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Maßnahmen gegen Einsamkeit

Etwa jeder vierte Mann in Deutschland ist über 60 Jahre alt. Trotz dieser großen Bevölkerungsgruppe gibt es vergleichsweise wenige Angebote, die sich gezielt an ältere Männer richten. Das Forum katholischer Männer (FkM), die Arbeitsstelle für Männerseelsorge und Männerarbeit in den deutschen Diözesen, fordert deshalb, ältere Männer stärker in den Blick zu nehmen und passgenaue Angebote auszubauen.

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Männerbeauftragte der Diözesen sowie kirchlicher Verbände und Organisationen haben dazu eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht. Darin appellieren sie an Politik, Sozialarbeit und weitere Akteur*innen, ihre Angebote stärker an den Bedürfnissen älterer Männer auszurichten und dabei auch die Folgen des demografischen Wandels zu berücksichtigen.

In der Stellungnahme wird auf die Potenziale und Ressourcen älterer Männer hingewiesen, die nach Ansicht des Forums katholischer Männer (FkM) bislang zu wenig genutzt werden. Gleichzeitig fehle es häufig an niedrigschwelligen Möglichkeiten zur Begegnung und aktiven Teilhabe. Viele Männer seien mit traditionellen Rollenbildern aufgewachsen, nach denen Gefühle eher unterdrückt und Stärke gezeigt werden sollte. Dies könne dazu beitragen, dass psychische Belastungen seltener angesprochen und Unterstützungsangebote seltener genutzt werden. Das FkM verweist in diesem Zusammenhang unter anderem auf die höhere Betroffenheit von Männern durch Suizide und problematischen Alkoholkonsum.

Auf Grundlage des Neunten Altersberichts schlägt das FkM das Leitbild der „Caring Masculinities“ (fürsorgliche Männlichkeiten) für die zukünftige Arbeit mit älteren Männern vor. Im Mittelpunkt steht dabei die Förderung vorhandener Ressourcen sowie die Möglichkeit, auch im Alter selbstbestimmt, aktiv und entsprechend der eigenen Interessen zu leben. Ebenso sollen die persönliche Weiterentwicklung und die Reflexion der eigenen Lebenssituation unterstützt werden.

Zugleich weist das FkM darauf hin, dass das Älterwerden mit neuen Herausforderungen verbunden ist, die insbesondere Männer mit wenigen sozialen oder finanziellen Ressourcen nicht immer allein bewältigen können. Deshalb brauche es konkrete Begegnungsangebote, Anlaufstellen und Vernetzungsmöglichkeiten, in denen ältere Männer miteinander ins Gespräch kommen, Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig unterstützen können.

Als Beispiele nennt das FkM verschiedene Angebote speziell für ältere Männer, die Begegnung, Austausch und aktive Freizeitgestaltung fördern sollen. Ziel sei es, ältere Männer gezielt anzusprechen und ihnen einen geschützten Rahmen zu bieten, in dem sie offen über Sorgen, Ängste und persönliche Erfahrungen sprechen können. Voraussetzung dafür sei eine wertschätzende und ressourcenorientierte Haltung, die ältere Männer als eigenständige Zielgruppe anerkennt und auf Stigmatisierung verzichtet.

Die vollständige Stellungnahme des Forums katholischer Männer finden Sie hier.

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Bei der Parkinson-Krankheit handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, bei der im Gehirn nach und nach Nervenzellen absterben. Sie äußert sich unter anderem durch Bewegungsverlangsamung, Gangunsicherheit und Muskelzittern, den sogenannten Tremor. Viele Betroffene sind über 60 Jahre alt und in ihrem Alltag durch die Erkrankung eingeschränkt. Damit gehört Parkinson zu den gesundheitlichen Herausforderungen, die mit einer alternden Gesellschaft aus seniorenpolitischer Sicht zunehmend an Bedeutung gewinnen.

