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Digitalisierung

Digitale Teilhabe spielt zunehmend eine wichtige Rolle. Denn neue Technologien durchdringen alle Lebensbereiche, sie können den Verbleib in der Häuslichkeit bis ins hohe Alter erleichtern und die Vernetzung mit Familie, Freiwilligen und Fachkräften verbessern. Von sozial orientierten Technologien werden Menschen im Alter gerade im ländlichen Raum profitieren, ohne gezielte Förderung und Beratung geht es jedoch nicht.

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Unterschiedliche Projekte bieten in Schleswig-Holstein bereits Schulung und Beratung an (z. B. Wohlfahrtsverbände, Volkshochschulen, bürgerschaftlich organisierte Gruppen, Seniorenbeiräte und Medienprojekte). Jedoch adressiert landes- oder bundesweit kaum ein Projekt den expliziten Kontakt zu (älteren) Menschen, die von sich aus nicht den Weg in diese Schulungsangebote finden.

Konzept

Ziel im Konzept „Digitale Gesandte“ ist es, hier neue Zugangswege zu finden und zu eröffnen, die bei (älteren) Menschen Scheu, schlechte Mobilität, Angst vor Neuem und Unwissenheit über den Nutzen von digitaler Technik überwinden. Durch mehr Prävention sollen die Menschen dabei unterstützt werden, länger selbstbestimmt in der heimischen Umgebung zu leben. Niedrigschwellige, aktivierende Angebote mit dem Schwerpunkt digitaler Hilfen für ältere Menschen ohne Krise, Erkrankung oder Gefährdung sollen die Lücke schließen zwischen Prävention und Versorgung. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund einer zunehmenden Einsamkeit bei älteren Zielgruppen.

„Digitale Gesandte“ wurde vom Sozialministerium initiiert und gemeinsam mit der ews-group GmbH aus Lübeck konzipiert.

Das im Aufbau befindliche Netzwerk soll mit der vom Land beauftragten und laufenden Studie zur Einsamkeitsprävention verknüpft werden.

Projektumsetzung

Gleiches gilt für das Anfang 2025 gestartete Projekt „Digitale Gesandte“ beim SoVD Schleswig-Holstein bzw. in zwei SoVD-Modellregionen (Stadt Kiel und Kreis Dithmarschen). Das Sozialministerium Schleswig-Holsteins finanziert die Netzwerkarbeit hierzu und beteiligt sich aktiv daran. Das Projekt selbst wird von der Deutschen Fernsehlotterie gefördert.

Praxisleitfaden

Den "Gute-Praxis-Leitfaden" dieses Projektes können Sie direkt hier herunterladen.

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Studierende der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) haben eine Online-Plattform programmiert, die älteren Menschen mit wenigen sozialen Kontakten Unterhaltung und Beschäftigung bieten soll. Unter dem Namen „CAREBELLS“ begann vor Kurzem die Testphase des Projekts, an der sich zehn freiwillige Senior*innen aus dem Raum Würzburg/Schweinfurt beteiligen.

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Mit Einsamkeit als weltweit verbreiteter gesellschaftlicher Herausforderung befassen sich nicht nur Wissenschaftler*innen, sondern auch zahlreiche Studierende, darunter einige der über 9.000 Studierenden der THWS. Durch eine umfangreiche Netzwerkarbeit, beispielsweise mit der Seniorenvertretung Würzburg, konnten wertvolle Informationen und Erkenntnisse gewonnen werden, um Gestaltung und Inhalte von CAREBELLS möglichst genau auf die Bedürfnisse älterer Menschen abzustimmen.

In der dreiwöchigen Testphase, die auf Wunsch jederzeit abgebrochen werden kann, erhalten die teilnehmenden Senior*innen jeweils ein Tablet, auf dem CAREBELLS installiert ist. Dieses kann frei genutzt werden. Parallel dazu werden die Teilnehmenden vor, während und nach dem Testzeitraum zur Nutzung der Plattform befragt. Die Entwickler*innen erhoffen sich durch die Eindrücke, Anmerkungen und Empfehlungen der Testpersonen wichtige Impulse zur weiteren Optimierung von CAREBELLS.

