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Maßnahmen gegen Einsamkeit

Etwas mehr als ein Drittel aller Menschen in Deutschland übt ein Ehrenamt aus (Stand: November 2025). Freiwillige, dem Gemeinwohl dienende Tätigkeiten sind eine wichtige Säule gesellschaftlicher Teilhabe. Viele ehrenamtliche Angebote ermöglichen es Menschen, an Freizeitaktivitäten teilzunehmen und soziale Kontakte zu knüpfen. Damit kann das Ehrenamt auch eine wichtige Rolle im Umgang mit Einsamkeit spielen.

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Im Landtag Schleswig-Holsteins fand am 23. September eine Vortragsreihe zum Thema Einsamkeit statt. Unter dem Titel „Ehrenamt verbindet – gemeinsam gegen Einsamkeit“ informierten mehrere Expert*innen Fachleute und interessierte Bürger*innen über das weit verbreitete Phänomen. In einer anschließenden Podiumsdiskussion wurde darüber diskutiert, welche Maßnahmen die Landespolitik ergreifen kann, um einsame Menschen in Schleswig-Holstein beim Aufbau sozialer Kontakte zu unterstützen.

Kristina Herbst (CDU), Präsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages, hob anlässlich der Veranstaltung die weitreichenden Folgen von Einsamkeit hervor und wies gleichzeitig darauf hin, dass grundsätzlich Menschen aller Generationen betroffen sein können. Zudem sei zu beachten, dass Einsamkeit nicht zwangsläufig mit sozialer Isolation einhergehe, sondern auch trotz der Einbindung in ein soziales Netzwerk auftreten könne. Das Ehrenamt könne daher ein wichtiger Türöffner für neue Begegnungen auf niedrigschwelliger Basis sein.

Das schleswig-holsteinische Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung hat einen kurzen Bericht zur Veranstaltung veröffentlicht. Sozialministerin Aminata Touré (Grüne) war ebenfalls zu Gast und beteiligte sich am Austausch mit Vortragenden und Besucher*innen. Dabei betonte sie die Bedeutung einer stärkeren Förderung des Ehrenamts in Schleswig-Holstein für die Bekämpfung von Einsamkeit.

Hierzu wurde bereits einige Wochen zuvor ein 12-Punkte-Plan zur Stärkung des Ehrenamts veröffentlicht. Dieser sieht unter anderem finanzielle Zuschüsse für bereits bestehende ehrenamtliche Strukturen in Schleswig-Holstein vor. Darüber hinaus sollen neue Kampagnen und Initiativen – insbesondere zum Thema Einsamkeit – gestartet werden, um die Vielfalt und Sichtbarkeit ehrenamtlicher Angebote zu erhöhen.

Darüber hinaus können Bürger*innen Schleswig-Holsteins an einer Kurzumfrage zum Ehrenamt teilnehmen, deren Beantwortung etwa fünf bis zehn Minuten dauert. Einblicke gibt es außerdem in die landesweite Ehrenamtstour. Dabei handelt es sich um eine Reihe ausgewählter ehrenamtlicher Veranstaltungen, die Touré persönlich besucht. Häufig steht dabei die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls im Mittelpunkt, indem Möglichkeiten für Begegnung und Austausch geschaffen werden.

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Personen aller Generationen berichten zunehmend von Schwierigkeiten beim Herstellen neuer sozialer Kontakte. Die so entstehende Isolation sorgt bei vielen Betroffenen für depressive Verstimmungen und kann sich negativ auf die Lebenserwartung auswirken. Mit einem landesweiten und besonders niedrigschwelligen Projekt möchte die Regierung Thüringens Einsamkeit gezielter bekämpfen und insbesondere ältere Menschen dabei unterstützen, miteinander ins Gespräch zu kommen.

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Das 2021 gestartete Projekt AGATHE richtet sich hauptsächlich an Senior*innen und alleinlebende Menschen in Thüringen. Es soll die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen in dem ostdeutschen Bundesland fördern und arbeitet eng mit thematisch verwandten Institutionen wie Beratungsstellen und Pflegestützpunkten zusammen. Aktuell sind 74 Mitarbeitende aktiv, die Senior*innen an gemeinschaftsstärkende Angebote verweisen und Ratschläge zur Bewältigung von Einsamkeit geben – auch Hausbesuche sind möglich. Initiiert wurde das Projekt durch das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie, das allein in diesem Jahr mehrere Millionen Euro in AGATHE investierte.