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Der Verein Silbernetz e.V.,, über dessen Einsatz gegen Einsamkeit im Alter wir bereits mehrfach berichtet haben, bietet nun auch eine Hotline für Menschen mit Parkinson an. Da hohe Temperaturen die Symptome der Erkrankung verstärken können und der Sommer bevorsteht, macht Silbernetz gezielt auf das Parkinson-HilfeTelefon aufmerksam. Wie die bekannte Silbernetz-Hotline (0800 4 70 80 90) ist auch dieses Angebot kostenfrei, anonym und vertraulich.

Menschen mit Parkinson können dort anrufen, wenn sie über Ängste, Sorgen und Herausforderungen im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung sprechen möchten. Darüber hinaus erhalten sie Unterstützung bei Fragen zu Beruf, Familie oder Freizeitgestaltung. Die Mitarbeitenden hören zu, beraten und übernehmen bei Bedarf auch kleinere Rechercheaufträge.

Das Parkinson-HilfeTelefon ist ein Projekt der Jens-Hibbe-Stiftung. Sie wurde nach dem Unternehmer Jens Hibbe benannt, der bereits Anfang 50 verstarb. Sein langjähriger Freund Helge-Werner Benke gründete die Stiftung auf Wunsch von Hibbes Mutter, die selbst an Parkinson erkrankt war. Um Betroffene besser unterstützen zu können, ging die Stiftung eine Partnerschaft mit Silbernetz e. V. ein. Ein Grund dafür ist, dass Menschen mit Parkinson häufig auch von Einsamkeit betroffen sind.

Unter der Nummer 030 544 533 0 600 ist das Parkinson-HilfeTelefon montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr erreichbar.

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Sämtliche Zeitzeug*innen des Nationalsozialismus sind heute hochbetagt. Viele von ihnen leben mit den Folgen traumatischer Erfahrungen und sind auf soziale Unterstützungs- und Begegnungsangebote angewiesen. Doch obwohl ihre Erfahrungen für die deutsche Erinnerungskultur von großer Bedeutung sind, fühlen sich viele von ihnen von Politik und Gesellschaft nicht ausreichend wahrgenommen.

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Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte setzt sich für die Belange von alten Menschen ein, die den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg unmittelbar erlebt haben. Dabei schafft der Verein auch Begegnungsmöglichkeiten, damit Betroffene miteinander ins Gespräch kommen und Erfahrungen austauschen können. Ein etabliertes Angebot ist das Projekt „Warmes Zuhause“, das in den Wohnungen von Zeitzeug*innen stattfindet und sie beim Umgang mit belastenden Erinnerungen unterstützen soll.

Derzeit kann das Projekt aufgrund des Wegfalls einer Förderung jedoch nicht wie bisher fortgeführt werden. Deshalb wurde eine Spendenkampagne ins Leben gerufen, um die Finanzierung langfristig zu sichern. Mehr als 160 Betroffene nutzen das Angebot als geschützten Raum, in dem ihre Erfahrungen und Erinnerungen gehört werden. Sarah Frecker vom Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte betont, dass das Projekt nicht nur der Verarbeitung belastender Erlebnisse diene, sondern auch soziale Kontakte und gesellschaftliche Teilhabe fördere. Ein Wegfall des Angebots könne für manche Betroffene schwerwiegende Folgen haben.

Neben dem Projekt „Warmes Zuhause“ organisiert der Verein auch Begegnungscafés. In Köln, Düsseldorf und Recklinghausen können NS-Überlebende bei Kaffee und Kuchen miteinander ins Gespräch kommen und neue Kontakte knüpfen. Darüber hinaus gibt es einen Besuchs- und Begleitdienst, bei dem Ehrenamtliche an Zeitzeug*innen vermittelt werden. Ziel ist es, regelmäßige Begegnungen zu ermöglichen und einen vertrauensvollen Rahmen für Gespräche über belastende Kriegserfahrungen zu schaffen.

Für seine präventive und aufklärende Arbeit sowie seinen Einsatz für Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus traumatische Erfahrungen gemacht haben, wurde der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Berichte der Zeitzeug*innen tragen dazu bei, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten und das Bewusstsein für die Gefahren rechtsextremer Ideologien zu stärken.