Das Programm ist barrierearm gestaltet und verfügt unter anderem über einen sprachgesteuerten Kalender mit der Möglichkeit, Termine einzutragen. Auch Videoanrufe lassen sich über CAREBELLS tätigen. Darüber hinaus enthält die Plattform einfach gehaltene Spiele, Videos zu für ältere Menschen relevanten Themen sowie einen Nachrichtenfeed, der überwiegend regionale Meldungen bündelt. Der Sprachassistent „Bella“ – vergleichbar mit ChatGPT oder Siri – bietet Senior*innen außerdem die Möglichkeit, Konversationen zu führen, die menschliche Gespräche simulieren sollen und so Gefühle von Einsamkeit verringern können.

Alle an der Entwicklung von CAREBELLS beteiligten Akteur*innen legen Wert auf einen einladenden und vertrauenswürdigen Rahmen. Das Design ist daher bewusst schlicht gehalten, und auch persönliche Daten müssen nicht zwingend angegeben werden. Ältere Menschen sollen so behutsam an die Nutzung der für sie zunächst neuen Plattform herangeführt werden.

An CAREBELLS wirkten Studierende verschiedener Studiengänge ehrenamtlich mit, darunter Soziale Arbeit, Gesundheits- und Medienmanagement sowie Wirtschaftsingenieurwesen. Prof. Dr. Ulrich Gartzke von der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften, der das Pilotprojekt leitete, zeigt sich zufrieden und lobt das Engagement der Studierenden. Auch der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Würzburg e.V. unterstützt die Initiative in ihrem Ziel, Einsamkeit im Alter entgegenzuwirken.

Mehr über CAREBELLS erfahren Sie in der Pressemitteilung der THWS.

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In ganz Schleswig-Holstein wurden interaktive Angebote für Menschen ab 50 Jahren angeboten, welche an einer Förderung und Weiterentwicklung ihrer Medienkompetenzen interessiert waren. Die Bedienung digitaler Endgeräte sowie ein sicherer und zeitgleich sensibilisierter Umgang mit sozialen Medien stellen in einem durch Technologie geprägten Alltag essentielle Kompetenzen dar. Wissenslücken und Skepsis diesbezüglich finden sich in allen Generation wieder.

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Ausrichter der Reihe an Veranstaltungen war Eingeloggt! Schleswig-Holstein, eine aus der Körber Stiftung heraus entstandene Initiative, deren Ziel darin besteht, älteren Menschen partizipativ, gemeinschaftlich und möglichst barrierefrei den Zugang zu digitalen Angeboten zu erleichtern, damit diese sich in virtuellen Räumen sicher und angstfrei bewegen können. Den Vorsitz hatten Grünen-Politikerin Aminata Touré, Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein und Cornelia Schmachtenberg (CDU), Landesministerin für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz, inne.

Im Rahmen der Eingeloggt!-Woche in Schleswig-Holstein wurden bis einschließlich Sonntag, den 22. März, 131 Aktionen für Interessierte angeboten. Unter anderem wurden Themen wie Online-Banking, Fotografie, Online-Shopping, Künstliche Intelligenz sowie das Recycling elektronischer Geräte behandelt. Berücksichtigt wurde dabei auch der Gemeinschaftssinn, um nebenbei Einsamkeit entgegenzuwirken und Möglichkeiten zum Austausch zu schaffen.

Parallel dazu fanden auch außerhalb Schleswig-Holsteins entsprechende Veranstaltungen statt, beispielsweise in Hamburg, Kassel, Bielefeld, Heidelberg und Oldenburg, da Eingeloggt! in einigen weiteren Bundesländern aktiv ist.

Nicht nur öffentliche Vereine und Kommunen konnten einen Beitrag zur Veranstaltungswoche leisten – Eingeloggt! Schleswig-Holstein betont ausdrücklich, dass auch Privatpersonen willkommen seien, eigene Ideen für Projekte und Aktionen zu entwickeln und diese im Rahmen der Eingeloggt!-Woche durchzuführen.