Momentan ist ein Ausbau des Projekts vorgesehen, indem sich möglichst viele Landkreise und Kommunen in Thüringen daran beteiligen. Ebenfalls wurde vor wenigen Tagen in der Landeshauptstadt Erfurt die Sommertour der AGATHE-Plauderbank begonnen. Ihr Ziel ist es, zufällige Begegnungen und bestenfalls neue Bekanntschaften unter Senior*innen zu fördern. Wie der Name bereits vermuten lässt, können auf der Bank nach Belieben Gespräche geführt werden, sie wird jedoch auch von Fachkräften und Mitgliedern kooperierender Organisationen betreut. Diese können Interessierte vor Ort beraten und auf weiterführende Angebote hinweisen.

In den kommenden Wochen wird die AGATHE-Plauderbank in ganz Thüringen unterwegs sein, um älteren Menschen einen Raum zur Vernetzung zu bieten. In insgesamt 16 Orten wird die Bank für jeweils einen Tag aufgestellt, ehe die Tour am 29. September in Jena endet. Gleichzeitig sollen alle alleinlebenden Personen ab 64 Jahren in den jeweiligen Kommunen per Post Informationen zu AGATHE erhalten.

In einem kurzen Video (auf der AGATHE-Website zu finden) wird das Projekt vorgestellt, indem sowohl von Einsamkeit Betroffene als auch Mitarbeitende zu Wort kommen. Die Klient*innen berichten, dass AGATHE ihnen sowohl alltägliche Kompetenzen näherbringen als auch ihr soziales Umfeld erweitern konnte.

„Wir als AGATHE-Fachkräfte, wir kommen alle aus einem sozialen, Gesundheits- oder Pflegeberuf und bekommen dann alle auch nochmal eine vertiefende Qualifikation“, sagt AGATHE-Berater Stefan Schröder aus dem Landkreis Gotha. Darüber hinaus bezeichnet er die Initiative als „effektivste Lösung, um Vereinsamung zu verhindern und Älteren ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen“.

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Im Schnitt begeht alle 55 Minuten ein Mensch in Deutschland Suizid, was etwa 10.000 Suiziden pro Jahr entspricht. Da es sich jedoch um ein noch immer tabuisiertes Thema handelt, über das in der Gesellschaft nur teilweise aufgeklärt wird, werden die Absichten suizidaler Menschen nicht immer rechtzeitig erkannt. Mit zunehmendem Alter steigt zudem das Suizidrisiko, auch das männliche Geschlecht ist ein Risikofaktor.

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Die Bundesregierung hat es sich zum Ziel gesetzt, die Suizidrate hierzulande langfristig zu senken. Dafür soll das Suizidpräventionsgesetz, das bereits von der Ampel-Regierung initiiert, aufgrund der vorgezogenen Neuwahlen jedoch nicht mehr umgesetzt wurde, nun final auf den Weg gebracht werden. Dieses soll mehr Raum für Aufklärung und Unterstützung von Betroffenen bieten. Auch die Ausweitung bereits bestehender Angebote wie etwa telefonischer Krisendienste ist Teil des Vorhabens. Im Mittelpunkt steht dabei die Einrichtung einer auf Suizidprävention spezialisierten Bundesfachstelle im Bundesgesundheitsministerium, welche die Angebote zentraler koordinieren und damit leichter zugänglich machen soll.

Zahlreiche Organisationen und Verbände haben sich bereits zu dem Gesetzentwurf geäußert, darunter auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO). In einer ersten Pressemitteilung fiel das Fazit der BAGSO bereits überwiegend positiv aus. Als besonders erfreulich wurde hervorgehoben, dass die Bundesregierung Senior*innen als wichtige Zielgruppe des Suizidpräventionsgesetzes berücksichtigt.

Den Referentenentwurf des Gesetzes vom 3. Juli 2026 hat die BAGSO zudem in einer längeren Stellungnahme bewertet. Darin wird begrüßt, dass die Bundesregierung die strukturellen Rahmenbedingungen verbessern möchte, um Betroffene gezielt ansprechen und unterstützen zu können, was in zahlreichen Fällen Menschenleben retten kann.