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Der eingetragene Verein Silbernetz bietet Menschen ab 60 Jahren Unterstützung gegen Einsamkeit und soziale Isolation. Sein zentrales Angebot ist die Silbernetz-Hotline. Dort können ältere Menschen täglich von 8 bis 22 Uhr anrufen, wenn sie Gesprächsbedarf haben. Am anderen Ende der Leitung sitzen ehrenamtliche Mitarbeitende, die ein anonymes und vertrauliches Gespräch ermöglichen.

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Silbernetz e. V. bietet darüber hinaus feste „Telefonfreundschaften“ sowie weitere Angebote vor Ort an. Nähere Informationen dazu finden sich auf der Webseite des Vereins.

Die Bekämpfung von Einsamkeit im Alter gehört inzwischen zu den zentralen Themen der Seniorenpolitik. Angebote wie die Silbernetz-Hotline sollen dazu beitragen, soziale Teilhabe zu stärken und Isolation entgegenzuwirken.

Vor diesem Hintergrund hat das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) im Rahmen des Projekts ReWiSil (Reichweite und Wirkung der Silbernetz-Hotline) untersucht, welche Menschen durch das Angebot erreicht werden und welche Wirkung die Gespräche entfalten. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem folgende Fragen:

  • Wie groß ist die Reichweite von Silbernetz und wie vielfältig ist die Gruppe älterer, einsamer Menschen, die erreicht wird?
  • Reduzieren die Gespräche mit den Mitarbeiter*innen der Silbernetz-Hotline das subjektive Einsamkeitserleben? Verringern sich Schamgefühle oder negative Altersselbstbilder?

Am 24. Juni 2026 werden die Ergebnisse der Studie von 9:30 bis 12:00 Uhr in Berlin vorgestellt und gemeinsam mit Fachpersonen aus Wissenschaft, Praxis und Politik diskutiert. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ statt.

Interessierte können sich anmelden und entweder vor Ort im bUm – Raum für solidarisches Miteinander (Paul-Lincke-Ufer 21, 10999 Berlin) oder online teilnehmen. Die Zahl der Plätze vor Ort ist begrenzt.

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Viele Expert*innen sind sich einig, dass Einsamkeit langfristig nur wirksam bekämpft werden kann, wenn politische Institutionen aktiv an entsprechenden Maßnahmen mitwirken. Auch dem Gesundheitssektor kommt dabei eine wichtige Rolle zu, da Einsamkeit für die Gesundheit ungefähr so schädlich sein kann wie regelmäßiges Rauchen. Dennoch handelt es sich häufig um ein stilles und gesellschaftlich noch immer tabuisiertes Leiden.

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Um dem Thema mehr Sichtbarkeit zu verleihen und gemeinsam über Lösungsansätze zu beraten, organisiert das Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) in einigen Wochen zwei Fachkonferenzen in Berlin. Beide Veranstaltungen stehen unter dem Motto „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ und finden im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche gegen Einsamkeit statt. Ziel ist es, neue Strategien und Präventionsmaßnahmen gegen Einsamkeit zu entwickeln und den fachlichen Austausch zu stärken. Die Veranstaltungen entstehen in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

KNE-Konferenz „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ (Montag, 22. Juni)

Die erste Fachkonferenz findet am 22. Juni von 13:00 Uhr bis 18:15 Uhr statt. Eröffnet wird sie von Karin Prien (CDU; BMFSFJ). Die Veranstaltung bietet der sogenannten Allianz gegen Einsamkeit die Möglichkeit, ihre Ziele und Vorhaben vorzustellen. Gleichzeitig soll sie die teilnehmenden Akteur*innen zur Vernetzung anregen. Geplant sind deshalb auch Gruppenarbeiten, in denen Einsamkeit aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird. Thematisiert werden unter anderem die Bereiche Bildung, Arbeit und Gesundheit. Die Gruppen werden jeweils von Mitgliedern des KNE moderiert. Anschließend sollen die gesammelten Erkenntnisse und Impulse gemeinsam diskutiert werden.