Viele der Angebote der Aktionswoche finden auch regelmäßig statt. Eine Übersicht über alle Angebote findet sich im Programm-Flyer. Eine Liste von Anbieter*innen ist hier einsehbar.

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Ältere Menschen werden überdurchschnittlich häufig Opfer sogenannter Trickbetrügereien. Besonders verbreitet ist der sogenannte Enkeltrick, bei dem sich Täter*innen telefonisch als Familienangehörige ausgeben. Auf diese Weise versuchen sie, das Vertrauen der Betroffenen zu gewinnen, um an Bargeld oder sensible Bankdaten zu gelangen. Für die Opfer entstehen dabei teilweise erhebliche finanzielle Schäden.

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Um mehr Menschen für solche Betrugsmaschen zu sensibilisieren, haben Studierende der Universität Hildesheim im vergangenen Jahr die App BetrugsRadar+ entwickelt. Grundlage für die Konzeption waren Befragungen von Senior*innen zum Thema Trickbetrug. Dabei wurden Erfahrungen, Sorgen und mögliche Risikofaktoren älterer Menschen erhoben und in die Gestaltung der App einbezogen.

Die Anwendung soll Nutzer*innen über typische Betrugsstrategien informieren und Hinweise zum richtigen Verhalten in verdächtigen Situationen geben. Außerdem kann sie bei Anrufen von bekannten Betrugsnummern eine Warnmeldung anzeigen. Grundlage dafür ist eine Datenbank mit Telefonnummern, die bereits im Zusammenhang mit Betrugsversuchen gemeldet wurden. Auch bei anderen Formen von Betrug, etwa per SMS oder an der Haustür, soll die App zur Vorsicht anregen.

Am 19. Januar konnten 14 Senior*innen, die „BetrugsRadar+“ bereits getestet hatten, ihre Erfahrungen in einem Workshop direkt mit den Entwickler*innen teilen. Ziel war es, Vorschläge und Wünsche zur weiteren Verbesserung der Anwendung zu sammeln. Die Rückmeldungen sollen nun in die Weiterentwicklung einfließen, um die App möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Zu den diskutierten Ideen gehört unter anderem ein digitaler Notfallknopf, über den im Ernstfall automatisch eine zuvor hinterlegte Kontaktperson oder die Polizei informiert werden könnte. Außerdem wurde angeregt, die App künftig mehrsprachig anzubieten, damit auch Menschen mit geringen Deutschkenntnissen sie nutzen können.

Für das Projekt erhielten die beteiligten Studierenden bereits Anerkennung aus verschiedenen Organisationen. Zudem wurde „BetrugsRadar+“ mit dem SENovation Award ausgezeichnet. Mit diesem Preis werden Initiativen und Geschäftsideen gewürdigt, die sich mit altersgerechten Lösungen für den Alltag älterer Menschen beschäftigen.

Derzeit (Stand: Februar 2026) befindet sich die App noch in einer Testphase. Nach Angaben der Entwickler*innen ist geplant, „BetrugsRadar+“ nach Abschluss der Überarbeitungen öffentlich zugänglich zu machen.

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Neben pflegepolitischen und strategischen Maßnahmen misst die schleswig-holsteinische Landesregierung digitalen Angeboten und zivilgesellschaftlichem Engagement eine wichtige Rolle im Kampf gegen Einsamkeit bei. Insbesondere für ältere Menschen können digitale Kommunikationsmöglichkeiten dazu beitragen, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten und neue Zugänge zur gesellschaftlichen Teilhabe zu eröffnen.

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In den Regionen rund um Kiel und Dithmarschen werden Senior*innen im Rahmen von Hausbesuchen ehrenamtlich im Umgang mit dem Internet und sozialen Medien geschult. Ziel ist es, Berührungsängste abzubauen und digitale Kompetenzen zu stärken. Das Projekt wird von der Stiftung Deutsches Hilfswerk der Deutschen Fernsehlotterie gefördert.

