Etwa jeder vierte Mann in Deutschland ist über 60 Jahre alt. Trotz dieser großen Bevölkerungsgruppe gibt es vergleichsweise wenige Angebote, die sich gezielt an ältere Männer richten. Das Forum katholischer Männer (FkM), die Arbeitsstelle für Männerseelsorge und Männerarbeit in den deutschen Diözesen, fordert deshalb, ältere Männer stärker in den Blick zu nehmen und passgenaue Angebote auszubauen.
Männerbeauftragte der Diözesen sowie kirchlicher Verbände und Organisationen haben dazu eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht. Darin appellieren sie an Politik, Sozialarbeit und weitere Akteur*innen, ihre Angebote stärker an den Bedürfnissen älterer Männer auszurichten und dabei auch die Folgen des demografischen Wandels zu berücksichtigen.
In der Stellungnahme wird auf die Potenziale und Ressourcen älterer Männer hingewiesen, die nach Ansicht des Forums katholischer Männer (FkM) bislang zu wenig genutzt werden. Gleichzeitig fehle es häufig an niedrigschwelligen Möglichkeiten zur Begegnung und aktiven Teilhabe. Viele Männer seien mit traditionellen Rollenbildern aufgewachsen, nach denen Gefühle eher unterdrückt und Stärke gezeigt werden sollte. Dies könne dazu beitragen, dass psychische Belastungen seltener angesprochen und Unterstützungsangebote seltener genutzt werden. Das FkM verweist in diesem Zusammenhang unter anderem auf die höhere Betroffenheit von Männern durch Suizide und problematischen Alkoholkonsum.
Auf Grundlage des Neunten Altersberichts schlägt das FkM das Leitbild der „Caring Masculinities“ (fürsorgliche Männlichkeiten) für die zukünftige Arbeit mit älteren Männern vor. Im Mittelpunkt steht dabei die Förderung vorhandener Ressourcen sowie die Möglichkeit, auch im Alter selbstbestimmt, aktiv und entsprechend der eigenen Interessen zu leben. Ebenso sollen die persönliche Weiterentwicklung und die Reflexion der eigenen Lebenssituation unterstützt werden.
Zugleich weist das FkM darauf hin, dass das Älterwerden mit neuen Herausforderungen verbunden ist, die insbesondere Männer mit wenigen sozialen oder finanziellen Ressourcen nicht immer allein bewältigen können. Deshalb brauche es konkrete Begegnungsangebote, Anlaufstellen und Vernetzungsmöglichkeiten, in denen ältere Männer miteinander ins Gespräch kommen, Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig unterstützen können.
Als Beispiele nennt das FkM verschiedene Angebote speziell für ältere Männer, die Begegnung, Austausch und aktive Freizeitgestaltung fördern sollen. Ziel sei es, ältere Männer gezielt anzusprechen und ihnen einen geschützten Rahmen zu bieten, in dem sie offen über Sorgen, Ängste und persönliche Erfahrungen sprechen können. Voraussetzung dafür sei eine wertschätzende und ressourcenorientierte Haltung, die ältere Männer als eigenständige Zielgruppe anerkennt und auf Stigmatisierung verzichtet.
Die vollständige Stellungnahme des Forums katholischer Männer finden Sie hier.