Konferenz „Kommunen gegen Einsamkeit“ (Dienstag, 23. Juni)

Die zweite Fachkonferenz beginnt am Folgetag um 10:00 Uhr und endet voraussichtlich gegen 15:30 Uhr. Im Mittelpunkt stehen diesmal kommunale Institutionen und ihre Rolle bei der Bekämpfung von Einsamkeit. Zum Auftakt sind ein Fachinput sowie eine Podiumsdiskussion geplant, die kommunale Vertreter*innen für lokalen Handlungsbedarf sensibilisieren sollen. Nach einem weiteren Beitrag der Allianz gegen Einsamkeit folgt ein Worldcafé, in dem mehrere Kommunen bereits bestehende Maßnahmen und Konzepte gegen Einsamkeit vorstellen. Vertreten sind unter anderem Frankfurt am Main, Stuttgart, Dresden und Hannover. Ziel der Konferenz ist es, den Austausch zwischen Kommunen aus ganz Deutschland zu vertiefen und praxisnahe sowie lösungsorientierte Ansätze miteinander zu teilen. Auch diese Veranstaltung ist bereits ausgebucht, Interessierte können sich jedoch auf eine Warteliste setzen lassen.

Beide Veranstaltungen finden im Konferenzzentrum Mauerstraße (Mauerstraße 27, 10117 Berlin) statt und werden von Mirjam Diekes vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) moderiert. Eine reguläre Anmeldung ist nicht mehr möglich, Interessierte können sich jedoch auf eine Warteliste setzen lassen:

Zusätzlich wird die Veranstaltung live im Internet gestreamt. Der Livestream wird in Gebärdensprache übersetzt.

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Bewohner*innen von Pflegeeinrichtungen vermissen häufig ihr vertrautes Umfeld und ihre Angehörigen. Die häusliche Pflege durch Angehörige ist jedoch nicht immer möglich, und viele Wohnungen weisen Lücken bezüglich Barrierefreiheit auf. Zeitgleich kollidiert die begrenzte Platzzahl in Pflegeheimen mit der steigenden Lebenserwartung. Hamburg wird ab dem 1. Mai ein Projekt testen, das die Wohnsituation älterer Menschen verbessern soll.

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Finanziert wird das Projekt Wohnen bleiben im Quartier je zur Hälfte durch Hamburgs Stadtentwicklungsfonds Lebendige Quartiere und die Pflegekassen. Letztere waren in Kooperation mit der Freien und Hansestadt Hamburg an der Entwicklung des Projektes beteiligt. Während der gesamten Laufzeit wird die Universität Osnabrück sämtliche Akteur*innen des Projekts wissenschaftlich begleiten , um das Konzept zu evaluieren. Die Ergebnisse sollen anschließend genutzt werden, um die Zukunftsfähigkeit des Projekts zu bewerten.

In sechs Hamburger Stadtteilen mit besonders großem Bedarf wird das Projekt über einen Zeitraum von drei Jahren erprobt. Zentrales Element ist die Stärkung des Verbleibs im eigenen Wohnumfeld. Dafür setzt das Konzept auf eine Kombination aus Pflege, Beratung und gegenseitiger Unterstützung unter Nachbar*innen. Quartierspflegedienste stellen die Versorgung der Bewohner*innen rund um die Uhr sicher und arbeiten eng mit weiteren beteiligten Akteur*innen zusammen. Gleichzeitig spielt die Förderung des sozialen Miteinanders eine wichtige Rolle. In regelmäßigen Abständen sollen sogenannte Quartierstreffs stattfinden, um Einsamkeit entgegenzuwirken und den Zugang zu individuellen Unterstützungsangeboten zu erleichtern. Darüber hinaus soll der Austausch zwischen den Generationen gestärkt werden.

Bereits im Vorfeld äußerten sich mehrere Beteiligte positiv zu dem quartiersbezogenen Ansatz. Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, bezeichnete das Konzept als ein „deutliches Signal für ein lebenslanges Wohnen im Quartier“. Auch Bettina Schomburg, Leiterin des Bezirksamts Hamburg-Nord, hob die „gelungene ressortübergreifende Zusammenarbeit aller Beteiligten bereits in der Vorbereitungsphase“ hervor.