Da viele ältere Menschen virtuellen Angeboten zunächst skeptisch gegenüberstehen, wurde bereits 2023 ein landesweites Netzwerk zur Vernetzung digitaler Projekte gegründet. Inzwischen gehören ihm rund 40 Institutionen an, die gemeinsam an einer stärkeren Einbindung von Senior*innen in digitale Formate arbeiten. Ergänzend existieren in Schleswig-Holstein sogenannte Digitale Knotenpunkte, die technische und fachliche Zugänge zu modernen Medien ermöglichen. Zwei dieser Standorte richten sich vorrangig an ältere Menschen.

Flankiert werden diese Aktivitäten durch die Förderung zentraler Interessensvertretungen und Netzwerke. So unterstützt das Land den Landesseniorenrat, dem derzeit 110 kommunale Seniorenbeiräte angehören und der die Interessen der über 65-Jährigen politisch vertritt. Auch das landesweit aktive Netzwerk „seniorTrainerin e.V.“ sowie weitere kommunale Projekte, Wohlfahrtsverbände und Organisationen, die Maßnahmen gegen Einsamkeit umsetzen, erhalten finanzielle Unterstützung. Zudem fördert die Landesregierung diese Website als Plattform zur Verbreitung seniorenpolitisch relevanter Informationen.

Schleswig-Holstein zählt rund drei Millionen Einwohner*innen, knapp ein Viertel davon ist 65 Jahre oder älter. Damit liegt der Anteil über dem Bundesdurchschnitt. Gleichzeitig ist ein deutlicher Anstieg von Einsamkeit zu beobachten. Insbesondere eingeschränkte Mobilität, der Verlust nahestehender Personen und fehlende digitale Kompetenzen erhöhen im Alter das Risiko sozialer Isolation.

Lesen Sie hier einen Artikel von seniorenpolitik-aktuell zu einer laufenden Studie, die sich mit dem Nutzungsverhalten von Senior*innen auf Sozialen Medien befasst.

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In vielen Pflegeeinrichtungen in Deutschland werden Maßnahmen zur Digitalisierung bislang nur zögerlich umgesetzt. Als Gründe gelten unter anderem strenge Datenschutzvorgaben, bürokratische Hürden sowie eine verbreitete Skepsis auf Seiten vieler Arbeitgeber*innen. Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Karin Staffler (CSU), plädierte im vergangenen Herbst im Rahmen des Pflegeforums der AOK Bayern für schnellere und umfassendere Fortschritte bei der Digitalisierung in der Pflege. Sie erklärte, eine modernere, digital unterstützte Pflege könne langfristig mehr Vorteile als Nachteile mit sich bringen.

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Der Einsatz digitaler Hilfsmittel in Pflegeeinrichtungen könne nach Einschätzung Stafflers Pflegefachkräfte körperlich, mental und zeitlich entlasten. Digitale Systeme seien demnach in der Lage, Aufgaben zu übernehmen, die bislang noch manuell erledigt würden. So ließen sich etwa Vital und Körperfunktionen von Patient*innen mithilfe entsprechender Technologien überwachen. Zudem könne eine stärkere Digitalisierung eine effizientere und schnellere Pflegedokumentation ermöglichen, wodurch mehr Zeit für die direkte Versorgung zur Verfügung stünde.

Auch Patient*innen und deren Angehörige könnten von einer verbesserten digitalen Ausstattung profitieren. Über Apps oder vergleichbare Programme ließen sich Informationen zum allgemeinen Gesundheitszustand der Pflegebedürftigen schneller und übersichtlicher abrufen. Voraussetzung sei jedoch, Angehörige für diese Neuerungen zu sensibilisieren und einen verantwortungsvollen Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten sicherzustellen. Nach aktuellen Erhebungen äußert sich knapp ein Drittel der deutschen Bevölkerung skeptisch gegenüber digitalen Neuerungen im Gesundheitswesen, wobei ältere Menschen im Durchschnitt kritischer eingestellt sind als jüngere. Besonders groß ist die Ablehnung beim Einsatz von Robotik in der Pflege, der laut einer Umfrage des Unternehmens Deutsche Glasfaser von über 60 Prozent der Befragten abgelehnt wird.