Die BAGSO fordert jedoch auch, den Gesundheitssektor hinsichtlich Suizidalität besser auszustatten. Dazu zählen psychiatrische Kliniken, aber auch Krankenhäuser zur medizinischen Versorgung nach einem Suizidversuch. Kritik übt die BAGSO zudem an Lücken in der rechtlichen Regelung des assistierten Suizids. Dieser solle weiterhin möglich, aber explizit geregelt sein. Darüber hinaus müsse differenzierter zwischen Menschen mit Suizidgedanken und akut suizidalen Menschen unterschieden werden.

Ferner unterstützt die BAGSO Maßnahmen zur Prävention, Aufklärung und Unterstützung Betroffener. Ebenso bedeutsam sei es allerdings, die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und suizidale Menschen dazu zu ermutigen, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen.

Ältere Menschen weisen aufgrund verschiedener, im höheren Alter häufiger auftretender Risikofaktoren ein erhöhtes Suizidrisiko auf. Einsamkeit, Erkrankungen, Armut oder auch der Verlust nahestehender Menschen können dieses begünstigen. Gleichzeitig erreichen Aufklärungs- und Präventionsangebote ältere Menschen teilweise weniger gut als jüngere Generationen.

Hinweis: Wenn Sie Suizidgedanken haben, können Sie sich an die TelefonSeelsorge unter der 0800 1110111 wenden. Sie ist rund um die Uhr, kostenfrei und vertraulich erreichbar.

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Kaum ein gesellschaftliches Problem kann durch das Engagement von Bürger*innen so unmittelbar bekämpft werden wie Einsamkeit. Zahlreiche gemeinnützige Projekte und Initiativen bemühen sich schon jetzt darum, Menschen in sozialer Isolation zusammenzubringen und Räume für das Erleben von Gemeinschaft zu schaffen. Soziale Kontakte sind in allen Lebensphasen von hoher Bedeutung, gehen mit zunehmendem Alter aber tendenziell verloren.

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Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und das Kompetenznetz Einsamkeit haben einen Wettbewerb ausgerufen, der dieses Jahr erstmalig stattfinden und sich explizit dem Thema Einsamkeit widmen soll. Der Deutsche Gemeinschaftspreis 2026 wird insgesamt zwölf Projekten und Angeboten mit einem gemeinschaftsfördernden Profil verliehen. Kommunale Gruppierungen, Institutionen und Vereine, aber auch Verbände und Gewerkschaften können sich bis zum 16. August mit einem Beitrag gegen Einsamkeit bewerben.

Um möglichst viele potenzielle Teilnehmer*innen anzusprechen, wird die Preisverleihung in vier Kategorien unterteilt: Kommunen und öffentliche Einrichtungen, zivilgesellschaftliches und ehrenamtliches Engagement, Wirtschaft und Arbeitswelt sowie Angebote für schwer erreichbare Zielgruppen. In jeder dieser Kategorien werden jeweils die ersten drei Plätze am 2. Dezember in Berlin durch das BMBFSFJ mit bis zu 3.000 Euro ausgezeichnet. Darüber hinaus können die Gewinner*innen mit weiterer Unterstützung seitens der Veranstalter*innen und medialer Aufmerksamkeit rechnen.

Das Kompetenznetz Einsamkeit wird gemeinsam mit dem BMBFSFJ in einer Vorauswahl aus den eingereichten Beiträgen pro Kategorie die zehn besten ermitteln. Eine fünfköpfige Jury, deren Mitglieder sich auf politischer und/oder wissenschaftlicher Ebene umfangreich mit Einsamkeit beschäftigt haben, wird anschließend die jeweiligen Sieger*innen bestimmen. Bewerbungen, die gegen die Richtlinien verstoßen, werden nicht weiter berücksichtigt.

Eingereichte Projekte sollten über eine möglichst große Reichweite verfügen, sich an eine klar abzugrenzende Zielgruppe richten, ein innovatives Profil besitzen (Originalität und realistische Umsetzung) und in der Praxis kompetent strukturiert sein. Das Hauptkriterium liegt jedoch auf der gezielten Bekämpfung von Einsamkeit, um Betroffenen Unterstützung bieten zu können.

