrauensvollen Rahmen für Gespräche über belastende Kriegserfahrungen zu schaffen.

Für seine präventive und aufklärende Arbeit sowie seinen Einsatz für Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus traumatische Erfahrungen gemacht haben, wurde der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Berichte der Zeitzeug*innen tragen dazu bei, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten und das Bewusstsein für die Gefahren rechtsextremer Ideologien zu stärken.

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