Ein wichtiger Schritt in Richtung Digitalisierung wurde im vergangenen Jahr mit der Einführung der elektronischen Patientenakte vollzogen. Diese würde im Oktober 2025 um weitere verpflichtende Angaben ergänzt, darunter Informationen zur Medikation sowie zur körperlichen Verfassung der Versicherten. Ziel ist es, den Umgang mit Arzneimitteln sicherer und transparenter zu gestalten. Mit den Erweiterungen könnte die elektronische Patientenakte nun weiter an Bedeutung gewinnen.

Zwar wird die Digitalisierung im Zukunftspakt Pflege als eines der zentralen Handlungsfelder benannt, auf das die Pflegekommission einen besonderen Fokus legt, dennoch stößt das Reformvorhaben auf Kritik. Pflegeverbände bemängeln, die angekündigten Maßnahmen seien zu unkonkret und wenig verbindlich, um Pflegebedürftige, Fachkräfte und Angehörige spürbar zu entlasten.

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Für einen Großteil der Bevölkerung gehört die regelmäßige Nutzung sozialer Medien längst zum Alltag. Netzwerke wie WhatsApp, Facebook, Instagram und TikTok dienen nicht nur der Kommunikation, sondern bieten auch die Möglichkeit, sich über (politische) Neuigkeiten zu informieren. Auch unter älteren Menschen ist der Anteil von Nutzer*innen sozialer Netzwerke in den letzten Jahren stark angestiegen: Rund drei Viertel aller deutschen Senior*innen nutzten im Jahr 2024 ihr Smartphone regelmäßig, eine tägliche Nutzung wurde von gut der Hälfte angegeben. 

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Ein dreiköpfiges Forschungsteam der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) beschäftigt sich gegenwärtig mit dem Konsumverhalten von Senior*innen auf Social Media – im Fokus stehen dabei Facebook und WhatsApp. Anlässlich dessen sollen umfangreiche Daten und Informationen über den Einfluss sozialer Medien auf das tägliche Leben älterer Menschen gesammelt werden, um mögliche Gefahren und Risiken ihrer Nutzung besser ausfindig machen zu können. Da auch viele Senior*innen mittlerweile zum Smartphone anstatt zur Zeitung greifen, steht die Befürchtung im Raum, dass ältere (wie jüngere) User*innen nicht immer zwischen echten und falschen Meldungen unterscheiden können.

Neben einer allgemeinen Übersicht zum Forschungsprojekt hat die LMU einen Fragebogen erstellt, den alle Menschen ab 60 Jahren ausfüllen können, um zur Studie beizutragen. Diese erfragt die Häufigkeit und Art der Nutzung von WhatsApp und Facebook sowie die dort konsumierten Inhalte. Außerdem werden die Teilnehmenden gebeten, Angaben zu ihrer persönlichen Haltung zu digitaler Technik und ihrem Interesse an politischen Themen zu machen.

Zusätzlich bittet die LMU, eigene Nutzerdaten von Facebook und/oder WhatsApp zur Verfügung zu stellen, damit die Forschenden einen noch tieferen Einblick in das Nutzungsverhalten von Social Media unter Senior*innen erhalten. Dies ist rein optional, zu 100% anonym und bezieht sich ausschließlich auf konsumierte Inhalte, nicht aber auf getätigte soziale Interaktionen. Einige Informationen zu diesem Vorgang hat die LMU bereits gesammelt. Pro Plattform, deren persönliche Daten an das Forschungsteam übermittelt werden, wird Nutzer*innen eine Aufwandsentschädigung von 25 Euro ausgezahlt.

Ziel der Studie ist es, ein stärkeres Bewusstsein für die Verbreitung und Beurteilung politischer Inhalte unter Senior*innen in sozialen Medien zu schaffen.