Schirmherrin der Preisverleihung ist Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Als Gründerin der Initiative Allianz gegen Einsamkeit soll sie den Wettbewerb repräsentieren. Bis einschließlich 2029 ist eine jährliche Wiederholung der Preisausschreibung vorgesehen.

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Der Eintritt in den Ruhestand fällt nicht allen Senior*innen leicht, da es sich um eine umfassende Veränderung der Lebensumstände handelt. Wer zum ersten Mal Rente bezieht, muss sich zunächst mit der damit einhergehenden Bürokratie zurechtfinden und leidet möglicherweise auch an psychischen Belastungen, beispielsweise aufgrund von Einsamkeit oder Schwierigkeiten bei der Strukturierung des neuen Alltags.

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Damit Rentner*innen zu Beginn ihres Ruhestands mehr Sicherheit und Orientierung erleben können, sollen die rund 300, überwiegend in Nordrhein-Westfalen aktiven ZWAR-Netzwerke Menschen, die an der Schwelle zum Renteneintritt stehen, zusammenführen. Ende der 1970er Jahre in Dortmund gegründet, sind mittlerweile über 15.000 Menschen in einem solchen Netzwerk tätig. Die Abkürzung ZWAR steht für „Zwischen Arbeit und Ruhestand“. Das Konzept ist auf Selbstorganisation ausgelegt und soll bewusst möglichst niedrigschwellig gehalten werden.

Die ZWAR-Netzwerke sollen ältere Menschen vor Ort unterstützen und stehen diesbezüglich im Austausch mit Vertreter*innen aus Politik und Wirtschaft. Dabei bieten sie Projekte zu Themen wie Digitalisierung und Gesundheitsprävention an und beraten sowie coachen Interessierte und Bedürftige, aber auch Mitarbeitende und ehrenamtlich Tätige, zur eigenständigen Partizipation sowie zur Quartiersentwicklung. Langfristiges Ziel ist die Wahrung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, die die individuellen Ressourcen berücksichtigt.

ZWAR e. V. richtet regelmäßig abwechslungsreiche und interaktive Veranstaltungen für Senior*innen aus. Die Workshops, Kurse, Diskussionsrunden und Feierlichkeiten sollen primär dem Erleben von Gemeinschaft in einer unterhaltsamen Atmosphäre sowie der Aneignung neuer Kenntnisse und Fähigkeiten dienen. Für ihre langjährige erfolgreiche Arbeit wurde erst kürzlich eines der ZWAR-Netzwerke mit einem lokalen Ehrenamtspreis ausgezeichnet.

Auch Seminare zur Netzwerkarbeit werden seitens ZWAR e. V. angeboten, die sich sowohl an die Mitglieder selbst als auch an anderweitig Tätige in der Arbeit mit älteren Menschen richten. Der nächste Termin für ein solches Seminar ist der 01. Oktober und findet in Dortmund statt.

Seminarleiterin Ute Schünemann-Flake ist Diplom-Pädagogin, Psychologische Beraterin und Mastercoach und wird von 09:00 Uhr bis 16:30 Uhr den Teilnehmenden zentrale Elemente des ZWAR-Konzepts näherbringen. Dies schließt die Organisation wie auch die Umsetzung von Netzwerktreffen auf kommunaler Ebene ein. Der aus theoretischen und praxisnahen Aspekten bestehende Seminarblock soll die Teilnehmer*innen für die Komplexität der Rolle einer Gruppenleitung entsprechender Netzwerke sensibilisieren.

Noch bis zum 25. September ist eine Anmeldung für 150 Euro Teilnahmegebühr per E-Mail an ut.schuenemann@zwar.org möglich.

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Einsamkeit kann erhebliche Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit haben. Gerade ältere Menschen sind aufgrund von Verwitwung, Krankheit oder eingeschränkter Mobilität häufiger von sozialer Isolation betroffen. In den vergangenen Jahren sind deshalb zahlreiche Angebote entstanden, die Einsamkeit entgegenwirken sollen. Wie wirksam diese tatsächlich sind, wurde bislang jedoch nur selten wissenschaftlich untersucht.