Mehr zu dem Projekt erfahren Sie hier.

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Studierende der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) haben eine Online-Plattform programmiert, die älteren Menschen mit wenigen sozialen Kontakten Unterhaltung und Beschäftigung bieten soll. Unter dem Namen „CAREBELLS“ begann vor Kurzem die Testphase des Projekts, an der sich zehn freiwillige Senior*innen aus dem Raum Würzburg/Schweinfurt beteiligen.

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Mit Einsamkeit als weltweit verbreiteter gesellschaftlicher Herausforderung befassen sich nicht nur Wissenschaftler*innen, sondern auch zahlreiche Studierende, darunter einige der über 9.000 Studierenden der THWS. Durch eine umfangreiche Netzwerkarbeit, beispielsweise mit der Seniorenvertretung Würzburg, konnten wertvolle Informationen und Erkenntnisse gewonnen werden, um Gestaltung und Inhalte von CAREBELLS möglichst genau auf die Bedürfnisse älterer Menschen abzustimmen.

In der dreiwöchigen Testphase, die auf Wunsch jederzeit abgebrochen werden kann, erhalten die teilnehmenden Senior*innen jeweils ein Tablet, auf dem CAREBELLS installiert ist. Dieses kann frei genutzt werden. Parallel dazu werden die Teilnehmenden vor, während und nach dem Testzeitraum zur Nutzung der Plattform befragt. Die Entwickler*innen erhoffen sich durch die Eindrücke, Anmerkungen und Empfehlungen der Testpersonen wichtige Impulse zur weiteren Optimierung von CAREBELLS.

Das Programm ist barrierearm gestaltet und verfügt unter anderem über einen sprachgesteuerten Kalender mit der Möglichkeit, Termine einzutragen. Auch Videoanrufe lassen sich über CAREBELLS tätigen. Darüber hinaus enthält die Plattform einfach gehaltene Spiele, Videos zu für ältere Menschen relevanten Themen sowie einen Nachrichtenfeed, der überwiegend regionale Meldungen bündelt. Der Sprachassistent „Bella“ – vergleichbar mit ChatGPT oder Siri – bietet Senior*innen außerdem die Möglichkeit, Konversationen zu führen, die menschliche Gespräche simulieren sollen und so Gefühle von Einsamkeit verringern können.

Alle an der Entwicklung von CAREBELLS beteiligten Akteur*innen legen Wert auf einen einladenden und vertrauenswürdigen Rahmen. Das Design ist daher bewusst schlicht gehalten, und auch persönliche Daten müssen nicht zwingend angegeben werden. Ältere Menschen sollen so behutsam an die Nutzung der für sie zunächst neuen Plattform herangeführt werden.

An CAREBELLS wirkten Studierende verschiedener Studiengänge ehrenamtlich mit, darunter Soziale Arbeit, Gesundheits- und Medienmanagement sowie Wirtschaftsingenieurwesen. Prof. Dr. Ulrich Gartzke von der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften, der das Pilotprojekt leitete, zeigt sich zufrieden und lobt das Engagement der Studierenden. Auch der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Würzburg e.V. unterstützt die Initiative in ihrem Ziel, Einsamkeit im Alter entgegenzuwirken.

Mehr über CAREBELLS erfahren Sie in der Pressemitteilung der THWS.

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Unter dem Motto „Einfach mal reden“ betreibt der Verein Silbernetz e.V. seit rund zehn Jahren eine kostenlose Hotline, über die ältere Menschen mit ehrenamtlichen Gesprächspartner*innen verbunden werden. Das Angebot richtet sich vor allem an Senior*innen, die von Einsamkeit betroffen sind, und ermöglicht ihnen regelmäßige, anonyme Gespräche. Nach Angaben des Vereins haben bereits tausende ältere Menschen dieses Angebot genutzt.