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Kinos, Theater, Museen und Bibliotheken ziehen mit ihrem Programm zahlreiche Film-, Kunst-, Musik- und Literaturfans an. Aufgrund altersbedingt eingeschränkter Mobilität können Senior*innen jedoch oft nicht an klassischen kulturellen Angeboten teilnehmen, was insbesondere bettlägerige oder auf einen Rollstuhl bzw. Gehhilfen angewiesene Personen betrifft. Seit fünf Jahren bietet "Die Gute Stunde", eine gemeinnützige Initiative, Menschen ab 65 Jahren ein interaktives Kulturprogramm an, welches sich durch Online-Teilnahme über die Videotelefonats-Plattform "Zoom" um einen barrierearmen Zugang bemüht.

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Der Ursprung des gemeinnützigen Projekts mit dem Motto „Kultur im Dialog“ geht auf die Corona-Pandemie zurück, als kulturelle Veranstaltungen aufgrund der strengen Lockdowns kaum möglich waren. Inzwischen richtet sie sich hauptsächlich an ältere Menschen sowie Personen, die aufgrund körperlicher Einschränkungen keine kulturellen Angebote in Präsenz wahrnehmen können. Die Plattform richtet sich dabei auch an Menschen in Pflegeheimen sowie an demenzkranke Personen und deren Angehörige. So sollen Menschen unabhängig von ihrer individuellen Situation mit speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Veranstaltungen mit kultureller Unterhaltung versorgt werden.

Jeden Monat werden Veranstaltungen aus dem künstlerischen, musischen oder literarischen Bereich angeboten, welche über den Terminkalender bekannt gemacht werden. Je nach Veranstaltung besteht dabei die Möglichkeit, mit den Künstler*innen und/oder anderen Teilnehmenden in Kontakt zu treten, mit der Absicht, dass das gemeinsame Erleben von und der gegenseitige Austausch über Kultur auch Einsamkeit entgegenwirken kann. Zahlreiche Teilnehmende berichten von positiven Erlebnissen und viel Freude beim Nutzen der Angebote.

Veranstaltungen wie Workshops, Konzerte, Vorträge und Diskussionsrunden können live per Zoom verfolgt werden, wofür jedoch ein digitales Endgerät mit Internetzugang benötigt wird. Für eine Teilnahme an den kulturellen Angeboten der Guten Stunde ist zudem eine Online-Registrierung notwendig. Um regelmäßig Informationen über neue Veranstaltungen zu erhalten, kann der Newsletter abonniert werden.

Für ihre Beiträge kann die Gute Stunde bereits mehrere Auszeichnungen vorweisen, wobei Sponsor*innen und Kooperationspartner*innen zum Erhalt der Initiative beitragen.

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Die Digitalisierung wird das deutsche Gesundheitswesen grundlegend verändern – davon ist eine Mehrheit der Bevölkerung überzeugt. Laut einer aktuellen Befragung im Rahmen des sogenannten Digitalklimaindex rechnen fast zwei Drittel der Menschen mit tiefgreifenden Umbrüchen durch digitale Technologien in Medizin und Pflege. Besonders deutlich ist diese Erwartung bei jungen Erwachsenen sowie bei Menschen über 60 Jahre ausgeprägt.

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Grundsätzlich wird der digitale Wandel im Gesundheitsbereich eher positiv gesehen. Viele verbinden damit effizientere Abläufe, eine bessere Vernetzung medizinischer Angebote und neue Möglichkeiten der Versorgung. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass Akzeptanz und Vertrauen klare Grenzen haben. Anwendungen wie Videosprechstunden oder der Einsatz künstlicher Intelligenz bei Diagnosen stoßen bei rund der Hälfte der Befragten auf Ablehnung. Vor allem ältere Menschen äußern hier deutliche Vorbehalte.

Auffällig sind auch regionale Unterschiede. Während in einigen Großstädten wie Köln, Hamburg oder Tübingen die Sorge vor den Auswirkungen der Digitalisierung besonders groß ist, zeigen sich Menschen in ländlicheren Regionen vergleichsweise offen gegenüber digitalen Gesundheitslösungen. Die Gründe dafür bleiben vielschichtig: Neben der persönlichen Technikaffinität spielen offenbar auch Erfahrungen mit der bestehenden medizinischen Versorgung eine Rolle.