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Ein niedrigschwelliges Angebot gegen Einsamkeit ist die von Ehrenamtlichen betriebene Hotline von Silbernetz e.V., die täglich unter der Telefonnummer 0800 4 70 80 90 erreichbar ist. Über die Silbernetz-Hotline haben wir bereits berichtet. Es bietet älteren Menschen die Möglichkeit, anonym über ihre Sorgen zu sprechen und das Gefühl zu erleben, dass ihnen jemand zuhört. Das Angebot richtet sich insbesondere an einsame Menschen im höheren Alter, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen oder anderer Lebensumstände nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Nun wurden erstmals die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Evaluation veröffentlicht, die die Reichweite und Wirkung des Angebots untersucht. Dazu führte das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) das Evaluationsprojekt „Reichweite und Wirkung der Silbernetz-Hotline (ReWiSil)“ durch. Das vom Bundesministerium für Bilderung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) geförderte Projekt betrachtete, welche Menschen das Angebot nutzen und welchen Einfluss die Gespräche auf ihr Einsamkeitserleben haben. Dafür wurden ausgewählte Anrufer*innen sowohl kurz nach ihrem ersten Anruf als auch drei Monate später befragt. Neben dem Einsamkeitserleben wurden unter anderem das soziale Umfeld und die Einstellung zum eigenen Älterwerden erfasst.

Die Ergebnisse zeigen, dass bereits ein einzelnes Telefongespräch – auch wenn es meist nicht länger als 30 Minuten dauert – zu einer Verringerung des Einsamkeitserlebens beitragen kann. Die Befragten berichteten zudem von mehr wahrgenommenen persönlichen Ressourcen und einem optimistischeren Blick in die Zukunft. Gleichzeitig zeigte sich, dass vor allem Menschen mit geringer sozialer Teilhabe und hoher Einsamkeitsbelastung das Angebot nutzen.

Am 24. Juni 2026 stellte das DZA die Ergebnisse im Rahmen einer Fachtagung vor. Neben Vertreter*innen des DZA, des BMBFSFJ und von Silbernetz e. V. nahm auch Sebahat Atli, seniorenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, an der Veranstaltung teil.

Nach einer Einführung in die Arbeit von Silbernetz standen zunächst die gesellschaftliche Bedeutung chronischer Einsamkeit sowie Aufbau und Methodik der Evaluation im Mittelpunkt. Anschließend wurden die Ergebnisse vorgestellt. Diese zeigen unter anderem, dass sich Erstanrufer*innen deutlich einsamer fühlten als der Bevölkerungsdurchschnitt und häufiger den Eindruck hatten, gesellschaftlich ausgeschlossen zu sein. Im Fazit der Studie heißt es: „Die Gespräche können erste Entlastung schaffen und wichtige Impulse setzen, auch wenn die Erstanrufenden nach drei Monaten weiterhin deutlich belastet bleiben.“

Die gut zweistündige Abschlusstagung wurde auf YouTube übertragen und ist dort weiterhin aufrufbar.

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Etwa jeder vierte Mann in Deutschland ist über 60 Jahre alt. Trotz dieser großen Bevölkerungsgruppe gibt es vergleichsweise wenige Angebote, die sich gezielt an ältere Männer richten. Das Forum katholischer Männer (FkM), die Arbeitsstelle für Männerseelsorge und Männerarbeit in den deutschen Diözesen, fordert deshalb, ältere Männer stärker in den Blick zu nehmen und passgenaue Angebote auszubauen.

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Männerbeauftragte der Diözesen sowie kirchlicher Verbände und Organisationen haben dazu eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht. Darin appellieren sie an Politik, Sozialarbeit und weitere Akteur*innen, ihre Angebote stärker an den Bedürfnissen älterer Männer auszurichten und dabei auch die Folgen des demografischen Wandels zu berücksichtigen.

In der Stellungnahme wird auf die Potenziale und Ressourcen älterer Männer hingewiesen, die nach Ansicht des Forums katholischer Männer (FkM) bislang zu wenig genutzt werden. Gleichzeitig fehle es häufig an niedrigschwelligen Möglichkeiten zur Begegnung und aktiven Teilhabe. Viele Männer seien mit traditionellen Rollenbildern aufgewachsen, nach denen Gefühle eher unterdrückt und Stärke gezeigt werden sollte. Dies könne dazu beitragen, dass psychische Belastungen seltener angesprochen und Unterstützungsangebote seltener genutzt werden. Das FkM verweist in diesem Zusammenhang unter anderem auf die höhere Betroffenheit von Männern durch Suizide und problematischen Alkoholkonsum.