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Nun hat der Verein ein weiteres Angebot gestartet. Das neue Projekt mit dem Titel „Lücken schließen – Brücken bauen“ richtet sich ebenfalls an ältere Menschen, setzt den Schwerpunkt jedoch stärker auf praktische Unterstützung im Alltag. Als Infotelefon konzipiert, soll es Senior*innen in Berlin dabei helfen, schneller Orientierung und Antworten auf alltägliche Fragen zu erhalten.

Hintergrund der Initiative ist unter anderem die zunehmende Komplexität vieler Lebensbereiche. Gerade für ältere Menschen kann es schwierig sein, sich in einer zunehmend digitalisierten und schnelllebigen Gesellschaft zurechtzufinden. Nach aktuellen Angaben verfügen mehr als ein Viertel der über 60-Jährigen in Deutschland über keine eigenen Erfahrungen mit der Nutzung des Internets. Für diese Gruppe kann der Zugang zu wichtigen Informationen und Dienstleistungen dadurch erschwert sein.

Über das Infotelefon können sich ältere Menschen beispielsweise über öffentliche Einrichtungen, Arztpraxen, Geschäfte oder Banken informieren. Auch bei Fragen zur Nutzung technischer Geräte wie Smartphone, Fernseher oder Computer geben die Mitarbeitenden Auskunft. Darüber hinaus werden Hinweise zu Freizeitmöglichkeiten, Seniorentreffs, Ehrenämtern oder Vereinen vermittelt, die gesellschaftliche Teilhabe fördern können.

In bestimmten Fällen übernimmt das Infotelefon auch eine vermittelnde Funktion, etwa wenn Kontakte zu Einrichtungen des Gesundheitswesens wie Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen gesucht werden. Zudem erhalten Anrufer*innen Informationen zum Verhalten bei extremen Wetterlagen.

Das Infotelefon ist montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr sowie samstags von 9 bis 13 Uhr erreichbar. Für Berliner Senior*innen ist der Service kostenfrei unter der Telefonnummer 030 544 533 0 533 erreichbar.

Daneben besteht weiterhin die bundesweite Silbernetz-Hotline für ältere Menschen, die sich einsam fühlen und Gesprächsbedarf haben. Diese ist täglich von 8 bis 22 Uhr unter der Nummer 0800 4 70 80 90 erreichbar.

Über Silbernetz haben wir auf seniorenpolitik-aktuell bereits mehrfach berichtet.

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Das internationale Netzwerk WWOOF („World Wide Opportunities on Organic Farms“) ermöglicht es Menschen, auf ökologisch wirtschaftenden Höfen mitzuarbeiten und dort für einen begrenzten Zeitraum zu leben. Die sogenannten „WWOOFer*innen“ helfen ehrenamtlich bei anfallenden landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Tätigkeiten und erhalten im Gegenzug kostenfreie Unterkunft und Verpflegung.

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Das Konzept existiert mittlerweile in mehr als 100 Ländern. Auch in Deutschland beteiligen sich zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe. Während das Angebot bislang vor allem von jüngeren Menschen genutzt wird, etwa nach dem Schulabschluss oder während einer Reise, richtet sich WWOOF Deutschland inzwischen verstärkt auch an ältere Interessierte.

Vor diesem Hintergrund plant der Verein in diesem Jahr mehrere Mitmach-Wochenenden, die sich ausdrücklich an verschiedene Generationen richten. Ziel ist es, Menschen unterschiedlicher Altersgruppen zusammenzubringen und ihnen Einblicke in ökologische Landwirtschaft zu ermöglichen. Gerade für ältere Menschen kann das Angebot eine Möglichkeit sein, sich aktiv zu engagieren, neue Kontakte zu knüpfen und praktische Erfahrungen im Bereich nachhaltiger Lebensweisen zu sammeln – allerdings stets im Rahmen der individuellen körperlichen Möglichkeiten. Damit berührt das Angebot auch Themen, die in der Seniorenpolitik zunehmend diskutiert werden, etwa gesellschaftliche Teilhabe im Alter, freiwilliges Engagement und generationenübergreifende Begegnungen.