Besonders kritisch wird der Einsatz von Robotik in der Pflege bewertet. Mehr als 60 Prozent der Befragten stehen Pflegerobotern skeptisch gegenüber – selbst in Regionen, in denen der Fachkräftemangel bereits heute spürbar ist. Viele Menschen fürchten offenbar, dass technologische Lösungen den persönlichen Kontakt ersetzen könnten, der gerade in der Pflege als unverzichtbar gilt.

Der Blick auf die Ergebnisse zeigt: Die Digitalisierung des Gesundheitswesens wird zwar als unausweichlich wahrgenommen, stößt aber dort an Akzeptanzgrenzen, wo sie direkt in sensible Bereiche wie Diagnose, Behandlung oder Pflege eingreift. Für Politik, Gesundheitsinstitutionen und Entwickler*innen digitaler Anwendungen bedeutet das eine zentrale Herausforderung. Der technologische Fortschritt allein reicht nicht aus – entscheidend wird sein, Vertrauen zu schaffen, Transparenz zu gewährleisten und digitale Angebote so zu gestalten, dass sie als Unterstützung und nicht als Ersatz menschlicher Zuwendung verstanden werden.

Die Befragung im Rahmen des sogenannten Digitalklimaindex finden Sie hier.

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Einsamkeit im Alter gilt als eines der drängendsten sozialen Probleme unserer Zeit – besonders in Pflegeeinrichtungen. Wie digitale Technologien dazu beitragen können, das Wohlbefinden älterer Menschen zu verbessern und Pflegekräfte zu entlasten, untersuchte das Forschungsprojekt REIKOLA an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH). Beim Abschlusssymposium mit dem Titel „Alter(n), Einsamkeit und digitale Teilhabe“ stellte das Projektteam zentrale Erkenntnisse vor.

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Ein-Knopf-Technik schafft Nähe

Im Mittelpunkt des Projekts stand der Komp, ein intuitiv bedienbares Gerät für Videotelefonie, den Austausch von Fotos und kurze Nachrichten – speziell konzipiert für ältere Menschen ohne digitale Vorkenntnisse. Zwei Jahre lang wurde der Komp in fünf Senioreneinrichtungen des BRK Regensburg getestet.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass digitale Teilhabe die Lebensqualität deutlich steigern kann“, betont Projektleiterin Prof. Dr. Annette Meussling-Sentpali. Viele Bewohner*innen berichteten von einem stärkeren Gefühl sozialer Verbundenheit, insbesondere dann, wenn Angehörige weit entfernt leben. Die Möglichkeit, eigenständig Videotelefonate zu führen, führte zudem zu einer spürbaren Entlastung des Pflegepersonals.

Herausforderungen und Handlungsempfehlungen

Neben positiven Effekten identifizierte das Forschungsteam auch strukturelle Hindernisse – darunter fehlende WLAN-Infrastruktur oder finanzielle Hürden bei Anschaffung und Internetzugang. Um Einrichtungen bei der Einführung digitaler Kommunikationsangebote zu unterstützen, erarbeitete das Team eine praxisnahe Handreichung, die im Dezember vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention veröffentlicht wird.

Symposium: Wissenschaft, Praxis und Politik im Austausch

Das Abschlusssymposium an der OTH Regensburg bot ein breites Programm: Neben der Präsentation der Studienergebnisse gaben zwei Impulsvorträge und ein Marktplatz der Möglichkeiten Einblicke in aktuelle Entwicklungen im Bereich der digitalen Teilhabe.