Auf Grundlage des Neunten Altersberichts schlägt das FkM das Leitbild der „Caring Masculinities“ (fürsorgliche Männlichkeiten) für die zukünftige Arbeit mit älteren Männern vor. Im Mittelpunkt steht dabei die Förderung vorhandener Ressourcen sowie die Möglichkeit, auch im Alter selbstbestimmt, aktiv und entsprechend der eigenen Interessen zu leben. Ebenso sollen die persönliche Weiterentwicklung und die Reflexion der eigenen Lebenssituation unterstützt werden.

Zugleich weist das FkM darauf hin, dass das Älterwerden mit neuen Herausforderungen verbunden ist, die insbesondere Männer mit wenigen sozialen oder finanziellen Ressourcen nicht immer allein bewältigen können. Deshalb brauche es konkrete Begegnungsangebote, Anlaufstellen und Vernetzungsmöglichkeiten, in denen ältere Männer miteinander ins Gespräch kommen, Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig unterstützen können.

Als Beispiele nennt das FkM verschiedene Angebote speziell für ältere Männer, die Begegnung, Austausch und aktive Freizeitgestaltung fördern sollen. Ziel sei es, ältere Männer gezielt anzusprechen und ihnen einen geschützten Rahmen zu bieten, in dem sie offen über Sorgen, Ängste und persönliche Erfahrungen sprechen können. Voraussetzung dafür sei eine wertschätzende und ressourcenorientierte Haltung, die ältere Männer als eigenständige Zielgruppe anerkennt und auf Stigmatisierung verzichtet.

Die vollständige Stellungnahme des Forums katholischer Männer finden Sie hier.

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Bei der Parkinson-Krankheit handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, bei der im Gehirn nach und nach Nervenzellen absterben. Sie äußert sich unter anderem durch Bewegungsverlangsamung, Gangunsicherheit und Muskelzittern, den sogenannten Tremor. Viele Betroffene sind über 60 Jahre alt und in ihrem Alltag durch die Erkrankung eingeschränkt. Damit gehört Parkinson zu den gesundheitlichen Herausforderungen, die mit einer alternden Gesellschaft aus seniorenpolitischer Sicht zunehmend an Bedeutung gewinnen.

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Der Verein Silbernetz e.V.,, über dessen Einsatz gegen Einsamkeit im Alter wir bereits mehrfach berichtet haben, bietet nun auch eine Hotline für Menschen mit Parkinson an. Da hohe Temperaturen die Symptome der Erkrankung verstärken können und der Sommer bevorsteht, macht Silbernetz gezielt auf das Parkinson-HilfeTelefon aufmerksam. Wie die bekannte Silbernetz-Hotline (0800 4 70 80 90) ist auch dieses Angebot kostenfrei, anonym und vertraulich.

Menschen mit Parkinson können dort anrufen, wenn sie über Ängste, Sorgen und Herausforderungen im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung sprechen möchten. Darüber hinaus erhalten sie Unterstützung bei Fragen zu Beruf, Familie oder Freizeitgestaltung. Die Mitarbeitenden hören zu, beraten und übernehmen bei Bedarf auch kleinere Rechercheaufträge.

Das Parkinson-HilfeTelefon ist ein Projekt der Jens-Hibbe-Stiftung. Sie wurde nach dem Unternehmer Jens Hibbe benannt, der bereits Anfang 50 verstarb. Sein langjähriger Freund Helge-Werner Benke gründete die Stiftung auf Wunsch von Hibbes Mutter, die selbst an Parkinson erkrankt war. Um Betroffene besser unterstützen zu können, ging die Stiftung eine Partnerschaft mit Silbernetz e. V. ein. Ein Grund dafür ist, dass Menschen mit Parkinson häufig auch von Einsamkeit betroffen sind.

Unter der Nummer 030 544 533 0 600 ist das Parkinson-HilfeTelefon montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr erreichbar.

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Sämtliche Zeitzeug*innen des Nationalsozialismus sind heute hochbetagt. Viele von ihnen leben mit den Folgen traumatischer Erfahrungen und sind auf soziale Unterstützungs- und Begegnungsangebote angewiesen. Doch obwohl ihre Erfahrungen für die deutsche Erinnerungskultur von großer Bedeutung sind, fühlen sich viele von ihnen von Politik und Gesellschaft nicht ausreichend wahrgenommen.