Zur Information über das Programm veranstaltet WWOOF Deutschland am 19. März um 11 Uhr eine digitale Informationsveranstaltung. Das sogenannte Webinar findet über die Online-Plattform Zoom statt, ein Programm für Videokonferenzen, über das Teilnehmende per Computer, Tablet oder Smartphone an einer Veranstaltung teilnehmen können. Dabei soll unter anderem erklärt werden, wie ein Aufenthalt auf einem WWOOF-Hof abläuft und welche Voraussetzungen für eine Teilnahme gelten.

Das Modell entstand 1971 im Vereinigten Königreich. Inzwischen umfasst das Netzwerk weltweit mehrere Tausend Höfe, darunter 458 in Deutschland. Neben praktischer Mitarbeit steht vor allem der Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen im Mittelpunkt. Gleichzeitig soll das Programm das Verständnis für ökologische Landwirtschaft und nachhaltige Lebensweisen stärken.

Wer teilnehmen möchte, benötigt eine Mitgliedschaft im jeweiligen nationalen WWOOF-Verband. In Deutschland kostet eine einjährige Mitgliedschaft je nach Modell zwischen 35 und 55 Euro. Besondere Vorkenntnisse in der Landwirtschaft sind nach Angaben des Vereins nicht erforderlich.

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Neben pflegepolitischen und strategischen Maßnahmen misst die schleswig-holsteinische Landesregierung digitalen Angeboten und zivilgesellschaftlichem Engagement eine wichtige Rolle im Kampf gegen Einsamkeit bei. Insbesondere für ältere Menschen können digitale Kommunikationsmöglichkeiten dazu beitragen, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten und neue Zugänge zur gesellschaftlichen Teilhabe zu eröffnen.

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In den Regionen rund um Kiel und Dithmarschen werden Senior*innen im Rahmen von Hausbesuchen ehrenamtlich im Umgang mit dem Internet und sozialen Medien geschult. Ziel ist es, Berührungsängste abzubauen und digitale Kompetenzen zu stärken. Das Projekt wird von der Stiftung Deutsches Hilfswerk der Deutschen Fernsehlotterie gefördert.

Da viele ältere Menschen virtuellen Angeboten zunächst skeptisch gegenüberstehen, wurde bereits 2023 ein landesweites Netzwerk zur Vernetzung digitaler Projekte gegründet. Inzwischen gehören ihm rund 40 Institutionen an, die gemeinsam an einer stärkeren Einbindung von Senior*innen in digitale Formate arbeiten. Ergänzend existieren in Schleswig-Holstein sogenannte Digitale Knotenpunkte, die technische und fachliche Zugänge zu modernen Medien ermöglichen. Zwei dieser Standorte richten sich vorrangig an ältere Menschen.

Flankiert werden diese Aktivitäten durch die Förderung zentraler Interessensvertretungen und Netzwerke. So unterstützt das Land den Landesseniorenrat, dem derzeit 110 kommunale Seniorenbeiräte angehören und der die Interessen der über 65-Jährigen politisch vertritt. Auch das landesweit aktive Netzwerk „seniorTrainerin e.V.“ sowie weitere kommunale Projekte, Wohlfahrtsverbände und Organisationen, die Maßnahmen gegen Einsamkeit umsetzen, erhalten finanzielle Unterstützung. Zudem fördert die Landesregierung diese Website als Plattform zur Verbreitung seniorenpolitisch relevanter Informationen.

Schleswig-Holstein zählt rund drei Millionen Einwohner*innen, knapp ein Viertel davon ist 65 Jahre oder älter. Damit liegt der Anteil über dem Bundesdurchschnitt. Gleichzeitig ist ein deutlicher Anstieg von Einsamkeit zu beobachten. Insbesondere eingeschränkte Mobilität, der Verlust nahestehender Personen und fehlende digitale Kompetenzen erhöhen im Alter das Risiko sozialer Isolation.

Lesen Sie hier einen Artikel von seniorenpolitik-aktuell zu einer laufenden Studie, die sich mit dem Nutzungsverhalten von Senior*innen auf Sozialen Medien befasst.

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www.seniorenpolitik-aktuell.de
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