Hauptredner Prof. Dr. Clemens Tesch-Römer vom Deutschen Zentrum für Altersfragen beleuchtete die Mechanismen von Einsamkeit und betonte: „Um Einsamkeit im Alter aufzubrechen, reicht es nicht, Menschen einfach zusammenzubringen. Es braucht auch die Bereitschaft und Unterstützung, neue Kontakte einzugehen.“

Dr. Laura Wehr vom Kompetenzzentrum „Zukunft Alter“ der Katholischen Stiftungshochschule München stellte die Evaluation des Projekts SAVE vor und verwies auf weiteren Forschungsbedarf – insbesondere bei Zielgruppen wie älteren Frauen mit Migrationshintergrund und Menschen in der stationären Langzeitpflege.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Vertreter*innen aus Politik, Ehrenamt und Wirtschaft über Lösungsansätze im Umgang mit Einsamkeit. Kornelia Schmid vom Verein Pflegende Angehörige e.V. schilderte eindrücklich die Belastung, die Einsamkeit bedeuten kann: „Das ist Einsamkeit, die weh tut.“

Fazit: Digitale Teilhabe als Schlüssel zu Lebensfreude im Alter

Die Ergebnisse von REIKOLA machen deutlich: Digitale Kommunikationsangebote sind weit mehr als technische Spielerei. Richtig eingesetzt können sie Isolation verringern, Beziehungen stärken und den Alltag in Pflegeeinrichtungen entlasten. Damit wird digitale Teilhabe zu einem Instrument für mehr Würde, Nähe und Lebensqualität im Alter.

Mehr zum Forschungsprojekt REIKOLA lesen Sie auf der Homepage der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH).

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Immer mehr Dienstleistungen des Alltags – von Bahn-Tickets über Bankgeschäfte bis hin zu Behördengängen – sind inzwischen fast ausschließlich online verfügbar. Für Millionen ältere Menschen in Deutschland wird der Zugang zu solchen Angeboten dadurch erschwert.

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Laut dem Landesseniorenrat Schleswig-Holstein verfügen viele Senior*innen weder über einen Internetanschluss noch über die nötigen Kenntnisse im Umgang mit digitalen Geräten. Weitere Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung, insbesondere Menschen ab 80 Jahren, keinen Zugang zum Internet hat oder digitale Angebote nicht nutzen kann. Neben fehlender Technik oder Kompetenzen spielt auch der Schutz persönlicher Daten eine Rolle bei der bewussten Entscheidung gegen digitale Angebote.

Die Senioren-Union fordert deshalb ein Grundrecht auf analoge Teilhabe, damit Bankgeschäfte, Gesundheitsdienste und Behördengänge auch ohne digitale Medien möglich bleiben. Unterstützt wird die Forderung unter anderem von Thilo Weichert, ehemaliger Datenschutzbeauftragter, der vor Diskriminierung durch ein rein digitales Angebot warnt.

Projekte wie der DigitalPakt Alter versuchen, ältere Menschen beim Zugang zur digitalen Welt zu unterstützen. Dennoch leben laut BAGSO rund 4 bis 5 Millionen Menschen über 60 Jahre komplett ohne Internet. Viele sind dadurch zunehmend von alltäglichen Angeboten ausgeschlossen.

Fachleute betonen, dass Digitalisierung zwar Fortschritte bringe, aber auch Risiken birgt. Es brauche daher einen fairen Ausgleich: Digitale Angebote sollen ausgebaut werden, gleichzeitig müsse aber sichergestellt sein, dass analoge Zugänge bestehen bleiben – etwa als Ausweichlösung bei technischen Ausfällen oder für Menschen ohne digitale Kompetenzen.

Ein positives Beispiel liefert Schleswig-Holstein, wo seit 2014 in der Landesverfassung der persönliche, schriftliche und elektronische Zugang zu Behörden garantiert ist.

Ein Recht auf analoges Leben würde laut Deutschlandfunk Menschen schützen, die digitale Angebote nicht nutzen können oder wollen, und sicherstellen, dass sie weiterhin an gesellschaftlicher Teilhabe beteiligt sind. Das Recht würde die Wahlfreiheit wahren, digitale Angebote abzulehnen, ohne von öffentlichen Leistungen ausgeschlossen zu werden, und die Grundversorgung wie Mobilität, Zahlungsverkehr und Behördengänge auch in analoger Form sicherstellen. Besonders geschützt würden ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Behinderungen. Eine rechtliche Verankerung könnte über eine Ergänzung des Grundgesetzes oder spezielle Gesetze erfolgen, um Digitalzwang zu begrenzen und Freiheitsrechte zu sichern.

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