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Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte setzt sich für die Belange von alten Menschen ein, die den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg unmittelbar erlebt haben. Dabei schafft der Verein auch Begegnungsmöglichkeiten, damit Betroffene miteinander ins Gespräch kommen und Erfahrungen austauschen können. Ein etabliertes Angebot ist das Projekt „Warmes Zuhause“, das in den Wohnungen von Zeitzeug*innen stattfindet und sie beim Umgang mit belastenden Erinnerungen unterstützen soll.

Derzeit kann das Projekt aufgrund des Wegfalls einer Förderung jedoch nicht wie bisher fortgeführt werden. Deshalb wurde eine Spendenkampagne ins Leben gerufen, um die Finanzierung langfristig zu sichern. Mehr als 160 Betroffene nutzen das Angebot als geschützten Raum, in dem ihre Erfahrungen und Erinnerungen gehört werden. Sarah Frecker vom Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte betont, dass das Projekt nicht nur der Verarbeitung belastender Erlebnisse diene, sondern auch soziale Kontakte und gesellschaftliche Teilhabe fördere. Ein Wegfall des Angebots könne für manche Betroffene schwerwiegende Folgen haben.

Neben dem Projekt „Warmes Zuhause“ organisiert der Verein auch Begegnungscafés. In Köln, Düsseldorf und Recklinghausen können NS-Überlebende bei Kaffee und Kuchen miteinander ins Gespräch kommen und neue Kontakte knüpfen. Darüber hinaus gibt es einen Besuchs- und Begleitdienst, bei dem Ehrenamtliche an Zeitzeug*innen vermittelt werden. Ziel ist es, regelmäßige Begegnungen zu ermöglichen und einen vertrauensvollen Rahmen für Gespräche über belastende Kriegserfahrungen zu schaffen.

Für seine präventive und aufklärende Arbeit sowie seinen Einsatz für Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus traumatische Erfahrungen gemacht haben, wurde der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Berichte der Zeitzeug*innen tragen dazu bei, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten und das Bewusstsein für die Gefahren rechtsextremer Ideologien zu stärken.

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Der eingetragene Verein Silbernetz bietet Menschen ab 60 Jahren Unterstützung gegen Einsamkeit und soziale Isolation. Sein zentrales Angebot ist die Silbernetz-Hotline. Dort können ältere Menschen täglich von 8 bis 22 Uhr anrufen, wenn sie Gesprächsbedarf haben. Am anderen Ende der Leitung sitzen ehrenamtliche Mitarbeitende, die ein anonymes und vertrauliches Gespräch ermöglichen.

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Silbernetz e. V. bietet darüber hinaus feste „Telefonfreundschaften“ sowie weitere Angebote vor Ort an. Nähere Informationen dazu finden sich auf der Webseite des Vereins.

Die Bekämpfung von Einsamkeit im Alter gehört inzwischen zu den zentralen Themen der Seniorenpolitik. Angebote wie die Silbernetz-Hotline sollen dazu beitragen, soziale Teilhabe zu stärken und Isolation entgegenzuwirken.

Vor diesem Hintergrund hat das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) im Rahmen des Projekts ReWiSil (Reichweite und Wirkung der Silbernetz-Hotline) untersucht, welche Menschen durch das Angebot erreicht werden und welche Wirkung die Gespräche entfalten. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem folgende Fragen:

  • Wie groß ist die Reichweite von Silbernetz und wie vielfältig ist die Gruppe älterer, einsamer Menschen, die erreicht wird?
  • Reduzieren die Gespräche mit den Mitarbeiter*innen der Silbernetz-Hotline das subjektive Einsamkeitserleben? Verringern sich Schamgefühle oder negative Altersselbstbilder?

Am 24. Juni 2026 werden die Ergebnisse der Studie von 9:30 bis 12:00 Uhr in Berlin vorgestellt und gemeinsam mit Fachpersonen aus Wissenschaft, Praxis und Politik diskutiert. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ statt.

Interessierte können sich anmelden und entweder vor Ort im bUm – Raum für solidarisches Miteinander (Paul-Lincke-Ufer 21, 10999 Berlin) oder online teilnehmen. Die Zahl der Plätze vor Ort ist begrenzt.

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